Nur zu 5 Prozent ausgelastet sei Arbeitsspeicher im eigenen Rechner, sagt OpenAI-Chef Sam Altman, bei knappen Chips sei das eine schlechte Verteilung. Zwei Tage nach Erscheinen des Gesprächs traf er in Südkorea rund 50 Spitzenmanager von Samsung, mittags aß er mit SK-Chef Chey Tae-won. Firmen mit eigenen KI-Rechnern konkurrieren um denselben Speicher.
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Seine Sicht schilderte Altman in der Gesprächsreihe Cheeky Pint von Stripe-Mitgründer John Collison, die das Video am 29. Oktober veröffentlichte.[1] Am Samstag empfing Samsung den OpenAI-Chef im konzerneigenen Schulungszentrum in Yongin südlich von Seoul.[4]
Das Wichtigste in Kürze
- Altman will knappen Arbeitsspeicher möglichst in Rechenzentren sehen, weil Speicher dort besser ausgelastet sei.
- Die Speicherhersteller investieren laut Altman trotz hoher Gewinne vorsichtig, weil sie sich an frühere Beinahe-Pleiten durch zu viele Fabriken erinnern.
- Worüber Altman mit der SK-Führung sprach, ist nicht bekannt.
- Intel erwartet wegen fehlender Speicherchips 2026 rund 12 Prozent weniger verkaufte PCs als 2025.
Was sagt Altman über Speicher im PC?

Viele gingen davon aus, dass es weniger Rechenzentren brauche, weil sich offene Modelle auf dem eigenen Computer betreiben ließen, sagte Altman. Er hält dagegen: „Aus Sicht der weltweiten Verteilung ist es eigentlich ziemlich schlimm, wenn jeder einen Teil des weltweit knappen DRAM-Angebots in seinem eigenen Computer liegen hat, wo dieser Speicher nur zu 5 Prozent genutzt wird.“ Bei so knappem Angebot gehöre der Speicher dorthin, wo er am besten ausgelastet sei, in die Cloud.[1]
Den Engpass erklärt Altman mit der Geschichte der Hersteller. Lange hätten die Hersteller umgerechnet 17,4 Mrd. Euro investiert, um 16,5 Mrd. Euro zu verdienen. Künftig werde jeder von ihnen rund 87 Mrd. Euro freien Cashflow im Jahr erwirtschaften. Die Chiphersteller erinnerten sich aber, wie oft zu viele neue Fabriken sie fast in die Pleite getrieben hätten, und investierten deshalb vorsichtig.[1] OpenAI verdient am Betrieb seiner Modelle im Rechenzentrum, lokal laufende offene Modelle sind für dieses Geschäft Konkurrenz.
Worüber sprach Altman in Südkorea?
Bei Samsung saßen die Chefs von Tochterfirmen aus Elektronik, Finanzwesen und Biotechnologie am Tisch, darunter Jun Young-hyun, Leiter der Chipsparte. Thema waren laut Samsung die nächsten zehn Jahre mit KI. Der OpenAI-Chef sagte dort, die bloße Nutzung von KI sichere keinen dauerhaften Vorsprung, entscheidend sei, damit schneller bessere Produkte zu entwickeln. Er schenkte den Managern eine kleine Zusatztastatur, mit der sich Codex, der Programmierassistent von OpenAI, schneller steuern lässt.[2]
Zum Mittagessen mit Chey kamen Manager von SK Hynix und SK Telecom, über den Inhalt ist nichts bekannt.[3] Beide Konzerne hatten im Oktober 2025 Absichtserklärungen über Speicher für OpenAIs Rechenzentrumsprojekt Stargate unterzeichnet.[4] OpenAI hatte laut Yonhap Speicher im Umfang von bis zu 900.000 DRAM-Wafern im Monat angefragt, SK Hynix wollte seine Fertigung darauf einstellen.[3]
Was bedeutet das für Firmen in Deutschland?
Den knappen Speicher verteilen die Hersteller längst per Langfristvertrag. SK Hynix hat mehr als die Hälfte seiner Kapazität für 2027 und 2028 an 14 Großkunden vergeben, Samsung will Kunden mit mehrjährigen Verträgen binden. Für Computer bleibt weniger: Intel rechnet für 2026 mit 12 Prozent weniger verkauften PCs als im Vorjahr und für 2027 mit nochmals 10 Prozent weniger.
Im Rechenzentrum ist Speicher besser ausgelastet, das stimmt. Die Miete dafür zahlt der Anwender an OpenAI.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Mit lokal betriebenen Modellen bleiben Kundendaten im eigenen Unternehmen. Vorgeschrieben ist der lokale Betrieb nicht: Nach Artikel 28 der DSGVO darf ein Cloud-Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag verarbeiten, wenn ein Vertrag die Pflichten regelt.[5] Firmen, die eigene KI-Rechner planen, sollten den Speicher für 2027 früh bestellen und die Preise mit Cloud-Angeboten aus Rechenzentren in der EU vergleichen.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Cheeky Pint, YouTubeWhy Sam Altman is against a single superintelligence (29.10.2026, englisch, Passage ab 27:41)
- Yonhap삼성 사장단, 샘 올트먼 만났다…AI 미래전략 논의 (31.10.2026, koreanisch)
- Yonhap최태원 SK그룹 회장, 샘 올트먼과 오찬 회동…AI 협력 주목 (31.10.2026, koreanisch)
- The Korea HeraldSamsung executives meet OpenAI’s Altman to discuss AI strategy (31.10.2026, englisch)
- EUR-LexVerordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Artikel 28 (Auftragsverarbeiter)
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