Die Xbox Series S kostet in Deutschland seit August 150 Euro mehr, der Raspberry Pi 5 mit 16 Gigabyte Speicher das 2,7-Fache seines Januarpreises, ein Kit mit 32 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher mindestens 447 Euro. Hinter allen drei Preisen steckt derselbe Engpass: Speicherchips gehen bevorzugt in Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Im Großhandel kosten Computer und Zubehör schon 12,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenInhalt 12 Abschnitte
- Was ist Chipflation, und warum spüren Sie sie im Einkauf?
- Warum sind Speicherchips so knapp?
- Wie stark sind die Preise für Speicherchips gestiegen?
- Welche Warengruppen trifft die Chipflation am härtesten?
- Ist auch Refurbished-Hardware teurer geworden?
- Können Hersteller die höheren Kosten an die Kunden weitergeben?
- Treibt die Chipflation die Inflation?
- Wie lange dauert die Knappheit noch?
- Was sollten Unternehmen jetzt tun?
- Wer zahlt am Ende die Chipflation?
- Glossar: 15 Fachbegriffe von HBM bis Vertragspreis
- FAQ: Die Chipflation macht Arbeitsspeicher fünfmal so teuer
Für Unternehmen, die 2027 Notebooks, Server oder Diensthandys erneuern, wird daraus ein Planungsproblem: Angebote gelten nur noch Tage, manche Hersteller passen Preise nach der Bestellung an. Hier lesen Sie, welche Warengruppen die Chipflation am härtesten trifft, ob Hersteller und Händler die Kosten weitergeben können und wie Sie Ihren Einkauf darauf einstellen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die drei großen Speicherhersteller verlagern Kapazität auf HBM für KI-Rechenzentren. Herkömmlicher Arbeitsspeicher kostet Gerätehersteller zu Vertragspreisen rund sechsmal so viel wie im Sommer 2025.
- Im deutschen Handel kostet DDR5-Arbeitsspeicher das 5,6-Fache, eine SSD das 2,5-Fache. Computer und Zubehör sind für Verbraucher 9,2 Prozent teurer als vor einem Jahr.
- Große Hersteller geben einen Teil weiter, über Preise, weniger Ausstattung und kurze Angebotsfristen. Sie bezahlen mit sinkenden Stückzahlen, bei günstigen Geräten lassen sich die Kosten nicht weitergeben.
- Refurbished-Geräte werden teurer, aber deutlich langsamer als Neuware. Entspannung erwarten die Hersteller frühestens 2028.
1 Wie viel Fertigungskapazität bindet ein Gigabyte HBM im Vergleich zu herkömmlichem DRAM? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
2 Um wie viel Prozent waren Computer und Zubehör für Verbraucher in Deutschland im September 2026 teurer als ein Jahr zuvor? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
3 Welchen Anteil haben Speicher und Massenspeicher 2026 an den Materialkosten eines HP-PCs? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
4 Um wie viel müsste ein Notebook laut TrendForce teurer werden, damit die Marge von Anfang 2025 hält? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
5 Wie haben sich die Preise für aufbereitete Notebooks entwickelt? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Was ist Chipflation, und warum spüren Sie sie im Einkauf?

Chipflation nennen Analysten von Morgan Stanley und J.P. Morgan die Teuerung, die von knappen Speicherchips ausgeht. Rechenzentren für künstliche Intelligenz nehmen einen immer größeren Teil der Produktion ab, deshalb steigen die Preise für fast jedes Gerät mit Arbeitsspeicher oder SSD.
Das Wort setzt sich aus Chip und Inflation zusammen. Im Juni 2026 warnten die Analysten von Morgan Stanley in einer Studie, die Teuerung greife von den Rechenzentren auf die übrige Wirtschaft über. Die Speicherpreise hätten sich binnen eines Jahres etwa versechsfacht, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Hersteller von Smartphones und PCs müssten wählen, ob sie die Preise erhöhen oder sich mit dünneren Margen begnügen.
J.P. Morgan hält es für möglich, dass sich DRAM, der übliche Arbeitsspeicher, von Anfang 2024 bis Ende 2026 um mehr als 400 Prozent verteuert.
Ein Kit mit zweimal 16 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher, die Ausstattung eines leistungsfähigen Arbeitsrechners, kostete am 17. Oktober 2026 im deutschen Handel mindestens 447 Euro. Der Preisindex von 3DCenter für DDR5-Speicher stand damit bei 559 Prozent des Niveaus vom Juli 2025, also beim 5,6-Fachen.
Geräte der Informationsverarbeitung, also vor allem Computer, Notebooks und Zubehör, kosteten Verbraucher im September 2026 laut Statistischem Bundesamt 9,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Inflationsrate lag bei 3,3 Prozent, Gebrauchsgüter insgesamt verteuerten sich nur um 1,0 Prozent. Firmen, die beim Großhandel einkaufen, zahlten für Datenverarbeitungsgeräte und Zubehör 12,1 Prozent mehr.
Unterhaltungselektronik wurde im selben Zeitraum billiger, im August um 2,8 Prozent. Die Teuerung trifft also nicht die Elektronik allgemein, sondern alles, was viel Speicher braucht.
Der Branchenverband Bitkom schreibt in einem Positionspapier vom März 2026 von Preissteigerungen bis rund 300 Prozent in einzelnen Segmenten. Angebote der Hersteller gälten in der Regel nur wenige Wochen oder gar Tage, Beschaffungen seien „nicht mehr planbar: weder preislich noch zeitlich“. Dell-Vizechef Jeff Clarke erinnerte zur selben Zeit daran, dass IT-Budgets meist zu Jahresbeginn feststehen.
Warum sind Speicherchips so knapp?

Weil Samsung, SK Hynix und Micron einen wachsenden Teil ihrer Fertigung auf HBM umstellen, den gestapelten Speicher für KI-Beschleuniger. Ein Gigabyte HBM bindet rund viermal so viel Kapazität wie herkömmlicher Arbeitsspeicher, und neue Fabriken liefern frühestens 2027.
Drei Konzerne beherrschen den Markt. Im vierten Quartal 2025 entfielen laut dem Marktforscher TrendForce 90,5 Prozent des weltweiten DRAM-Umsatzes auf Samsung, SK Hynix und Micron. Was diese drei mit ihren Fabriken anfangen, entscheidet über den Preis jedes Notebooks.
