Sie stellen zum Fußballabend eine Tüte Doritos und zwei Flaschen Pepsi auf den Tisch und haben zweimal beim selben Konzern eingekauft. Für ihn sind das zwei sehr ungleiche Geschäfte. Das Snackgeschäft in Nordamerika lieferte 2025 mit 6,2 Mrd. Dollar, umgerechnet 5,5 Mrd. Euro, fast die Hälfte des Betriebsgewinns aller Sparten und verdiente im dritten Quartal 2026 13 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
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- Wer steckt hinter PepsiCo und wie fing alles an?
- Wie wurde aus der Idee ein Imperium?
- Wie verdient PepsiCo tatsächlich sein Geld?
- Wie groß ist die Marktmacht von PepsiCo?
- Wer ist bei PepsiCo eigentlich das Produkt?
- Was kostet eine Tüte Chips wirklich, und wer trägt die Kosten?
- Wer profitiert und wer zahlt drauf?
- Wie politisch ist PepsiCo?
- Was könnte PepsiCo zu Fall bringen?
- Was bedeutet PepsiCo für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
- Glossar: 16 Fachbegriffe vom Abfüller bis zur Wertminderung
- FAQ: Warum verdient PepsiCo mit Chips mehr als mit Cola?
PepsiCo senkte am 8. Oktober 2026 seine Gewinnprognose für das laufende Jahr, weil sich das Nordamerika-Geschäft langsamer erholt als geplant, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Eine Woche später kündigte KFC an, in seinen US-Restaurants nach 40 Jahren von Pepsi zu Coca-Cola zu wechseln.
Zugleich drängt der Großaktionär Elliott seit mehr als einem Jahr auf einen Umbau. Alle drei Baustellen führen zur selben Frage: Woraus zieht ein Konzern mit 306.000 Beschäftigten seine Marge, und warum lohnt sich die Tüte mehr als die Flasche? Alle Beträge sind zum EZB-Referenzkurs vom 3. November 2026 umgerechnet: 1 Euro entspricht 1,1179 US-Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- PepsiCo setzte 2025 umgerechnet 84,0 Milliarden Euro um. 58 Prozent stammen aus Snacks und Lebensmitteln wie Lay’s, Doritos und Quaker, 42 Prozent aus Getränken wie Pepsi, Gatorade und Mountain Dew.
- Die Snacksparte in den USA und Kanada behielt 2025 von jedem Euro Umsatz rund 24 Cent als Betriebsgewinn vor Sondereffekten, das Getränkegeschäft auf demselben Markt rund 12 Cent. Die höchste Marge erzielt PepsiCo dort, wo es nur Konzentrat an fremde Abfüller verkauft.
- Von 2022 bis 2025 setzte PepsiCo Jahr für Jahr höhere Preise durch, seit 2023 sinkt die verkaufte Menge. Im Februar 2026 senkte der Konzern in den USA die Preise für Chips um bis zu 15 Prozent.
- 2025 zahlte PepsiCo umgerechnet 6,8 Milliarden Euro Dividende und kaufte für 0,9 Milliarden Euro Aktien zurück, zusammen 7,7 Milliarden Euro und damit mehr als der Nettogewinn von 7,4 Milliarden Euro.
- Für Deutschland plant die Bundesregierung ab Juli 2027 eine Zuckersteuer von 26 oder 32 Cent je Liter. PepsiCo Deutschland führt die Steuer im Lobbyregister des Bundestags als eigenes Thema.
Fünf Fragen zwischen Chipstüte und Bilanz
1 In welchem Jahr entstand PepsiCo aus der Fusion von Pepsi-Cola und Frito-Lay? Aufklappen ↓
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2 Wie viel Betriebsgewinn ohne Sondereffekte blieb dem internationalen Konzentratgeschäft 2025 von jedem Euro Umsatz? Aufklappen ↓
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3 Welcher Kunde stand 2025 für rund 14 Prozent des Umsatzes von PepsiCo? Aufklappen ↓
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4 Um wie viel senkte PepsiCo im Februar 2026 die Preise für Chips wie Lay’s und Doritos in den USA höchstens? Aufklappen ↓
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5 Wie hoch soll die geplante deutsche Zuckersteuer für Getränke mit mindestens 8 Gramm Zucker je 100 Milliliter ausfallen? Aufklappen ↓
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Wer steckt hinter PepsiCo und wie fing alles an?
PepsiCo entstand 1965, als der Getränkehersteller Pepsi-Cola mit dem Chipsproduzenten Frito-Lay fusionierte. Die Cola selbst ist älter: Ein Apotheker aus North Carolina verkaufte sie ab 1898. Fremde Abfüller füllten sie schon wenige Jahre später ab.
Ein Apotheker in New Bern
Caleb Bradham betrieb Ende des 19. Jahrhunderts eine Apotheke in New Bern, einer Kleinstadt in North Carolina. 1898 begann er, ein selbst gemischtes Erfrischungsgetränk unter dem Namen Pepsi-Cola zu verkaufen. Ab 1905 baute er ein Netz von Lizenzabfüllern auf, die seinen Sirup zu fertiger Limonade verarbeiteten und in ihrer Region vertrieben. Mit Bradhams Lizenzabfüllern stand das Grundmuster, das PepsiCo bis heute prägt. Die Marke und das Rezept gehören dem Konzern, Flaschen und Lastwagen oft anderen.
Bradhams Firma ging 1923 in Konkurs. Ein neuer Eigentümer gründete sie 1928 als National Pepsi-Cola Company neu, 1931 war sie wieder zahlungsunfähig. Charles Guth, Präsident der Süßwarenkette Loft, rettete die Marke.
Doppelte Menge in der Krise
1933, mitten in der Weltwirtschaftskrise, verdoppelte Pepsi-Cola die Flaschengröße, und der Absatz stieg kräftig. 1936 wurde die Getränkefirma eine Tochter von Loft, 1941 verschmolzen beide unter dem Namen Pepsi-Cola Company. Coca-Cola blieb über Jahrzehnte der größere Rivale.
Die Hochzeit mit den Chips
Mehr als 60 Jahre nach Bradhams erster Flasche, im Februar 1965, kündigten die Vorstände von Pepsi-Cola und Frito-Lay an, die Firmen zusammenzulegen, am 8. Juni 1965 stimmten die Aktionäre beider Seiten zu.
Frito-Lay war selbst erst 1961 aus dem Maischipshersteller Frito Company und dem Kartoffelchipsproduzenten H. W. Lay & Company entstanden.
Donald Kendall, Chef von Pepsi-Cola, und Herman Lay, Chef von Frito-Lay, trieben die Fusion voran. PepsiCo beschreibt die Verbindung in seiner Firmengeschichte als Ehe, die im Himmel geschlossen wurde: Beide Produkte landen über dieselben Läden beim Kunden, und zu salzigen Snacks gehört ein Getränk.
Aus dieser Idee wurde ein Konzern, dessen Chips inzwischen mehr Gewinn abwerfen als seine Getränke. PepsiCo wirbt noch heute in den USA mit der Kampagne „Food Deserves Pepsi“ dafür, zum Essen Pepsi zu trinken.
Früh in Deutschland
PepsiCo Deutschland sitzt seit Anfang der 1990er Jahre in Neu-Isenburg südlich von Frankfurt am Main. 2014 bezog die Tochter dort eine neue Zentrale, deren Etagen in den Farben von Schwip Schwap, Pepsi, Lay’s und Punica gestaltet sind, wie das Journal Frankfurt berichtete. Schwip Schwap, die Mischung aus Cola und Orangenlimonade, ist eine PepsiCo-Marke.
Bei Chips trifft Lay’s hierzulande auf funny-frisch und Chio des Düsseldorfer Herstellers Intersnack, der sich selbst als Marktführer für salzige Snacks bezeichnet.
Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

PepsiCo wuchs über Zukäufe. Erst kamen Restaurants, dann Saft, Haferflocken und Sportgetränke, später Wassersprudler, Energydrinks und präbiotische Limonade. 2025 setzte der Konzern umgerechnet 84,0 Milliarden Euro um, fast doppelt so viel wie Coca-Cola.
Pizza, Tacos und Hähnchen
Ende der 1970er Jahre kaufte PepsiCo die Restaurantketten Pizza Hut und Taco Bell, 1986 folgte Kentucky Fried Chicken. Die Ketten brachten Umsatz und vor allem verlässliche Abnehmer für Pepsi aus dem Zapfhahn.
Vor der Übernahme durch PepsiCo war KFC nach McDonald’s der zweitgrößte Gastronomiekunde von Coca-Cola, wie CNBC am 15. Oktober 2026 in Erinnerung rief.
