SoftBank hat die letzte Rate seiner OpenAI-Beteiligung bezahlt und hält jetzt rund 13 % am ChatGPT-Anbieter. Unter Konzernchef Masayoshi Son flossen damit umgerechnet 56 Milliarden Euro in OpenAI, die letzten 8,7 Milliarden stammen aus Anleihen mit bis zu 9,75 % Zins. Den Spielraum für noch mehr Schulden verschafft dem Konzern vor allem der Börsenkurs der Chipfirma Arm.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMasayoshi Son hat die Finanzierung seiner OpenAI-Beteiligung abgeschlossen. Am 1. Oktober zahlte SoftBank über den Vision Fund 2 die dritte und letzte Tranche einer Nachinvestition, umgerechnet 8,7 Milliarden Euro.[1] Der Gründer und Vorstandschef der japanischen SoftBank Group führt OpenAI im Geschäftsbericht als wichtigsten Partner für KI-Modelle.
Das Wichtigste in Kürze
- SoftBank hat seit 2024 insgesamt umgerechnet 56,2 Mrd. € in OpenAI investiert und hält nach eigenen Angaben rund 13 %.
- Die letzte Tranche über 8,7 Mrd. € bezahlte der Konzern mit Anleihen, die S&P und Fitch unterhalb der Investment-Grade-Schwelle einstufen.
- Den Brückenkredit über 34,8 Mrd. € vom März hat SoftBank vollständig abgelöst.
- Son will den Nettovermögenswert der Gruppe bis 2042 auf eine Billiarde Yen steigern und dafür bis in seine Siebziger weiterarbeiten.
Was hat Masayoshi Son mit OpenAI vereinbart?

Im Februar sagte SoftBank eine Nachinvestition von 26,1 Mrd. € zu, aufgeteilt in drei gleiche Raten zum 1. April, 1. Juli und 1. Oktober.[2] Grundlage war eine Bewertung von OpenAI vor der Kapitalerhöhung von umgerechnet 635 Mrd. €. Seit September 2024 hatte SoftBank bereits 30,1 Mrd. € in das Unternehmen gesteckt. Mit der Nachinvestition steigt der Gesamteinsatz auf 56,2 Mrd. € für rund 13 % der Anteile.[1]
Die dritte Rate bezahlte SoftBank aus den Hochzinsanleihen, die der Konzern im September platziert hat. Die ausstehenden 22,5 Mrd. € aus dem Brückenkredit über 34,8 Mrd. € vom März tilgte SoftBank am 15. September vorzeitig, die noch ungenutzten 8,7 Mrd. € aus dem Rahmen kündigte der Konzern zum 30. September. Aus diesem Kredit stehen damit keine Schulden mehr offen.[1]
Warum reicht SoftBanks Bilanz für Sons Pläne nicht aus?
Son verfolgt ein klares Ziel: SoftBank soll die führende Plattform für künstliche Superintelligenz werden. Im Geschäftsbericht 2026 beschreibt der 68-Jährige vier Felder, die SoftBank dafür besetzen soll: KI-Modelle, Chips, Rechenzentren samt Stromversorgung und Roboter.[5] OpenAI steht für die Modelle, Arm für die Chips. Den Nettovermögenswert der Gruppe will Son von 74 Billionen Yen im Juni auf eine Billiarde Yen im Jahr 2042 steigern. Seinen Lebensplan, der die Übergabe an die nächste Generation in seinen Sechzigern vorsah, hat Son dafür bis in seine Siebziger verlängert. „Manche sagen, es gebe eine KI-Blase. Das sehe ich anders“, schreibt Son.
Seinen Spielraum für neue Schulden misst SoftBank am Loan-to-Value, also an den Nettoschulden im Verhältnis zum Wert der Beteiligungen. Im Normalfall soll dieser Wert unter 25 % bleiben, in Krisen unter 35 %.[2] Ende Juni lag die Quote bei 13 %, Ende März noch bei 17 %. Den Rückgang bewirkte vor allem der Börsenkurs von Arm, der den Wert der Beteiligungen nach oben trieb.[7] Steigende Kurse schaffen also Platz für neue Kredite, ein Kurssturz würde diesen Puffer wieder aufzehren.
Was das geliehene Geld kostet, zeigen die Anleihen vom September. Mit einer Inlandsanleihe lieh sich SoftBank in Japan eine Billion Yen, rund 5,5 Mrd. €, für sieben Jahre zu 4,75 %.[4] Für die Fremdwährungsanleihen über 9,7 Mrd. € zahlt der Konzern 7,125 bis 9,75 % Zinsen im Jahr, S&P und Fitch bewerten die Papiere mit BB+.[3] Zusätzlich übernahm SoftBank am 30. September für 2,7 Mrd. € den Vermögensverwalter DigitalBridge, der das Geld von Investoren in Rechenzentren, Funktürme und Glasfasernetze lenkt.[6] Die Financial Times kommentierte am Sonntag, Sons KI-Pläne wüchsen der SoftBank-Bilanz davon.
- 27. FebruarSoftBank sagt OpenAI 26,1 Mrd. € in drei Raten zu, bei einer Bewertung von 635 Mrd. € vor der Kapitalerhöhung.
