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Im Formular-Plugin Formidable Forms konnten Nutzer ohne Administratorrechte beliebige Plugins auf dem Server installieren, also auch Schadcode. Betroffen sind Websites, die nur die kostenlose Version einsetzen und Formularrechte an weitere Rollen vergeben haben. Behoben ist die Lücke in Version 7.0 vom 16. Oktober, die laut wordpress.org bislang auf weniger als der Hälfte der mehr als 300.000 Installationen läuft.

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Inhalt 6 Abschnitte
  1. Wie funktioniert die Lücke?
  2. Wie weit ist die Lücke schon ausgenutzt?
  3. Wie viele Websites haben schon aktualisiert?
  4. Was sollten Website-Betreiber jetzt tun?
  5. FAQ: Formidable Forms: Sicherheitslücke lässt Nutzer fremde Plugins installieren
  6. Mehr Newshunger?

Gefunden hat die Lücke der Sicherheitsforscher Supakiad S. Der Sicherheitsanbieter Wordfence informierte den Hersteller am 11. September und legte die Lücke am 29. Oktober offen. Sie trägt die Kennung CVE-2026-89435.[1] Wordfence bewertet sie nach CVSS 3.1 mit 8,8 von 10 Punkten, also hoch. Betroffen sind alle Versionen bis einschließlich 6.35.[2] Formidable Forms stammt vom Hersteller Strategy11 und läuft laut wordpress.org auf mehr als 300.000 Websites (Stand 30. Oktober 2026).[3]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Formidable Forms bis Version 6.35 lässt angemeldete Nutzer beliebige Plugins installieren (CVSS 3.1: 8,8, vergeben von Wordfence). Das reicht bis zur Ausführung eigenen Codes auf dem Server.
  • Angreifbar sind Websites ohne Formidable Pro, auf denen neben Administratoren weitere Rollen die Formulare sehen dürfen.
  • Version 7.0 vom 16. Oktober 2026 schließt die Lücke. Laut wordpress.org lief am 30. Oktober rechnerisch mehr als die Hälfte der Installationen auf älteren Versionen.

Wie funktioniert die Lücke?

Briefkasten mit orangefarbenem Puzzleteil und Aufschrift „Nur Formulare“
Formidable Forms: Sicherheitslücke ermöglicht unautorisierten Nutzern, Plugins zu installieren, da die Authentifizierungsprüfung fehlerhaft ist

Formidable Forms kann seine Erweiterungen selbst nachladen. Damit das nicht jeder auslösen kann, verlangt das Plugin einen geheimen Schlüssel, den es für jede Website erzeugt. Laut Wordfence prüfte das Plugin beim Installieren nur diesen Schlüssel, nicht aber, ob der angemeldete Nutzer überhaupt Plugins installieren darf. Den Schlüssel konnte jeder Nutzer abrufen, der in Formidable die Formularliste sehen darf. Zusätzlich sollte das Plugin nur Pakete von den Servern des Herstellers annehmen, prüfte die Download-Adresse aber zu ungenau. So ließ sich ein beliebiges Paket unterschieben.[2]

Ein fremdes Plugin auf dem Server bedeutet volle Kontrolle: Es kann Administratorkonten anlegen und die Daten aus den Formularen auslesen. Laut Wordfence genügt für den Angriff ein Konto ab der Rolle Abonnent. Das Recht, die Formularliste zu sehen, haben nach dem Quellcode des Plugins standardmäßig nur Administratoren. In den Einstellungen von Formidable lässt es sich aber an jede andere Rolle vergeben, etwa an Redakteure, die Formulareinträge bearbeiten.[4] Auf Websites mit installiertem Formidable Pro greift der Angriff laut Wordfence nicht.[2]

Wie weit ist die Lücke schon ausgenutzt?

