Quechua, Kiprun, Btwin und Domyos klingen nach vier Herstellern für Zelte, Laufschuhe, Fahrräder und Hanteln, gehören aber alle demselben Händler aus Villeneuve-d’Ascq bei Lille. 2025 verkaufte Decathlon weltweit 1,23 Milliarden Artikel, rechnerisch für 13,66 Euro das Stück. An diesem Durchschnittspreis verdienen Zulieferer in Asien, der Familienverband Mulliez und gut 52.000 Beschäftigte mit eigenen Aktien, nur nicht zu gleichen Teilen.
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- Wer steckt hinter Decathlon und wie fing alles an?
- Wie wurde aus der Idee ein Imperium?
- Wie verdient Decathlon tatsächlich sein Geld?
- Wie groß ist die Marktmacht von Decathlon?
- Wer ist bei Decathlon eigentlich das Produkt?
- Was kostet ein Decathlon-Artikel wirklich, und wer trägt die Kosten?
- Wer profitiert und wer zahlt drauf?
- Wie politisch ist Decathlon?
- Was könnte Decathlon zu Fall bringen?
- Was bedeutet Decathlon für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
- Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Sporthandel und Lieferkette
- FAQ: Wie verdient Decathlon 910 Millionen Euro mit Eigenmarken?
Decathlon kündigte am 6. Oktober 2026 vier eigene Flächen in deutschen MediaMarkt-Filialen an, die erste öffnet am 6. November im Bremer Weserpark auf rund 1.600 Quadratmetern. Eine Woche später folgte die Nachricht, dass die Kette im Sommer 2027 rund 4.600 Quadratmeter im Ikea von Hamburg-Altona bezieht.
Der Konzern, der 2025 aus 16,8 Milliarden Euro Umsatz 910 Millionen Euro Gewinn machte, wächst in Deutschland zunehmend auf fremder Fläche, in einem Markt, der ihm bisher wenig Marge lässt.
Das Wichtigste in Kürze
- Decathlon setzte 2025 rund 16,8 Milliarden Euro um, das Handelsvolumen einschließlich fremder Marktplatzhändler lag bei 20,7 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis stieg um 16 Prozent auf 910 Millionen Euro, das sind 5,4 Cent je Euro Umsatz.
- Die Kette entwirft ihre Ware selbst und lässt nach einer Recherche des Portals Disclose bei 1.264 fremden Fertigern produzieren, eigene Werke betreibt Decathlon nur neun. Die Spanne zwischen Fabrikpreis und Ladenpreis bleibt damit im Konzern statt bei einem Markenhersteller.
- Neben dem Warenverkauf wachsen Marktplatz, Vermietung und Gebrauchtwaren, seit Juli 2026 kommt das Dienstradleasing der Tochter Bikeleasing hinzu, an der Decathlon 65 Prozent hält. Das Handelsvolumen des Marktplatzes wuchs 2025 um 49 Prozent.
- Deutschland ist für Decathlon ein Wachstumsmarkt mit dünner Marge: 1,27 Milliarden Euro Umsatz, 28,1 Millionen Euro operatives Ergebnis, 105 Filialen Ende 2025 und 150 als Ziel bis Ende 2027.
Fünf Fragen vom Zeltplatz bis zur Bilanz
1 Wo eröffnete Michel Leclercq 1976 den ersten Decathlon? Aufklappen ↓
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2 Wie hoch war das Handelsvolumen von Decathlon 2025 einschließlich der Verkäufe fremder Händler auf dem Marktplatz? Aufklappen ↓
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3 Wie viel Gewinn nach Steuern blieb Decathlon 2025 von jedem Euro Umsatz? Aufklappen ↓
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4 In welcher Stadt eröffnete Decathlon 1986 seine erste Filiale außerhalb Frankreichs? Aufklappen ↓
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5 Wie viel schüttete Decathlon Ende 2024 an den Familienverband Mulliez aus? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter Decathlon und wie fing alles an?
Gegründet hat Decathlon Michel Leclercq, ein Cousin des Auchan-Gründers Gérard Mulliez. Am 27. Juli 1976 eröffnete er in Englos bei Lille einen Laden für alle Sportarten unter einem Dach. Größter Eigentümer ist heute der Familienverband Mulliez, den Verwaltungsrat führt Julien Leclercq aus der Gründerfamilie.
Von der Fleischtheke zum Sportregal
Michel Leclercq begann 1961 im ersten Supermarkt seines Cousins in Roubaix, zunächst an der Fleischtheke, wie die katalanische Zeitung Ara im Februar 2025 nachzeichnete. Für die Stelle hatte er sein Ingenieurstudium abgebrochen, später stieg er zum technischen Leiter der Auchan-Gruppe auf. Aus dem Supermarkt nahm Leclercq die Idee mit, die Decathlon bis heute prägt: ein großer Laden am Stadtrand, der alle Sportarten unter einem Dach und zu niedrigen Preisen anbietet. Bis dahin kaufte man Tennisschläger im Fachgeschäft und Angelruten im Anglerladen, in Englos lag beides in einer Halle.
In den ersten Jahren war Decathlon ein Händler wie jeder andere, der Markenware von Herstellern verkaufte.
1982: Die Ware läuft über die Zentrale
Den ersten Bruch mit dem üblichen Handel datiert Decathlon selbst auf 1982. In Villeneuve-d’Ascq nahm das erste eigene Lager den Betrieb auf, die Hersteller belieferten von da an nicht mehr jede Filiale einzeln, sondern die Zentrale. Wer die Logistik kontrolliert, kontrolliert auch Mengen, Termine und am Ende die Preise im Regal.
1986 gründete Leclercq die Gesellschaft Decathlon Production, die eigene Produkte entwerfen und herstellen ließ, ein Fahrradrahmen gehörte zu den ersten Artikeln.
Im selben Jahr eröffnete in Dortmund die erste Filiale außerhalb Frankreichs. Deutschland war damit der erste Auslandsmarkt, lange bevor Spanien, Italien oder China folgten, und blieb trotzdem jahrzehntelang ein Nebenschauplatz mit vergleichsweise wenigen Filialen.
Beschäftigte als Miteigentümer
1987 beteiligte Decathlon in Frankreich erstmals die eigenen Beschäftigten am Kapital. Ende 2025 hielten 52.491 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anteile, 51 Prozent der weltweit 102.913 Beschäftigten.
Wie groß der Anteil der Beschäftigten am Kapital ist, veröffentlicht Decathlon in seinen Jahreszahlen nicht, das Portal Presse-citron nannte im Juni 2026 rund 13 Prozent.
Ebenfalls Ende der 1980er Jahre startete Trocathlon, eine Börse, auf der Kunden gebrauchte Ausrüstung untereinander verkauften. Das heutige Gebrauchtwarengeschäft hat dort seinen Vorläufer.
1996: Aus dem Händler wird ein Markenhersteller
Mit Tribord für Wassersport und Quechua für Bergsport führte Decathlon 1996 die ersten eigenen Sportmarken ein. Quechua klingt nach Bergausrüster, und darauf setzt Decathlon bis heute: Der Kunde kauft ein Zelt von Quechua und denkt nicht an einen Händler aus Nordfrankreich.
Ursprüngliche Idee und heutiges Geschäftsmodell liegen damit weit auseinander. Leclercq gründete einen Händler, der Sportartikel billig verkaufte, daraus wurde ein Hersteller, der seine Ware überwiegend in eigenen Läden verkauft.
