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Ein Bundesgericht in Mississippi hat den Antrag von Elon Musks KI-Firma xAI abgelehnt, die Klage der Bürgerrechtsorganisation NAACP gegen das Gaskraftwerk von Colossus 2 abzuweisen. Die Gasturbinen in Southaven fallen nach dem Beschluss nicht unter die Ausnahme für mobile Anlagen und brauchen eine Genehmigung für ihren Schadstoffausstoß. Einen Tag später nannte Musk auf X Namen und Termine für zwei weitere Hallen mit zusammen rund 420.000 Nvidia-Chips.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was hat das Gericht entschieden?
  2. Wie baut Musk Colossus 2 aus?
  3. Was heißt das für Rechenzentren in Deutschland?
  4. Mehr Newshunger?

Um Mitternacht und am Morgen danach sei er die Baustelle abgegangen, schrieb der SpaceX-Chef am Samstag. „Gun Range liegt im Plan und soll bis Ende November laufen, Spam im Dezember.“[1] Den Beschluss vom Vortag erwähnt Musk nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Gericht wies alle drei Einwände von xAI zurück, das Verfahren läuft weiter.
  • Die Umweltbehörde von Mississippi hatte die Turbinen als mobil eingestuft, das Gericht folgt ihr nicht.
  • Bis Jahresende sollen in Colossus 2 rund 1,2 Millionen Nvidia-Chips in Betrieb sein.
  • Auch in Deutschland entscheidet eine Zwölf-Monats-Grenze, ob ein Kraftwerk eine Genehmigung braucht.

Was hat das Gericht entschieden?

Modell eines Triebwerks auf Anhänger mit Radkralle und Schild „Genehmigung?“
Bundesrichterin Brown lehnt xAI-Antrag ab: NAACP darf wegen Luftverschmutzung durch Turbinen klagen

Richterin Debra M. Brown vom Bundesbezirksgericht für den Norden Mississippis hat am 30. Oktober den Antrag von xAI und der Tochter MZX Tech abgelehnt. Die NAACP darf klagen, das Klagerecht für Bürger und Verbände im Luftreinhaltegesetz Clean Air Act verstößt nicht gegen die Verfassung, und die Turbinen fallen nicht unter die Ausnahme für mobile Emissionsquellen.[2] Das Verfahren läuft damit weiter. Über den Antrag der NAACP auf eine einstweilige Verfügung hat das Gericht noch nicht entschieden, ein ähnlicher Antrag des US-Justizministeriums war kurz zuvor gescheitert.[3]

Im Kern ging es um ein Schreiben der Umweltbehörde von Mississippi vom Juli 2025. Die Behörde stufte die Turbinen als „mobil“ und „vorübergehend“ ein, weil sie auf Anhängern stehen und weniger als zwölf Monate bleiben sollten. Brown hielt dagegen: Nach den Bundesvorschriften zählen nur Fahrzeuge und die Motoren mobiler Maschinen wie Baumaschinen als mobile Emissionsquellen, eine stationäre Gasturbine gehört nicht dazu. Warum die Standzeit für die Genehmigung zählen soll, sei unklar.[2]

Laut Klage, die das Gericht in diesem Stadium als zutreffend unterstellt, standen im April mindestens 27 Turbinen mit zusammen 495 Megawatt auf dem Gelände, aufgestellt zwischen August und Dezember 2025. Die NAACP verlangt ein Bußgeld von bis zu 124.426 Dollar je Tag und Verstoß, rund 108.000 €.[2] Mit dem Antrag vom Juni hatte xAI das Klagerecht der Bürger grundsätzlich bestritten.

Wie baut Musk Colossus 2 aus?