Die Lücke ist öffentlich bekannt und behoben. Angriffe und veröffentlichter Angriffscode sind bis zum 30. Oktober nicht bekannt. Die US-Behörde CISA führt die Lücke nicht in ihrem Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen. Zwischen der Meldung an den Hersteller und der Korrektur lagen 35 Tage. Strategy11 lieferte sie nicht in einem eigenen Sicherheitsupdate aus, sondern mit der neuen Hauptversion 7.0. Das Änderungsprotokoll nennt dort zwei Sicherheitskorrekturen neben 23 neuen Funktionen, darunter eine Schnittstelle, über die KI-Assistenten Formulare verwalten.[3]

Die Lücke in Formidable Forms im Steckbrief
Installation beliebiger Plugins durch angemeldete Nutzer, CVE-2026-89435, Stand am 30. Oktober 2026
300.000+
aktive Installationen laut wordpress.org
8,8
von 10 Punkten im CVSS 3.1 laut Wordfence, Angreifer braucht ein Benutzerkonto
53,8 %
der Installationen noch auf Versionen vor 7.0
35 Tage
von der Meldung an den Hersteller bis zur Korrektur

Chronologie

DatumSchritt
9. Sept. 2026Version 6.35 erscheint, die letzte anfällige Version
11. Sept. 2026Wordfence informiert den Hersteller Strategy11
16. Okt. 2026Version 7.0 schließt die Lücke, 35 Tage nach der Meldung
21. Okt. 2026Eine zweite Lücke, die erst 7.0 schließt, wird bekannt (Prüfung eingehender Zahlungen lahmlegen)
29. Okt. 2026Wordfence legt die Lücke offen
30. Okt. 2026Kennung CVE-2026-89435 erscheint, Angriffe sind nicht bekannt

Angreifbar sind nur Websites ohne Formidable Pro, auf denen neben Administratoren weitere Rollen die Formularliste sehen dürfen. Status: öffentlich bekannt und behoben, Angriffe nicht bekannt.

Wie viele Websites haben schon aktualisiert?

Am 30. Oktober liefen laut wordpress.org 46,2 Prozent der Installationen auf der Versionsreihe 7.0, die bisher nur die abgesicherte Version 7.0 umfasst. 8,6 Prozent nutzten noch Version 6.35, die übrigen 45,2 Prozent ältere Versionen.[5] Rechnerisch liefen damit 53,8 Prozent von mehr als 300.000 Installationen, also mehr als 160.000 Websites, auf einer anfälligen Version. Angreifbar ist davon nur der Teil ohne Formidable Pro und mit vergebenen Formularrechten. Wie groß dieser Teil ist, lässt sich nicht beziffern.

Eine mögliche Erklärung für das langsame Update ist der Sprung auf eine neue Hauptversion. Agenturen und Betreiber spielen Hauptversionen oft erst nach eigenen Tests ein, weil neue Funktionen bestehende Formulare verändern können. Sind automatische Updates nur für Wartungsversionen freigegeben, kommt die Korrektur nicht von allein. Die US-Datenbank NVD führt für die kostenlose Grundversion in diesem Jahr acht Schwachstellen, darunter eine weitere, die erst Version 7.0 schließt: Angreifer konnten ohne Anmeldung die Prüfung eingehender Zahlungen für 24 Stunden lahmlegen.[6][7] Andere Formular-Plugins mussten im Oktober ebenfalls nachbessern, darunter Gravity Forms und Forminator.

Kommt eine Sicherheitskorrektur nur mit einer neuen Hauptversion, warten genau die vorsichtigen Betreiber am längsten, die vor jeder Hauptversion erst testen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was sollten Website-Betreiber jetzt tun?