Im März 2025 übernahm Julien Leclercq den Vorsitz im Verwaltungsrat. Das Wirtschaftsmagazin L’Essentiel de l’éco nennt ihn den ersten direkten Nachfahren des Gründers in diesem Amt.
- 1976Michel Leclercq eröffnet am 27. Juli in Englos bei Lille den ersten Laden für alle Sportarten.
- 1982Erstes eigenes Lager in Villeneuve-d’Ascq, die Lieferanten beliefern nur noch die Zentrale.
- 1986Decathlon Production entwickelt die ersten eigenen Produkte, erste Auslandsfiliale in Dortmund.
- 1987Beschäftigte in Frankreich können Anteile am Unternehmen erwerben.
- 1996Tribord und Quechua starten als erste eigene Sportmarken.
- 2015Die tausendste Filiale eröffnet in China.
- 2024Neues Logo, Bergfreunde gehört zum Konzern, aus Dutzenden Eigenmarken werden 13.
- 20251.902 Filialen in 82 Ländern und Gebieten, 16,8 Milliarden Euro Umsatz.
- 202665 Prozent an Bikeleasing, erste Flächen in MediaMarkt-Filialen, Vertrag mit Ikea in Hamburg.
Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

Aus dem Laden in Englos wurden bis Ende 2025 genau 1.902 Filialen in 82 Ländern und Gebieten mit 102.913 Beschäftigten. Möglich machten das Wachstum die eigenen Marken, ein Netz aus Einkaufsbüros in Asien und eine Expansion nach Spanien, Italien und China, ohne Börsengang und ohne fremde Großaktionäre.
Hundert Filialen, dann tausend
1993 zählte Decathlon 100 Filialen und 5.000 Beschäftigte, im selben Jahr eröffnete die Kette in Mailand. 1997 folgte das erste Lager außerhalb Frankreichs, in Spanien. Bis 2010 wuchs das Netz auf 600 Filialen und 45.000 Beschäftigte, die tausendste Filiale eröffnete 2015 in China.
China ist für Decathlon zugleich Absatzmarkt und Werkbank. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters vom Juni 2026 betreibt der Konzern dort rund 200 Läden in mehr als 100 Städten, dazu vier eigene Werke, elf Einkaufsbüros und drei Logistikzentren.
94,2 Prozent der in China verkauften Ware stammen aus dem Land selbst.
Den Ausbau finanzierte Decathlon ohne Börsengang. Die Eigentümer ließen Gewinne über Jahrzehnte im Unternehmen, bis zur Ausschüttung von einer Milliarde Euro Ende 2024.
Sechs Jahre in Zahlen
2019 setzte der Konzern rund 12 Milliarden Euro um. Im zweiten Pandemiejahr 2021 stieg der Umsatz auf 13,8 Milliarden Euro, 21 Prozent mehr als im ersten Coronajahr 2020. Das Nettoergebnis wuchs auf 913 Millionen Euro, nach 550 Millionen Euro im Jahr davor. Danach ging das Wachstum weiter, aber langsamer: 15,6 Milliarden Euro 2023, 16,2 Milliarden Euro 2024 und 16,8 Milliarden Euro 2025.
Beim Nettoergebnis meldete Decathlon 2023 noch 931 Millionen Euro, 2024 nur noch 787 Millionen Euro, 2025 dann 910 Millionen Euro.
Der Einbruch 2024 fiel in ein Jahr, in dem der Konzern Logo, Läden und Markenportfolio zugleich umbaute: 200 Filialen wurden neu eröffnet oder modernisiert, aus Dutzenden Eigenmarken wurden 13.
Zukäufe statt Börsengang
Übernahmen sind bei Decathlon selten und meist klein. 2019 kaufte der Konzern den französischen Fahrradversender Alltricks, im Januar 2024 vollzog er die Übernahme des Tübinger Onlinehändlers Bergfreunde vom US-Ausrüster Backcountry. Bergfreunde arbeitet weiter eigenständig und verkauft Ausrüstung bekannter Outdoor-Hersteller, also gerade jene fremden Marken, die in den Decathlon-Filialen eine Nebenrolle spielen.
2024 gründete Decathlon die Beteiligungsgesellschaft Decathlon Pulse. Der bislang größte Kauf von Decathlon Pulse umfasst 65 Prozent an der Bikeleasing-Gruppe, die Arbeitgebern Dienstfahrräder für ihre Belegschaft vermittelt. Der Kaufvertrag mit dem Verkäufer Brockhaus Technologies bewertete das ganze Unternehmen mit 525 Millionen Euro, vollzogen wurde der Kauf Anfang Juli 2026.
Wenig mit Handel zu tun hat eine Übernahme von 2025: Decathlon übernahm das Radsportteam, das heute Decathlon CMA CGM heißt und vorher unter anderem Namen fuhr.
Der Moment, ab dem nichts mehr war wie zuvor
Den entscheidenden Wendepunkt sehen wir nicht in einer Übernahme, sondern im Jahr 1986, als Decathlon Production die ersten eigenen Produkte entwickelte. Ohne diese Entscheidung wäre Decathlon ein Sporthändler unter vielen geblieben, abhängig von den Konditionen der großen Hersteller. Mit ihr wurde der Konzern zu einem der wenigen Händler, die ihre Kalkulation vom Stoff bis zum Kassenbon selbst in der Hand haben.
An der Spitze wechselte das Personal zuletzt häufig. Barbara Martin Coppola, 2022 als erste Konzernchefin von außerhalb des Unternehmens angetreten, ging im März 2025. Ihr Nachfolger als CEO, Javier López, arbeitet seit 1999 für Decathlon und verantwortete zuvor die gesamte Lieferkette.
Wie verdient Decathlon tatsächlich sein Geld?

Decathlon verdient vor allem an der Spanne zwischen Fabrikpreis und Ladenpreis seiner Eigenmarken. 2025 blieben von 16,8 Milliarden Euro Umsatz 1,8 Milliarden Euro EBITDA und 910 Millionen Euro Gewinn. Marktplatz, Vermietung, Gebrauchtwaren und Dienstradleasing wachsen schnell, sind aber noch klein.
3a: Ein Umsatz, zwei Zahlen
Für 2025 nennt Decathlon zwei Größen: Der Umsatz stieg um 4,0 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro, ohne Wechselkurseffekte um 5,6 Prozent. Das Handelsvolumen wuchs ohne Wechselkurseffekte um 7,1 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro.
Die Differenz von 3,9 Milliarden Euro schlüsselt der Konzern nicht auf. Im Handelsvolumen stecken die Verkäufe fremder Händler über den Marktplatz von Decathlon, die im Umsatz nur mit der Provision auftauchen.
Eine Aufteilung nach Ländern, Sportarten oder Marken veröffentlicht Decathlon nicht, ebenso wenig den Anteil der Eigenmarken. Nach einer Analyse des Marktforschers IntoTheMinds stammten schon 2021 mehr als 60 Prozent der Artikel in den Filialen aus eigener Entwicklung. Fremde Marken liegen daneben im Regal, das Profil der Filialen prägen die eigenen Marken.
Bekannt ist der digitale Anteil am Umsatz: 20,2 Prozent im Jahr 2025, gezählt werden Onlineshop, im Laden digital bestellte Ware und Verkäufe auf fremden Marktplätzen.