In zwei Hallen namens Macroharder und Minihard laufen nach Musks Angaben je 220.000 Nvidia-Chips vom Typ GB300, vernetzt über Netzwerkkarten mit 800 Gigabit pro Sekunde für das Training von KI-Modellen. Gun Range, benannt nach einem früheren Schießstand, bekommt dieselbe Ausstattung. Spam, eine frühere Lagerhalle des Lebensmittelkonzerns Hormel, soll rund 200.000 GB300 für den Betrieb fertiger Modelle bekommen, die sogenannte Inferenz.[1]

Den Unterschied begründet Musk mit der Verkabelung. Für Inferenz genüge ein viel einfacheres Netz mit weniger als der Hälfte der Glasfaser. Beim Training tauschen die Chips einer Halle dagegen laufend Zwischenergebnisse aus und brauchen dafür die schnellen Netzwerkkarten. Im September hatte Musk 1,21 Millionen Chips bis Ende Dezember angekündigt, die letzte Stufe nur „mit etwas Glück“. Jetzt nennt er rund 1,2 Millionen ohne diesen Vorbehalt.[4] Woher der Strom für die neuen Hallen kommt, schreibt er nicht.

Colossus 2: Ausbau und Klage
Rechenzentrum bei Memphis, Gaskraftwerk in Southaven (Mississippi), Stand 1. November 2026
1,2 Mio.
Nvidia-Chips der Blackwell-Reihe soll Colossus 2 laut Elon Musk bis Ende 2026 haben
495 MW
leisten laut Klage mindestens 27 Gasturbinen ohne Genehmigung für den Schadstoffausstoß, Stand April 2026
108.000 €
Bußgeld je Tag und Verstoß verlangt die NAACP höchstens
Stand des Verfahrens
Juli 2025
Umweltbehörde von Mississippi stuft die Turbinen als mobil und vorübergehend ein
14.04.2026
NAACP reicht Klage nach dem Clean Air Act ein
15.06.2026
xAI beantragt, die Klage abzuweisen
30.10.2026
Gericht lehnt ab, das Verfahren läuft weiter
offen
Entscheidung über die einstweilige Verfügung, danach Hauptverfahren

Was heißt das für Rechenzentren in Deutschland?

Auch das deutsche Recht kennt die Zwölf-Monats-Grenze. Gasturbinenanlagen ab 50 Megawatt Feuerungswärmeleistung brauchen eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz mit Beteiligung der Öffentlichkeit, sofern „den Umständen nach zu erwarten ist“, dass sie länger als zwölf Monate am selben Ort laufen.[5] Maßgeblich ist also, wie lange die Turbinen absehbar an einem Ort stehen, nicht ob sie Räder haben.

Ein Kraftwerk auf Anhängern bleibt ein Kraftwerk. Rechenleistung ohne Genehmigung ist ein Risiko für jeden Kunden, der sie bucht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Hinzu kommt das Energieeffizienzgesetz: Ab dem 1. Januar 2027 müssen Betreiber den Strom ihrer Rechenzentren bilanziell vollständig aus erneuerbaren Energien decken.[6] In Hessen plant die Argaman Group für ein Rechenzentrum in Birstein ein eigenes Kraftwerk in Schlüchtern, das zu 80 Prozent über Brennstoffzellen laufen soll. Unternehmen, die Rechenleistung bei Anbietern mit eigenen Gaskraftwerken buchen, sollten im Vertrag regeln, was bei einer behördlich oder gerichtlich erzwungenen Drosselung gilt. Die KI-Sparte von SpaceX macht rund zwei Drittel ihres Umsatzes mit einem einzigen Kunden, laut Bloomberg mit Anthropic.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Elon Musk auf XPost zum Ausbau von Colossus 2 (31.10.2026, englisch)
  2. U.S. District Court for the Northern District of MississippiNAACP v. X.AI Corp. und MZX Tech LLC, Opinion and Order, Az. 3:26-CV-74-DMB-JMV (30.10.2026, englisch, PDF)
  3. EarthjusticeCourt Denies xAI’s Motion to Dismiss Air Pollution Lawsuit Against Elon Musk’s Company (31.10.2026, englisch)
  4. Elon Musk auf XAntwort zur Zahl der Blackwell-Chips in Colossus 2 (31.10.2026, englisch)
  5. Bundesministerium der JustizVerordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV), § 1 und Anhang 1 Nr. 1.1
  6. Bundesministerium der JustizEnergieeffizienzgesetz (EnEfG), § 11 Klimaneutrale Rechenzentren

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