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ByteDance stellt die Firmentarife seiner KI-Agenten-Plattform Coze ein. Neue Kunden können die Tarife Enterprise Standard und Enterprise Flagship ab dem 30. November nicht mehr buchen, Ende 2027 schaltet der Konzern beide ab. Wie Firmen ihre Agenten, Arbeitsabläufe und Dateien mitnehmen, will Coze erst in einer späteren Mitteilung erklären.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Welche Fristen gelten für bestehende Kunden?
  2. Warum gibt ByteDance das Firmengeschäft von Coze auf?
  3. Was bedeutet der Schritt für Firmen in Europa?
  4. Mehr Newshunger?

Die Ankündigung vom 29. Oktober steht in der Dokumentation von Volcano Engine, der Cloud-Sparte von ByteDance.[1] Als Grund nennt Coze eine Zusammenführung von Produkten, ein Nachfolgeangebot für Firmenkunden sei in Planung. Zur internationalen Version unter coze.com äußert sich die Mitteilung nicht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab dem 30. November 2026 nimmt Coze keine Neukunden für die Firmentarife mehr an.
  • Ältere, über Volcano Engine gekaufte Tarife enden am 31. Dezember 2026, Restlaufzeiten werden erstattet.
  • Die neuen Firmentarife laufen spätestens am 31. Dezember 2027 aus.
  • Für Gesprächsverläufe, Dateien und Arbeitsabläufe fehlt noch ein Exportweg.

Welche Fristen gelten für bestehende Kunden?

Ein Regal mit Holzwürfeln, Karton und einem Umzug-Schild vor weißem Hintergrund
ByteDance stellt alte Volcano-Engine-Tarife zum 31.12.2026 ein und erstattet ungenutztes Guthaben

Die Abschaltung läuft in zwei Stufen. Am 31. Dezember 2026 enden die alten Tarife Personal Advanced, Enterprise und Team, soweit Kunden diese über Volcano Engine gekauft haben.[1] Ungenutzte Restlaufzeit erstattet ByteDance automatisch auf das Kundenkonto bei Volcano Engine. Kunden mit alten Tarifen können nach der Kündigung für die Übergangszeit auf die neuen Firmentarife wechseln.

Für die neuen Tarife gilt der 31. Dezember 2027 als letzter Tag. Bestandskunden dürfen bis dahin verlängern und Lizenzen zukaufen, die Laufzeit endet aber spätestens an diesem Datum. Laufen Verträge länger, will Coze mit den Kunden einzeln verhandeln. Offen bleibt der Export: Für Gesprächsverläufe, das Gedächtnis der Agenten, Dateien, Programmierprojekte und Low-Code-Arbeitsabläufe kündigt die Mitteilung eine eigene Regelung in einer späteren Bekanntmachung an.

Warum gibt ByteDance das Firmengeschäft von Coze auf?

Coze gehört seit dem 24. August zur Doubao-Sparte, zusammen mit dem Programmierwerkzeug Trae, berichtet das Gründerportal iHeima.[2] Einen Tag später stellte ByteDance mit Doubao Work einen eigenen KI-Assistenten für Büroarbeit vor, eng verzahnt mit der Bürosoftware Feishu. Konzernchef Liang Rubo will Doubao laut iHeima zum Kerngeschäft ausbauen. KI-Assistenten für die Büroarbeit in Firmen übernimmt künftig Doubao Work, Rechenleistung und Projekte für Großkunden übernimmt Volcano Engine.

Hinzu kommt ein kleiner Markt. Laut dem Marktforscher IDC setzten Plattformen für KI-Agenten in Chinas öffentlicher Cloud 2025 rund 250 Millionen Yuan um, nach dem EZB-Kurs vom 2. November etwa 34 Millionen Euro.[3] Coze zählt mit Baidus Qianfan und Tencents ADP zu den drei größten Anbietern. Installationen in firmeneigenen Rechenzentren brachten mit 1,75 Milliarden Yuan, rund 235 Millionen Euro, das Siebenfache.

Bezahlte Team- und Firmentarife führten die Cloud-Plattformen laut IDC erst in der zweiten Jahreshälfte 2025 ein. iHeima schätzt den Coze-Anteil auf 19,3 Prozent, also auf weniger als 50 Millionen Yuan Plattformumsatz.

Coze ohne Firmentarife
Fristen und Marktgröße, Stand 3. November 2026
30.11.2026
ab diesem Tag keine Firmentarife mehr für Neukunden
31.12.2027
Ende der neuen Firmentarife, Verlängerungen eingeschlossen
34 Mio. €
Umsatz der Agenten-Plattformen in Chinas öffentlicher Cloud 2025 laut IDC
235 Mio. €
Umsatz mit Installationen in firmeneigenen Rechenzentren im selben Jahr
30 Tage
Mindestfrist für den Datenabruf, die der Data Act Cloud-Kunden in der EU zusichert

Ein Abschaltdatum ohne Exportweg ist für Firmenkunden der ungünstigste Fall. Agenten, Wissensdatenbanken und Arbeitsabläufe gehören vor dem Kauf in eine Ausstiegsklausel.

Michael Dobler, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet der Schritt für Firmen in Europa?

Chinas Konzerne räumen ihre Agentenangebote derzeit auf. Tencent stellt den Agenten QClaw zum 24. Dezember ein, Nutzer ziehen mit einem Umzugswerkzeug von Tencent zu WorkBuddy um und können ihre Daten bis zum 24. März 2027 exportieren. Bei Coze fehlt ein solcher Weg bislang.

In der EU müssen Verträge über Cloud-Dienste seit dem 12. September 2025 den Anbieterwechsel regeln. Artikel 25 des Data Act schreibt unter anderem eine Kündigungsfrist von höchstens zwei Monaten, eine Übergangsfrist von höchstens 30 Tagen und mindestens 30 Tage für den Abruf der exportierbaren Daten vor.[4] Ab dem 12. Januar 2027 sind Wechselentgelte verboten. Für Kunden des China-Angebots in China gelten diese Regeln nicht.

Einen Teil der Plattform hat ByteDance 2025 als Coze Studio unter der Apache-Lizenz 2.0 veröffentlicht, das Projekt lässt sich auf eigenen Servern betreiben.[5] Die letzte Änderung im Repository stammt allerdings vom 29. Juli 2026. Firmen mit Coze-Agenten, etwa in chinesischen Tochtergesellschaften, sollten Agenten, Wissensdatenbanken und Arbeitsabläufe erfassen und vor jeder Verlängerung die angekündigte Regelung zum Datenexport abwarten.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Volcano Engine, Dokumentation扣子企业版下线公告 (chinesisch)29.10.2026
  2. iHeima字节扣子企业版宣布将下线 (chinesisch)03.11.2026
  3. IDCIDC首发智能体开发平台市场份额报告 (chinesisch)15.06.2026
  4. Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2023/2854 (Data Act), Artikel 25 und 2913.12.2023
  5. GitHubcoze-dev/coze-studio (englisch, abgerufen am 3. November 2026)

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