Ihre Kapazität fließt zunehmend in HBM, kurz für High Bandwidth Memory. Bei HBM liegen mehrere Speicherchips übereinander und sitzen direkt neben dem Rechenchip, etwa auf den KI-Beschleunigern von Nvidia. Ein Gigabyte HBM verbraucht laut TrendForce rund viermal so viel Fertigungskapazität wie ein Gigabyte herkömmlicher DRAM, Grafikspeicher vom Typ GDDR7 das 1,7-Fache. Die gesamte Kapazität der Branche wächst dagegen nur um 10 bis 15 Prozent im Jahr.
Ende 2026 belegt HBM nach Schätzung von TrendForce rund 22 Prozent der Wafer, die die drei großen Hersteller in ihre DRAM-Fertigung geben, liefert aber nur rund 9 Prozent der erzeugten Speichermenge, gerechnet in Bit.
Für Ende 2027 erwarten die Marktforscher 30 Prozent der Wafer und 13 Prozent der Speichermenge.
Jeder einzelne Beschleuniger bekommt dabei mehr Speicher. Auf den gängigen KI-Chips stecken 2026 je 216 oder 288 Gigabyte HBM statt bisher 96 oder 192 Gigabyte, Nvidias Rubin Ultra soll 2027 auf 384 Gigabyte kommen.
Die großen Cloud-Anbieter finanzieren den Ausbau. Alphabet investierte 2025 umgerechnet 81,5 Milliarden Euro und plant für 2026 mit mehr als dem Doppelten, 174 bis 183 Milliarden Euro. Amazon kalkuliert für 2026 mit rund 196 Milliarden Euro, Meta mit 120 bis 129 Milliarden Euro. Alphabet und Amazon haben für 2027 noch höhere Summen angekündigt.
Microsoft erklärte im April laut Reuters, rund 22 Milliarden der etwa 169 Milliarden Euro, die der Konzern in diesem Jahr ausgibt, gingen allein auf höhere Chippreise zurück.
Micron kündigte im Dezember 2025 an, das Geschäft mit Endkunden unter der Marke Crucial aufzugeben, also Arbeitsspeicher und SSDs für den Handel. Der Konzern bestätigt den Ausstieg in seinem Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2026. Für Händler fiel damit einer der bekanntesten Anbieter von Nachrüstspeicher weg.
Ende September 2025 reichten die DRAM-Lager laut TrendForce nur noch für 3,3 Wochen, so wenig wie zuletzt 2018. Als die Nachfrage anzog, fehlte damit jeder Puffer.
Die Hersteller verteilen den knappen Speicher inzwischen per Langfristvertrag. SK Hynix meldete im Oktober 2026, HBM und DRAM seien bis 2029 ausverkauft, mehr als die Hälfte der Kapazität für 2027 und 2028 sei fest vergeben. Kleinere Abnehmer kaufen, was übrig bleibt.
Der Speicher fehlt nicht, weil weniger produziert wird. Er geht an die Kunden, die am meisten zahlen, und das sind auf Jahre die Rechenzentren.
Wie stark sind die Preise für Speicherchips gestiegen?

Herkömmlicher Arbeitsspeicher kostet Gerätehersteller Ende 2026 zu Vertragspreisen rund sechsmal so viel wie im Sommer 2025, rechnet man die Quartalswerte von TrendForce zusammen. Auf dem Spotmarkt ist ein DDR4-Chip fast 16-mal so teuer wie im Juni 2025.
Speicherhersteller verkaufen den Großteil ihrer Chips zu Vertragspreisen, die sie mit den Geräteherstellern jedes Quartal neu aushandeln. TrendForce erhebt diese Preise und meldet für herkömmlichen DRAM, also ohne HBM, gegenüber dem Vorquartal ein Plus von 45 bis 50 Prozent im vierten Quartal 2025 und von 93 bis 98 Prozent im ersten Quartal 2026. Für das zweite Quartal hatte TrendForce 58 bis 63 Prozent vorhergesagt, für das dritte 13 bis 18 Prozent und für das laufende vierte Quartal 10 bis 15 Prozent.
Die Zuwächse werden kleiner, aber nach den Werten von TrendForce ist der Vertragspreis seit Mitte 2025 in keinem Quartal gesunken.
Ein Speichermodul für Server mit 64 Gigabyte kostete laut Counterpoint Research im vierten Quartal 2025 umgerechnet rund 400 Euro, im ersten Quartal 2026 schon über 800 Euro.
Auf dem Spotmarkt, wo Händler kurzfristig Restmengen handeln, fällt der Ausschlag noch größer aus. Ein DDR4-Chip mit 8 Gigabit kostete dort im Juni 2025 im Schnitt umgerechnet 2,64 Euro, am 27. Oktober 2026 rund 41,94 Euro. NAND-Flash, der Speicher in jeder SSD, verteuerte sich im selben Zeitraum auf das 6,2-Fache.
In der letzten Oktoberwoche gab der Spotpreis für NAND-Flash binnen sieben Tagen um 9,2 Prozent nach, weil chinesische Smartphone-Hersteller ihre Geräte mit Rabatten verkauften.
Micron setzte im Geschäftsjahr bis Anfang September 2026 umgerechnet 118,8 Milliarden Euro um, das 3,6-Fache des Vorjahres, bei einer Bruttomarge von 80,7 Prozent. SK Hynix behielt im dritten Quartal 2026 fast 80 Cent von jedem Euro Umsatz als Betriebsgewinn.
Bei Samsung kamen 99 Prozent des Konzerngewinns aus der Chipsparte.
Vertragspreise ohne HBM. Spotpreise: DDR4 mit 8 Gigabit und NAND-Flash mit 512 Gigabit, Durchschnittspreise laut TrendForce. Server-Modul laut Counterpoint Research. Beträge umgerechnet zum EZB-Kurs vom 02.11.2026.
Welche Warengruppen trifft die Chipflation am härtesten?

Am stärksten trifft sie Arbeitsspeicher und SSDs selbst, danach Geräte, in denen Speicher einen großen Teil der Kosten ausmacht: Bastelrechner, Spielkonsolen, Grafikkarten und günstige Notebooks. Bei teuren Smartphones und Macs fällt der Aufschlag in Prozent kleiner aus.
Arbeitsspeicher, SSDs und Festplatten
Für Arbeitsspeicher mit DDR4 verlangte der Handel im Oktober 2026 das 3,9-Fache des Preises vom Juli 2025, allein im Oktober 19 Prozent mehr als im September. Notebook-Speicher im SO-DIMM-Format kostet das 4,2-Fache, interne SSDs das 2,5-Fache. Das zeigen die Indizes von 3DCenter, die PC Games Hardware monatlich auswertet.