1997 spaltete PepsiCo die drei Ketten als Tricon Global Restaurants ab, aus der später Yum Brands wurde. Die Getränkeverträge blieben. Fast drei Jahrzehnte lang schenkten die US-Filialen von KFC, Pizza Hut und Taco Bell Pepsi aus.
Ab Anfang 2027 stellt KFC seine Restaurants in den USA auf Coca-Cola um, bis Ende des ersten Quartals soll die Umstellung abgeschlossen sein. Taco Bell verlängerte dagegen am 22. Oktober 2026 den Vertrag mit PepsiCo bis 2036.
Saft, Hafer und ein Sportgetränk
1998 kaufte PepsiCo den Saftproduzenten Tropicana für umgerechnet 2,95 Milliarden Euro. Ende 2000 vereinbarte der Konzern die Übernahme von Quaker Oats für umgerechnet 12,0 Milliarden Euro, mit den Haferflocken kam das Sportgetränk Gatorade, das heute zu den bekanntesten Marken des Konzerns zählt.
1999 brachte PepsiCo seine größte Abfüllgesellschaft, die Pepsi Bottling Group, an die Börse und behielt 35 Prozent der Anteile.
Elf Jahre später kaufte PepsiCo die großen Abfüller in Nordamerika zurück. Seit 2010 füllt der Konzern einen großen Teil seiner Getränke in den USA und Kanada selbst ab und fährt sie mit eigenen Lastwagen in die Läden. Diese Entscheidung prägt die Gewinn- und Verlustrechnung bis heute, und Elliott will sie rückgängig machen.
Sprudler, Energydrinks, Limonade mit Präbiotika
Ramon Laguarta führt PepsiCo seit 2018, seit 2019 ist er zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrats. Unter ihm baute der Konzern sein Getränkesortiment um. 2018 übernahm PepsiCo den Wassersprudler-Hersteller SodaStream für umgerechnet 2,86 Milliarden Euro, 2020 die Energydrink-Marke Rockstar.
2021 vereinbarte der Konzern den Verkauf von Tropicana und weiteren Saftmarken für umgerechnet 2,95 Milliarden Euro an den Finanzinvestor PAI Partners und behielt 39 Prozent.
Rockstar wurde zum teuren Irrtum. 2025 schrieb PepsiCo auf die Marke umgerechnet 1,67 Milliarden Euro ab und gab die Rechte für die USA und Kanada an den Energydrink-Hersteller Celsius ab. Im Gegenzug stockte PepsiCo seine Beteiligung an Celsius mit wandelbaren Vorzugsaktien für umgerechnet 523 Millionen Euro auf rund 11 Prozent auf.
Ebenfalls 2025 kaufte PepsiCo den mexikanisch-amerikanischen Tortillachips-Hersteller Siete für umgerechnet 1,07 Milliarden Euro und den Hersteller der präbiotischen Limonade poppi für umgerechnet 1,74 Milliarden Euro. Für poppi kommen bis zu 268 Millionen Euro hinzu, wenn die Marke bis zum dritten Quartal 2027 vereinbarte Ziele erreicht.
Ein Riese mit zwei Hälften
Heute verkauft PepsiCo seine Produkte in mehr als 200 Ländern und Gebieten und beschäftigte Ende 2025 rund 306.000 Menschen, davon 125.000 in den USA. Die USA brachten 2025 umgerechnet 46,7 Milliarden Euro oder 56 Prozent des Umsatzes, Mexiko 6,2 Milliarden Euro, Russland 4,3 Milliarden Euro. An der Börse war PepsiCo am 22. Oktober 2026 umgerechnet rund 169 Milliarden Euro wert (Rechnung der Redaktion aus Schlusskurs und Aktienzahl). Coca-Cola setzte 2025 umgerechnet 42,9 Milliarden Euro um, also nur gut die Hälfte. Beim Betriebsgewinn lag der Rivale mit 12,3 Milliarden Euro aber vor PepsiCo mit 10,3 Milliarden Euro.
- 1898Apotheker Caleb Bradham verkauft in New Bern, North Carolina, erstmals Pepsi-Cola.
- 1905Erste Lizenzabfüller verarbeiten den Sirup zu fertiger Limonade.
- 1923/1931Zwei Konkurse, gerettet durch Charles Guth von der Süßwarenkette Loft.
- 1965Fusion von Pepsi-Cola und Frito-Lay zu PepsiCo.
- 1986Kauf von KFC, zuvor schon Pizza Hut und Taco Bell.
- 1997Abspaltung der Restaurants als Tricon, später Yum Brands.
- 1998/2000Tropicana und Quaker Oats mit Gatorade kommen dazu.
- 2010Rückkauf der großen Abfüller in Nordamerika.
- 2018SodaStream übernommen, Ramon Laguarta wird Vorstandschef.
- 2025Siete und poppi gekauft, Elliott steigt ein, Rockstar abgeschrieben.
- 2026Preissenkung bei Chips, gesenkte Prognose, KFC wechselt in den USA zu Coca-Cola.
Wie verdient PepsiCo tatsächlich sein Geld?

PepsiCo verdient sein Geld mit zwei ungleich ertragreichen Geschäften. Die Snacksparte setzt in Nordamerika etwa so viel um wie das Getränkegeschäft, behält aber doppelt so viel davon als Gewinn. Am höchsten ist die Marge dort, wo PepsiCo nur Konzentrat an fremde Abfüller verkauft.
Sechs Sparten, zwei Welten
PepsiCo setzte 2025 umgerechnet 84,0 Milliarden Euro um, 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2025 gliedert der Konzern seine Zahlen in sechs Sparten: Snacks und Lebensmittel in den USA und Kanada (PepsiCo Foods North America), Getränke in den USA und Kanada (PepsiCo Beverages North America), das internationale Konzentratgeschäft mit SodaStream (International Beverages Franchise), Europa, Nahost und Afrika, Lateinamerika sowie Asien-Pazifik.
Die beiden nordamerikanischen Sparten sind fast gleich groß. Das Getränkegeschäft brachte 25,2 Milliarden Euro oder 30 Prozent des Umsatzes, die Snacksparte 24,6 Milliarden Euro oder 29 Prozent.
Es folgen Europa, Nahost und Afrika mit 16,1 Milliarden Euro, Lateinamerika mit 9,4 Milliarden, das internationale Konzentratgeschäft mit 4,5 Milliarden und Asien-Pazifik mit 4,1 Milliarden Euro.
Über alle Regionen stammen 58 Prozent des Umsatzes aus Snacks und Lebensmitteln, 42 Prozent aus Getränken.
Beim Gewinn kippt das Verhältnis. Die nordamerikanische Snacksparte erwirtschaftete 2025 einen Betriebsgewinn von 5,52 Milliarden Euro, das Getränkegeschäft auf demselben Markt nur 0,97 Milliarden Euro.
Der Abstand ist zum Teil eine Folge von Sondereffekten: Allein die Abschreibung auf Rockstar belastete die Getränkesparte mit 1,38 Milliarden Euro. Ohne solche Posten bleibt immer noch ein Verhältnis von 5,85 zu 2,94 Milliarden Euro.
Was im Kleingedruckten steckt
Neben Chips und Limonade verdient PepsiCo an Dingen, die im Regal kaum auffallen. Die Sparte in Nordamerika vertreibt Fremdmarken wie Celsius und Alani Nu und füllt in Lizenz Dr Pepper, Crush und Schweppes ab, also Marken des Konkurrenten Keurig Dr Pepper. Fertigen Eistee verkauft PepsiCo in einem Gemeinschaftsunternehmen mit Unilever unter dem Namen Lipton, fertigen Kaffee mit Starbucks.
Hinzu kommen Ausschankrechte in Restaurants, Stadien und Kantinen. Für mehrjährige Verträge zahlt PepsiCo den Kunden vorab Geld, Ende 2025 standen 294 Millionen Euro solcher Vorauszahlungen in der Bilanz.
Die Celsius-Vorzugsaktien bringen jährlich 5 Prozent Dividende, zahlbar in bar oder in neuen Aktien.
PepsiCo weist keinen Erlös aus Daten aus. Der Konzern nutzt sie, um Lieferungen, Preise und Regalplätze zu planen, und setzt dafür nach dem Geschäftsbericht auch künstliche Intelligenz im Vertrieb ein.
Konzentrat schlägt Flasche
36 Prozent des gesamten Umsatzes stammen aus Getränken, die PepsiCo in eigenen Werken abfüllt, vor allem in Nordamerika und Europa. Solche fertigen Getränke bringen mehr Umsatz, aber eine niedrigere Marge als Konzentrat, das an fremde Abfüller geht.
