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Der Wind- und Solarprojektierer GP Joule aus dem nordfriesischen Reußenköge baut weitere 100 Stellen ab. Es ist die dritte Runde seit 2025, rechnerisch summiert sich der Abbau auf rund 270 Arbeitsplätze. Gegen die jüngsten Kündigungen ziehen Beschäftigte vor Gericht.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wie viele Stellen hat GP Joule bereits abgebaut?
  2. Was können die gekündigten Beschäftigten erreichen?
  3. Wie geht es mit den Projekten weiter?
  4. Mehr Newshunger?

GP Joule streicht 100 weitere Stellen. Das Unternehmen hat den Abbau gegenüber dem Nachrichtenportal shz.de bestätigt, das am 22. Oktober darüber berichtete.[1] Für neu eingestellte Beschäftigte gilt laut shz wieder die 40-Stunden-Woche. Gerüchte über weitere Anteilsverkäufe wies CEO Ove Petersen zurück.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die 100 Stellen entsprechen rund einem Achtel der zuletzt etwa 800 Beschäftigten.
  • Auf welche Standorte der Abbau entfällt, geht aus den bisherigen Berichten nicht hervor.
  • Laut shz sind 23 Klagen eingegangen, die IG Metall unterstützt die Beschäftigten.
  • Neue Windpark- und Wärmeprojekte treibt GP Joule weiter voran.

Wie viele Stellen hat GP Joule bereits abgebaut?

Modell-Windrad mit grünem Preisschild „-100“ und daneben liegendem Rotor vor weißem Hintergrund
GP Joule baut 2025/2026 etwa 170 Stellen ab und beschäftigt danach rund 800 Mitarbeiter an Standorten wie Buttenwiesen und Augsburg

Im Jahr 2025 strich GP Joule in der gesamten Gruppe rund 140 Stellen, im Frühjahr 2026 folgten 30 betriebsbedingte Kündigungen bei der Tochter GP Joule Wärme. Danach beschäftigte die Gruppe nach eigenen Angaben rund 800 Menschen, davon 157 im schwäbischen Buttenwiesen und 38 in Augsburg.[3] Auf seiner Website nennt GP Joule neben Buttenwiesen auch Reußenköge an der Nordseeküste als Hauptsitz.

Als Gründe nannte GP Joule im März die wirtschaftliche Lage und die „im Energie-Bereich derzeit unstete Regulatorik, insbesondere die Verzögerungen bei den Infrastrukturprogrammen der Bundesregierung“.[3] Im Juni ordnete das Unternehmen seine Eigentümerstruktur neu. Alexander Lehmann, geschäftsführender Gesellschafter der Minol-Zenner-Gruppe, hält seitdem die Mehrheit an der GP Joule Holding. Mitgründer Heinrich Gärtner verließ die Holding und hält nun die Mehrheit an der Wärmesparte. Begründet hat GP Joule den Umbau mit anstehenden Entscheidungen zu Gebäudemodernisierungsgesetz, Netzpaket und EEG.[4]

Was können die gekündigten Beschäftigten erreichen?

Laut shz sind 23 Klagen eingegangen, Verfahren laufen vor dem Arbeitsgericht Flensburg. Die IG Metall unterstützt die Beschäftigten und setzt sich für einen Betriebsrat ein.[2] Wer eine Kündigung angreifen will, muss nach dem Kündigungsschutzgesetz innerhalb von drei Wochen nach Zugang klagen. Entlässt ein Arbeitgeber in einem Betrieb mit mindestens 500 Beschäftigten binnen 30 Tagen mindestens 30 Menschen, muss er das vorher der Agentur für Arbeit anzeigen, für kleinere Betriebe gelten niedrigere Schwellen.[5]

Für einen Sozialplan käme ein neu gewählter Betriebsrat womöglich zu spät. Nach einem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 8. Februar 2022 kann ein Betriebsrat, der in einem bislang betriebsratslosen Betrieb erst nach Beginn der Umsetzung einer Betriebsänderung gewählt wird, keinen Sozialplan verlangen.[6] Ob es bei GP Joule bisher einen Betriebsrat gibt, geht aus den Berichten nicht hervor.

Drei Abbaurunden bei GP Joule
Stellen, Belegschaft und Klagen seit 2025
rund 800
Beschäftigte der Gruppe nach der Kürzungsrunde im Frühjahr 2026
100
weitere Stellen, im Oktober 2026 bestätigt, rund ein Achtel der Belegschaft
rund 270
Stellen in drei Runden seit 2025, rechnerisch aus den Firmenangaben
23
Klagen laut shz, Verfahren am Arbeitsgericht Flensburg

Vom Wachstum zum Abbau

2009
GP Joule beginnt mit Wind- und Solarprojekten
2025
rund 140 Stellen fallen in der Gruppe weg
Frühjahr 2026
30 betriebsbedingte Kündigungen bei GP Joule Wärme
Juni 2026
Alexander Lehmann wird Mehrheitsgesellschafter der Holding
Oktober 2026
100 weitere Stellen, Beschäftigte klagen

Wie geht es mit den Projekten weiter?

Neue Vorhaben stellt GP Joule weiter vor. Mitte Oktober übernahmen die Stadtwerke München 74 Prozent am geplanten Windpark Holzheim im Landkreis Dillingen, vier Anlagen mit zusammen 28 Megawatt sollen im ersten Quartal 2028 ans Netz gehen.[7] Für Kommunen und Stadtwerke, die mit dem Unternehmen planen, bleibt offen, welche Abteilungen der Abbau trifft.

Auch anderen Unternehmen der Energiewende geht es schlechter. Der Speicherhersteller Sonnen hat Insolvenz beantragt, rund 400 Beschäftigte in Wildpoldsried sind betroffen. Der Projektierer PNE senkte seine Ergebnisprognose, weil sich Windpark-Verkäufe ins Jahr 2027 verschieben. Im Norden trifft es zudem Flensburg, dort will Semikron Danfoss rund 90 Stellen abbauen.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. shz.deGP Joule: 100 Entlassungen und Rückkehr zur 40-Stunden-Woche22.10.2026
  2. shz.deGP Joule: 23 Klagen beim Amtsgericht und Einsatz für Betriebsrat29.10.2026
  3. b4bschwaben.deGP Joule baut Stellen ab – auch Standort Buttenwiesen betroffen (17. März 2026, mit Stellungnahme des Unternehmens)
  4. GP JouleGP JOULE stellt sich neu auf (Pressemitteilung)24.06.2026
  5. Kündigungsschutzgesetz§ 17 Anzeigepflicht, Klagefrist in § 4
  6. BundesarbeitsgerichtBeschluss vom 8. Februar 2022, 1 ABR 2/21
  7. GP JouleGP JOULE gewinnt die Stadtwerke München als Mehrheitsgesellschafter für den Windpark Holzheim (Pressemitteilung)15.10.2026

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