Ein Kit Kingston Fury Beast mit 32 Gigabyte DDR5-6000 stieg von 114 Euro Mitte September 2025 auf 523 Euro im August 2026. Die SSD Samsung 990 Evo Plus mit 1 Terabyte kletterte im selben Zeitraum von 75 auf 180 Euro.
Selbst Festplatten kosten das 2,6-Fache. Eine Festplatte mit 1 Terabyte ist mit mindestens 126 Euro inzwischen teurer als die günstigste SATA-SSD gleicher Größe für 113 Euro.
Grafikkarten
Grafikkarten kosteten im Oktober 2026 im Schnitt das 1,65-Fache des Niveaus vom Juli 2025, allein im Oktober 15,6 Prozent mehr. Die Geforce RTX 5090 von Nvidia stieg von 2.600 Euro im Dezember 2025 auf 6.790 Euro im Oktober 2026, die RTX 5070 kostet mindestens 834 Euro. Nvidia verlangte nach einem Bericht der taiwanischen Economic Daily im Juli von den Kartenherstellern für die Speicherbausteine 20 bis 30 Prozent mehr, zum dritten Mal in diesem Jahr. Bestätigt hat Nvidia das nicht.
Indizes von 3DCenter auf Basis der günstigsten lieferbaren Angebote, ausgewertet von PC Games Hardware, Stand 17. Oktober 2026.
PCs und Notebooks
Dell erhöhte laut Business Insider zum 17. Dezember 2025 die Preise seiner Geräte für Geschäftskunden um 10 bis 30 Prozent, Asus folgte Anfang Januar. Apple verteuerte am 25. Juni 2026 in Deutschland das MacBook Air mit M5 von 1.199 auf 1.399 Euro und den Mac mini in der Einstiegsversion von 699 auf 949 Euro. Einen so starken und so schnellen Preisanstieg bei einem Bauteil habe man noch nie erlebt, erklärte Apple dazu.
Der Notebook-Hersteller Framework verlangt für ein Speichermodul mit 32 Gigabyte inzwischen 82 Prozent mehr als vorher.
Viele Hersteller sparen lieber an der Ausstattung als am Preisschild. Dell bietet das XPS 13 wieder mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher an, Microsoft den Surface Laptop. TrendForce beobachtet, dass PC-Marken in ihren Standardmodellen auch kleinere SSDs verbauen. Der Kunde zahlt dann denselben Preis für weniger Gerät.
Smartphones
Samsung hat zum 2. Oktober 2026 die Galaxy-S26-Reihe in Deutschland um 100 bis 200 Euro verteuert. Das S26 mit 256 Gigabyte kostet 1.099 statt 999 Euro, das S26 Ultra mit 1 Terabyte 2.149 statt 1.949 Euro.
Xiaomi zahlt für 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und 512 Gigabyte Flash umgerechnet rund 201 Euro mehr als Anfang 2025, schrieb Präsident Lu Weibing im April.
Der Durchschnittspreis aller verkauften Smartphones stieg laut dem Marktforscher CCS Insight im zweiten Quartal 2026 gegenüber dem ersten um 13 Prozent, der Absatz sank um 7 Prozent. Im dritten Quartal brachen die Auslieferungen weltweit um 22 Prozent ein, Xiaomi, Oppo und vivo verloren jeweils rund ein Drittel, wie wir zum Smartphone-Absatz im dritten Quartal berichtet haben.
Spielkonsolen und Bastelrechner
Microsoft hat zum 1. August 2026 die Xbox Series S mit 512 Gigabyte von 349,99 auf 499,99 Euro verteuert, um 42,9 Prozent, und die Series X von 599,99 auf 799,99 Euro. Sony hob im April die Preise der PlayStation 5 um 100 Euro an und begründete das mit der globalen Wirtschaftslage. Nintendo verlangt für die Switch 2 in Europa seit September 499,99 statt 469,99 Euro, in Japan rund 20 Prozent mehr. Valve verteuerte das Steam Deck OLED in den USA um 44 Prozent.
Der Raspberry Pi 5 mit 16 Gigabyte kostete im Januar 2026 umgerechnet rund 129 Euro, seit dem 2. November 2026 sind es rund 343 Euro, das 2,7-Fache. Der Preis für den verbauten LPDDR4-Speicher habe sich binnen eines Jahres versiebenfacht, schrieb das Unternehmen Raspberry Pi im April.
Firmenchef Eben Upton verspricht, die Mehrkosten so gering wie möglich weiterzugeben, und erhöht nur dort, wo viel Speicher verbaut ist. Den Pi 5 mit 2 Gigabyte verteuerte das Unternehmen im Oktober um umgerechnet rund 11 Euro.
| Warengruppe | Gerät | vorher | nachher | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| SSD | Samsung 990 Evo Plus, 1 TB | 75 € (Sept. 2025) | 180 € (Aug. 2026) | +140 % |
| Grafikkarte | Geforce RTX 5090 | 2.600 € (Dez. 2025) | 6.790 € (Okt. 2026) | +161 % |
| Bastelrechner | Raspberry Pi 5, 16 GB | rund 129 € (Jan. 2026) | rund 343 € (Nov. 2026) | +166 % |
| Spielkonsole | Xbox Series S, 512 GB | 349,99 € | 499,99 € (Aug. 2026) | +43 % |
| Spielkonsole | PlayStation 5 | 549,99 € | 649,99 € (Apr. 2026) | +18 % |
| Mini-PC | Mac mini, Einstieg | 699 € | 949 € (Juni 2026) | +36 % |
| Notebook | MacBook Air M5 | 1.199 € | 1.399 € (Juni 2026) | +17 % |
| Smartphone | Galaxy S26, 256 GB | 999 € | 1.099 € (Okt. 2026) | +10 % |
| Spielkonsole | Nintendo Switch 2 | 469,99 € | 499,99 € (Sept. 2026) | +6 % |
Server und Netzwerk
HPE beziffert den Anteil von Arbeitsspeicher und SSDs an den Materialkosten klassischer Server auf mehr als die Hälfte. HPE behält sich vor, bestehende Bestellungen vor der Auslieferung neu zu bepreisen, und lenkt Kunden zu Konfigurationen mit weniger Speicher. Dell stellte die gesamte Preisliste seines Servergeschäfts am 10. Dezember 2025 binnen weniger Tage um. Bei Netzwerkgeräten von Cisco fallen die Erhöhungen laut Konzernchef geringer aus.
Ist auch Refurbished-Hardware teurer geworden?

Ja, aber deutlich weniger als Neuware. Händler erzielen für generalüberholte Notebooks höhere Durchschnittspreise, vor allem weil Käufer zu besser ausgestatteten Geräten greifen. Eine Verdopplung der Preise, wie sie bei neuem Arbeitsspeicher die Regel ist, hat bisher kein Marktforscher gemessen.