- 27. MärzEin Brückenkredit über 34,8 Mrd. € überbrückt die Zeit bis zu langfristigen Anleihen.
- SeptemberEine Inlandsanleihe in Japan bringt 5,5 Mrd. € zu 4,75 %, Fremdwährungsanleihen bringen 9,7 Mrd. € zu 7,125 bis 9,75 %. SoftBank tilgt den Brückenkredit.
- 1. OktoberDie dritte Rate über 8,7 Mrd. € geht an OpenAI, bezahlt aus den Fremdwährungsanleihen.
Son bezahlt OpenAI mit Krediten, deren Spielraum am Börsenkurs von Arm hängt. Fällt die Arm-Aktie, schrumpft der Puffer für jede weitere Wette.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet Sons OpenAI-Wette für Unternehmen in Europa?
Europäische Anleger finanzieren die Wette direkt mit. Die beiden Euro-Tranchen über je 500 Mio. € laufen bis 2030 beziehungsweise 2032, ihre Zinssätze liegen bei 7,125 und 8 % im Jahr.[3] Zugleich investiert Son in Europa selbst. In Frankreich plant SoftBank KI-Rechenzentren mit 5 Gigawatt, der erste Campus in Bosquel soll 1 Gigawatt erreichen. Die Übernahme der Robotiksparte des Schweizer Industriekonzerns ABB für umgerechnet 4,7 Mrd. € soll laut SoftBank Ende 2026 abgeschlossen sein.[5]
Für Mittelständler zählt vor allem die Abhängigkeit von OpenAI. OpenAI braucht weiter Milliarden, und mit SoftBank finanziert einer der größten Geldgeber seinen Anteil inzwischen auf Pump. Zwei Schritte senken das Risiko für Ihr Unternehmen:
- Erfassen Sie, welche Prozesse direkt an der OpenAI-Schnittstelle hängen, und halten Sie für kritische Anwendungen ein zweites Sprachmodell einsatzbereit.
- Lassen Sie sich in KI-Verträgen den Export Ihrer Daten, Prompts und Feinabstimmungen zusichern, damit ein Wechsel des Anbieters ohne Datenverlust gelingt.
Einen festen Kurs bekommt SoftBanks Anteil erst mit einem Börsengang, und einen Zeitplan dafür nennt OpenAI-Chef Sam Altman nicht. Altman koppelt den Schritt an Sicherheitsnachweise. Wie stark der KI-Ausbau an Bürgschaften hängt, zeigt auch Nvidias gekürzte Kreditgarantie für OpenAIs Rechenzentrum in Ohio. Das Geschäftsmodell von Arm, das an fast jedem Chip mitverdient, seziert unsere Arm-Analyse. Vermögen und Firmen der Branchengrößen vergleicht der Beitrag zu den 15 reichsten Tech-Milliardären, weitere Meldungen sammelt das Archiv der Tech-Titanen.
FAQ: Masayoshi Son, SoftBank und OpenAI
Wie viel hat SoftBank in OpenAI investiert?
SoftBank hat seit September 2024 insgesamt 64,6 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert, umgerechnet rund 56,2 Milliarden Euro. Mit der letzten Rate vom 1. Oktober 2026 hält der Konzern nach eigenen Angaben rund 13 Prozent an OpenAI.
Wie finanziert SoftBank die OpenAI-Beteiligung?
Die letzte Rate über rund 8,7 Milliarden Euro bezahlte SoftBank mit Anleihen in US-Dollar und Euro, die S&P und Fitch mit BB+ bewerten. Die Zinsen liegen zwischen 7,125 und 9,75 Prozent im Jahr. Den Brückenkredit vom März hat SoftBank vollständig abgelöst.
Was misst der Loan-to-Value bei SoftBank?
Der Loan-to-Value setzt SoftBanks Nettoschulden ins Verhältnis zum Wert der Beteiligungen. Der Konzern will den Wert im Normalfall unter 25 Prozent halten, in Krisen unter 35 Prozent. Ende Juni 2026 lag er bei 13 Prozent, Ende März noch bei 17 Prozent.
Welche Projekte plant Masayoshi Son in Europa?
SoftBank plant in Frankreich KI-Rechenzentren mit insgesamt 5 Gigawatt, darunter einen Campus mit 1 Gigawatt in Bosquel. Außerdem will der Konzern die Robotiksparte des Schweizer Industriekonzerns ABB für umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro übernehmen.
Quellen
[1] SoftBank Group: „Execution of Follow-on Investment (Third Tranche) in OpenAI“, 1. Oktober 2026
[2] SoftBank Group: „Follow-on Investments in OpenAI“, 27. Februar 2026
[3] SoftBank Group: „Issuance of Foreign Currency-Denominated Senior Notes“, 24. September 2026
[4] SoftBank Group: „Determination of Terms and Conditions for the Issuance of the 70th Unsecured Straight Corporate Bond“, 4. September 2026
[5] SoftBank Group: „CEO Message (Masayoshi Son), SoftBank Group Report 2026“, 24. Juni 2026
[6] SoftBank Group: „Completion of Acquisition of DigitalBridge“, 30. September 2026
[7] SoftBank Group: „Q1 FY2026 Earnings Results, Investor Briefing“, 6. August 2026
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