2025 setzte die Landesgesellschaft in Plochingen gut 1,27 Milliarden Euro um, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 74 Prozent davon entfielen auf die Filialen, 26 Prozent auf das Onlinegeschäft, und davon wiederum etwa ein Viertel auf den Marktplatz, wie das Branchenportal Retail-News berichtete.
| Erlösquelle | Jüngste Kennzahl | Was Decathlon daran verdient |
|---|---|---|
| Warenverkauf in 1.902 Filialen und online | 16,8 Mrd. € Umsatz 2025 | Spanne zwischen Fabrikpreis und Ladenpreis |
| Marktplatz für fremde Händler | Handelsvolumen +49 % im Jahr 2025 | Provision von 9 bis 18 % plus 40 € Monatsgebühr |
| Vermietung von Ausrüstung | 36 Mio. € Umsatz 2024, +75 % | Mietpreis für Ski, Räder, Zelte |
| Gebrauchtwaren | 1,58 Mio. Artikel 2025 in 43 Ländern | Wiederverkauf zurückgenommener Ware |
| Reparaturen | 1.746 Werkstätten weltweit | Werkstattpreise, Bindung an die Filiale |
| Dienstradleasing (Bikeleasing, 65 %) | Bewertung 525 Mio. € beim Kauf | Gebühren aus Leasingverträgen über Arbeitgeber |
3b: Was die Nebengeschäfte abwerfen
Auf den Marktplatz kommen fremde Händler nur auf Einladung. Fremde Händler zahlen nach einem Ratgeber des Softwareanbieters eDesk je nach Warengruppe zwischen 9 und 18 Prozent Provision und eine feste Grundgebühr von 40 Euro im Monat.
Decathlon füllt damit Lücken im Sortiment, ohne Ware einzukaufen oder zu lagern, und das Lagerrisiko bleibt beim Händler.
Die Vermietung brachte 2024 nach einer Auswertung von L’Essentiel de l’éco 36 Millionen Euro Umsatz, 75 Prozent mehr als im Vorjahr. Am Konzernumsatz gemessen sind das gut 0,2 Prozent. Den eigenen Anteil am Markt für den Verleih von Sportausrüstung in Italien und Spanien beziffert Decathlon auf 50 Prozent.
Gebrauchtwaren und Reparaturen wirken vor allem auf das Bild der Marke. 2025 verkaufte Decathlon 1,58 Millionen gebrauchte Artikel, gemessen an 1,23 Milliarden verkauften Produkten ein Anteil von 0,13 Prozent.
In Deutschland reparierten die Werkstätten 2025 mehr als 152.000 Artikel, ein Fünftel mehr als im Vorjahr.
Die Olympischen Spiele in Paris brachten Decathlon ein Nebengeschäft mit Lizenzen: 2024 verkaufte Decathlon 1,8 Millionen Lizenzprodukte und stattete die 45.000 Freiwilligen aus.
3c: Daten als Nebenprodukt
Decathlon ist kein Datenkonzern. Der Händler sammelt Daten aus Kundenkonten, App und Onlineshop, Erlöse aus Werbung für Hersteller weist er in seinen Zahlen aber nicht aus.
Konzernchef Javier López spricht von 250 bis 300 Millionen registrierten Kundinnen und Kunden, wie L’Essentiel de l’éco im Mai 2026 berichtete. Bis 2030 will Decathlon eine Milliarde Menschen erreichen.
3d: Wo die Marge entsteht
Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, stieg 2025 um 21 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, bei nur 4 Prozent mehr Umsatz. Auf jeden Euro Umsatz kommen damit 10,7 Cent EBITDA. Nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern blieben 910 Millionen Euro, eine Nettomarge von 5,4 Prozent.
Für einen Händler mit Ladenmieten, Lagern und mehr als 100.000 Beschäftigten ist das viel. Ein Grund ist die fehlende Zwischenstufe: Bei Decathlon verdient kein Markenhersteller zwischen Fabrik und Kasse mit.
28,1 Millionen Euro operatives Ergebnis bei 1,27 Milliarden Euro Umsatz ergeben eine EBIT-Marge von 2,2 Prozent, und 2023 hatte die Landesgesellschaft noch mehr als 38 Millionen Euro verdient. Neue Filialen kosten Geld, bevor sie Gewinn abwerfen.
3e: Die Querfinanzierung
Eine Rechnung nach Sparten veröffentlicht Decathlon nicht, die Querfinanzierung lässt sich aber an den Investitionen ablesen. In Deutschland investierte die Kette 2025 rund 67 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie ihr operatives Ergebnis. Bis 2027 will der Konzern hier bis zu 100 Millionen Euro investieren, in Indien weitere 100 Millionen Euro über fünf Jahre. Bezahlt wird der Ausbau aus dem Konzernergebnis, zu dem Deutschland bisher wenig beiträgt.
Ob Werkstätten, Vermietung und Gebrauchtwaren für sich genommen Gewinn abwerfen, weist Decathlon nicht aus.
3f: Größe als Einkaufsvorteil
1,23 Milliarden verkaufte Artikel im Jahr verschaffen Decathlon bei Fertigern in China, Vietnam und Bangladesch eine starke Verhandlungsposition. Allein in China will der Konzern nach dem Reuters-Bericht die Zusammenarbeit mit mehr als 300 Zulieferern vertiefen.
Die Vizepräsidentin für China, Elodie Latour, sagte der Agentur, nirgends sonst stehe die ganze Wertschöpfungskette so vollständig an einem Ort zur Verfügung.
Netzwerkeffekte wie bei einer Plattform hat das Modell nur am Rand, beim Marktplatz.
3g: Was sich seit 2021 verschoben hat
Der digitale Anteil sprang von 8 Prozent im Jahr 2019 auf 21 Prozent 2021 und liegt seitdem bei rund einem Fünftel. Gewachsen ist stattdessen das Handelsvolumen fremder Händler auf dem Marktplatz, 2025 um 49 Prozent. Neu hinzugekommen sind Vermietung, Gebrauchtwaren im großen Stil und mit Bikeleasing ein Finanzgeschäft mit Arbeitgebern als Kunden.
Die Nettomarge lag 2021 bei 6,6 Prozent und 2025 bei 5,4 Prozent. Die Filialen, die Decathlon seitdem neu eröffnete, und der Umbau des Markenportfolios haben die Profitabilität bisher nicht verbessert.
Unsere Einordnung: Hinter der Marge von Decathlon stehen zwei Mechanismen. Der Konzern behält die Spanne, die sonst Markenhersteller wie Nike oder Adidas einstreichen, und er kauft in einer Menge ein, die bei jedem Zulieferer Gewicht hat. Marktplatz, Vermietung und Reparatur sind sinnvolle Ergänzungen, an den Zahlen von 2025 gemessen aber eher Kundenbindung als Ertragsquelle.
Wie groß ist die Marktmacht von Decathlon?

In Frankreich prägt Decathlon den Sporthandel, in Deutschland nicht: Hier lag die Kette 2025 mit 1,27 Milliarden Euro Umsatz weit hinter den Verbünden Intersport und Sport 2000. Die Macht von Decathlon liegt weniger im Marktanteil als in Eigenmarken, die sich kaum mit anderen Angeboten vergleichen lassen.
Eigene Läden gegen selbstständige Händler
Decathlon betreibt seine Filialen selbst, entwickelt die Ware und setzt die Preise zentral. Intersport und Sport 2000 sind Verbünde selbstständiger Händler, die gemeinsam einkaufen, eigene Marken haben, aber jeden Laden einzeln führen.