Der Marktforscher Context zählt den Absatz über die Distribution in Europa. Im vierten Quartal 2025 stieg der Verkauf aufbereiteter PCs in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien um 7 Prozent. Im ersten Quartal 2026 blieb die Stückzahl stabil, der Umsatz wuchs um 10 Prozent, bei Notebooks stieg auch der Absatz um 12 Prozent.
Die Preise steigen vor allem durch den Wechsel zu besseren Geräten. Fast 70 Prozent der gebrauchten Notebooks, die im ersten Quartal über den Handel gingen, hatten 16 Gigabyte Arbeitsspeicher oder mehr. Der Anteil der Preisklasse von 500 bis 600 Euro stieg binnen eines Jahres von 5 auf 19 Prozent, in der Klasse von 200 bis 300 Euro verkauften die Händler 6 Prozent weniger Geräte.
Die Einkaufspreise der Händler steigen deutlich langsamer als die Verkaufspreise, die Margen der Aufbereiter wachsen also. Bei Smartphones steigen die Preise für aufbereitete Geräte laut CCS Insight allmählich, eine Zahl nennt der Marktforscher nicht.
Speicher ist für die Elektronik, was Mehl für den Bäcker ist. Steigt der Mehlpreis, wird jedes Brötchen teurer, das Brötchen vom Vortag nur ein wenig.
Aufbereitete Geräte stammen meist aus Firmenflotten, ihr Speicher wurde vor Jahren zu alten Preisen gekauft. Ihr Preis richtet sich nach dem Gebrauchtmarkt, nicht nach dem aktuellen Vertragspreis für DRAM.
Die Nachfrage wächst weiter. Der Versicherer Assurant meldet, dass 25 Prozent der befragten Verbraucher 2026 Interesse an zertifizierten Gebrauchtgeräten haben, nach 17 Prozent im Jahr 2024. Context-Analyst Jacky Chan sieht Computer aus zweiter Hand inzwischen bei der breiten Kundschaft angekommen.
Für Unternehmen ist ein aufbereitetes Business-Notebook mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher derzeit eine der wenigen Stellen, an denen die Chipflation nur gedämpft ankommt. Wie viel Kohlendioxid ein solches Gerät gegenüber einem Neukauf spart, haben wir für refurbished Notebooks und PCs nachgerechnet.
Können Hersteller die höheren Kosten an die Kunden weitergeben?

Zum Teil. Dell, Lenovo und Apple haben Preise erhöht, die Ausstattung gekürzt und Angebotsfristen verkürzt. Die ganze Kostenlücke schließt das nicht: Laut TrendForce müsste ein Notebook rund 80 Prozent mehr kosten, damit die Marge von Anfang 2025 hält.
Die Großen erhöhen, so oft der Markt es erlaubt
Dell hat im Januar 2026 zehntausende offene Angebote im PC-Geschäft auf einen Schlag geändert, berichtete Vizechef Jeff Clarke. Die Angebote seien so kurz gültig wie nie, Rabatte schrumpften. Seine Reihenfolge: „Erst die Versorgung sichern, dann die Preise so setzen, dass die Marge hält.“
Nach dem ersten Preisschock hätten die Kunden verstanden, wie ernst die Lage sei.
Lenovo hat die PC-Preise 2026 nach einem Bericht von Reuters zweimal erhöht. Konzernchef Yang Yuanqing sagte im August, Lenovo habe den Engpass und die Kostensteigerung richtig vorhergesehen und erfolgreich darauf reagiert.
Apple-Chef Tim Cook nannte die Lage bei den Speicherpreisen im Juli ein Jahrhunderthochwasser und sprach davon, die Preise für iPad und Mac nur widerwillig erhöht zu haben. Die Bruttomarge sank trotzdem. Ohne die höheren Speicherkosten wäre die Marge im Quartal bis Ende Juni sogar gestiegen, erklärte Finanzchef Kevan Parekh. Für das Weihnachtsquartal erwartet Apple nur noch 45 bis 46 Prozent nach 47,9 Prozent.
Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa sagte im Mai, das Geschäft lasse sich nicht tragfähig betreiben, wenn Nintendo die Mehrkosten lange selbst trage. Sony hatte im Februar erklärt, genug Speicher gesichert zu haben, um die Preise der PS5 im Jahr 2026 zu halten, und hob sie im April trotzdem an.
Die Lücke ist größer als jeder Aufschlag
Speicher und Massenspeicher machten bei HP lange 15 bis 18 Prozent der Materialkosten eines PCs aus. Für 2026 rechnet Finanzchefin Karen Parkhill mit rund 35 Prozent. TrendForce kommt für ein Notebook der Preisklasse um umgerechnet 800 Euro zu einem ähnlichen Befund: Prozessor, Arbeitsspeicher und SSD stellten im ersten Quartal 2025 rund 45 Prozent der Materialkosten, im dritten Quartal 2026 sind es 68 Prozent.
Um die Bruttomarge von Anfang 2025 zu halten, müssten die Marken dasselbe Notebook nach dieser Rechnung um rund 80 Prozent teurer verkaufen. Gartner erwartet für 2026 im Schnitt 17 Prozent höhere PC-Preise. Den Rest der Kosten tragen die Hersteller selbst, oder sie verkaufen weniger.
HP: Finanzchefin Karen Parkhill, Ausblick für 2026. Notebook: TrendForce, drittes Quartal 2026. HP-Marge: Quartal bis Ende Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr. Xiaomi: zweites Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr.
HP setzte im Geschäft mit PCs im Quartal bis Ende Juli 18 Prozent mehr um, mit 16 Prozent weniger Geräten. Die operative Marge fiel trotzdem von 5,4 auf 4,6 Prozent. Dell steigerte im Geschäft mit PCs im Quartal bis Ende Juli den Umsatz um 20 Prozent und das operative Ergebnis um 42 Prozent, dank „Preisdisziplin und Größenvorteilen“.
Lenovo hielt in der Gerätesparte 7,1 Prozent operative Marge, Xiaomis Bruttomarge bei Smartphones sank dagegen von 11,5 auf 8,5 Prozent.
SK Hynix behält 80 Prozent des Umsatzes als Betriebsgewinn, HP bei PCs 4,6 Prozent. Die Chipflation ist eine Umverteilung.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Die Hersteller zahlen für die Aufschläge mit sinkenden Stückzahlen. Im dritten Quartal 2026 gingen laut vorläufigen Zahlen von IDC weltweit 20,1 Prozent weniger PCs an den Handel, bei HP 30,9 Prozent weniger, bei Dell 25,0 Prozent.