  • Aktualisieren: Spielen Sie Formidable Forms 7.0 ein. Die installierte Version steht in der Plugin-Liste, dort lassen sich automatische Updates für das Plugin einschalten.
  • Formularrechte prüfen: In den Einstellungen von Formidable legen Administratoren fest, welche Rollen die Formulare sehen dürfen. Lässt sich das Update nicht sofort einspielen, beschränken Sie das Recht vorerst auf Administratoren.
  • Plugin-Liste kontrollieren: Hatten weitere Rollen Formularrechte, suchen Sie nach Plugins, die niemand bewusst installiert hat, und nach unbekannten Administratorkonten.
  • Meldepflicht klären: Formulare sammeln oft personenbezogene Daten. Gibt es Anzeichen eines Einbruchs, ist zu prüfen, ob eine Meldung an die Datenschutzaufsicht binnen 72 Stunden nach Kenntnis nötig ist (Art. 33 DSGVO).[8]

Agenturen mit vielen Kundenwebsites sollten zuerst Installationen ohne Formidable Pro und mit Redaktionsrollen in den Formularrechten suchen. Grundregeln für die Absicherung fasst der Ratgeber zur WordPress-Sicherheit zusammen. Der WordPress-Hosting-Vergleich nennt Managed-Hoster, die Plugin-Updates selbst einspielen.

FAQ: Formidable Forms: Sicherheitslücke lässt Nutzer fremde Plugins installieren

Welche Versionen von Formidable Forms sind betroffen?

Betroffen sind alle Versionen bis einschließlich 6.35. Version 7.0 vom 16. Oktober 2026 schließt die Lücke. Angreifbar sind nur Websites ohne Formidable Pro, auf denen neben Administratoren weitere Rollen die Formularliste sehen dürfen.

Was kann ein Angreifer über die Lücke in Formidable Forms anrichten?

Er kann ein beliebiges Plugin auf dem Server installieren. Ein solches Plugin kann Administratorkonten anlegen und die Daten aus den Formularen auslesen. Voraussetzung ist ein Konto, dem die Formidable-Einstellungen das Recht geben, die Formularliste zu sehen.

Wird die Lücke in Formidable Forms schon für Angriffe genutzt?

Bis zum 30. Oktober 2026 sind weder Angriffe noch veröffentlichter Angriffscode bekannt. Die US-Behörde CISA führt die Lücke nicht in ihrem Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen. Die Korrektur liegt seit dem 16. Oktober vor.

Wie lässt sich Formidable Forms bis zum Update absichern?

In den Einstellungen von Formidable lässt sich festlegen, welche Rollen die Formulare sehen dürfen. Bleibt das Recht vorerst Administratoren vorbehalten, kommen andere Konten nicht an den nötigen Schlüssel. Das Update auf 7.0 ersetzt diese Übergangslösung nicht.

Quellen

8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CVE-ProgrammCVE-2026-89435, Eintrag von Wordfence mit Finder und Chronologie (Hersteller informiert am 11. September, offengelegt am 29. Oktober 2026), veröffentlicht am 30. Oktober 2026
  2. NVDCVE-2026-89435, Beschreibung und Bewertung nach CVSS 3.1 (AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H) von Wordfence, mit Verweis auf den Eintrag bei Wordfence Intelligence, abgerufen am 30. Oktober 2026
  3. wordpress.orgFormidable Forms, Änderungsprotokoll der Version 7.0 und Zahl der aktiven Installationen, abgerufen am 30. Oktober 2026
  4. wordpress.orgQuellcode von Formidable Forms 6.35, Voreinstellung der Formularrechte, eigene Auswertung am 30. Oktober 2026
  5. wordpress.orgFormidable Forms, erweiterte Ansicht mit Versionsstatistik, abgerufen am 30. Oktober 2026
  6. NVDSchwachstellen mit dem Stichwort Formidable Forms, eigene Auszählung der Einträge zur kostenlosen Grundversion ohne Erweiterungen seit Januar 2026, abgerufen am 30. Oktober 2026
  7. CVE-ProgrammCVE-2026-85642, Eintrag von WPScan, betroffen sind Versionen vor 7.0, veröffentlicht am 21. Oktober 2026
  8. EUR-LexVerordnung (EU) 2016/679 (DSGVO), Art. 33

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