Weltweit kamen die Intersport-Händler 2025 auf 14,1 Milliarden Euro Umsatz in 5.260 Verkaufsstellen und 40 Ländern, ein Plus von 0,4 Prozent. Sport 2000 International meldete 5,3 Milliarden Euro. Decathlon setzte im selben Jahr 16,8 Milliarden Euro mit 1.902 Filialen um und wuchs zehnmal so schnell wie Intersport.
In Frankreich liegt Decathlon nach der Analyse von IntoTheMinds unter den Händlern mit breitem Sportsortiment bei 51 Prozent Marktanteil, vor Intersport mit 40 Prozent.
Für Deutschland schätzt derselbe Marktforscher den Anteil auf 5 Prozent, in den reifen Märkten Südeuropas auf 20 Prozent oder mehr.
Deutschland: der Herausforderer
Sport 2000 steigerte den Außenumsatz seiner deutschen Händler 2025 um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro, verteilt auf 785 Fachgeschäfte und 493 Läden mit breitem Sortiment. Intersport Deutschland meldete für das Geschäftsjahr 2024/25 rund 3,46 Milliarden Euro. Decathlon kommt mit 1,27 Milliarden Euro auf gut ein Drittel des Intersport-Umsatzes, bei einem Wachstum von 8,8 Prozent im Jahr 2025.
Die Kette baut ihr deutsches Netz entsprechend schnell aus: 18 neue Filialen im Jahr 2025, rund 25 im Jahr 2026, Ziel sind 150 bis Ende 2027. Neu sind kleine Läden in Fußgängerzonen und Flächen in den Läden anderer Händler, drei bei Galeria in Kassel, Freiburg und Duisburg seit November 2025, eine im Münchner MediaMarkt seit März 2026 und vier weitere MediaMarkt-Flächen ab November 2026.
Für MediaMarkt, dessen Geschäftsmodell mit Garantien und Provisionen wir im Oktober seziert haben, ist der Untermieter ein Weg, große Märkte mit Kundschaft zu füllen. Decathlon spart sich Bauzeit und Standortsuche und findet bei knapp 400 MediaMarkt-Märkten in Deutschland viele mögliche Flächen.
Kundenbindung ohne Vertrag
Einen Vertrag, der Kunden bindet, hat Decathlon nicht. Jeder kann morgen bei Intersport oder Amazon kaufen.
Die Bindung entsteht leiser: Einen Kiprun-Laufschuh oder ein Quechua-Zelt verkauft nur Decathlon selbst, ein direkter Preisvergleich mit demselben Produkt bei einem anderen Händler ist damit unmöglich.
Unsere Einschätzung: Diese Unvergleichbarkeit ist die eigentliche Marktmacht von Decathlon. Ein Händler mit Nike-Schuhen konkurriert mit jedem Onlineshop um wenige Euro, beim Händler mit eigener Marke entscheidet allein das Gefühl des Kunden, ob der Preis angemessen ist. Solange die Kundschaft den Preis für niedrig hält, bleibt dieser Vorteil bestehen.
Ein Fertiger, der einen großen Teil seiner Ware für Decathlon fertigt, kann den Kunden nicht einfach wechseln, umgekehrt hat Decathlon nach der Disclose-Recherche mehr als 1.200 Alternativen.
Wer ist bei Decathlon eigentlich das Produkt?

Bei Decathlon ist der Kunde Käufer, nicht Ware. Die Kosten der niedrigen Preise tragen vor allem Fertiger in Asien und deren Beschäftigte, über deren Arbeitsbedingungen Disclose und France 2 im Februar 2025 schwere Vorwürfe erhoben. Decathlon verurteilt jede Form von Zwangsarbeit und weist die Vorwürfe zurück.
Der Kunde zahlt mit Geld, nicht mit Daten
Anders als bei Plattformen wie Meta oder Google bezahlt die Kundschaft bei Decathlon mit Geld, nicht mit Aufmerksamkeit. Mit einem Kundenkonto gibt man zwar Einkaufsdaten preis, ein Werbegeschäft mit diesen Daten weist der Konzern aber nicht aus.
Als Lieferant tritt die Kundschaft auf, sobald sie gebrauchte Ausrüstung zurückgibt. 1,58 Millionen Artikel verkaufte Decathlon 2025 aus zweiter Hand.
Wo die niedrigen Preise entstehen
Im Februar 2025 veröffentlichten das Investigativportal Disclose und die Sendung Cash Investigation des Senders France 2 eine Recherche über die Lieferkette. Nach ihrer Darstellung arbeitet Decathlon mit 1.264 Zulieferern weltweit und nur neun eigenen Werken, die wichtigsten Fertiger sitzen in China, Vietnam und Bangladesch. Bei einem Kinderschuh, der in Frankreich 25 Euro kostet, beziffert Disclose die Herstellungskosten in Bangladesch auf 8,61 Euro.
Disclose und France 2 berichteten, der chinesische Textilkonzern Qingdao Jifa, ein Lieferant von Decathlon, stütze sich auf ein Netz von Zwangsarbeit, und Baumwolle in einem Werk könne aus der Region Xinjiang stammen, in der nach Berichten von Menschenrechtsorganisationen Uiguren zur Arbeit gezwungen werden.
Decathlon bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Geschäftsbeziehung zu Qingdao Jifa und verurteilte jede Form von Zwangsarbeit. Die gesamte verwendete Baumwolle stamme aus Quellen mit verantwortungsvollen Anbaupraktiken, und sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde der Konzern alle nötigen Maßnahmen ergreifen. Ein Gericht oder eine Behörde hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert, soweit wir das recherchieren konnten.
Beschäftigte zwischen Lohn und Aktie
Gut die Hälfte der Beschäftigten ist am Unternehmen beteiligt, zugleich streiken Teile der Belegschaft für höhere Löhne.
Im Dezember 2024 rief die Gewerkschaft CFDT nach der Milliardenausschüttung an die Eigentümer zum Streik auf, im Juni 2026 folgte ein landesweiter Streik in Frankreich, wie das Portal Presse-citron berichtete.
Zehn Tage danach kündigte Decathlon Gratisaktien im Wert von durchschnittlich rund 2.000 Euro für alle Beschäftigten an, die mindestens drei Monate im Unternehmen sind, mit einer Haltefrist bis 2029. Konzernchef Javier López begründete den Schritt mit dem Satz: „Ein Unternehmen ist stärker, wenn diejenigen, die es aufbauen, einen Teil davon besitzen.“
Die Händler auf dem Marktplatz
Eine kleinere Gruppe sind die fremden Händler auf dem Marktplatz. Diese Händler liefern Sortiment, das Decathlon nicht selbst entwickelt, zahlen Provision und eine monatliche Gebühr und kommen nur auf Einladung herein. Die Lage der Marktplatzhändler ähnelt der von Händlern auf Amazon, nur in viel kleinerem Maßstab.
In welcher Rolle erleben Sie Decathlon? Als Kunde kennen Sie die Kette meist als Anbieter günstiger Ausrüstung. Eine Näherin in Bangladesch erlebt dieselbe Kette als Auftraggeber, der den Preis vorgibt.
Was kostet ein Decathlon-Artikel wirklich, und wer trägt die Kosten?

Von einem Kinderschuh für 25 Euro gehen in Frankreich 4,17 Euro Mehrwertsteuer an den Staat. Die Herstellung in Bangladesch kostet nach Recherchen von Disclose 8,61 Euro. Rechnet man mit den Konzernzahlen 2025, bleiben Decathlon rund 2,23 Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und 1,13 Euro Gewinn.
