Meituan hat am 1. November das KI-Modell LongCat-2.5 vorgestellt, trainiert ausschließlich mit Chips chinesischer Hersteller. In Meituans eigenem Vergleich liegt das Modell bei Aufgaben für KI-Agenten nah an Claude Opus 5, beim Programmieren teils deutlich dahinter. Die Modelldateien zum Herunterladen kündigt der Konzern an, ein Termin fehlt noch.
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Den technischen Bericht hat das LongCat-Team im eigenen Blog veröffentlicht,[1] seit dem 2. November steht das Modell über die Programmierschnittstelle bereit.[2] LongCat-2.5 ist die fertige Fassung der Vorschau vom September. Das Modell umfasst 1,6 Billionen Parameter, rechnet pro Token aber nur mit rund 48 Milliarden davon, weil jeweils nur ein Teil seiner Teilnetze arbeitet.
Das Wichtigste in Kürze
- Jeder der chinesischen KI-Beschleuniger hat weniger als 80 GB Speicher, den Hersteller nennt Meituan nicht.
- Bei der Websuche liegt das Modell in Meituans Tests knapp vor Claude Opus 5, beim Schreiben von Softwaretests klar dahinter.
- Die neuere Version Claude Opus 5.5 fehlt im Vergleich.
- Die Schnittstelle kostet befristet 0,27 Euro je Million Eingabe-Token, die Modelldateien sollen auf GitHub und Hugging Face folgen.
Wie schneidet LongCat-2.5 im Vergleich ab?

Meituan stellt LongCat-2.5 in 31 Tests acht anderen Modellen gegenüber. Bei der Rechercheaufgabe BrowseComp erreicht das Modell 91,9 Punkte, Claude Opus 5 kommt auf 90,8.[1] Beim Schreiben von Softwaretests liegt LongCat-2.5 mit 47,8 Punkten klar hinter Opus 5 mit 62,2, beim Aufbau eines ganzen Code-Projekts aus einer Beschreibung lautet das Ergebnis 60,5 zu 75,3. Einen Teil der Vergleichswerte hat Meituan nach eigener Angabe selbst gemessen, den Rest aus veröffentlichten technischen Berichten, Blogs und offiziellen Ranglisten übernommen.
Der Abstand zum Vorgänger ist groß. Im Kommandozeilen-Test Terminal Bench 4.0 steigt der Wert von 3,0 bei LongCat-2.0 auf 38,5.[1] Die neuesten Konkurrenzmodelle fehlen allerdings: Meituan misst sich mit Opus 5 aus dem Juli, obwohl Anthropic im September Claude Opus 5.5 veröffentlicht hat.
Wie trainiert Meituan ohne Nvidia-Chips?
Die chinesischen KI-Beschleuniger haben laut technischem Bericht jeweils weniger als 80 GB Speicher.[1] Meituan verteilt die Arbeit deshalb so, dass der Datenaustausch zwischen den Chips innerhalb eines Rechnerverbunds bleibt, dessen interne Verbindungen schneller sind als die zwischen den Verbünden. Bei Trainingsläufen mit langen Texten verarbeitet jeder Chip so 86 Prozent mehr Daten in derselben Zeit als mit dem Standardverfahren.
Für den Betrieb speichert Meituan die Gewichte der Teilnetze mit 4 statt 8 Bit und rechnet auch die Zwischenergebnisse in diesem kleineren Format. Im Lasttest verarbeiteten die Server dadurch rund 43 Prozent mehr Text in derselben Zeit, die Wartezeit bis zum ersten Token sank um 16 Prozent.[1] Schon LongCat-2.0 war ganz ohne Nvidia entstanden, auch DeepSeek trainiert auf Huawei-Chips.
Meituan zeigt, dass ein konkurrenzfähiges KI-Modell auch ohne Nvidia-Chips entsteht. Den Vergleich mit Claude Opus 5.5 bleibt der Konzern schuldig.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet LongCat-2.5 für Unternehmen in der DACH-Region?
Die Schnittstelle kostet zum Start befristet 0,30 Dollar je Million Eingabe-Token und 1,20 Dollar je Million Ausgabe-Token, umgerechnet 0,27 und 1,07 Euro zum EZB-Kurs vom 30. Oktober.[3] Ein Enddatum für den Rabattpreis nennt Meituan nicht. Laut Dokumentation lässt sich das Modell in Claude Code und Codex eintragen, Entwicklerteams behalten also ihre gewohnten Werkzeuge.
Über die Schnittstelle gehen alle Eingaben an Meituan. Für China fehlt ein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission nach Art. 45 DSGVO,[4] für personenbezogene Daten brauchen Firmen deshalb Standardvertragsklauseln und eine eigene Prüfung. Der Ausweg ist der Betrieb auf eigenen Servern. Beim Vorgänger lud Meituan die Modelldateien fünf Tage nach dem Start unter MIT-Lizenz auf Hugging Face hoch.[5] Bis die Dateien von LongCat-2.5 erscheinen, sollten Kundendaten nur in die frei verfügbare Version 2.0 auf eigener Hardware gehen.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Meituan LongCatLongCat-2.5:面向智能体任务的原生多模态模型 (LongCat-2.5: ein von Grund auf multimodales Modell für Agentenaufgaben) (chinesisch)
- LongCat API PlatformLongCat API Platform Change Log (englisch, Eintrag vom 2. November 2026)
- LongCat API PlatformLongCat API Pay-As-You-Go (englisch, abgerufen am 2. November 2026)
- Europäische UnionVerordnung (EU) 2016/679 (Datenschutz-Grundverordnung), Art. 45 und 46
- Hugging Facemeituan-longcat/LongCat-2.0 (englisch, hochgeladen am 5. Juli 2026)
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