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Der Vorstand des Essener Spezialchemiekonzerns tritt nicht in Verhandlungen über eine Übernahme ein. BASF hatte am 22. Oktober schriftlich sein Interesse an einem öffentlichen Angebot erklärt. Evonik bietet nur einen vertraulichen Austausch an, in dem beide Seiten ihre Positionen darlegen. Die Evonik-Aktie notierte am Mittag bei 20,88 Euro.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was bietet der Evonik-Vorstand BASF noch an?
  2. Warum verfangen die Jobzusagen von BASF in Essen nicht?
  3. Kann BASF den Vorstand umgehen?
  4. Mehr Newshunger?

Die Absage kam am Freitag kurz vor Börsenbeginn als Pflichtmitteilung. Der Vorstand habe das Schreiben der BASF „eingehend geprüft“ und auf Basis der vorliegenden Informationen entschieden, „nicht in Verhandlungen mit der BASF SE einzutreten“, teilte Evonik mit.[1] Damit weist Essen auch die zweite Offerte zurück. Dem Vernehmen nach bietet BASF inzwischen 24 Euro je Aktie, für alle Aktien rund elf Milliarden Euro.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Evonik verhandelt nicht und bleibt nach eigenen Worten auf seine Weiterentwicklung als eigenständiges Unternehmen ausgerichtet.
  • Die Beschäftigungszusagen, mit denen BASF wirbt, gelten bei Evonik nach Angaben von Insidern schon heute.[2]

Was bietet der Evonik-Vorstand BASF noch an?

Offene weiße Tür mit oranger Kette und Schild: „Nur Gespräche“
Evonik und BASF einigen sich auf vertrauliche Gespräche. Evonik will seine Position erläutern, BASF kann seine Motive darlegen. Der Übernahmekurs von 24 Euro bleibt unbestätigt

Der Vorstand erklärt sich zu einem „rein informativen und vertraulichen Austausch“ bereit.[1] Evonik will darin seine Position erläutern, BASF soll seine Motive darlegen können. Eine Zahl nennt die Mitteilung nicht, bestätigt hat den Preis von 24 Euro keiner der beiden Konzerne. Die Tür bleibt damit einen Spalt offen: Das Handelsblatt hält weitere Gespräche für möglich, sollte BASF noch einmal nachlegen.[2]

BASF-Chef Markus Kamieth hatte in der Telefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals am Mittwoch gesagt, Evonik bleibe sein Wunschziel. Einen Kauf um jeden Preis schloss er aus.[1]

Warum verfangen die Jobzusagen von BASF in Essen nicht?

In einer Videobotschaft hatte Kamieth der Evonik-Belegschaft zugesagt, betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 auszuschließen. Bei Evonik sorgte das nach Informationen des Handelsblatts aus Konzernkreisen eher für Verwunderung, weil zentrale Punkte dort bereits gelten.[2] Tatsächlich hat Evonik selbst betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis 2032 ausgeschlossen, BASF wollte diese Regel laut Reuters nur übernehmen.[3] Zugleich baut Evonik selbst Stellen ab: Von 2027 bis Ende 2029 fallen 3.200 Stellen weg, davon 2.150 in Deutschland, über freiwillige Lösungen mit Abfindungen.[4]

Gebot, Kurs und Großaktionärin
Stand des Übernahmeversuchs von BASF am 30. Oktober 2026
24 €
je Aktie bietet BASF laut Reuters, für Evonik insgesamt rund 11 Mrd. Euro
20,88 €
kostete die Evonik-Aktie am 30. Oktober um 11:50 Uhr, 3,12 € unter dem Gebot
43 %
der Evonik-Aktien hält die RAG-Stiftung, sie will auf 25,1 Prozent verkaufen
2032
bis dahin schließt Evonik betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland schon selbst aus

Wie der Übernahmeversuch verlief

25. September
BASF bestätigt Gespräche mit Evonik und der RAG-Stiftung
28. September
Evonik lehnt das erste Gebot von 22,15 Euro je Aktie ab
22. Oktober
BASF erklärt schriftlich sein Interesse an einem Übernahmeangebot, Kamieth sagt der Belegschaft Arbeitsplätze zu
23. Oktober
Reuters berichtet über 24 Euro je Aktie
30. Oktober
Evonik lehnt Verhandlungen ab und bietet einen vertraulichen Austausch an

BASF hat Evonik eine Jobgarantie angeboten, die Essen längst selbst gegeben hat. Jetzt entscheidet nur noch der Preis.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Kann BASF den Vorstand umgehen?

Rechtlich darf BASF ein Angebot auch ohne Einigung direkt an die Aktionäre richten. Vorstand und Aufsichtsrat von Evonik müssten dann eine begründete Stellungnahme veröffentlichen, die auch auf die Folgen für Beschäftigte und Standorte eingeht.[5] Den Ausschlag gäbe trotzdem die RAG-Stiftung mit 43 Prozent der Aktien. Sie will nach Reuters-Angaben nicht über den Kopf des Vorstands hinweg entscheiden, plant aber, ihren Anteil auf 25,1 Prozent zu senken.[3]

An der Börse ist der Abstand zum Gebot gewachsen. Um 11:50 Uhr kostete die Evonik-Aktie auf Xetra 20,88 Euro, 3,12 Euro unter dem Gebot. Am 23. Oktober betrug der Abstand noch 2,60 Euro.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Der AktionärBASF: Evonik lehnt neues Angebot ab, jetzt spricht der Vorstand (30. Oktober 2026, mit Wortlaut der Evonik-Mitteilung)
  2. HandelsblattÜbernahmepoker: Evonik lehnt erhöhte Offerte von BASF ab30.10.2026
  3. Reuters (über cash.ch)BASF würde laut Insider bei Evonik-Übernahme Jobgarantien nicht antasten12.10.2026
  4. dpa-AFX (über cash.ch)Evonik baut bis Ende 2029 weitere 3200 Stellen ab, Kurs unter Druck18.06.2026
  5. Bundesministerium der Justiz§ 27 Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz, Stellungnahme des Vorstands und Aufsichtsrats der Zielgesellschaft, gesetze-im-internet.de

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