Ein Kinderschuh, durchgerechnet
Decathlon veröffentlicht keine Marge je Produkt. Für ein einzelnes Modell, den Kinderschuh PW 540 JR, hat Disclose aber die Herstellungskosten recherchiert. Kombiniert man diese Zahl mit den Konzernmargen von 2025, entsteht eine Durchschnittsrechnung, die zeigt, wie viel Spielraum zwischen Fabrik und Kasse liegt. Einzelne Artikel weichen davon ab, ein Fahrrad hat eine andere Spanne als ein Paar Socken.
| Bestandteil | Euro je Paar | Anteil am Nettopreis |
|---|---|---|
| Ladenpreis in Frankreich | 25,00 € | Ausgangswert |
| Mehrwertsteuer (20 %) | 4,17 € | vorab abgezogen |
| Nettopreis | 20,83 € | 100 % |
| Herstellung in Bangladesch (Disclose) | 8,61 € | 41,3 % |
| Transport, Zoll, Entwicklung, Lager, Filiale, Personal, Werbung, Verwaltung | 9,99 € | 48,0 % |
| EBITDA im Konzernschnitt (10,7 %) | 2,23 € | 10,7 % |
| davon Gewinn nach Steuern im Konzernschnitt (5,4 %) | 1,13 € | 5,4 % |
Die Rechnung stammt von der Redaktion und setzt eine Zahl aus der Disclose-Recherche mit den Durchschnittsmargen des Konzerns zusammen. Das Ergebnis zeigt eine Größenordnung, keine Kalkulation von Decathlon.
Knapp die Hälfte des Nettopreises entfällt erst nach der Fertigung auf Schiff, Lager, Filiale und Personal. Ein Markenhersteller, der über einen Händler verkauft, müsste aus derselben Spanne auch noch die Marge des Händlers bezahlen.
Der Durchschnittspreis
Decathlon wirbt mit niedrigen Preisen, und die Zahlen stützen das zumindest im Durchschnitt: Rechnerisch brachte jeder der 1,23 Milliarden verkauften Artikel 2025 nur 13,66 Euro Umsatz. 2024 kamen auf 1,18 Milliarden Artikel 16,2 Milliarden Euro Umsatz, im Schnitt 13,73 Euro je Stück. Der Durchschnitt blieb damit fast gleich, das Wachstum kam aus der größeren Menge.
Ob Decathlon Preissenkungen bei Rohstoffen schneller weitergibt als Erhöhungen, lässt sich mit den veröffentlichten Zahlen nicht prüfen.
Die Kosten auf dem Marktplatz
Ein fremder Händler, der über den Marktplatz von Decathlon ein Paar Wanderstöcke für 100 Euro verkaufte, zahlte je nach Einstufung der Warengruppe zwischen 9 und 18 Euro Provision, dazu kämen 40 Euro Grundgebühr im Monat. Die Zahlen stammen aus einem Ratgeber des Softwareanbieters eDesk. Für kleine Händler mit wenigen Verkäufen im Monat fällt die feste Gebühr stärker ins Gewicht als für große.
Das Fahrrad über den Arbeitgeber
Mit Bikeleasing verdient Decathlon an einem Modell, bei dem der Staat einen Teil der Kosten übernimmt. Beschäftigte leasen ein Fahrrad über ihren Arbeitgeber und zahlen die Rate aus dem Bruttogehalt. Den privaten Nutzen versteuern die Beschäftigten nur mit 0,25 Prozent des Listenpreises im Monat, wie das Verbraucherportal Finanztip erklärt. Arbeitgeber, Beschäftigte und Leasinggesellschaft teilen sich so einen Steuervorteil, den die Allgemeinheit bezahlt.
Wer am Ende zahlt
Die Fertiger in Asien liefern zu Preisen, die Decathlon mit seiner Einkaufsmenge setzt. Fremde Händler zahlen für den Zugang zur Kundschaft, und der Steuerzahler beteiligt sich am Dienstrad.
Die Kundschaft zahlt wenig für das einzelne Produkt und bekommt dafür Ware, deren Lebensdauer sie selbst einschätzen muss.
Rechnet man die Konzernmargen auf einen Kinderschuh für 25 Euro um, bleibt Decathlon gut ein Euro Gewinn. Eine Produktmarge veröffentlicht Decathlon nicht, die Rechnung zeigt den Konzernschnitt.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Am meisten profitieren die Eigentümer: Ende 2024 schüttete Decathlon rund eine Milliarde Euro an den Familienverband Mulliez aus. Gewinner sind auch Vermieter wie MediaMarkt, Galeria und Ikea sowie die Innenstädte, in die Decathlon zieht. Unter Druck stehen Fertiger in Asien und der kleinere Sportfachhandel.
Die Milliarde für die Eigentümer
Ende November 2024 wurde bekannt, dass Decathlon rund eine Milliarde Euro an seinen Hauptaktionär ausschüttet, den Familienverband Mulliez. Der damalige Verwaltungsratschef Fabien Derville sagte der Regionalzeitung La Voix du Nord, das Geld stamme aus Gewinnen früherer Jahre, die nie ausgeschüttet worden seien, und werde nicht in den Taschen der Aktionäre landen, sondern neue Geschäftsfelder finanzieren. Derville nannte den Zeitpunkt nicht ideal, und heikel war die Ausschüttung tatsächlich. Wenige Wochen zuvor hatte Auchan, ebenfalls im Besitz der Familie Mulliez, den Abbau von 2.389 Stellen angekündigt.
Die Gewerkschaft CFDT rief daraufhin zum Streik bei Decathlon auf. Derville hielt dagegen, die Ausschüttung stamme nicht aus dem laufenden Ergebnis und berühre die Lohnverhandlungen nicht.
Für die Beschäftigten im Laden ist dieser Unterschied schwer zu vermitteln, bilanziell trifft die Unterscheidung zu: Die Milliarde ist eine Entnahme aus Rücklagen, keine Kürzung beim Personal.
Die beschäftigten Aktionäre
Gut die Hälfte der Beschäftigten profitiert ebenfalls als Miteigentümer, mit einem deutlich kleineren Anteil. Die Gratisaktien vom Juni 2026, im Schnitt rund 2.000 Euro je Person, sollen die Zahl der beschäftigten Aktionäre auf bis zu 90.000 erhöhen, so das Ziel des Konzerns. Verkaufen dürfen die Empfänger frühestens 2029.
Vermieter und Innenstädte
MediaMarkt, Galeria und Ikea gewinnen einen Mieter, der zusätzliche Kundschaft in ihre großen Läden bringt, so begründet MediaMarkt die Partnerschaft. Ikea setzt auf kompaktere Formate und vermietet Decathlon in Hamburg-Altona rund 4.600 Quadratmeter.
Ikea selbst haben wir in einem eigenen Beitrag über das Geschäftsmodell des Möbelkonzerns untersucht.
Decathlon eröffnete 2025 Filialen an der Stuttgarter Königstraße und am Münchner Stachus und plant weitere kleine Läden in Fußgängerzonen. Für die Standortgemeinden heißt das: Arbeitsplätze im Verkauf, in Deutschland rund 1.000 zusätzliche Stellen bis Ende 2027.