Ohne Sondereffekte behielt das internationale Konzentratgeschäft 2025 von jedem Euro Umsatz 37 Cent als Betriebsgewinn. Die nordamerikanische Snacksparte kam auf 24 Cent, Lateinamerika auf 20 Cent, Europa, Nahost und Afrika auf 14 Cent, das Getränkegeschäft in Nordamerika auf 12 Cent und Asien-Pazifik auf 10 Cent.
Die Konzentratsparte lebt davon, dass andere die teure Arbeit machen. Lizenzabfüller kaufen Sirup, mischen ihn mit Wasser und Kohlensäure, füllen ab, lagern und liefern.
Coca-Cola ging diesen Weg und gab bis Ende 2017 fast seine gesamte Abfüllung in den USA an unabhängige Partner ab. Der Rivale behielt 2025 im Konzern von jedem Euro Umsatz 29 Cent als Betriebsgewinn, PepsiCo 12 Cent, wie unser Porträt von Coca-Cola im Detail zeigt.
Wer wen querfinanziert
PepsiCo weist keine bewussten Verlustbringer aus, wohl aber die Gewinne je Sparte. Die Snacksparten in Nordamerika, Lateinamerika und Asien-Pazifik lieferten 2025 ohne Sondereffekte zusammen 8,19 Milliarden Euro Betriebsgewinn, die reinen Getränkesparten 4,60 Milliarden Euro, die gemischte Sparte Europa, Nahost und Afrika 2,30 Milliarden Euro.
Wenn man die gemischte Sparte nach ihrem Umsatzanteil aufteilt, kommen Snacks auf rund 64 Prozent des Gewinns aller Sparten, Getränke auf rund 36 Prozent (Rechnung der Redaktion, die gleiche Margen in beiden Hälften der Sparte unterstellt).
Mit Chips, Dips und Haferflocken verdient PepsiCo also deutlich mehr als mit Cola, Wasser, Eistee und Sportgetränken zusammen.
Bei den Preissenkungen vom Februar 2026 läuft die Querfinanzierung über die Fabriken. PepsiCo bezahlt die günstigeren Chips mit der Schließung von drei Werken und mehreren Produktionslinien im Jahr 2025. Die Ersparnis aus den Werksschließungen finanziert niedrigere Preise und mehr Werbung, damit die Menge zurückkommt.
Größe, die sich rechnet
PepsiCo beliefert viele Läden direkt mit eigenen Fahrern, die auch die Regale einräumen. Das kostet viel, verschafft dem Konzern aber Kontrolle über Platzierung und Frische.
Größter Kunde ist Walmart mit rund 14 Prozent des Umsatzes. Für Werbung und Verkaufsförderung gab PepsiCo 2025 umgerechnet 4,83 Milliarden Euro aus, 5,7 Prozent des Umsatzes.
PepsiCo hat keinen Netzwerkeffekt wie eine Plattform. Die Größe wirkt über die Logistik: Ein Lastwagen, der Chips und Getränke zugleich in denselben Supermarkt bringt, verteilt die Kosten der Fahrt auf mehr Ware. PepsiCo prüft derzeit Region für Region, ob der Konzern Snacks und Getränke in Nordamerika künftig gemeinsam ausliefert.
Was sich seit 2020 verschoben hat
Seit 2020 stieg der Umsatz von umgerechnet 63 auf 84 Milliarden Euro. Das Wachstum kam vor allem über den Preis: 2022 setzte PepsiCo im Schnitt 14 Prozent höhere Preise durch, 2023 weitere 13 Prozent, 2024 und 2025 je 4 Prozent. Die Absatzmenge stagnierte 2022 und sank danach drei Jahre in Folge, um 3, 2 und 2 Prozent.
Das Preismodell geht in Nordamerika nicht mehr auf. In den ersten 36 Wochen 2026 lagen die Preise der Snacksparte 1 Prozent unter dem Vorjahr, die Menge stieg um 1 Prozent, der Betriebsgewinn fiel um 8 Prozent. Wachstum kommt inzwischen aus dem Ausland und aus Zukäufen wie poppi und Siete.
PepsiCo verdient am besten, wo andere abfüllen, und an zweiter Stelle mit Chips. Die eigene Abfüllung in Nordamerika bringt viel Umsatz und wenig Marge, deshalb geht es beim Umbau vor allem um Lastwagen und Werke.
Wie groß ist die Marktmacht von PepsiCo?

Bei Getränken ist PepsiCo in den USA klar die Nummer zwei hinter Coca-Cola, bei Limonaden liegt die Marke Pepsi sogar hinter Dr Pepper. Stärker ist die Stellung bei Snacks: Die Sparte in Nordamerika setzt ein Vielfaches dessen um, was Wettbewerber wie Utz Brands erreichen.
Im Cola-Krieg auf Platz zwei
Nach Zahlen des Branchendienstes Beverage Digest, über die die Nachrichtenagentur AP im April 2026 berichtete, war Coca-Cola Classic 2025 mit 18,5 Prozent Mengenanteil die meistverkaufte Limonade der USA. Auf Platz zwei folgte Dr Pepper mit 8,8 Prozent, Pepsi holte sich den dritten Platz von Sprite zurück. Die Rangliste vergleicht Marken und umfasst Handel und Gastronomie.
Auf Konzernebene ist der Abstand ebenfalls groß. In den ersten drei Quartalen 2024 kam Coca-Cola nach Beverage Digest auf 40 Prozent des US-Handelsumsatzes mit Limonaden, PepsiCo auf 27 Prozent.
Bei zuckerfreier Cola liegt Coca-Cola noch deutlicher vorn: Coke Zero Sugar hielt in den ersten neun Monaten 2025 einen Mengenanteil von 4,6 Prozent, Pepsi Zero Sugar von 1,4 Prozent. In 36 von 41 großen US-Städten lag Coca-Cola 2025 beim Limonadenabsatz vorn.
Bei Chips eine andere Größenordnung
Für Snacks veröffentlicht PepsiCo keinen Marktanteil, und eine unabhängige Zahl für den Gesamtmarkt haben wir nicht gefunden. Einen Anhaltspunkt liefert der Größenvergleich: Die nordamerikanische Snacksparte setzte 2025 umgerechnet 24,6 Milliarden Euro um.
Der US-Hersteller Utz Brands, den Intersnack seit Juli 2026 für umgerechnet 2,59 Milliarden Euro übernehmen will, kam im selben Jahr auf 1,29 Milliarden Euro Umsatz, rund ein Zwanzigstel davon. Die Übernahme soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, danach teilen sich Intersnack und die Gründerfamilien von Utz die Firma.
Im dritten Quartal 2026 meldete PepsiCo in Nordamerika steigende Marktanteile nach Menge bei salzigen Snacks, allerdings mit niedrigeren Preisen erkauft.
Wie fest die Kunden gebunden sind
Für Verbraucher kostet der Wechsel von Lay’s zu einer Handelsmarke nichts, die Bindung entsteht beim Handel. PepsiCo liefert in den USA viele Läden direkt, räumt Regale ein und zahlt Rabatte, Listungsgebühren und Zuschüsse für Aktionen.
In der Gastronomie sind die Bindungen langfristig, aber nicht unkündbar. 2024 holte PepsiCo die Sandwichkette Subway von Coca-Cola, Coca-Cola gewann danach Culver’s, Arby’s und Panda Express.
Mit KFC verliert PepsiCo nach Schätzung von Bank of America rund 447 Millionen Euro Jahresumsatz, gemessen am Konzentratgeschäft der nordamerikanischen Getränkesparte etwa 3 Prozent.
Ein Kartellverfahren, das verschwand
Im Januar 2025, kurz vor dem Regierungswechsel in Washington, verklagte die US-Wettbewerbsbehörde FTC PepsiCo nach dem Robinson-Patman-Gesetz. Der Vorwurf: PepsiCo habe Walmart bessere Preise und Zuschüsse gewährt als kleineren Händlern. Am 22. Mai 2025 stellte die FTC das Verfahren unter ihrem neuen Vorsitzenden Andrew Ferguson ein und nannte es einen parteipolitischen Schachzug.
Im August 2025 reichten Händler trotzdem eine Sammelklage wegen mutmaßlicher Preisdiskriminierung ein.
Unsere Einschätzung: Die Marktmacht von PepsiCo liegt weniger in einzelnen Marken als im Vertrieb, und genau den will der Konzern jetzt umbauen.
Wer ist bei PepsiCo eigentlich das Produkt?

