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Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie bieten 1,3 Prozent mehr Entgelt ab Juli 2028 und davor eine Einmalzahlung, die IG Metall fordert 5 Prozent für zwölf Monate. Seit Sonntag legen Beschäftigte deshalb befristet die Arbeit nieder, an diesem Montag auch bei Mercedes in Bremen und bei Daimler Truck in Kassel.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was liegt auf dem Tisch?
  2. Warum geht es um die Lage jedes Betriebs?
  3. Was bedeutet das für Betriebe und Abnehmer?
  4. Mehr Newshunger?

Die IG Metall hat für diese Woche Warnstreiks in mehr als 2.000 Betrieben angekündigt.[1] Die ersten Belegschaften zogen am Sonntag um 0 Uhr vor die Tore, als die Friedenspflicht endete, etwa bei Thyssenkrupp Rasselstein in Andernach. Im Bezirk Mitte plant die Gewerkschaft laut dpa an diesem Montag rund 60 Aktionen in 37 Betrieben.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die IG Metall verhandelt für 3,7 Millionen Beschäftigte in 15 Tarifgebieten.
  • Die Arbeitgeber wollen die Tabellen erst im Juli 2028 erhöhen, der Vertrag soll bis Ende 2028 laufen.
  • Die Einmalzahlung 2027 soll in Betrieben mit schwachem Ergebnis entfallen können.
  • Für den Bezirk Küste wird Ende der Woche in Bremen weiterverhandelt.

Was liegt auf dem Tisch?

Pfeife und Schild „Heute Warnstreik“ an weißem Gittertor auf weißem Grund
IG Metall fordert 5 Prozent Lohnerhöhung, Jobsicherung und Gewinnbeteiligung. Arbeitgeber bieten Einmalzahlung von 1 Prozent des Jahresbruttos

Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit, dazu tarifliche Regeln zur Sicherung von Arbeitsplätzen und eine Gewinnbeteiligung der Beschäftigten in Unternehmen, denen es gut geht.[1] Die Arbeitgeberverbände legten am 27. Oktober erstmals zeitgleich in fünf Tarifgebieten dasselbe Angebot vor: eine Einmalzahlung von 1 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttos im Juli 2027 und 1,3 Prozent mehr Entgelt im Juli 2028, bei einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2028.[3]

Die IG Metall rechnet die 1,3 Prozent über 26 Monate auf 0,6 Prozent im Jahr um,[1] die Inflation lag im Oktober laut Statistischem Bundesamt bei 2,8 Prozent.[7] „Das Angebot bedeutet eine Minus-Runde für die Beschäftigten und eine nachhaltige Schwächung der Wirtschaft“, sagt IG-Metall-Tarifvorständin Nadine Boguslawski.[1] Gesamtmetall-Präsident Udo Dinglreiter hält dagegen, zu hohe Arbeitskosten machten die Produktion in Deutschland für viele Unternehmen unrentabel.[3] Seit 2019 sind in der Branche nach Zahlen des Verbands fast 350.000 Stellen weggefallen.[6]

Warum geht es um die Lage jedes Betriebs?

Beide Seiten wollen den Abschluss stärker an den Erfolg des einzelnen Betriebs binden, nur in entgegengesetzter Richtung. Die Arbeitgeber verlangen, die automatische Differenzierung auszuweiten und dauerhaft festzuschreiben.[3] Seit dem Abschluss von 2024 dürfen Betriebe in schwieriger Lage damit das Transformationsgeld um bis zu neun Monate verschieben und bei einer Nettoumsatzrendite unter 2,3 Prozent ganz streichen.[8] Die IG Metall will dagegen eine tarifliche Gewinnbeteiligung der Beschäftigten in Unternehmen im Aufschwung.[1]

Im November 2024 hatten sich die Tarifparteien in Hamburg auf 600 Euro Einmalzahlung, 2,0 Prozent mehr ab April 2025 und 3,1 Prozent ab April 2026 geeinigt, bei 25 Monaten Laufzeit.[8] Ein Pilotabschluss in einem der 15 Tarifgebiete kann in die anderen übernommen werden.[1]

Die Metall-Tarifrunde 2026
Forderung, Angebot und der Weg zu den Warnstreiks
5 %
mehr Geld für zwölf Monate, Forderung der IG Metall
1,3 %
mehr Entgelt ab Juli 2028, Angebot der Arbeitgeber bis Ende 2028
3,7 Mio.
Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie
über 2.000
Betriebe, in denen die IG Metall diese Woche Warnstreiks plant

Vom letzten Abschluss zum Warnstreik

12. November 2024
Abschluss in Hamburg: 600 Euro, plus 2,0 und 3,1 Prozent, Laufzeit 25 Monate
27. Oktober 2026
Arbeitgeber legen in fünf Tarifgebieten zeitgleich dasselbe Angebot vor
31. Oktober 2026
Der Tarifvertrag läuft aus, um Mitternacht endet die Friedenspflicht
1. November 2026
Ab 0 Uhr die ersten Warnstreiks, unter anderem in Andernach
Ende dieser Woche
nächste Verhandlung für den Bezirk Küste in Bremen

Was bedeutet das für Betriebe und Abnehmer?

Die Ausstände sind befristet, treffen aber auch Zulieferer. In Bremen ruft die Gewerkschaft für Montagnachmittag die Beschäftigten von Mercedes und vom Autozulieferer Lear auf, in Cuxhaven die von Siemens Gamesa.[4] Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander warf der Gewerkschaft im Gespräch mit t-online vor, „aus organisationspolitischen Gründen unnötigen Schaden“ anzurichten.[5]

Einkäufer bei Autoherstellern und Maschinenbauern sollten diese Woche bei ihren Lieferanten erfragen, welche Schichten ausfallen. Für die Personalplanung 2027 bleibt offen, ob die Tabellen schon im kommenden Jahr steigen. Betriebe mit knapper Rendite sollten prüfen, ob sie unter der Schwelle von 2,3 Prozent liegen, denn daran hängt bisher, ob sie das Transformationsgeld streichen dürfen.[8]

Quellen

8 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. IG MetallTarifbewegung Metall & Elektro 2026 (laufend aktualisiert, abgerufen am 2. November 2026)
  2. dpaIG Metall weitet Warnstreiks deutlich aus (2. November 2026, abgerufen bei Zeit Online)
  3. GesamtmetallTarifrunde 2026 in der Metall- und Elektro-Industrie: Arbeitgeber legen zeitgleich Angebot in fünf Tarifgebieten vor (Pressemitteilung)27.10.2026
  4. Radio Bremen, buten un binnenWarnstreiks im Bremer Mercedes-Werk beginnen am Nachmittag02.11.2026
  5. DeutschlandfunkWeitere Warnstreiks der IG Metall, Kritik der Arbeitgeber02.11.2026
  6. GesamtmetallMetall- und Elektro-Industrie hat seit 2019 fast 350.000 Arbeitsplätze verloren (Pressemitteilung)14.10.2026
  7. Statistisches BundesamtInflationsrate im Oktober 2026 voraussichtlich +2,8 % (Pressemitteilung)30.10.2026
  8. GesamtmetallTarifrunde 2024 (Themenseite zum Abschluss vom 12. November 2024)

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