Clarke räumte schon im Mai ein, Dell habe die Preise bei Verbrauchern und kleinen Firmen etwas zu früh angehoben. Manche Kunden warteten ab, andere kauften auf Vorrat.
Am unteren Ende geht die Rechnung nicht auf
Im Einstiegssegment ziehen die Hersteller den Kürzeren. Der Gartner-Analyst Ranjit Atwal hält günstige Notebooks mit kleiner Marge für nicht mehr wirtschaftlich, PCs unter umgerechnet rund 450 Euro sollen bis 2028 verschwinden. Bei Smartphones unter rund 180 Euro steigen die Materialkosten laut Counterpoint um 20 bis 30 Prozent, kräftige Preiserhöhungen in diesen Preisklassen seien nicht durchzuhalten.
Kleineren Herstellern fehlt oft schon die Ware. Sie bekämen den Speicher nicht und könnten ihre Produkte nicht fertigstellen, sagte Intel-Chef Lip-Bu Tan im Januar. Apple sei besser aufgestellt, weil der Konzern zu Vertragspreisen kaufe, urteilte Morningstar-Analyst William Kerwin.
Framework-Chef Nirav Patel sagte im Juli über die neuen Einkaufspreise: „Der Preis ist, wie er ist.“ Seine Lieferanten verlangten mehr als das Doppelte dessen, was er für den vorherigen Lagerbestand gezahlt hatte.
Auch die Autoindustrie zahlt mit. Ford und GM haben ihre Einkaufsbudgets für 2026 nach einem Bericht von Carscoops um umgerechnet mehrere Hundert Millionen Euro aufgestockt, weil die Spotpreise für DRAM von September 2025 bis Januar 2026 laut der Beratung Kearney um rund 450 Prozent stiegen.
- Große Marken: erhöhen Preise, kürzen Arbeitsspeicher und SSD und verkürzen die Gültigkeit von Angeboten
- Stückzahlen: sinken, der Umsatz je Gerät steigt
- Einstiegsgeräte: lassen sich zu alten Preisen nicht mehr bauen
- Kleine Hersteller: bekommen oft gar keinen Speicher
Treibt die Chipflation die Inflation?

Messbar ja, im Gesamtindex nur wenig. Computer und Zubehör verteuern sich in Deutschland um gut 9 Prozent, haben aber ein kleines Gewicht im Warenkorb. Für die USA schätzen Ökonomen von J.P. Morgan den Effekt auf 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte Inflation.
Die Europäische Zentralbank schreibt in ihrem Wirtschaftsbericht vom September 2026, der Preisdruck bei Waren mit Bezug zur künstlichen Intelligenz habe zugenommen. Er betreffe aber nur wenige Produkte mit kleinem Gewicht im Warenkorb, etwa Laptops und Smartphones.
In den USA sehen Ökonomen der Notenbank mehr. Die Forscher der Minneapolis Fed schreiben im August, die Nachfrage nach KI und nicht die Zölle sei der eigentliche Treiber, die Wirkung auf die Warenpreise sei mindestens so groß wie die der Zölle.
Eine Analyse der Federal Reserve vom Mai fand dagegen, dass ein Viertel bis über die Hälfte des auffälligen Preisanstiegs bei Computerzubehör auf Messfehler zurückgeht.
In Deutschland zeigt sich die Teuerung früher in der Lieferkette als an der Ladenkasse. Importierte elektronische Bauelemente kosteten im September 2026 laut Statistischem Bundesamt 17,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Beim ifo Institut meldeten im September 37,8 Prozent der Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten und elektronischen Erzeugnissen Materialmangel, im August waren es 33,2 Prozent. Fehlende Vorprodukte könnten dort zunehmend zum Flaschenhals werden, sagte ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe.
Für die Geldpolitik bleibt die Chipflation eine Randnotiz. Für eine IT-Abteilung mit festem Budget nicht, denn dort schlägt der Speicher mit dem vollen Aufschlag durch, nicht mit seinem Gewicht im Warenkorb.
Wie lange dauert die Knappheit noch?

Nach Einschätzung der Hersteller mindestens bis 2027, eher bis 2028. Neue DRAM-Fabriken von Micron und SK Hynix liefern ab 2027 die ersten Wafer, nennenswerte Mengen eher 2028. Einige Analysten erwarten danach ein Überangebot, wie es die Branche aus früheren Zyklen kennt.
Micron will in seinem neuen Werk ID1 in Idaho Mitte 2027 die ersten DRAM-Wafer fertigen, das zweite Werk ID2 folgt Ende 2028, das Werk im Bundesstaat New York 2030. Konzernchef Sanjay Mehrotra erwartet, dass das Angebot 2027 und 2028 noch deutlich knapper ausfällt als 2026.
SK Hynix zieht den Start seines Werks Y1 in Yongin nach koreanischen Medienberichten auf Februar 2027 vor, zunächst mit rund 20.000 Wafern im Monat. Das Unternehmen selbst erwartet, dass das Angebot bis 2030 hinter der Nachfrage zurückbleibt.
Auch die übrige Lieferkette bleibt eng. Intel-Finanzchef David Zinsner sieht die Wafer und die Trägersubstrate für Chips bis 2028 knapp, und Intel rechnet wegen des fehlenden Speichers für 2026 mit 12 Prozent weniger verkauften PCs, wie wir zur Prognose von Intel für den PC-Markt berichtet haben.
TSMC will die Preise für Wafer nach taiwanischen Medienberichten ab Januar 2027 um 3 bis 6 Prozent anheben, bestätigt hat der Konzern das nicht.
Die Analystin Shuli Ren von Bloomberg Intelligence hält den Höhepunkt der Knappheit im zweiten Quartal 2026 für wahrscheinlich erreicht und sieht ab 2028 ein Überangebot. Kye-hyun Kyung, früher Chef der Chipsparte von Samsung, erwartet die Wende in der zweiten Jahreshälfte 2027 oder der ersten 2028, weil chinesische Hersteller ausbauen.
Frühere Hochphasen kippten nach einer Auswertung von SemiAnalysis binnen ein bis zwei Jahren in den Abschwung. Im vierten Quartal 2022 brach der weltweite DRAM-Umsatz laut TrendForce gegenüber dem Vorquartal um 32,5 Prozent ein, die Preise für Server-Speicher fielen um bis zu 28 Prozent.