Das Produkt ist bei PepsiCo der Regalplatz. Verbraucher zahlen den Preis, doch verkauft wird zuerst an Händler, Abfüller und Restaurants, die über Sichtbarkeit und Menge entscheiden. Wer im Regal fehlt, verliert den Kunden an die Handelsmarke daneben.
Ein Konzern, der an Händler verkauft
Kaum ein Verbraucher kauft direkt bei PepsiCo. Der Konzern verkauft an Supermärkte, Tankstellen, Großhändler, Restaurants und Abfüller, also an Firmen, die ihrerseits an Endkunden verkaufen.
PepsiCo verbucht den Umsatz, wenn die Ware an diese Kunden geht, abzüglich Rabatten, Zuschüssen und Gebühren für Platzierung und Aktionen.
Walmart allein brachte 2025 rund 14 Prozent des Konzernumsatzes, einschließlich des Konzentrats, das unabhängige Abfüller zu Getränken für Walmart verarbeiteten. Wie der Händler selbst mit Billigpreisen Milliarden verdient, beschreibt unser Porträt von Walmart.
Abfüller stellen das Kapital
Außerhalb Nordamerikas und Teilen Europas arbeitet PepsiCo vor allem mit Lizenzabfüllern. Sie kaufen das Konzentrat, investieren in Abfüllanlagen, Lager und Lastwagen und kümmern sich um Abfüllung und Auslieferung. PepsiCo zahlt ihnen im Gegenzug Zuschüsse für Werbung und Aktionen, die jedes Jahr neu verhandelt werden und im Umsatz als Abzug erscheinen.
Für den Konzern ist das ein günstiges Geschäft: Er liefert Rezept, Marke und Werbung, die Abfüller liefern Kapital und Arbeit. Diese Arbeitsteilung erklärt die 37 Cent Betriebsgewinn je Euro Umsatz im internationalen Konzentratgeschäft.
Restaurants als Schaufenster
In der Gastronomie kauft PepsiCo sich Präsenz. Ausschankverträge mit Ketten, Stadien und Kantinen laufen über mehrere Jahre, PepsiCo zahlt dafür vorab und verteilt die Zahlung über die Laufzeit und zieht sie vom Umsatz ab.
Taco Bell bekommt eigene Sorten wie Mountain Dew Baja Blast, die es so nur dort gibt, und will bis 2030 einen Getränkeumsatz von umgerechnet 4,5 Milliarden Euro erreichen, wie CNN berichtete.
Die Fahrer im Laden
Viele der 306.000 Beschäftigten arbeiten dort, wo der Kunde sie kaum bemerkt: in Werken, Lagern und Lastwagen, die Chips und Getränke direkt in die Läden bringen. PepsiCo nennt diese Belegschaft in seinen Hauptversammlungsunterlagen einen strategischen Vorteil. Das mittlere Gesamteinkommen aller Beschäftigten lag 2025 bei umgerechnet 47.675 Euro.
Der Verbraucher zahlt am Ende den Preis, ist aber selten der Kunde, um den PepsiCo verhandelt. Im Februar 2026 räumte die Chefin der US-Snacksparte, Rachel Ferdinando, ein, die Verbraucher fühlten sich nach den Preiserhöhungen der Vorjahre belastet.
Laguarta nannte die Preise vor Investoren das größte Hindernis für Käufer mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
Was kostet eine Tüte Chips wirklich, und wer trägt die Kosten?

Von 100 Euro, die PepsiCo in Nordamerika mit Snacks umsetzte, blieben 2025 gut 22 Euro Betriebsgewinn. Beim Getränkegeschäft auf demselben Markt waren es knapp 4 Euro, ohne Sondereffekte knapp 12 Euro. Zutaten und Produktion bilden den größten Kostenblock, gleich danach kommen Vertrieb und Werbung.
Ein Umsatz, drei Rechnungen
PepsiCo veröffentlicht keine Kalkulation je Tüte. Die Spartenrechnung im Geschäftsbericht erlaubt aber, die Kosten auf 100 Euro Umsatz umzulegen. Umsatz heißt dabei: der Betrag, den PepsiCo von Händlern und Abfüllern erhält, nach Rabatten und vor der Marge des Handels.
| Je 100 € Umsatz 2025 (Rechnung der Redaktion) | Snacks Nordamerika | Getränke Nordamerika | Konzentrat international |
|---|---|---|---|
| Zutaten, Verpackung, Produktion | 38,38 € | 45,79 € | 30,60 € |
| Vertrieb, Werbung, Verwaltung | 37,85 € | 42,57 € | 32,26 € |
| Sondereffekte (Umbau, Abschreibungen, Zukäufe) | 1,35 € | 7,79 € | 1,74 € |
| Betriebsgewinn der Sparte | 22,42 € | 3,86 € | 35,40 € |
Die Konzentratsparte spart vor allem bei der Produktion, weil Abfüllung und Flaschen bei den Lizenznehmern anfallen. Das nordamerikanische Getränkegeschäft zahlt dagegen für Werke, Fahrer und Lastwagen selbst, und 2025 kamen Zölle hinzu: Höhere Rohstoffkosten, vor allem wegen dieser Zölle, kosteten die Sparte 5 Prozentpunkte Gewinnwachstum.
Vom Konzern bis zum Aktionär
Auf Konzernebene verteilen sich 100 Euro Umsatz 2025 so: 45,85 Euro für Herstellung und Zutaten, 39,78 Euro für Vertrieb, Werbung und Verwaltung, 2,12 Euro für Abschreibungen auf Marken wie Rockstar. Es bleiben 12,24 Euro Betriebsgewinn.
| Je 100 € Konzernumsatz 2025 (Rechnung der Redaktion) | Betrag |
|---|---|
| Herstellungskosten | 45,85 € |
| Vertrieb, Werbung, Verwaltung | 39,78 € |
| davon Werbung und Verkaufsförderung | 5,75 € |
| Abschreibungen auf Marken | 2,12 € |
| Zinsen und Pensionen | 1,34 € |
| Ertragsteuern | 2,08 € |
| Anteil der Minderheitsgesellschafter | 0,06 € |
| Nettogewinn für die Aktionäre von PepsiCo | 8,77 € |
| davon als Dividende ausgezahlt | 8,13 € |
Die letzte Zeile zeigt die Priorität des Konzerns. Fast der ganze Nettogewinn ging 2025 als Dividende an die Aktionäre, Rückkäufe kamen noch dazu.
Rauf ging es schneller als runter
Zwischen 2022 und 2025 setzte PepsiCo im Schnitt rund 39 Prozent höhere Preise durch, verteilt auf vier Jahre mit 14, 13, 4 und 4 Prozent (Rechnung der Redaktion aus den Jahresberichten). In der damaligen Snacksparte Frito-Lay North America waren es allein 2022 rund 17 Prozent. Die Absatzmenge des Konzerns sank im selben Zeitraum um knapp 7 Prozent.
Erst im Februar 2026 senkte PepsiCo die empfohlenen Verkaufspreise für Lay’s, Doritos, Cheetos und Tostitos in den USA um bis zu knapp 15 Prozent. Eine Tüte Lay’s Classic mit 227 Gramm sollte statt umgerechnet 4,46 Euro nur noch 3,84 Euro kosten, wie das Magazin Entrepreneur vorrechnete.
Ob der Preis im Regal ankommt, entscheidet allerdings der Handel, wie PepsiCo und der Konkurrent General Mills selbst betonten.
Die Preissenkung ist kleiner, als sie klingt. Ein Rabatt von 15 Prozent auf einzelne Sorten nimmt nur einen Teil der Aufschläge von vier Jahren zurück.
Wer am Ende zahlt
Verbraucher zahlten über Jahre höhere Preise.
Beschäftigte zahlen mit Arbeitsplätzen: PepsiCo schloss 2025 drei Werke in Nordamerika und kündigte am 19. Oktober 2026 die Schließung des Abfüllwerks in Knoxville im US-Bundesstaat Tennessee an, das 112 Menschen beschäftigt.
Im dritten Quartal 2026 trugen Zollerstattungen des Staates 4 Prozentpunkte zum Wachstum des bereinigten operativen Ergebnisses bei. Finanzchef Steve Schmitt kündigte an, dass dieser Effekt nach dem dritten Quartal entfällt.
Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Am meisten profitieren die Aktionäre: PepsiCo zahlt seit Jahrzehnten steigende Dividenden und schüttete 2025 mehr aus, als der Konzern verdiente. Die Rechnung für den Kurswechsel in Nordamerika bezahlen Beschäftigte in geschlossenen Werken und Kunden, die jahrelang mehr zahlten.
