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Chips für 49,1 Mrd. Euro (56,4 Mrd. Dollar) hat Südkorea im Oktober ausgeführt, 259 % mehr als ein Jahr zuvor. Ein Teil des Sprungs geht auf das Erntedankfest Chuseok im Oktober 2025 zurück. Der Kern bleibt: Speicher wird teurer, Käufer in Europa zahlen mit.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wie viel davon ist Preis, wie viel Menge?
  2. Wohin gehen die Chips?
  3. Was heißt das für IT-Einkäufer in Deutschland?
  4. Mehr Newshunger?

Das Handelsministerium in Sejong hat die Zahlen am Sonntagmorgen Ortszeit veröffentlicht. Insgesamt exportierte Südkorea Waren für 100,3 Mrd. Euro (115,3 Mrd. Dollar), 93,7 % mehr als im Oktober 2025 und nach dem September der zweithöchste Monatswert.[1] Die Zahlen beruhen auf vorläufigen Zolldaten. Stand: Sonntag, 3:40 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Chips machen 48,9 % der Ausfuhren aus, so viel wie in keinem Oktober zuvor.
  • Je Arbeitstag gerechnet stiegen die Exporte um 76,1 %, der Vorjahresmonat hatte zwei Arbeitstage weniger.
  • Von Januar bis Oktober kamen 809 Mrd. Euro (930 Mrd. Dollar) zusammen. Handelsminister Kim Jung-kwan hält eine Billion Dollar fürs Jahr schon im November für so gut wie sicher.
  • In die EU gingen Waren für 7,0 Mrd. Euro (8,1 Mrd. Dollar), 56,4 % mehr, vor allem Chips und Autos.

Wie viel davon ist Preis, wie viel Menge?

Modellschiff mit RAM-Stick als Ladung und „Export“-Schild
Südkoreas Exporte im Oktober 2026 stiegen um 76,1 Prozent auf 4,56 Mrd. Euro pro Arbeitstag, begünstigt durch mehr Arbeitstage nach Chuseok-Verschiebung

Der Vorjahresvergleich übertreibt. Im Oktober 2025 fiel das Erntedankfest Chuseok in den Monat, Südkorea hatte deshalb 20 statt 22 Arbeitstage.[2] Je Arbeitstag führte das Land im Oktober 2026 Waren für 4,56 Mrd. Euro (5,24 Mrd. Dollar) aus, 76,1 % mehr als ein Jahr zuvor.[2] Gegenüber dem September mit 121,1 Mrd. Dollar gingen die Ausfuhren leicht zurück; im Rekordmonat lagen allein die Chipexporte bei mehr als 60 Mrd. Dollar.

Als Treiber nennt das Ministerium die KI-Investitionen großer Tech-Konzerne und steigende Preise.[4] Der Vertragspreis für einen gängigen PC-Speicherchip (DDR4, 8 Gigabit) stieg laut Marktforscher DRAMeXchange im Oktober um 5,8 % auf 27,50 Dollar, ein Rekordwert.[3] Samsung und SK Hynix stellen ihre Fertigung auf Speicher für KI-Rechenzentren um, für PCs bleibt weniger übrig.[3] Wie viel bei den Herstellern davon hängen bleibt, zeigt SK Hynix: Der Konzern behält von jedem Euro Umsatz fast 80 Cent als Betriebsgewinn.

Wohin gehen die Chips?

Am stärksten wuchsen die Ausfuhren in die USA. Dorthin gingen Waren für 21,7 Mrd. Euro (24,9 Mrd. Dollar), 185,8 % mehr, getragen von Chips, Computern und Elektrotechnik für KI-Rechenzentren. Die Ausfuhren nach China stiegen um 133,6 % auf 23,5 Mrd. Euro (27,0 Mrd. Dollar).[1] Die Ausfuhren von Computern und SSD wachsen seit neun Monaten dreistellig, weil Rechenzentren Speicher für KI-Server kaufen.[4] Chinesische Cloud-Konzerne wollen sich Speicher von Samsung und SK Hynix sogar bis 2035 sichern.

Ein erstes Zeichen der Abkühlung kommt vom Flash-Speicher. Der Vertragspreis für einen gängigen NAND-Chip blieb im Oktober bei 30,61 Dollar stehen, nachdem er 21 Monate in Folge gestiegen war.[3] Für Südkorea zählt das, weil die Exporte inzwischen an wenigen Produkten hängen. Samsung verdient im Quartal fast alles mit Chips, der Rest des Konzerns trägt kaum etwas bei.

Südkoreas Rekord misst vor allem den Preis knapper Speicherchips. Den bezahlen Einkäufer in Europa mit.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Südkoreas Exporte im Oktober 2026
Vorläufige Zolldaten des Handelsministeriums vom 1. November 2026, Veränderung zum Oktober 2025, Beträge in Dollar
56,4 Mrd. $
Chipexporte, 259,4 % mehr als vor einem Jahr, umgerechnet 49,1 Mrd. Euro
48,9 %
Anteil der Chips an allen Ausfuhren, höchster Wert in einem Oktober
+76,1 %
Exporte je Arbeitstag; der Vorjahresmonat hatte wegen Chuseok zwei Arbeitstage weniger
930 Mrd. $
Exporte von Januar bis Oktober, erstmals mehr als 900 Mrd. Dollar

Exporte nach Zielregion, Veränderung zum Vorjahresmonat

USA (24,9 Mrd. $)
+185,8 %
China (27,0 Mrd. $)
+133,6 %
Südostasien (21,3 Mrd. $)
+128,0 %
EU (8,1 Mrd. $)
+56,4 %

Was heißt das für IT-Einkäufer in Deutschland?

Die Nachfrage aus Rechenzentren verdrängt den PC-Speicher. TrendForce erwartet für das vierte Quartal 13 bis 18 % höhere Vertragspreise für PC-Speicher.[3] Intel rechnet bereits damit, dass knapper Speicher den PC-Markt schrumpfen lässt, und für Speichermodule im freien Handel bleibt 2027 nur ein Drittel der DRAM-Produktion übrig. Daraus folgt:

  • IT-Leiter, die 2027 Notebooks oder Server ersetzen, lassen sich Preise und Liefertermine jetzt schriftlich zusagen.
  • Firmen, die Speicher in eigene Geräte einbauen, prüfen ihre Lieferverträge auf Preisgleitklauseln.
  • Einkäufer behalten den NAND-Preis im Blick: TrendForce erwartet, dass er im vierten Quartal stagniert und dann leicht nachgibt.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The Korea Times (Yonhap)Korea’s monthly exports hit $115.3 bil. in Oct. on record chip sales (1. November 2026), mit den Zahlen des Handelsministeriums
  2. The Herald Business (Bae Moon-suk)South Korea’s exports top $930b in first 10 months, on track to cross $1tr in November01.11.2026
  3. ZDNet Korea (Jeon Hwa-pyeong)10월 D램 가격 5.7% 상승…낸드는 보합 전환 (30. Oktober 2026), mit Vertragspreisen von DRAMeXchange und Einschätzungen von TrendForce
  4. Asia Economy (Ju Sang-don)반도체가 끌어올린 韓수출…10월 수출 1153억달러 중 49%가 반도체01.11.2026

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