Wir halten die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung für verfrüht. Die Fabriken, die ein Überangebot schaffen könnten, existieren zum größten Teil noch nicht, und die Großkunden haben einen großen Teil der Mengen für 2027 und 2028 schon gebucht.
Die Hersteller selbst sehen 2027 als das engere Jahr. IT-Budgets für 2027 sollten deshalb mit den heutigen Preisen rechnen, nicht mit einer Entspannung.
Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Den Bedarf für 2027 jetzt festlegen, Preise und Liefertermine vertraglich sichern, Geräte länger nutzen und den Speicher nach dem tatsächlichen Bedarf auslegen. Für Arbeitsplatzrechner lohnt der Vergleich mit generalüberholten Business-Notebooks.
Bechtle-Chef Thomas Olemotz hielt es im März wegen der Speicherpreise nicht für vernünftig, konkrete Szenarien vorzugeben, und plante für 2026 mit 0 bis 5 Prozent Wachstum. Cancom senkte im Oktober die Umsatzprognose für 2026 auf 1,65 bis 1,75 Milliarden Euro und nannte eine anhaltende Kaufzurückhaltung, vor allem bei Arbeitsplatzausstattung.
Ein Teil der Unternehmen hat schon vorgezogen. Im ersten Quartal 2026 stiegen die PC-Auslieferungen laut Counterpoint um 3,2 Prozent, weil Kunden vor den angekündigten Preiserhöhungen kauften und weil Windows 10 auslief. Rund 40 Prozent der installierten Rechner liefen da noch mit Windows 10 oder älter.
Analysten und der Branchenverband Bitkom empfehlen fünf Schritte:
- Den Bedarf für 2027 früh bündeln und Mehrjahrespreise vereinbaren, wo die Menge feststeht, wie Neil Shah von Counterpoint rät.
- Preisgleitklauseln offen verhandeln, statt auf starren Obergrenzen wie fünf Prozent zu bestehen.
- Die Nutzungsdauer von Büro-PCs und einfachen Servern von drei auf fünf Jahre strecken, für zentrale Infrastruktur dagegen nicht.
- Den Arbeitsspeicher nach dem echten Bedarf auslegen, nicht nach seltenen Lastspitzen.
- Aufbereitete Business-Geräte als Alternative für Standardarbeitsplätze prüfen.
Shah schätzt, dass Unternehmen oft 30 bis 50 Prozent ihres Speichers verschwenden, weil sie für Spitzen planen, die selten eintreten. Vor einem Fehlkauf warnt er ausdrücklich: Ältere Plattformen mit DDR4 seien kein Sparmodell, für sie gebe es in zwei Jahren keine Ersatzteile mehr. Gartner erwartet, dass Firmen ihre PCs bis Ende 2026 rund 15 Prozent länger nutzen als bisher.
Bitkom empfiehlt für neue Verträge neben Preisgleitklauseln auch Rabatte auf Basis der Listenpreise, offene Kalkulation, Mindestabnahmemengen und Liefervorbehalte. Für laufende Verträge hält der Verband eine Anpassung nach § 313 BGB für möglich, die Regel über die Störung der Geschäftsgrundlage. Darauf können sich Lieferanten genauso berufen wie Kunden, deshalb lohnt es, die eigenen Rahmenverträge jetzt durchzusehen.
Ein Angebot, das nur zehn Tage gilt, sollte deshalb nicht im Postfach liegen bleiben. Nach den Prognosen von TrendForce und Micron wird das nächste teurer.
Wer zahlt am Ende die Chipflation?

Unsere Einordnung: Den größten Teil zahlen die Kunden, über höhere Preise, weniger Ausstattung und längere Wartezeiten. Den Rest der Kosten tragen die Gerätehersteller mit dünneren Margen und kleineren Stückzahlen. Gewinner sind drei Speicherhersteller und ihre Großkunden mit Langfristverträgen.
Drei Konzerne mit gut 90 Prozent Marktanteil entscheiden, wohin ihre Wafer gehen, und sie entscheiden nach dem Preis. Solange Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft ihre Investitionen weiter erhöhen, zahlen die Rechenzentren am meisten. Die großen PC-Marken überstehen das, weil sie Vertragsmengen haben und ihre Preise erhöhen können. Sie verkaufen weniger, aber teurer. Kleine Hersteller, günstige Geräte und Bastler zahlen den vollen Aufschlag oder bekommen keine Ware.
Für Unternehmen ist die wichtigste Erkenntnis unbequem: Abwarten senkt den Preis nicht. Die Hersteller selbst sehen 2027 als das engere Jahr, und ihre neuen Fabriken liefern zu spät, um die Budgets für 2027 zu entlasten.
Wer seinen Bedarf kennt, kauft lieber heute zu festen Preisen als im nächsten Frühjahr zu Tagespreisen.
Ein Überangebot ab 2028 halten wir für möglich, die Geschichte der Branche spricht dafür. Planen sollte damit niemand, solange die Fabriken dafür noch im Bau sind.
Glossar: 15 Fachbegriffe von HBM bis Vertragspreis

Bruttomarge
Bruttomarge ist der Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der direkten Herstellungskosten übrig bleibt. Bei Micron lag sie zuletzt über 80 Prozent, bei Dell um 20 Prozent. Der Abstand zeigt, wer in der Lieferkette die Preise setzen kann.
Chipflation
Chipflation setzt sich aus Chip und Inflation zusammen. Analysten von Morgan Stanley und J.P. Morgan bezeichnen damit die Teuerung, die von knappen Halbleitern, vor allem Speicherchips, auf Geräte und schließlich auf die Verbraucherpreise übergreift.
DDR4 und DDR5
DDR4 und DDR5 sind zwei Generationen des üblichen Arbeitsspeichers in PCs und Servern. DDR5 ist schneller und Standard in neuen Geräten, DDR4 steckt in älteren Plattformen. Weil die Hersteller DDR4 auslaufen lassen, wurde es auf dem Spotmarkt besonders knapp.
DRAM
DRAM (Dynamic Random Access Memory) ist der flüchtige Arbeitsspeicher, in dem Computer, Smartphones und Server die Daten halten, mit denen sie gerade rechnen. Fast der ganze Weltmarkt verteilt sich auf Samsung, SK Hynix und Micron.
HBM
HBM (High Bandwidth Memory) stapelt mehrere DRAM-Chips übereinander und verbindet sie eng mit dem Rechenchip. KI-Beschleuniger brauchen ihn wegen der hohen Datenrate. Er bringt den Herstellern viel Geld, verbraucht aber je Gigabyte deutlich mehr Fertigungskapazität.