Dividende seit 1965
PepsiCo zahlt seit 1965 ohne Unterbrechung jedes Quartal eine Dividende und hat sie 53 Jahre in Folge erhöht. 2025 flossen umgerechnet 6,83 Milliarden Euro an die Aktionäre, dazu Aktienrückkäufe für 0,89 Milliarden Euro. Zusammen sind das 7,72 Milliarden Euro, mehr als der Nettogewinn von 7,37 Milliarden und mehr als der freie Cashflow von 7,34 Milliarden Euro.
Für 2026 hat PepsiCo die Dividende um 4 Prozent auf umgerechnet 5,30 Euro je Aktie im Jahr erhöht und will insgesamt 7,96 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückgeben. Die Schulden wuchsen schon 2025: PepsiCo nahm langfristige Anleihen für umgerechnet 7,3 Milliarden Euro auf und tilgte 3,7 Milliarden Euro.
Der Aktivist und der Chef
Elliott Investment Management stieg im September 2025 mit umgerechnet rund 3,58 Milliarden Euro bei PepsiCo ein, rund 1,9 Prozent der Aktien. Der Investor erwartete nach dem Bericht von CNBC mindestens 50 Prozent Kurspotenzial, wenn sein Plan umgesetzt würde.
Im Dezember 2025 legte PepsiCo mit Rückendeckung von Elliott einen Plan mit Kostensenkungen, Preissenkungen und einer Überprüfung von Produktion und Vertrieb in Nordamerika vor. Elliott bekam keinen Sitz im Verwaltungsrat, eine Kampfabstimmung blieb aus.
Ramon Laguarta erhielt für 2025 eine Gesamtvergütung von umgerechnet 21,38 Millionen Euro, davon 1,61 Millionen Euro Grundgehalt, und damit das 449-Fache des mittleren Einkommens (Median) der Beschäftigten. Laut Reuters sehen Analysten seine Position zunehmend kritisch, ein Investor sagte der Agentur im Oktober, die nächsten Quartale müssten die Wende in Nordamerika zeigen.
Partner, die mitverdienen
Celsius gewinnt Reichweite: Celsius zufolge ersetzt das Vertriebsnetz von PepsiCo für die Marke Alani Nu rund 250 unabhängige Vertriebspartner. Taco Bell bekommt bis 2036 exklusive Getränke und gemeinsame Produktideen wie neue Sorten der Doritos Locos Tacos.
Coca-Cola gewinnt mit KFC nach Schätzung von Analysten rund 2,5 Prozent zusätzlichen Umsatz in Nordamerika.
Wer verliert
Verlierer sind zuerst die Beschäftigten in Werken, die PepsiCo schließt, darunter die 112 Menschen im Abfüllwerk Knoxville. Bis Anfang 2026 wollte PepsiCo zudem knapp ein Fünftel seiner Produktvarianten in den USA streichen.
Auch Haushalte mit kleinem Budget gehören zu den Verlierern. Nach vier Jahren mit zusammen rund 39 Prozent höheren Preisen wichen viele auf Handelsmarken aus oder kauften weniger Snacks, wie NPR berichtete.
| Gruppe | Bilanz | Beleg 2025/2026 |
|---|---|---|
| Aktionäre | gewinnen | 7,72 Mrd. € Dividenden und Rückkäufe 2025, Dividende 53 Jahre in Folge erhöht |
| Vorstand | gewinnt | 21,38 Mio. € Vergütung für Laguarta, das 449-Fache des Medians |
| Elliott | gemischt | Spar- und Preisprogramm durchgesetzt, Abfüllung bisher nicht abgegeben |
| Celsius, Taco Bell | gewinnen | Zugang zum Vertriebsnetz, exklusive Sorten bis 2036 |
| Coca-Cola | gewinnt | KFC in den USA ab 2027 |
| Verbraucher | verlieren, bekommen seit 2026 etwas zurück | rund 39 % höhere Preise 2022 bis 2025, bis zu 15 % Nachlass auf Chips |
| Beschäftigte in Werken | verlieren | drei Werke 2025 geschlossen, Knoxville mit 112 Stellen folgt |
Unsere Einordnung: PepsiCo hat die Preise nach der Pandemie länger erhöht als nötig und muss die verlorene Menge jetzt teuer zurückkaufen. Den Aktionären blieb die Dividende in jedem dieser Jahre sicher, den Kunden nicht der alte Preis. Dass die Wende ausgerechnet über geschlossene Werke finanziert wird, zeigt, wer im Modell am Ende die Anpassung leistet.
PepsiCo trägt den Namen einer Cola, verdient das meiste Geld aber mit Chips, deren Gewinn 2026 schrumpft.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie politisch ist PepsiCo?

PepsiCo betreibt Lobbyarbeit vor allem gegen Regeln, die Limonade und Snacks verteuern oder vom Einkaufszettel streichen, etwa Kaufverbote in der US-Lebensmittelhilfe und Zölle auf Stahl und Aluminium. In Deutschland meldet die Tochter die geplante Softdrink-Steuer als eigenes Lobbythema an.
Millionen für Washington
PepsiCo beziffert seine Ausgaben für Lobbyarbeit auf Bundesebene in den USA für 2025 auf umgerechnet rund 3,6 Millionen Euro. 2025 kümmerte sich ein fünfköpfiges Team intern darum, dazu kamen externe Agenturen.
Laut den Meldungen an den US-Kongress, die das Fachportal Legis1 im Oktober 2025 ausgewertet hat, wendet sich PepsiCo gegen Zölle auf Stahl und Aluminium, gegen Beschränkungen in der Lebensmittelhilfe SNAP und engagiert sich bei Agrarförderung, Verpackungsregeln und KI-Regulierung.
SNAP, früher als Food Stamps bekannt, ist das Programm, mit dem die USA einkommensschwachen Haushalten Lebensmittel bezahlen. Bis März 2026 genehmigte das Landwirtschaftsministerium 22 Bundesstaaten, den Kauf von Limonade und Süßigkeiten mit diesen Mitteln zu verbieten, wie das Fachmagazin Civil Eats berichtete. Die ersten Verbote traten Anfang 2026 in Indiana, Iowa, Nebraska, Utah und West Virginia in Kraft.
Für einen Konzern, der mit Getränken in Nordamerika umgerechnet 25,2 Milliarden Euro umsetzt, ist das kein Randthema.
Farbstoffe nach Vorgabe aus Washington
Im April 2025 kündigten Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und die Lebensmittelbehörde FDA an, synthetische Lebensmittelfarben auf Erdölbasis bis Ende 2026 vom Markt zu drängen. Zwei Tage später sagte Laguarta, mehr als 60 Prozent der PepsiCo-Produkte kämen bereits ohne künstliche Farben aus, Lay’s und Tostitos sollten bis Ende 2025 folgen.
PepsiCo verkauft den Umbau seither als Produktneuheit, etwa mit den Varianten Simply NKD von Cheetos und Doritos.
Steuern: Bermuda, Irland, Singapur
PepsiCo zahlte 2025 effektiv 19,0 Prozent Steuern auf den Gewinn vor Steuern, 2 Prozentpunkte weniger als der US-Bundessatz von 21 Prozent. Die Aufschlüsselung im Geschäftsbericht zeigt, woher der Abstand kommt: Gewinne in Bermuda senkten die Quote um 3,0 Prozentpunkte, der niedrigere Satz in Irland um 1,2 Punkte, eine Steuervergünstigung in Singapur um 1,1 Punkte. In Irland betreibt PepsiCo zwei Konzentratwerke in Cork. Dorthin flossen 2025 umgerechnet 379 Millionen Euro Ertragsteuern, mehr als nach Mexiko oder Russland.
2026 steigt der bereinigte Steuersatz nach der Prognose vom Oktober auf rund 21 Prozent, auch wegen der globalen Mindeststeuer von 15 Prozent. Außerdem muss PepsiCo 2026 eine letzte Rate von umgerechnet 863 Millionen Euro aus der US-Steuerreform von 2017 zahlen, die im Ausland angesammelte Gewinne einmalig besteuerte. Die US-Steuerbehörde prüft derzeit die Jahre 2014 bis 2019.
- 01/2025Die US-Wettbewerbsbehörde FTC verklagt PepsiCo wegen mutmaßlicher Bevorzugung von Walmart.
- 04/2025Gesundheitsminister Kennedy kündigt das Aus für synthetische Lebensmittelfarben bis Ende 2026 an.
- 05/2025Die FTC stellt das Verfahren ein.