Wer unter Druck gerät
Kleinere Sportfachhändler stehen einem Gegner gegenüber, der Eigenmarken zu Preisen anbietet, die ein unabhängiger Händler mit Markenware schwer erreichen kann. Der Verbund Sport 2000 wuchs 2025 in Deutschland trotzdem um 15 Prozent, Decathlon verdrängt den Fachhandel also nicht zwangsläufig.
Fertiger in Asien verdienen am Volumen, haben gegenüber einem Abnehmer dieser Größe aber wenig Verhandlungsmacht. Bei einem Kinderschuh für 25 Euro entfallen nach der Disclose-Recherche 8,61 Euro auf die Herstellung, und dieser Betrag deckt Material, Fabrik und Löhne.
| Gruppe | Gewinnt oder verliert | Beleg |
|---|---|---|
| Familienverband Mulliez | gewinnt | rund 1 Mrd. € Ausschüttung Ende 2024 |
| Beschäftigte mit Aktien | gewinnen | 52.491 Aktionäre, Gratisaktien im Schnitt rund 2.000 € |
| Beschäftigte ohne höheren Lohn | unter Druck | Streiks Dezember 2024 und Juni 2026 in Frankreich |
| MediaMarkt, Galeria, Ikea | gewinnen | Mieter für große Flächen, 4 neue MediaMarkt-Standorte ab November 2026 |
| Innenstädte | gewinnen | neue Filialen an Königstraße und Stachus, rund 25 Eröffnungen 2026 |
| Kleiner Sportfachhandel | unter Druck | Eigenmarken ohne direkten Preisvergleich |
| Fertiger in Asien | abhängig | 1.264 Zulieferer laut Disclose, Herstellung eines Kinderschuhs 8,61 € |
Unsere Einordnung: Decathlon verteilt seinen Erfolg auf mehr Köpfe als ein reiner Familienkonzern, auf gut 52.000 beschäftigte Aktionäre und eine Stiftung, die 2025 insgesamt 168 neue Projekte in 26 Ländern förderte. Den größten Teil aber erhält die Familie, und die Milliarde von 2024 entspricht mehr als einem vollen Jahresgewinn.
Decathlon setzt 3 Milliarden Euro mehr um als 2021, verdient aber keinen Euro mehr.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Wie politisch ist Decathlon?

Decathlon betreibt Lobbyarbeit vor allem in Frankreich. Für 2024 meldete der Konzern der Behörde HATVP zwischen 300.000 und 400.000 Euro für Lobbyarbeit, unter anderem gegen eine Textilsteuer und für schärfere Regeln gegen Billigmode von Plattformen wie Shein. Im deutschen Lobbyregister steht Decathlon nicht.
Was in Paris gemeldet wird
Seit Dezember 2018 steht Decathlon im Register der französischen Hohen Behörde für Transparenz im öffentlichen Leben, kurz HATVP.
Die Meldungen schwanken stark: 2021 gab der Konzern zwischen 200.000 und 300.000 Euro für Interessenvertretung an, 2023 nur 10.000 bis 25.000 Euro, 2024 dann 300.000 bis 400.000 Euro bei 16 gemeldeten Aktivitäten.
Die Themen von 2024 zeigen, wo das Geschäftsmodell politisch verwundbar ist. Decathlon setzte sich für Sonderregeln bei der geplanten Umweltkennzeichnung technischer Sportprodukte ein und sprach sich gegen eine Textilsteuer aus, die sich an dieser Kennzeichnung orientieren sollte. Beim Gesetz gegen die Billigmode von Onlineplattformen warb der Konzern dafür, den CO₂-Fußabdruck des Transports zu berücksichtigen, was Händler mit Lagern in Europa gegenüber Direktversendern aus China begünstigen würde.
Hinzu kamen Steuerthemen im Haushaltsgesetz 2025, etwa die Steuergutschrift für Forschung und die Sonderabgabe für große Unternehmen. 2023 hatte Decathlon für einen niedrigeren Mehrwertsteuersatz auf Reparaturen geworben, 2022 für eine Ausweitung der Sonntagsöffnung von Sportgeschäften.
Für das Jahr 2025 fand sich im Register am 1. November 2026 keine Meldung, die Behörde führt die Tätigkeit als nicht gemeldet. Die Frist für 2025 lief Ende März 2026 ab.
Deutschland und Brüssel
Im Lobbyregister des Deutschen Bundestags ergab eine Suche nach Decathlon am 1. November 2026 keinen Treffer. Für Frankreich nennt das HATVP-Register die Mitgliedschaft im Branchenverband Union Sport et Cycle, im Handelsverband FCD und im Filialistenverband Procos, Decathlon wirkt also auch über Verbände auf die Politik ein.
Wichtiger als jede Lobbymeldung ist für Decathlon eine Regel aus Brüssel. Ab dem 14. Dezember 2027 gilt die EU-Verordnung 2024/3015, die den Verkauf von Produkten aus Zwangsarbeit in der EU verbietet, unabhängig davon, wo die Zwangsarbeit stattfand.
Ein Händler mit mehr als 300 Zulieferern in China und Vorwürfen gegen einen Textillieferanten muss bis dahin genau wissen, woher Baumwolle und Vorprodukte stammen.
In den USA verbietet bereits ein Gesetz Einfuhren aus der Region Xinjiang, sofern Unternehmen keine Nachweise erbringen. Decathlon erklärte gegenüber AFP, in den USA keine in China hergestellten Produkte zu verkaufen.
Das Bild nach außen
Decathlon präsentiert sich als Marke, die Sport für alle erschwinglich macht.
Der Konzern stattete 2024 die 45.000 Freiwilligen der Olympischen Spiele in Paris aus und ist seit 2025 Eigentümer eines Radsportteams in der World Tour.
Unsere Einordnung: Die Lobbythemen passen zu einem Händler, der in Europa lagert, eigene Ware entwickelt und gegen Direktversender aus China antritt. Politisch angreifbar bleibt Decathlon dort, wo diese Ware herkommt, und zu diesem Punkt hat der Konzern bei der HATVP keine Lobbyarbeit gemeldet.
Was könnte Decathlon zu Fall bringen?

Das größte Risiko liegt in der Lieferkette: Ab Dezember 2027 verbietet die EU Produkte aus Zwangsarbeit, und Decathlon lässt in China bei mehr als 300 Zulieferern fertigen. Hinzu kommen die dünne Marge in Deutschland, Lohnkonflikte in Frankreich und die Abhängigkeit des Dienstradgeschäfts von einer Steuerbegünstigung.
Die Lieferkette als Achillesferse
Das Modell funktioniert nur, solange die Fertigung in Asien billig, verlässlich und politisch unbedenklich bleibt. Alle drei Bedingungen stehen unter Druck.
Die EU-Zwangsarbeitsverordnung erlaubt Behörden ab Ende 2027, Produkte vom Markt zu nehmen, und die Vorwürfe gegen den Textillieferanten Qingdao Jifa zeigen, wie schnell ein Zulieferer zum Thema in den Abendnachrichten wird.
Gleichzeitig vertieft Decathlon die Bindung an China. Elodie Latour, Vizepräsidentin für China, begründete die engere Bindung gegenüber Reuters mit der Geschwindigkeit, mit der dort ein Produkt von der Idee ins Regal kommt. Fiele dieser Standort durch einen Handelskonflikt oder eine militärische Eskalation in der Region aus, träfe das Decathlon härter als einen Händler, der fertige Markenware kauft und den Lieferanten wechseln kann.
