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Die Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft (GSES) investiert 16 Millionen Euro in ihr Salzbergwerk im Kyffhäuserkreis, Fördergeld erhält das Projekt nicht. Ab April bleibt Schacht 1 drei Monate lang gesperrt, in dieser Zeit bekommt er neue Förderkörbe und Maschinen. Die Investition soll den Steinsalzabbau für weitere 40 Jahre sichern, an ihm hängen rund 270 Arbeitsplätze.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Wovon lebt das Bergwerk?
  2. Welche Gesellschafter stehen hinter GSES?
  3. Was bedeutet das für Nordthüringen?
  4. Mehr Newshunger?

GSES-Geschäftsführer Johann-Christian Schmiereck stellte die Pläne im MDR Thüringen vor, die Vorarbeiten laufen nach seinen Angaben bereits.[1] Der Schacht reicht 670 Meter tief. Während der Sanierung läuft der Betrieb über Schacht 5, das Erlebnisbergwerk bleibt für Besucher vorübergehend geschlossen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die 16 Millionen Euro erhält GSES laut MDR keine staatlichen Zuschüsse.
  • Das Salzvorkommen reicht laut GSES noch mehrere hundert Jahre.
  • Hauptprodukt ist Streusalz für Städte, Gemeinden sowie Straßen- und Autobahnmeistereien.
  • Neben Salz verdient GSES an einer Untertagedeponie der höchsten Klasse IV.

Wovon lebt das Bergwerk?

Weißes Förderturm-Modell mit Schüttgutlore, orangem Schild und Aufschrift „40 Jahre“
Sondershausen fördert Streusalz für mehrere hundert Jahre. GSES liefert seit 2008 Winterstreusalz an Kommunen und Meistereien

Salz gibt es in Sondershausen genug: Bei der heutigen Fördermenge reicht das Vorkommen laut GSES noch mehrere hundert Jahre. Seit 2008 liefert das Unternehmen Streusalz für den Winterdienst, den Vertrieb an Kommunen und Meistereien übernimmt die Salinity Deutschland GmbH.[2] Erneuern muss GSES dagegen die Technik im Schacht, über die das Salz nach oben kommt. Wie knapp Streusalz werden kann, zeigte der Winter 2025/26, als Städte in Niedersachsen den Winterdienst einschränken mussten.

Ein zweites Standbein ist die Entsorgung unter Tage. GSES verfüllt alte Hohlräume mit geprüften Reststoffen aus Müllverbrennung und Industrie, seit 2005 betreibt das Unternehmen außerdem eine Untertagedeponie der höchsten Deponieklasse IV.[3] So verdient GSES doppelt: zuerst am Salz, das aus der Lagerstätte kommt, dann an den Abfällen, die in die leeren Kammern gehen. Beide Geschäfte hängen an einem funktionierenden Schacht.

Welche Gesellschafter stehen hinter GSES?

GSES gehört zur Schmidt Kranz Group, einem Familienunternehmen mit Sparten von der Bergbautechnik bis zur Automatisierung. Im Mai vereinbarte die Stork-Unternehmensgruppe, der Schmidt Kranz Group und der R + M Beteiligungsgesellschaft zusammen 49,99 Prozent der GSES Beteiligungs GmbH abzukaufen. Stork entsorgt Abfälle für Industrie und Kommunen, dazu betreibt die Gruppe eine eigene Bahnlogistik. Den Vollzug erwarteten die Partner damals binnen drei bis vier Monaten.[4] Ob die Investition mit dem Einstieg von Stork zusammenhängt, hat GSES nicht mitgeteilt.

Der MDR spricht von rund 270 Arbeitsplätzen, GSES selbst nennt in der Mitteilung vom Mai und auf der eigenen Website etwa 230 Beschäftigte.[4] Woraus sich die Differenz ergibt, erklären weder der MDR noch GSES.

16 Millionen Euro ohne Fördergeld für 40 Jahre Salzabbau: Hier rechnet ein Bergwerk mit seiner Lagerstätte, nicht mit Zuschüssen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Ein Schacht für die nächsten 40 Jahre
Was GSES im Bergwerk Glückauf in Sondershausen vorhat
16 Mio. €
Investition in Schacht 1, laut MDR ohne staatliche Zuschüsse
670 m
Tiefe von Schacht 1, der drei Monate lang gesperrt wird
rund 270
Arbeitsplätze laut MDR, GSES selbst nennt etwa 230 Beschäftigte
Vom Kaliwerk zum Salzbergwerk
1991
Der Kaliabbau endet, zuletzt arbeiteten rund 3.000 Menschen im Werk
2004
GSES beginnt mit dem Abbau von Steinsalz, seit 2008 liefert sie Streusalz
Mai 2026
Die Stork-Gruppe vereinbart den Kauf von 49,99 Prozent der GSES-Holding
Okt. 2026
Vorarbeiten für die Sanierung von Schacht 1 laufen
ab April
Schacht 1 ist drei Monate gesperrt, der Betrieb läuft über Schacht 5

Was bedeutet das für Nordthüringen?

Bis 1991 förderte das Werk Kali, zuletzt arbeiteten dort rund 3.000 Menschen über und unter Tage. Nach dem Ende des Kaliabbaus übernahm GSES 1995 das Bergwerk, 2004 begann der Abbau von Steinsalz.[3] Die Kali-Pläne von Südharz Kali kommen dagegen nicht voran: Für Flächen bei Küllstedt im Eichsfeld und bei Gräfentonna im Kreis Gotha liefen die Erkundungserlaubnisse im Januar aus, für das geplante Bergwerk am Ohmgebirge fehlte zuletzt das Geld von Investoren.[5]

Der Backwarenhersteller Aryzta will sein Werk in Nordhausen schließen, in Woffleben gibt INVEHO die Güterwagen-Werkstatt auf. Die Investition in Sondershausen geht in die andere Richtung.

Für Kommunen und Meistereien, die Streusalz aus Sondershausen beziehen, fallen die drei Monate ab April außerhalb der Streusaison. Ob die Fördermenge in dieser Zeit sinkt, geht aus dem MDR-Bericht nicht hervor.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. MDR Thüringen16 Millionen Euro für Salzbergwerk Sondershausen30.10.2026
  2. GSESSteinsalz: Weißes Gold – Steinsalz aus Sondershausen (Unternehmensseite)
  3. GSESHistorie und Untertagedeponie (Unternehmensseiten)
  4. GSESStork Unternehmensgruppe beteiligt sich an GSES (Pressemitteilung)04.05.2026
  5. MDR ThüringenKali-Bergbau im Südharz: Warum die Projekte im Ohmgebirge stocken17.03.2026

Mehr Newshunger?

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