- 01/2026Erste US-Bundesstaaten verbieten den Kauf von Limonade mit SNAP-Mitteln.
- 03/202622 Bundesstaaten haben eine Ausnahmegenehmigung für solche Verbote.
- 2026Letzte Rate der US-Steuer auf Auslandsgewinne: umgerechnet 863 Mio. €.
- 10/2026Bundeskabinett beschließt Zuckersteuer ab 1. Juli 2027.
Russland: ohne Pepsi, mit Chips
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stellte PepsiCo im März 2022 Herstellung und Verkauf von Pepsi, 7Up und Mirinda in Russland ein und strich Investitionen und Werbung.
Der Konzern verkauft dort weiter Milchprodukte, Babynahrung und andere Lebensmittel. 2025 stammten 5 Prozent des Umsatzes aus Russland, umgerechnet 4,27 Milliarden Euro, und 20 Prozent der flüssigen Mittel lagen dort. Im dritten Quartal 2026 nannte PepsiCo Russland ausdrücklich unter den Wachstumsmärkten für Snacks und Getränke.
Lobbyarbeit in Berlin
PepsiCo Deutschland gab 2025 nach dem Lobbyregister des Bundestags zwischen 170.001 und 180.000 Euro für Interessenvertretung aus, mit 0,3 Vollzeitstellen. Als Regelungsvorhaben nennt die Tochter das Wettbewerbsrecht für Lebensmittel und Getränke, das Verpackungsrecht und die „Gestaltung einer möglichen Softdrink-Steuer“.
Am 14. Oktober 2026 brachte die Bundesregierung eine Steuer auf zuckergesüßte Getränke auf den Weg. Ab 1. Juli 2027 sollen 26 Cent je Liter anfallen, wenn ein Getränk mindestens 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter enthält, ab 8 Gramm 32 Cent.
Der Bund rechnet mit 690 Millionen Euro im Jahr 2027 und 925 Millionen Euro 2028. Der Bundestag muss noch zustimmen, die CSU will den Start auf Januar 2028 verschieben.
Was könnte PepsiCo zu Fall bringen?

Ein schneller Absturz ist unwahrscheinlich, dafür ist PepsiCo zu breit aufgestellt. Die Gefahr liegt in der schleichenden Erosion in Nordamerika: Kunden, die weniger Snacks kaufen, Abnehmspritzen, Kaufverbote in der Lebensmittelhilfe und ein Handel, der auf eigene Marken setzt.
Weniger Hunger durch Abnehmspritzen
Rund 20 Prozent der US-Haushalte haben inzwischen mindestens ein Mitglied, das ein GLP-1-Medikament nimmt, die Verbreitung hat sich binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Die Zahlen stammen aus einer Analyse der Beratung PwC, über die Reuters im Februar 2026 berichtete.
Nach der Analyse nehmen die Nutzer im Schnitt rund 40 Prozent weniger Kalorien zu sich, die Einkaufskörbe von Familien schrumpfen um 4 bis 6 Prozent.
Die Beratung EY-Parthenon schätzt, dass der Snackbranche durch veränderte Ernährung im nächsten Jahrzehnt bis zu umgerechnet 10,7 Milliarden Euro Umsatz entgehen könnten. Laguarta sagte nach den Jahreszahlen im Februar 2026, er sehe mehr Chancen als Gefahren. PepsiCo setzt auf kleinere Packungen, mehr Protein und Ballaststoffe, etwa mit Doritos Protein.
Ein Handel, der weniger braucht
Der Geschäftsbericht nennt selbst den Trend, dass Kunden sich von der Direktbelieferung abwenden. Die Auslieferung über die Lager der Händler ist günstiger, schreibt der Konzern, und als weiteres Risiko nennt der Konzern die Ausbreitung von Discountern. Mit 14 Prozent des Umsatzes bei einem einzigen Kunden ist die Verhandlungsposition von PepsiCo begrenzt. Auch in der Gastronomie ist der Wettbewerb hart. Der Verlust von KFC in den USA kostet nach Schätzung von Bank of America umgerechnet rund 447 Millionen Euro Umsatz im Jahr, für sich genommen wenig. Analysten von Jefferies sahen das größere Risiko im Verlust an Sichtbarkeit und öffentlicher Wahrnehmung.
Kosten, Zölle, Russland
Die Führung erwartet nach Reuters, dass die Verbraucher noch 12 bis 18 Monate unter Druck bleiben. Gleichzeitig steigen die Rohstoffkosten. Finanzchef Schmitt rechnet damit, dass die bereinigte Marge in Nordamerika auch im vierten Quartal sinkt.
Für 2026 erwartet PepsiCo nur noch 1 bis 2 Prozent mehr bereinigten Gewinn je Aktie ohne Währungseffekte, statt mindestens 4 Prozent wie zuvor geplant.
Ein Restrisiko liegt in Russland. Dort erwirtschaftet PepsiCo 5 Prozent des Umsatzes und hält 20 Prozent seiner flüssigen Mittel. Eine Enteignung oder ein erzwungener Rückzug würde den Konzern nicht umwerfen, träfe aber vor allem dieses dort liegende Geld.
Wie teuer Qualitätsprobleme werden, zeigte der Rückruf von Haferriegeln und Müsli der Marke Quaker. Er kostete PepsiCo 2023 und 2024 zusammen umgerechnet 289 Millionen Euro.
Drei Szenarien bis 2031
Im günstigen Fall wirken die Preissenkungen, die Menge in Nordamerika wächst wieder, und PepsiCo erreicht die versprochenen 100 Basispunkte mehr bereinigte Marge bis 2028.
Die Snacksparte kehrt zu Margen um 24 Prozent zurück, Wachstum kommt zusätzlich aus Indien, dem Nahen Osten und Lateinamerika.
Im mittleren Fall, den wir für den wahrscheinlichsten halten, gibt PepsiCo einen Teil der Abfüllung in Nordamerika an Partner ab und legt Snack- und Getränkelogistik in anderen Regionen zusammen. Der Umsatz wächst mit 2 bis 4 Prozent im Jahr, die Dividende steigt weiter.
Im ungünstigen Fall schrumpft der Snackmarkt in den USA dauerhaft, weil Abnehmspritzen und Kaufverbote die Nachfrage drücken. PepsiCo verliert weitere Gastronomiekunden an Coca-Cola und muss die Dividende aus Schulden finanzieren, bis ein neuer Vorstand das Portfolio radikal verkleinert.
Die größte Gefahr für PepsiCo kommt nicht von einem Konkurrenten, sondern aus dem eigenen Kerngeschäft: Die profitabelste Sparte wächst nicht mehr. Ob der Umbau des Vertriebs das ändert, zeigt sich erst ab 2027.
Was bedeutet PepsiCo für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Für deutsche Verbraucher ändert sich zunächst wenig: Die Preissenkungen und der KFC-Wechsel betreffen die USA. Die geplante Zuckersteuer ab Juli 2027 dürften sie dagegen spüren. Für deutsche Unternehmen zeigt PepsiCo, wie viel Marge im Konzentrat steckt und wie wenig in Werken und Lastwagen.
Der KFC-Wechsel gilt nur für die USA
Der Wechsel von KFC zu Coca-Cola gilt nur für die rund 3.700 Restaurants in den USA. PepsiCo erklärte gegenüber Reuters, die Verträge für die internationalen Filialen von KFC und Taco Bell kürzlich erneuert zu haben. Auch die Preissenkungen vom Februar 2026 galten nur in den USA. In Europa, Nahost und Afrika setzte PepsiCo in den ersten 36 Wochen 2026 im Gegenteil höhere Preise durch, wenn auch teils in Ländern mit sehr hoher Inflation.
Der Geschäftsbericht 2025 nennt Deutschland ausdrücklich unter den Märkten, in denen PepsiCo mehr Getränke verkaufte.
Was die Zuckersteuer kosten würde
Nach dem Kabinettsbeschluss vom 14. Oktober 2026 sollen Getränke mit mindestens 5 Gramm Zucker je 100 Milliliter ab Juli 2027 mit 26 Cent je Liter besteuert werden, ab 8 Gramm mit 32 Cent. Für eine 1,5-Liter-Flasche der oberen Stufe wären das 48 Cent Steuer (Rechnung der Redaktion). Zuckerfreie Varianten wie Pepsi Zero Sugar liegen unter der Schwelle.