Deutschland: Wachstum ohne Ertrag
In Deutschland wächst der Umsatz deutlich schneller als das Ergebnis. 2025 lag das operative Ergebnis mit 28,1 Millionen Euro unter dem Wert von 2023, als die Landesgesellschaft mehr als 38 Millionen Euro verdiente, obwohl der Umsatz seit 2023 um gut 11 Prozent stieg.
Jede neue Filiale kostet Miete, Personal und Umbau, und rund 25 Eröffnungen allein 2026 erhöhen die Fixkosten weiter.
Bleibt die Konsumstimmung schwach, könnten viele dieser Standorte länger brauchen als geplant, bis sie Geld verdienen. Sport 2000 wuchs 2025 im selben Markt um 15 Prozent, der Wettbewerb schläft also nicht.
Personal und Führung
Zwei Streiks in Frankreich binnen anderthalb Jahren und drei Wechsel an der Spitze von Verwaltungsrat und Geschäftsführung seit 2022 zeigen, dass der Konzern im Inneren unruhiger ist als seine Zahlen.
Die Gratisaktien vom Juni 2026 sind ein Versuch, Beschäftigte langfristig zu binden, sie ersetzen aber keine Lohnerhöhung.
Das Dienstrad hängt am Steuerrecht
Das Geschäft von Bikeleasing lebt von der steuerlichen Begünstigung der Diensträder, die der Gesetzgeber jederzeit ändern kann. Fällt die Begünstigung weg oder schrumpft der Vorteil, könnte das Modell für viele Arbeitgeber seinen Reiz verlieren.
Drei Szenarien für die nächsten fünf Jahre
- Optimistisch: Decathlon erreicht in Deutschland 150 Filialen, die neuen Standorte erzielen nach der Anlaufphase Konzernmargen, und die Lieferkette übersteht die EU-Prüfungen ohne Rückrufe.
- Realistisch: Der Umsatz wächst weiter um einige Prozent im Jahr, der Gewinn bleibt bei rund 900 Millionen Euro, weil Investitionen in Deutschland, Indien und Dienstleistungen einen Teil der Marge verbrauchen.
- Pessimistisch: Ein Handelskonflikt mit China oder ein Verbot nach der Zwangsarbeitsverordnung trifft wichtige Warengruppen, und die Politik kürzt die Steuervorteile für Diensträder.
Weil Decathlon die Ware selbst entwirft und in Auftrag gibt, steht der Konzern für jede Fabrik seiner Lieferkette ein. Ab Dezember 2027 kann die EU Ware aus Zwangsarbeit vom Markt nehmen lassen.
Was bedeutet Decathlon für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Verbraucher bekommen mehr Filialen in Innenstädten und Fachmärkten, dazu Reparatur, Verleih und Gebrauchtware. Auf Sportfachhändler kommt ein Wettbewerber zu, der bis Ende 2027 rund 45 Standorte eröffnen will. Händler und Hersteller können über den Marktplatz verkaufen, zahlen dafür aber Provision.
Der Aufhänger, eingeordnet
Die vier neuen Flächen in MediaMarkt-Filialen öffnen im November 2026: Bremen am 6. November, Berlin-Tegel eine Woche später, Weilheim am 27. November und Salzgitter voraussichtlich Ende des Monats, zusammen rund 5.300 Quadratmeter. Im Sommer 2027 folgt der größte Decathlon in der Region Hamburg im Ikea in Altona.
Für Decathlon ist der Weg über fremde Märkte schneller und billiger als ein eigener Neubau. Für die Partner bringt er Kundschaft, die sonst nicht käme.
Unter Druck geraten am ehesten Fachgeschäfte in den Städten, in die Decathlon neu kommt, etwa in Weilheim oder Salzgitter.
Für Verbraucher
Beim Preisvergleich gehen Sie bei Decathlon anders vor als anderswo. Weil Eigenmarken nur dort zu haben sind, vergleichen Sie Ausstattung und Material, nicht denselben Artikel bei verschiedenen Händlern. Bewertungen anderer Käufer und die Angaben zur Reparierbarkeit helfen dabei mehr als der Preis allein.
Die Werkstätten reparierten 2025 in Deutschland mehr als 152.000 Artikel.
Bei Fahrrädern und Zelten lohnt die Frage nach einer Reparatur, bevor Sie neu kaufen, und für seltene Anlässe wie einen Skiurlaub ist die Miete eine Alternative zum Kauf.
Bietet Ihr Arbeitgeber ein Dienstrad an, kann der Anbieter seit Juli 2026 zu Decathlon gehören. Rechnen Sie die Rate gegen den Kaufpreis, die Steuerersparnis und die Leasingdauer, bevor Sie unterschreiben.
Für Sportfachhändler
Gegen eine Kette mit 1,23 Milliarden verkauften Artikeln im Jahr gewinnt ein unabhängiger Händler keinen Preiskampf. Der Verbund Sport 2000 zeigt mit 15 Prozent Wachstum 2025, dass Beratung, Spezialisierung und starke Herstellermarken im deutschen Markt Platz finden. Umkämpft sind vor allem Laufsport und Mobilität mit Fahrrädern und E-Bikes, deren Umsatz bei Decathlon Deutschland 2025 um 23 beziehungsweise 13 Prozent wuchs.
Unser Rat: Fachhändler sollten nicht dort antreten, wo Decathlon am stärksten ist, beim günstigen Einstiegsprodukt, sondern dort, wo Kundschaft Beratung bezahlt, bei Laufanalyse, Radwerkstatt und Ausrüstung für Fortgeschrittene.
Für Hersteller und Onlinehändler
Der Marktplatz von Decathlon steht nur auf Einladung offen und kostet 9 bis 18 Prozent Provision plus 40 Euro im Monat. Für eine Nischenmarke kann das ein Zugang zu einer großen Kundschaft sein. Vergleichen sollten Sie die Konditionen mit anderen Plattformen, etwa mit Zalando, über dessen Verdienst an jeder Bestellung wir berichtet haben. Bedenken Sie, dass Decathlon dieselbe Kundschaft auch mit eigenen Marken bedient.
Für Vermieter großer Handelsflächen ist das Modell der Shop-in-Shops eine neue Option. Galeria und MediaMarkt machen das in Deutschland bereits vor, Ikea folgt 2027.
Drei Szenarien für die kommenden zwölf Monate
| Szenario | Was passiert | Folge für deutsche Leser |
|---|---|---|
| Optimistisch | Rund 25 Eröffnungen 2026 gelingen, weitere Shop-in-Shops folgen | Mehr Auswahl in kleineren Städten, mehr Werkstätten |
| Realistisch | Wachstum im einstelligen Prozentbereich, Ergebnis in Deutschland bleibt dünn | Stabile Preise, harter Wettbewerb im Lauf- und Radsport |
| Pessimistisch | Schwache Konsumstimmung, Lieferprobleme aus Asien | Weniger Eröffnungen, kleinere Sortimente |
Ob Decathlon in Deutschland die Marge des Konzerns erreicht, hängt weniger an der Zahl der Filialen als daran, ob die neuen Standorte nach der Anlaufzeit Gewinn abwerfen. Die nächsten Jahreszahlen erwarten wir im Frühjahr 2027.
Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Sporthandel und Lieferkette

Außenumsatz
Der Außenumsatz ist die Summe der Umsätze, die selbstständige Händler eines Verbunds mit ihren Kunden erzielen. Der Wert steht nicht im Abschluss der Zentrale, die nur Einkauf, Marketing und Dienstleistungen abrechnet. Intersport und Sport 2000 melden ihre Größe so, Decathlon dagegen seinen eigenen Konzernumsatz.
