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Mehr als 400 Millionen Euro investiert die SWMunich Real Estate in eine Konzerthalle für 20.000 Besucher am Flughafen München, am 28. Oktober begann in Freising der Bau. 2022 hatte die Gesellschaft noch rund 320 Millionen Euro genannt. Eröffnen soll die Munich Arena 2029, zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder setzte am 28. Oktober gemeinsam mit Freisings Oberbürgermeisterin Monika Schwind und Marek Lieberberg, Geschäftsführer von Live Nation für Deutschland, Österreich und die Schweiz, den ersten Spatenstich. SWMunich bewirbt die Halle als künftig größte Konzertarena Deutschlands.[1] Die Gesellschaft finanziert die Arena privat und führt keine Fördermittel auf.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Bauherr ist die SWMunich Real Estate GmbH, Live Nation ist strategischer Partner.
  • Die Investition stieg seit 2022 von rund 320 auf mehr als 400 Millionen Euro.
  • Eröffnen soll die Halle 2029, im Jahr 2022 rechnete SWMunich mit fünf Jahren für Planung und Bau.
  • Der BUND Naturschutz in Freising lehnt das Projekt wegen Verkehr und Flächenverbrauch ab.

Warum dauerte der Weg zum Spatenstich so lange?

Spaten in Erdhaufen mit 400 Mio.-Schild neben Stadionmodell auf weißem Grund
Freisinger Stadtrat billigt 2022 Projekt mit 25 zu 14 Stimmen. SWMunich plant 320 Millionen Euro Investition, 2 Jahre Planung, 3 Jahre Bauzeit, rund 300 Arbeitsplätze

Mit 25 zu 14 Stimmen billigte der Freisinger Stadtrat im April 2022 das Vorhaben grundsätzlich. Laut Niederschrift rechnete SWMunich damals mit zwei Jahren für Planung und Genehmigung sowie drei Jahren Bauzeit. Investieren wollte die Gesellschaft rund 320 Millionen Euro, dazu stellte sie rund 300 Arbeitsplätze in Aussicht.[2] In der aktuellen Mitteilung beziffert SWMunich die Arbeitsplätze nicht mehr.

Aus zwei Jahren Planung wurden mehr als vier. Erst im Sommer 2026 beschloss die Stadt den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans.[3] In dieser Zeit stieg die Summe um rund ein Viertel. Wie viel davon auf höhere Baupreise und wie viel auf einen geänderten Entwurf entfällt, schlüsselt SWMunich nicht auf.

Wer betreibt die Halle und wer verdient daran?

Seit Mai 2025 ist der Konzertveranstalter Live Nation strategischer Partner von SWMunich. Der US-Konzern betreibt in Europa bereits den Ziggo Dome in Amsterdam, die 3Arena in Dublin und die Royal Arena in Kopenhagen.[4] Zum Konzern gehört auch der Ticketanbieter Ticketmaster. In den USA muss Live Nation nach einem Vergleich mit dem Justizministerium 13 Freilichtbühnen abgeben. Betreibt Live Nation eine Halle, verdient der Konzern nicht nur an Tournee und Ticket, sondern auch an Miete und Gastronomie.

Für die Region verspricht SWMunich eine Bruttowertschöpfung von rund 355 Millionen Euro im Jahr.[1] Die Zahl stammt aus einer Deloitte-Studie, die SWMunich selbst in Auftrag gegeben hat. 2022 hatte Deloitte im Auftrag von SWMunich noch 285 Millionen Euro jährlich errechnet, bei 80 bis 120 Veranstaltungen und rund einer Million Besuchern.[2]

Der Spatenstich beweist nur den Willen zum Bauen. Ob sich die Halle trägt, entscheiden ab 2029 die 80 bis 120 Veranstaltungen im Jahr, mit denen SWMunich rechnet.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Vom Grundsatzbeschluss zum Spatenstich
Wie sich die Pläne für die Munich Arena seit 2022 verändert haben
über 400 Mio. €
private Investition, beziffert von SWMunich; im April 2022 nannte die Gesellschaft rund 320 Millionen Euro
20.000
Plätze für Konzerte, die Halle liegt direkt am Flughafen München
355 Mio. €
Bruttowertschöpfung pro Jahr nach Deloitte-Studie im Auftrag von SWMunich, 2022 nannte die Studie 285 Millionen
Stand des Projekts
6.4.2022
Der Freisinger Stadtrat billigt das Vorhaben mit 25 zu 14 Stimmen grundsätzlich
Sommer 2026
Die Stadt beschließt Bebauungsplan und Änderung des Flächennutzungsplans
28.10.2026
Symbolischer Spatenstich, der Bau beginnt
2029
Geplante Eröffnung, 2022 lag der Termin zwei Jahre früher

Braucht München eine weitere große Halle?

Live Nation will mit der Halle mehr internationale Tourneen nach München holen.[3] Mit Konzertveranstaltern wie CTS Eventim konkurriert Live Nation um genau diese Termine. Die Kreisgruppe Freising des BUND Naturschutz bestreitet den Bedarf, verweist auf die Münchner Olympiahalle mit 15.000 Plätzen und warnt vor zusätzlichem Auto- und Flugverkehr. Nach Lesart des BUND liegen 3.400 der 4.700 Stellplätze im Parkhaus der Flughafengesellschaft, das rund um die Uhr in Betrieb ist. Die Kreisgruppe rechnet mit rund neun Hektar versiegelter Fläche.[5]

Richtet München einmal Olympische Spiele aus, nimmt die Arena nach den Plänen zeitweise ein Schwimmbecken auf und dient als Austragungsort der Schwimmwettbewerbe.[1] Für Gastronomie, Hotels und Dienstleister im Landkreis hängt ab 2029 viel davon ab, ob SWMunich und Live Nation die geplanten Veranstaltungen tatsächlich nach Freising holen.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Munich ArenaStartschuss der neuen Ära des Live-Entertainments in Europa: Spatenstich für die Munich Arena erfolgt (Pressemitteilung)29.10.2026
  2. Stadt FreisingNiederschrift über die öffentliche Sitzung des Stadtrates vom 06.04.2022, TOP 2 MUCcc Multifunktionales Konzert- und Kongresszentrum (PDF, Beschluss Nr. 141/19a)
  3. Live NationMunich Arena gets green light after receiving key planning approval from the City of Freising (Pressemitteilung, 07.07.2026, englisch)
  4. Live NationLive Nation Announces Strategic Partnership With The Team Behind Munich Arena (Pressemitteilung, 15.05.2025, englisch)
  5. BUND Naturschutz, Kreisgruppe FreisingMUCcc – Multifunktionales Konzert- und Kongresszentrum in Freisings Süden (Einwendungshilfe zur öffentlichen Auslegung, PDF)

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