Ob die Hersteller die Steuer weitergeben oder den Zuckergehalt ihrer Rezepte unter die Grenzwerte senken, ist offen. Die Lebensmittel Praxis erwartet spürbar höhere Preise für Limonaden, sofern die Rezepturen bleiben. PepsiCo hat mit dem Umbau seiner Marken in den USA gezeigt, dass der Konzern Rezepte schnell anpassen kann, wenn der politische Druck steigt.
| Flaschengröße (Rechnung der Redaktion) | ab 5 g Zucker je 100 ml (26 Cent je Liter) | ab 8 g Zucker je 100 ml (32 Cent je Liter) |
|---|---|---|
| 0,33 Liter | 8,6 Cent | 10,6 Cent |
| 0,5 Liter | 13 Cent | 16 Cent |
| 1,0 Liter | 26 Cent | 32 Cent |
| 1,5 Liter | 39 Cent | 48 Cent |
Was deutsche Unternehmen lernen können
Für Markenhersteller im Mittelstand ist die Spartenrechnung von PepsiCo ein Lehrstück. Der Gewinn im Konzentratgeschäft zeigt: Am meisten verdient eine Marke, wenn andere Werke und Fahrzeuge bezahlen.
Für Händler zeigt der Konzern, wie viel Macht im Regal steckt. PepsiCo zahlt für Platzierung, Aktionen und Ausschankrechte und rechnet diese Zahlungen vom Umsatz ab.
In Deutschland setzen vor allem die Discounter Aldi und Lidl mit ihren Eigenmarken den Preisanker, an dem sich Markenchips und Markenlimonade messen lassen müssen.
Für Wettbewerber ist die Schwäche in Nordamerika eine Gelegenheit. Intersnack, der Düsseldorfer Hersteller von funny-frisch und Chio mit 4,5 Milliarden Euro Umsatz und rund 14.500 Beschäftigten, will mit Utz Brands genau in dem Moment in den US-Markt einsteigen, in dem PepsiCo dort Preise senken muss.
Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate
Optimistisch: Der Bundestag verschiebt die Zuckersteuer auf Januar 2028, wie die CSU es will, und die Preise für Limonaden bleiben 2027 stabil. In den USA zieht die Menge an, PepsiCo meldet im Februar 2027 wieder steigende Gewinne in der Snacksparte.
Realistisch: Die Steuer kommt zum 1. Juli 2027, Hersteller senken bei einem Teil der Sorten den Zucker unter 8 oder 5 Gramm und verteuern den Rest. PepsiCo gibt im Laufe des Jahres einen Teil der US-Abfüllung an Partner ab, an den deutschen Regalen ändert das nichts.
Pessimistisch: Die Steuer verteuert Limonaden deutlich, Kunden greifen öfter zu Handelsmarken, und Markenhersteller verlieren Regalplatz.
Was Sie jetzt tun können
Unser Rat: Als Verbraucher vergleichen Sie Snacks und Getränke über den Grundpreis je Kilogramm oder Liter, den Händler in Deutschland am Regal angeben müssen.
Als Hersteller oder Händler kalkulieren Sie die Zuckersteuer schon jetzt in Ihre Preislisten für das zweite Halbjahr 2027 ein und prüfen, welche Rezepturen knapp über 5 oder 8 Gramm Zucker je 100 Milliliter liegen.
Die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 legt PepsiCo Anfang 2027 vor. Bis Ende 2026 will der Konzern zudem sagen, wie er Produktion und Vertrieb in Nordamerika künftig aufstellt.
Glossar: 16 Fachbegriffe vom Abfüller bis zur Wertminderung

Abfüller
Ein Abfüller mischt Konzentrat mit Wasser, Zucker und Kohlensäure, füllt die fertige Limonade in Flaschen oder Dosen und liefert sie an Händler und Restaurants. PepsiCo arbeitet weltweit mit unabhängigen Lizenzabfüllern, betreibt in Nordamerika und Teilen Europas aber eigene Abfüllwerke.
Aktivistischer Investor
Ein aktivistischer Investor kauft Aktien eines Unternehmens, um Veränderungen durchzusetzen, etwa Verkäufe von Sparten, Sparprogramme oder neue Mitglieder im Verwaltungsrat. Elliott Investment Management stieg 2025 mit umgerechnet rund 3,58 Milliarden Euro bei PepsiCo ein und forderte unter anderem, die Abfüllung abzugeben.
Bereinigtes operatives Ergebnis
Das bereinigte operative Ergebnis ist der Betriebsgewinn ohne Sondereffekte wie Abschreibungen auf Marken, Kosten für Umbau und Zukäufe oder Bewertungseffekte bei Rohstoffgeschäften. PepsiCo steuert damit seine Sparten. 2025 lag es bei umgerechnet 13,3 Milliarden Euro, der ausgewiesene Betriebsgewinn bei 10,3 Milliarden Euro.
Direktbelieferung
Bei der Direktbelieferung bringen Fahrer des Herstellers die Ware selbst in die Läden und räumen dort die Regale ein, statt sie an das Zentrallager des Händlers zu liefern. Das Verfahren ist teurer, sichert aber Frische und gute Plätze. PepsiCo nutzt es in Nordamerika für Snacks und Getränke.
Freier Cashflow
Der freie Cashflow ist das Geld aus dem laufenden Geschäft nach Investitionen in Werke, Maschinen und Fahrzeuge, zuzüglich der Erlöse aus verkauften Anlagen. Er zeigt, was für Dividenden, Rückkäufe und Schuldenabbau übrig bleibt. Bei PepsiCo lag er 2025 bei umgerechnet 7,34 Milliarden Euro.
Globale Mindeststeuer
Die globale Mindeststeuer sorgt dafür, dass große Konzerne in jedem Land mindestens 15 Prozent Steuern auf ihre Gewinne zahlen. Wenn der Satz darunter liegt, darf ein anderer Staat die Differenz nachfordern. Die Regel geht auf ein Abkommen von OECD-Staaten zurück und soll bis Ende 2026 weitgehend umgesetzt sein.
GLP-1-Medikamente
GLP-1-Medikamente ahmen ein körpereigenes Darmhormon nach, dämpfen den Appetit und werden gegen Diabetes und Übergewicht eingesetzt, oft als Spritze. Nutzer essen nach einer Analyse von PwC im Schnitt rund 40 Prozent weniger Kalorien. Für Hersteller von Snacks und Süßwaren gelten sie deshalb als Risiko.
Handelsmarke
Eine Handelsmarke, auch Eigenmarke genannt, gehört dem Händler statt dem Hersteller. Supermärkte und Discounter lassen sie meist bei Lohnherstellern fertigen und verkaufen sie günstiger als Markenartikel. Für PepsiCo sind Handelsmarken Konkurrenz im eigenen Regal, nach den Preiserhöhungen der Jahre 2022 bis 2025 wichen viele Kunden darauf aus.
Konzentrat
Ein Konzentrat ist der Sirup oder die Grundmischung, aus der Abfüller mit Wasser und weiteren Zutaten das fertige Getränk herstellen. Der Markeninhaber verkauft nur diese Mischung und behält das Rezept. Das internationale Konzentratgeschäft von PepsiCo erzielte 2025 eine Marge von 37 Prozent vor Sondereffekten.
Listungsgebühr
Eine Listungsgebühr zahlt ein Hersteller an einen Händler, damit dieser ein Produkt in sein Sortiment aufnimmt oder an einem bestimmten Platz im Regal präsentiert. Solche Zahlungen bucht PepsiCo, wie Rabatte und Zuschüsse für Aktionen, als Abzug vom Umsatz.
Organisches Wachstum
Organisches Wachstum misst, wie stark der Umsatz ohne Zukäufe, Verkäufe und Wechselkurseffekte zulegt. Es zeigt, was das bestehende Geschäft aus eigener Kraft schafft. PepsiCo erwartet für 2026 rund 3 Prozent organisches Wachstum, der ausgewiesene Umsatz soll dank Zukäufen und Währungen um rund 6 Prozent steigen.
Preis- und Mixeffekt
Der Preis- und Mixeffekt beschreibt, wie viel Umsatzwachstum aus höheren Preisen, weniger Rabatten und einer anderen Mischung aus Packungsgrößen und Ländern stammt, statt aus mehr verkaufter Ware. Bei PepsiCo lag er 2022 bei 14 Prozent und 2023 bei 13 Prozent, während die Absatzmenge stagnierte oder sank.
Refranchising
Refranchising bedeutet, dass ein Markenkonzern eigene Abfüll- oder Vertriebsgebiete wieder an unabhängige Partner abgibt. Der Konzern verkauft dann vor allem Konzentrat und spart Werke, Lager und Lastwagen. Coca-Cola schloss diesen Schritt in den USA 2017 weitgehend ab, Elliott fordert ihn von PepsiCo.
