Chat-Verläufe reichen nach Ansicht des Designers Luke Wroblewski nicht mehr aus, sobald KI-Agenten weitere Agenten steuern. Im kostenlosen Werkzeug Intent setzt sein Team deshalb auf Diagramme, Vorher-Nachher-Screenshots und ein sichtbares Design-System. Für Agenturen verlagert sich die Prüfarbeit damit vom Code zum Bild.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenKI-Agenten lassen sich im Chat kaum noch überblicken, sobald jeder Agent eigene Unteragenten startet. „Chat-Verläufe brechen bei dieser Größenordnung zusammen“, schreibt Luke Wroblewski in einem Essay vom 5. Oktober.[1] Der Designer und Autor von „Mobile First“ beschreibt darin, welche Ansichten sein Team stattdessen in Intent eingebaut hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Luke Wroblewski hält lineare Chat-Verläufe für ungeeignet, um viele Agenten zu steuern.
- Intent zeigt Pläne als Diagramme und Ergebnisse als Vorher-Nachher-Screenshots.
- Das Design-System liegt als gemeinsame Notiz neben der Arbeit von Mensch und Agent.
- Intent ist kostenlos und quelloffen, der Pro-Tarif des Konkurrenten Conductor kostet rund 44 € im Monat.
Warum genügt der Chat-Verlauf nicht mehr?

Ein Chat zeigt, was gesagt wurde, aber nicht, was gerade passiert. Nutzer wollen laut Wroblewski wissen, welche Schritte die Agenten als Nächstes ausführen und was bereits erledigt ist.[1]
Im Juni 2025 hatte Wroblewski Kanban-Boards, Dashboards, Posteingänge, Aufgabenlisten und Kalender als Verwaltungsansichten für Agenten durchgespielt.[2] Diese Muster beantworten nur, woran die Agenten gerade arbeiten. Wroblewski zitierte damals den Designer Scott Jenson: „Kopieren, erweitern und schließlich eine neue Form entdecken.“ Neue Technik borgt sich zuerst vertraute Oberflächen, bevor eine eigene Form entsteht.
Lange Textpläne lösen das Problem ebenfalls nicht. Bei Nuanced lasen frühe Nutzer die langen, von KI geschriebenen Spezifikationen kaum, deshalb erklärte Gründer Ayman Nadeem den Plan-Modus für überholt. Wroblewskis Antwort auf dasselbe Problem sind Bilder statt noch mehr Text.
Welche Ansichten bietet Intent?
In Intent legen Nutzer und Agenten beliebig viele Notizen an. Darin zeichnen Agenten Architekturkarten, Ablaufdiagramme und Zustandsautomaten, bevor sie Tokens verbrauchen.[1] Schrittweise Rundgänge heben im Diagramm jeweils den aktuellen Abschnitt hervor.
Für Oberflächenarbeit fertigen die Agenten Vorher-Nachher-Screenshots an und stellen beide nebeneinander. Designer beurteilen das Ergebnis so, ohne Code zu lesen. Laut Dokumentation stehen die Bilder direkt in den Prüfschritten der Spezifikation.[3]
Eine weitere Notiz bündelt das Design-System mit Farben, Schriftstilen, Abständen, Eckenradien, Animationszeiten und Komponenten. Die Agenten lesen dieselbe Notiz wie der Mensch. Microsoft verfolgt dieselbe Idee und liefert sein Design-System als MCP-Server aus.
Intent auf einen Blick
Was Conductor kostet
Sobald Agenten im Dutzend arbeiten, wird der Screenshot zur Abnahme und der Chat-Verlauf zum Archiv.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Für wen lohnt sich Intent?
Intent ist eine kostenlose Desktop-App unter Apache-Lizenz 2.0. Voraussetzung sind ein Konto bei einem Agenten-Anbieter wie Claude Code, Codex oder OpenCode sowie Node.js ab Version 22 und Git.[3] Das Repository entstand im Juni 2026.[4]
Ein direkter Konkurrent heißt Conductor und stammt von Melty Labs. Die App führt Claude Code, Codex, Cursor und OpenCode parallel aus und kostet im Pro-Tarif 50 Dollar im Monat, rund 44 €.[5] Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung bietet Conductor nur im Enterprise-Tarif an.
Für Agenturen im DACH-Raum zählt dieser Punkt. Intent läuft lokal, den Code verarbeitet trotzdem der gewählte Modellanbieter. Klären Sie vor dem ersten Kundenprojekt den Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO mit diesem Anbieter. Freelancer mit eigenem Design-System testen die Design-System-Notiz am besten an einem internen Projekt. Einen Überblick über weitere KI-Webdesign-Tools und das KI-Ressort finden Sie auf Dr. Web.
Quellen
[1] Luke Wroblewski: „Many Agents, Many Views“
[2] Luke Wroblewski: „Agent Management Interface Patterns“
[3] Intent: „Intent Docs“
[4] GitHub: „intent-hq/intent“
[5] Conductor: „Pricing“
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