Hyperscaler
Hyperscaler nennt die Branche die größten Betreiber von Cloud-Rechenzentren wie Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta. Mit ihren Investitionen in KI-Rechenzentren sind sie die wichtigsten Abnehmer von HBM und Server-Speicher und sichern sich ihre Mengen über Jahre.
Langfristvertrag
Langfristverträge sichern Großkunden feste Speichermengen über mehrere Jahre, oft gegen Vorauszahlung. Sie geben den Herstellern Planungssicherheit für neue Fabriken und verkleinern zugleich den freien Markt, auf dem kleinere Abnehmer einkaufen.
Materialkosten
Materialkosten fassen die Einkaufspreise aller Bauteile eines Geräts zusammen, in der Branche nach der Stückliste auch Bill of Materials genannt. Steigt der Anteil des Speichers daran von 15 auf 35 Prozent, muss der Hersteller den Preis erhöhen oder auf Marge verzichten.
NAND-Flash
NAND-Flash ist der nichtflüchtige Speicher in SSDs, USB-Sticks und Smartphones, der Daten auch ohne Strom behält. Er wird in anderen Fabriken gefertigt als DRAM, ist aber ebenfalls knapp, weil Rechenzentren große SSDs kaufen.
Preisgleitklausel
Preisgleitklauseln koppeln den vereinbarten Preis an eine Bezugsgröße, etwa an Einkaufs- oder Listenpreise. Bitkom empfiehlt sie bei IT-Beschaffungen, weil Lieferanten bei Speicher feste Preise über lange Zeit nur noch selten zusagen.
Refurbished
Refurbished heißen gebrauchte Geräte, die ein Händler geprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert hat, bevor er sie mit Gewährleistung wieder verkauft. Die meisten aufbereiteten Business-Notebooks stammen aus Firmenflotten von HP, Lenovo und Dell.
Schweinezyklus
Schweinezyklus nennen Ökonomen das Auf und Ab, wenn Anbieter auf hohe Preise mit neuen Kapazitäten reagieren, die erst Jahre später fertig werden. Die Speicherbranche kennt das Muster, zuletzt mit dem Preiseinbruch Ende 2022.
Spotpreis
Spotpreise gelten für sofort lieferbare Ware, die Händler kurzfristig handeln, meist Restmengen neben den Verträgen. Sie schwanken stärker als die Vertragspreise und zeigen Engpässe früher, decken aber nur einen kleinen Teil des Markts ab.
Vertragspreis
Vertragspreise handeln Speicherhersteller und Gerätehersteller meist für jedes Quartal neu aus. Über sie läuft der Großteil des Geschäfts. TrendForce erhebt die Veränderung gegenüber dem Vorquartal, die wichtigste Kennzahl für die Kosten der Gerätehersteller.
Wafer
Wafer sind die runden Siliziumscheiben, auf denen Chips gefertigt werden. Wie viele Wafer ein Hersteller für HBM statt für herkömmlichen Arbeitsspeicher einplant, entscheidet darüber, wie viel Speicher für PCs, Smartphones und Konsolen übrig bleibt.
FAQ: Die Chipflation macht Arbeitsspeicher fünfmal so teuer

Warum ist Arbeitsspeicher gerade so teuer?
Weil Samsung, SK Hynix und Micron einen wachsenden Teil ihrer Fertigung auf HBM für KI-Rechenzentren umstellen und die Cloud-Anbieter einen großen Teil der Produktion per Langfristvertrag gebucht haben. Für PCs, Smartphones und den Handel bleibt weniger übrig, die Vertragspreise haben sich seit Mitte 2025 etwa versechsfacht.
Wann werden die Preise für Arbeitsspeicher wieder fallen?
Nach Einschätzung der Hersteller frühestens 2028, wenn neue Fabriken nennenswerte Mengen liefern. Micron und SK Hynix erwarten 2027 sogar eine engere Versorgung als 2026. Einige Analysten rechnen ab 2028 mit einem Überangebot, wie es die Branche aus früheren Zyklen kennt.
Lohnt es sich, jetzt einen neuen PC oder ein Notebook zu kaufen?
Wenn der Bedarf feststeht, eher jetzt als später, denn die Vertragspreise für Speicher sind seit Mitte 2025 in jedem Quartal gestiegen. Unternehmen sollten Festpreise und Liefertermine vereinbaren. Ohne dringenden Bedarf lohnt es, das vorhandene Gerät länger zu nutzen oder ein aufbereitetes Business-Notebook zu prüfen.
Sind auch SSDs und Festplatten teurer geworden?
Ja. Interne SSDs kosten im deutschen Handel das 2,5-Fache des Preises vom Juli 2025, Festplatten das 2,6-Fache. Eine Festplatte mit 1 Terabyte ist inzwischen teurer als die günstigste SATA-SSD gleicher Größe.
Darf ein Händler den Preis nach der Bestellung noch erhöhen?
Nur, wenn der Vertrag eine Preisanpassungsklausel enthält, wie sie HPE für Server und Speichersysteme verwendet. Ohne solche Klausel gilt der vereinbarte Preis. Bitkom hält bei laufenden Verträgen eine Anpassung nach § 313 BGB wegen Störung der Geschäftsgrundlage für möglich, im Einzelfall entscheiden Gerichte.
Welche Hersteller produzieren Arbeitsspeicher?
Samsung, SK Hynix und Micron kamen Ende 2025 auf 90,5 Prozent des weltweiten DRAM-Umsatzes. Dazu kommt der chinesische Hersteller CXMT, der seine Kapazität ausbaut. Gerätehersteller wie Apple, Dell oder Xiaomi kaufen ihren Speicher bei diesen Firmen ein.