Sondereffekte
Sondereffekte sind Aufwendungen oder Erträge, die ein Unternehmen als einmalig oder nicht zum laufenden Geschäft gehörend einstuft, etwa Abschreibungen, Umbaukosten oder Zollerstattungen. PepsiCo rechnet sie aus dem bereinigten Ergebnis heraus. 2025 schmälerten sie den Betriebsgewinn um umgerechnet rund 3 Milliarden Euro.
Wandelbare Vorzugsaktie
Eine wandelbare Vorzugsaktie bringt dem Inhaber eine feste Dividende und kann später in Stammaktien umgetauscht werden. PepsiCo hält solche Papiere an Celsius, mit 5 Prozent Dividende im Jahr. Wenn die Celsius-Aktie bestimmte Kursschwellen erreicht, werden die Papiere nach sechs Jahren in Stammaktien umgewandelt.
Wertminderung
Eine Wertminderung ist eine Abschreibung, die anfällt, wenn eine Marke, eine Beteiligung oder eine Anlage weniger wert ist als in der Bilanz verbucht. Geld fließt dabei nicht ab, der Gewinn sinkt trotzdem. PepsiCo schrieb 2025 auf die Energydrink-Marke Rockstar umgerechnet 1,67 Milliarden Euro ab.
FAQ: Warum verdient PepsiCo mit Chips mehr als mit Cola?

Wem gehört PepsiCo?
PepsiCo ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Purchase im US-Bundesstaat New York, deren Aktien an der Nasdaq gehandelt werden. Der aktivistische Investor Elliott Investment Management hielt nach seinem Einstieg im September 2025 rund 1,9 Prozent.
Welche Marken gehören zu PepsiCo?
Zu PepsiCo gehören Chips und Snacks wie Lay’s, Doritos, Cheetos, Ruffles, Tostitos, Walkers und Siete, Haferprodukte von Quaker sowie Getränke wie Pepsi, Mountain Dew, 7Up, Mirinda, Gatorade, Aquafina, poppi und SodaStream. In Deutschland führt PepsiCo auch Schwip Schwap.
Wie viel Umsatz macht PepsiCo?
PepsiCo setzte 2025 umgerechnet 84,0 Milliarden Euro um und verdiente netto 7,4 Milliarden Euro. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 5,6 Prozent auf umgerechnet 22,6 Milliarden Euro. Für das ganze Jahr 2026 erwartet der Konzern rund 6 Prozent mehr Umsatz.
Gehören KFC, Pizza Hut und Taco Bell noch zu PepsiCo?
Nein. PepsiCo spaltete die drei Restaurantketten 1997 ab, sie gehören heute zu Yum Brands. Die Ketten schenkten trotzdem lange Pepsi aus. KFC wechselt in seinen US-Restaurants ab 2027 zu Coca-Cola, Taco Bell verlängerte den Vertrag mit PepsiCo bis 2036.
Wo sitzt PepsiCo in Deutschland?
Die deutsche Tochter PepsiCo Deutschland GmbH sitzt seit Anfang der 1990er Jahre in Neu-Isenburg südlich von Frankfurt am Main. 2014 bezog sie eine neue Zentrale. Die Tochter ist im Lobbyregister des Bundestags eingetragen.
Ist Coca-Cola größer als PepsiCo?
Beim Umsatz nicht: PepsiCo setzte 2025 umgerechnet 84,0 Milliarden Euro um, Coca-Cola 42,9 Milliarden Euro. Coca-Cola verdient aber mehr, der Betriebsgewinn lag bei 12,3 Milliarden Euro gegen 10,3 Milliarden Euro bei PepsiCo. Bei Limonaden liegt Coca-Cola in den USA klar vorn.
Quellen
43 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 04.11.2026
- PepsiCoForm 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (bis 27.12.2025)
- PepsiCoForm 10-Q für das dritte Quartal 2026 (bis 05.09.2026)
- PepsiCoPepsiCo Reports Third-Quarter 2026 Results, Pressemitteilung vom 08.10.2026
- PepsiCoPepsiCo Announces Priorities to Enhance Shareholder Value, Pressemitteilung vom 08.12.2025
- PepsiCoProxy Statement 2026 (Hauptversammlungsunterlagen)
- PepsiCoForm 10-K für das Geschäftsjahr 2024
- PepsiCoForm 10-K für das Geschäftsjahr 2023
- PepsiCoForm 10-K für das Geschäftsjahr 2022
- PepsiCoPublic Policy Engagement, Political Activities and Contributions Guidelines
- Reuters (über Euronext)PepsiCo to cut costs as weak N.America business hurts core profit forecast, 08.10.2026
- CNBCKFC to switch to Coca-Cola beverages in U.S. restaurants for the first time in decades, 15.10.2026
- Reuters (über Investing.com)KFC signs Coca-Cola on as new beverage partner, ditching PepsiCo, 15.10.2026
- Reuters (über MarketScreener)KFC switch to Coke puts PepsiCo’s food service ties in focus, analysts say, 16.10.2026
- CNN (über KY3)Taco Bell makes decision on soft drink provider as sister chain KFC switches to Coca-Cola, 22.10.2026
- Yahoo FinancePepsiCo Kept Taco Bell Through 2036. Here’s the Supply Chain Update It Still Owes Investors in Late 2026, 23.10.2026
- CNBCElliott’s plan for PepsiCo includes investing in some of its iconic brands, shedding others, 06.09.2025
- Reuters (über The Spokesman-Review)PepsiCo to review supply chain, lower prices amid talks with Elliott Management, 08.12.2025
- Bloomberg (über The Spokesman-Review)PepsiCo boosts stake in Celsius with $585 million deal, 29.08.2025
- NPR (über WUFT)PepsiCo will cut prices on Lay’s, Cheetos by as much as 15%, 03.02.2026
- EntrepreneurPepsiCo Is Slashing Prices on Cheetos, Doritos, and Lay’s, 03.02.2026
- Reuters (über GV Wire)Big Food pours millions into rebrands as obesity drugs reshape US demand, 18.02.2026
- The Atlanta Journal-Constitution (AP, Daten von Beverage Digest)Coke rival Pepsi climbs up among top US soda brands, besting Sprite, April 2026
- TastewiseCoca-Cola vs. Pepsi (Daten von Beverage Digest und Marketing Dive), 22.09.2026
- Beverage DigestSoda Wars: Coca-Cola Held CSD Lead in 36 of 41 Major US Markets in 2025
- Reuters (über KSL)FTC drops case against Pepsi alleging price discrimination, 25.05.2025
- Legis1PepsiCo lobbying: SNAP restrictions, tariffs and packaging, 30.10.2025
- Civil EatsUSDA Approves More SNAP Waivers Limiting Soda and Candy, 04.03.2026
- Colorado PoliticsSNAP recipients in five states will be banned from using assistance for candy and soda, beginning 2026, 31.12.2025
- Food Business NewsPepsiCo to accelerate phaseout of artificial ingredients, 28.04.2025
- Just FoodPepsiCo suspends drink sales in Russia, supply of food essentials continues, 09.03.2022
- Deutscher BundestagLobbyregister, Eintrag PepsiCo Deutschland GmbH (R000073), Geschäftsjahr 2025
- Lebensmittel PraxisZuckersteuer kommt: Koalition einigt sich auf Steuer für zuckergesüßte Getränke, 14.10.2026
- Pharmazeutische ZeitungKabinett beschließt Zuckersteuer, 14.10.2026
- Börsen-ZeitungChio-Chips-Hersteller expandiert mit Milliardenkauf in die USA, 21.07.2026
- Potato BusinessIntersnack to Take Utz Private in USD2.9 Billion Deal, 22.07.2026
- Die RheinpfalzBei Kartoffelchips ist Paprika Favorit, 18.05.2016
- Journal FrankfurtMehr Platz für die Mitarbeiter: PepsiCo eröffnet neue Deutschlandzentrale in Neu-Isenburg, 16.09.2014
- Funding Universe (International Directory of Company Histories)PepsiCo, Inc. History
- The Coca-Cola CompanyForm 10-K für das Geschäftsjahr 2017 (Abschluss der Neuvergabe der US-Abfüllgebiete)
- U.S. Securities and Exchange CommissionXBRL-Finanzdaten aus dem Form 10-K 2025 von The Coca-Cola Company
- U.S. Securities and Exchange CommissionXBRL-Finanzdaten aus dem Form 10-K 2025 von Mondelez International
- U.S. Securities and Exchange CommissionXBRL-Finanzdaten aus dem Form 10-K 2025 von Keurig Dr Pepper
- Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurs US-Dollar, 03.11.2026
