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Elon Musk erwägt laut dem taiwanischen Branchendienst Digitimes, TSMC doch eine tragende Rolle in der Chipfabrik Terafab zu geben. Vor vier Wochen wollte er dem Auftragsfertiger höchstens einen Teil der Fläche untervermieten. Nun könnte TSMC die Fabrik in Texas bauen und betreiben.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was hat sich seit Oktober geändert?
  2. Warum braucht Musk TSMC für den Betrieb?
  3. Was bedeutet das für Intel und Europa?
  4. Mehr Newshunger?

Digitimes berichtete am Montag unter Berufung auf Kreise der Zulieferer, Musk sei von seiner harten Linie gegenüber TSMC abgerückt. Beide Seiten bereiten demnach neue Verhandlungen vor, an deren Ende TSMC die Hauptverantwortung für Bau und Betrieb tragen könnte. Über Beteiligungen und die Aufteilung der Investitionen werde noch gesprochen.[1] Stellungnahmen von Tesla, SpaceX und TSMC lagen bis Montagmorgen nicht vor.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Digitimes könnte TSMC Bau und Betrieb der Terafab übernehmen, Anteile und Investitionen sind offen.
  • Am 7. Oktober hatte Musk dem Konzern nur die Untermiete eines Teils der Fabrik zugestanden.
  • TSMC-Chef C.C. Wei verlangt seit dem 15. Oktober, dass TSMC jede beteiligte Fabrik selbst führt.
  • Intel braucht für sein Fertigungsverfahren 14A einen großen externen Kunden und ist seit April an der Terafab beteiligt.

Was hat sich seit Oktober geändert?

Ein Modell eines weißen, leeren Industriegebäudes mit einem orangefarbenen Schild „Betreiber gesucht“ an der Tür
Musk kündigt an: SpaceX und Tesla bauen und betreiben Fabrik selbst, TSMC kann höchstens Teile untermieten

Am 7. Oktober schrieb Musk auf X, SpaceX und Tesla würden die Fabrik selbst bauen und betreiben, daran solle es „keinerlei Zweifel“ geben. TSMC könne höchstens einen Teil untermieten.[2] Dr. Web hatte über Musks Absage an TSMC als Betreiber berichtet.

Acht Tage später stellte TSMC-Chef C.C. Wei in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen seine Gegenbedingung. Eine Zusammenarbeit sei möglich, „aber die Fabrik muss von TSMC betrieben werden“.[3] Seither stand Weis Forderung gegen Musks Ansage. Der Bericht von Digitimes beschreibt eine Bewegung auf Musks Seite, nicht bei TSMC.[1]

Warum braucht Musk TSMC für den Betrieb?

Musk hat sich einen engen Zeitplan gesetzt. In der Telefonkonferenz von Tesla am 21. Oktober nannte er etwa das dritte Quartal 2028 als Ziel für funktionsfähige Chips in Serie. Die Ausgaben für die Fabrik sollen 2028 im zweistelligen Milliardenbereich liegen.[4] Im selben Gespräch hatte Tesla seine Investitionen für 2026 auf rund 17,4 Mrd. Euro gesenkt.

Eine Halle voller Maschinen fertigt noch keine Spitzenchips. Entscheidend ist die Ausbeute, der Anteil fehlerfreier Chips je Siliziumscheibe. Sie steigt erst, wenn Ingenieure über Monate die Einstellungen für jeden Fertigungsschritt an jeder Anlage justieren. Dieses Wissen setzt TSMC nur in Werken ein, die der Konzern selbst führt. Kunden dürfen zugeteilte Kapazität laut Wei auch nicht weitervermieten.[3]

Maschinen kann Musk bestellen, das Wissen für eine hohe Ausbeute nicht. Das liegt bei TSMC und bleibt dort.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen
Terafab: Wer soll die Fabrik führen?
Positionen und Eckdaten, Stand 2. November 2026, umgerechnet zum Kurs von 0,87
über 14,6 Mrd. €
Investition in die erste Bauphase in Grimes County, Texas
3. Quartal 2028
Musks Ziel für funktionsfähige Chips in Serie
17,4 Mrd. €
Teslas gesenkte Investitionsprognose für 2026
70 %
TSMC-Anteil am Werk ESMC in Dresden, das TSMC selbst führt
Wie sich die Positionen verschoben haben
7. Oktober
Musk auf X: SpaceX und Tesla bauen und betreiben die Fabrik, TSMC darf höchstens einen Teil untermieten
15. Oktober
C.C. Wei: Zusammenarbeit möglich, jede beteiligte Fabrik muss TSMC betreiben
21. Oktober
Tesla senkt die Investitionen für 2026, Musk nennt 2028 als Ziel für die Serie
2. November
Digitimes: Musk rückt von seiner harten Linie ab, TSMC könnte Bau und Betrieb übernehmen

Was bedeutet das für Intel und Europa?

Offen bleibt die Rolle von Intel. Der Konzern ist seit April an der Terafab beteiligt, der Digitimes-Bericht erwähnt ihn laut Benzinga nicht. In seinem Jahresbericht schreibt Intel, ohne einen bedeutenden externen Kunden rechne sich das Verfahren 14A womöglich nicht.[5] Zuletzt hatte eine schwache Prognose die Intel-Aktie einbrechen lassen.

Ein Vorbild für die Aufteilung steht in Dresden. Am Werk ESMC hält TSMC 70 Prozent, Bosch, Infineon und NXP besitzen je 10 Prozent, die Fabrik führt TSMC.[6] Die Partner sichern sich Kapazität, die Werksführung bleibt beim Auftragsfertiger. Aus Dresden kommen ab 2027 Chips für Autos und Industrie. Fertigung in den modernsten Verfahren baut TSMC außerhalb Taiwans in Arizona und Japan auf, Texas wäre der nächste Standort.[3]

Unternehmen, die KI-Rechenleistung oder eigene Chips planen, sollten vor 2029 nicht mit Kapazität aus der Terafab rechnen und Lieferverträge weiter mit den etablierten Fertigern abschließen. Bei einer Beteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen lohnt der Blick ins Kleingedruckte: Anteile sichern Kapazität, aber keinen Einfluss auf die Werksführung.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. DigitimesMusk may let TSMC run his Texas chip fab as his go-it-alone plan stalls (2. November 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. ReutersMusk says TSMC won’t run Terafab AI chip complex (Agenturfassung)07.10.2026
  3. TSMC: Telefonkonferenz zum dritten Quartal 2026, Mitschnitt mit Zeitmarken bei BigGo FinanceTSM Q3 FY2026 earnings call15.10.2026
  4. Tesla Investor RelationsTelefonkonferenz zu den Zahlen des dritten Quartals 2026 (21. Oktober 2026, Aufzeichnung)
  5. IntelJahresbericht Form 10-K für das Geschäftsjahr 202523.01.2026
  6. TSMCTSMC, Bosch, Infineon, and NXP Establish Joint Venture to Bring Advanced Semiconductor Manufacturing to Europe08.08.2023

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