Dienstradleasing
Beim Dienstradleasing least ein Arbeitgeber ein Fahrrad und überlässt das Rad Beschäftigten, die Rate wird meist aus dem Bruttogehalt bezahlt. Steuerlich wird der private Nutzen bei einer Gehaltsumwandlung mit 0,25 Prozent des Listenpreises im Monat angesetzt. Decathlon ist über Bikeleasing in diesem Markt aktiv.
EBITDA
Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl zeigt, was das laufende Geschäft erwirtschaftet, bevor Investitionen in Filialen und Lager über Abschreibungen das Ergebnis mindern. Decathlon meldete für 2025 ein EBITDA von 1,8 Milliarden Euro, 21 Prozent mehr als im Vorjahr.
Eigenmarke
Eine Eigenmarke gehört dem Händler selbst und wird nur in dessen Kanälen verkauft. Der Händler entwickelt das Produkt selbst oder mit Partnern und vergibt die Fertigung an Zulieferer. Bei Decathlon prägen Eigenmarken das Sortiment, ihr genauer Anteil am Umsatz ist nicht veröffentlicht.
Gratisaktie
Eine Gratisaktie ist eine Aktie, die der Empfänger ohne Zahlung erhält, etwa bei einer Kapitalerhöhung aus Rücklagen oder als Beteiligung der Belegschaft. Decathlon kündigte im Juni 2026 solche Aktien im Wert von durchschnittlich rund 2.000 Euro für Beschäftigte an, die mindestens drei Monate im Unternehmen sind. Verkaufen dürfen die Empfänger frühestens 2029.
Handelsvolumen
Das Handelsvolumen eines Händlers mit Marktplatz umfasst alle Verkäufe über seine Kanäle, auch die Ware fremder Händler. Im Umsatz taucht davon nur die Provision auf. Bei Decathlon lag das Handelsvolumen 2025 bei 20,7 Milliarden Euro, der Umsatz bei 16,8 Milliarden Euro.
HATVP
Die HATVP ist die französische Hohe Behörde für Transparenz im öffentlichen Leben. Die Behörde führt das Register der Interessenvertreter, in dem Unternehmen jährlich Themen, Ansprechpartner und Ausgaben für Lobbyarbeit in Spannen melden müssen. Decathlon steht seit Dezember 2018 im Register.
Mitarbeiterbeteiligung
Bei einer Mitarbeiterbeteiligung halten Beschäftigte Anteile am Unternehmen, für das sie arbeiten, und erhalten dafür einen Teil der Gewinne. Decathlon bietet das in Frankreich seit 1987 an. Ende 2025 waren 52.491 Beschäftigte beteiligt, 51 Prozent der Belegschaft.
Nettomarge
Die Nettomarge gibt an, welcher Anteil des Umsatzes nach allen Kosten, Zinsen und Steuern als Gewinn bleibt. Sie misst die Ertragskraft über alle Geschäftsbereiche hinweg. Bei Decathlon lag die Nettomarge 2025 bei 5,4 Prozent, 2021 noch bei 6,6 Prozent.
Provision
Eine Provision zahlt ein fremder Händler an den Betreiber eines Marktplatzes, meist als Prozentsatz des Verkaufspreises. Bei Decathlon liegt der Satz nach einem Ratgeber von eDesk je nach Warengruppe zwischen 9 und 18 Prozent, dazu kommt eine feste Grundgebühr von 40 Euro im Monat.
Shop-in-Shop
Ein Shop-in-Shop ist eine abgegrenzte Verkaufsfläche eines Händlers im Laden eines anderen. Der Gastgeber füllt seine Fläche und gewinnt Kundschaft, der Gast spart sich Neubau und Standortsuche. Decathlon nutzt das Modell in Deutschland bei Galeria, MediaMarkt und ab 2027 bei Ikea.
Verbundgruppe
Eine Verbundgruppe ist ein Zusammenschluss selbstständiger Händler, die gemeinsam einkaufen, werben und teils Eigenmarken führen, ihre Läden aber eigenständig betreiben. Intersport und Sport 2000 sind im Sporthandel die größten Verbünde in Deutschland und die wichtigsten Wettbewerber von Decathlon.
Vertikale Integration
Bei vertikaler Integration übernimmt ein Unternehmen mehrere Stufen der Wertschöpfung selbst, etwa Entwicklung, Einkauf, Logistik und Verkauf. Decathlon nennt dieses Modell aus Entwicklung, Produktion und Vertrieb seinen wichtigsten Wettbewerbsvorteil. Die Spanne zwischen Fabrik und Kasse bleibt dadurch im Konzern.
Zwangsarbeitsverordnung
Die Zwangsarbeitsverordnung der EU, Verordnung 2024/3015, verbietet ab dem 14. Dezember 2027, in Zwangsarbeit hergestellte Produkte in der EU anzubieten oder auszuführen. Die Herkunft der Ware spielt dabei keine Rolle. Behörden können verlangen, betroffene Produkte vom Markt zu nehmen.
FAQ: Wie verdient Decathlon 910 Millionen Euro mit Eigenmarken?

Wem gehört Decathlon?
Größter Eigentümer von Decathlon ist der Familienverband Mulliez, dem auch die Handelskette Auchan gehört. Daneben sind die Gründerfamilie Leclercq und mehr als 52.000 Beschäftigte beteiligt. Den Verwaltungsrat führt seit März 2025 Julien Leclercq, Konzernchef ist Javier López.
Ist Decathlon an der Börse?
Nein, Decathlon ist nicht börsennotiert. Anteile halten die Eigentümerfamilien und Beschäftigte, an der Börse lassen sich keine Aktien kaufen. Der Konzern veröffentlicht deshalb nur ausgewählte Kennzahlen wie Umsatz, EBITDA und Nettoergebnis und keine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung nach Sparten.
Wie viele Filialen hat Decathlon in Deutschland?
Ende 2025 hatte Decathlon in Deutschland 105 Standorte. 2026 sollen rund 25 hinzukommen, bis Ende 2027 will die Kette 150 erreichen. Mitgezählt sind auch kleinere Läden in Innenstädten und Flächen in Filialen von Galeria und MediaMarkt.
Wo werden Decathlon-Produkte hergestellt?
Decathlon lässt den größten Teil seiner Ware bei Zulieferern fertigen, vor allem in China, Vietnam und Bangladesch. Das Recherchebüro Disclose zählte 1.264 Zulieferer und neun eigene Werke. In China arbeitet Decathlon mit mehr als 300 Zulieferern zusammen.
Welche Marken gehören zu Decathlon?
Seit 2024 führt Decathlon neun Marken für breite Zielgruppen, darunter Quechua, Tribord, Kipsta, Domyos, Btwin und Rockrider, sowie die vier Expertenmarken Van Rysel, Simond, Kiprun und Solognac. Zum Konzern gehören außerdem der Onlinehändler Bergfreunde und 65 Prozent an Bikeleasing.
Woher kommt Decathlon?
Decathlon stammt aus Nordfrankreich. Der erste Laden öffnete 1976 in Englos bei Lille, der Sitz des Konzerns ist Villeneuve-d’Ascq. Die deutsche Landesgesellschaft sitzt in Plochingen bei Stuttgart, die erste deutsche Filiale eröffnete 1986 in Dortmund.
Quellen
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