Quellen
89 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 03.11.2026
- Reuters, veröffentlicht von BNN BloombergAI ‘chipflation’ spreading from data centres to wider economy, Morgan Stanley warns
- Benzinga, veröffentlicht von Yahoo FinanceAI memory boom causing chipflation
- PC Games HardwareSpeicherkrise: RAM kostet das Fünffache, Analyse Oktober 2026
- PC Games HardwareSpeicherkrise analysiert: Neue Rekordpreise im August 2026
- Statistisches BundesamtInflationsrate im September 2026 bei +3,3 %, Pressemitteilung Nr. 364
- Statistisches BundesamtInflationsrate im August 2026 bei +2,9 %, Pressemitteilung Nr. 320
- Statistisches BundesamtGroßhandelsverkaufspreise im September 2026, Pressemitteilung Nr. 368
- Statistisches BundesamtImportpreise im September 2026, Pressemitteilung Nr. 379
- BitkomPositionspapier Speicherchipmarkt: aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze
- TrendForce, veröffentlicht von I-Connect007Price Rally Drives 4Q25 DRAM Revenue Up 29.4%
- TrendForceAI reportedly to consume 20% of global DRAM wafer capacity in 2026
- TrendForce, veröffentlicht von I-Connect007Tight DRAM Supply Boosts Pricing Power; HBM Contract Prices Set to Surge in 2027
- AlphabetForm 8-K, Ergebnisse viertes Quartal 2025
- CNBCAlphabet Q3 2026 earnings
- CNBCAmazon Q3 2026 earnings report
- Meta PlatformsForm 8-K, Ergebnisse drittes Quartal 2026
- Micron TechnologyForm 10-K für das Geschäftsjahr 2026
- Micron TechnologyForm 8-K, Ergebnisse viertes Geschäftsquartal 2026
- TrendForceRecord-Low Memory Stock Could Signal Supercycle Ahead, Likely Peaking by 2027
- The Korea TimesSK hynix logs record Q3 operating profit
- MoneyTodaySamsung Electronics Q3 2026 results
- TrendForce, veröffentlicht von I-Connect007Rapid Contract Price Surge Drives 1Q26 DRAM Industry Up 81% QoQ
- TrendForce, veröffentlicht von I-Connect007AI Server Demand to Drive Memory Contract Price Increases in 2Q26
- TrendForce, veröffentlicht von I-Connect007AI Server Demand Keeps Memory Prices Up in 3Q26, but Gains Moderate
- TrendForceAI Server Demand Sustains Memory Contract Price Increases in 4Q26
- Counterpoint ResearchMemory Prices Surge Up to 90% From Q4 2025
- TrendForceMemory spot price update, DDR4 and DDR5 chips hit price parity in early June
- TrendForceMemory spot price update, NAND spot price cuts accelerate amid China phone discounts
- PC Games HardwareGeforce-Preise: dritte Erhöhung um bis zu 30 Prozent
- TrendForceAcer and Asus reportedly to pass surging memory costs to PCs in 1Q26, hot on Dell’s heels
- WinFutureAsus kündigt Preisanpassung an
- MacweltApples neue Preise
- TechCrunchApple raises Mac and iPad prices, spares iPhone for now
- NotebookcheckFramework nearly doubles Laptop 13 Pro RAM prices overnight
- IT ResellerComeback der 8-GB-Notebooks
- TechbookSamsung macht das Galaxy S26 teurer
- NotebookcheckXiaomi reveals how much smartphone costs have actually risen due to the DRAM crisis
- FDM CCS InsightMemory crisis continues to challenge global smartphone market, sales fall 7% in 2Q26
- IDCWorldwide Quarterly Mobile Phone Tracker, Global Smartphone Shipments Drop Record High of 22% in Q3 2026
- PC Games HardwareXbox: Preiserhöhung in Europa, Series X für 799 Euro
- PC GamesPreiserhöhung bei Sony: PlayStation 5 und PlayStation Portal
- WinFutureNintendo erhöht den Preis der Switch 2
- Game InformerValve just raised the price of the Steam Deck
- Raspberry PiPrice rises for some 16GB Raspberry Pi products
- Raspberry PiMore memory-driven price rises
- CNX SoftwareRaspberry Pi 4 3GB launched, further price increases announced
- OMG! UbuntuRaspberry Pi 2GB costs how much now?
- ComputerwocheHPE kann Server- und Storage-Preise nach Bestellung noch anpassen
- The RegisterHPE Q1 2026
- The RegisterCisco Q2 2026
- CRNSpeicherkrise: Gebrauchte Highend-Notebooks gefragt
- The RegisterRefurbished PCs and the memory crunch
- AssurantCertified pre-owned supply and the memory shortage
- CRN AsiaDell COO Jeff Clarke: supply chain edge poised to drive share gains in spite of soaring memory costs
- CIO DiveDell: memory chip crunch, PC and server market
- MarketBeatDell Technologies Q1 Earnings Call Highlights
- StorageNewsletterDell Technologies fiscal 2Q27 financial results
- CGTN, nach ReutersLenovo posts 43% revenue jump as AI boom drives growth
- LenovoPressemitteilung zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27
- The Motley Fool, veröffentlicht von WebullApple (AAPL) Q3 2026 Earnings Call Transcript
- AppleForm 8-K, Apple reports fourth quarter results
- Adnkronos, nach KyodoNintendo to Raise Switch 2 Price by 10,000 Yen
- NotebookcheckSony plans to counter rising PS5 memory costs
- EngadgetHP says RAM now accounts for more than a third of its PC costs
- HP Inc.Form 8-K, Ergebnisse drittes Geschäftsquartal 2026
- TrendForceNotebook BOM costs and retail prices, Pressemitteilung
- MacTechGartner: surging memory costs will reduce global PC and smartphone shipments this year
- The Next WebXiaomi Q2 2026 earnings and the memory crunch
- tbreakPC shipments fall 20 percent, IDC
- Reuters, veröffentlicht von The StarSurging memory chip prices dim outlook for consumer electronics makers
- Counterpoint Research2026 smartphone shipment forecasts revised down as memory shortage drives BoM costs up
- CarscoopsAI chip shortage and automakers
- Europäische ZentralbankEconomic Bulletin, Issue 6/2026
- Federal Reserve Bank of MinneapolisInitially delayed, the pass-through of tariffs to consumer prices has arrived
- Federal Reserve BoardFEDS Notes: Measurement of Computer Software and Accessories Inflation
- Reuters, veröffentlicht von cash.chMaterialmangel in Industrie steigt, besonders in der Elektrobranche
- IntelIntel Reports Third-Quarter 2026 Financial Results
- ComputerworldMemory squeeze set to tighten through 2028, Micron says
- TrendForceSK hynix reportedly moves up Yongin Y1 phase 1 opening to Feb 2027
- TrendForceTSMC wafer price hikes reported for 2027
- 24/7 Wall St.Michael Burry is right about the memory boom ending, this analyst says
- Tiger BrokersFormer Samsung chip chief Kyung on the memory cycle
- Blocks & FilesDRAM and gloom: glut cyclicality
- TrendForce, veröffentlicht von I-Connect007Global DRAM revenue fell by more than 30% for 4Q22
- Schwäbische Zeitung, nach dpaSpeicherchip-Knappheit bremst Bechtle-Pläne für 2026
- ChannelPartnerCancom senkt Umsatzprognose für 2026
- Counterpoint ResearchGlobal PC shipments Q1 2026
- ITProPC sales set to drop by 10 percent in 2026 as enterprises stretch out device lifetimes
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse
