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Im Hotelbad drehen Sie am Thermostat, auf dem Griff der Handbrause steht klein hansgrohe. Der Hersteller sitzt im Schwarzwald, sein Mehrheitseigner in Michigan. Seit 1985 ist der US-Konzern Masco an Hansgrohe beteiligt, heute hält er 68,35 Prozent der Aktien.

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Inhalt 12 Abschnitte
  1. Wer steckt hinter Hansgrohe und wie fing alles an?
  2. Wie wurde aus der Werkstatt ein Konzern mit acht Werken?
  3. Wie verdient Hansgrohe tatsächlich sein Geld?
  4. Wie groß ist die Marktmacht von Hansgrohe?
  5. Wer ist bei Hansgrohe eigentlich das Produkt?
  6. Was kostet eine Brause von Hansgrohe wirklich, und wer zahlt dafür?
  7. Wer profitiert und wer zahlt drauf?
  8. Wie politisch ist Hansgrohe?
  9. Was könnte Hansgrohe zu Fall bringen?
  10. Was bedeutet Hansgrohe für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
  11. Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Hansgrohe
  12. FAQ: Wie verdient Hansgrohe 132 Millionen Euro im Bad?

Masco hat am 28. Oktober gemeldet, dass der Umsatz im Sanitärgeschäft außerhalb Nordamerikas im dritten Quartal 2026 währungsbereinigt um fünf Prozent gesunken ist, ohne die verkaufte britische Tochter Bristan um ein Prozent.

Finanzchef Richard Westenberg führte das Minus vor allem auf geringere Verkäufe bei Hansgrohe zurück: auf starke Vorjahreszahlen in einigen europäischen Märkten und die anhaltend schwache Nachfrage in China.

In Schiltach feiert Hansgrohe in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen, im Januar starb Klaus Grohe, der Sohn des Gründers, der das Unternehmen von 1975 bis 2008 geführt hatte. 2025 setzte die Gruppe 1,375 Milliarden Euro um und verdiente nach Steuern und Minderheitsanteilen 132,1 Millionen Euro.

Das Geld kommt aus Brausen und Armaturen, die zu drei Vierteln ins Ausland gehen, und es fließt zum größeren Teil an einen Eigentümer in den USA.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Hansgrohe setzte 2025 rund 1,375 Milliarden Euro um, 0,9 Prozent weniger als 2024. Das Betriebsergebnis sank um 7 Prozent auf 185,9 Millionen Euro, die EBITDA-Marge auf 17,7 Prozent.
  • Rund 88 Prozent des Umsatzes stammen von der Marke hansgrohe, der Rest vor allem von der Luxusmarke Axor. Drei Viertel gehen ins Ausland, größter Einzelmarkt bleibt Deutschland mit 346,5 Millionen Euro.
  • Der US-Konzern Masco hält 68,35 Prozent, die Familie Klaus Grohe über ihre Gesellschaft Syngroh den Rest. Seit Mai 2026 leitet Masco-Chef Jon Nudi den Aufsichtsrat.
  • Mit Grohe aus Hemer teilt Hansgrohe nur die Herkunft: Friedrich Grohe, ein Sohn des Gründers, übernahm 1936 eine eigene Firma. Die Firma gehört seit 2014 zum japanischen Lixil-Konzern.
  • Hansgrohe nennt sich „einen der Weltmarktführer“ und liegt weit unter der Umsatzgrenze von 5 Milliarden Euro für Hidden Champions. Wir haben keine unabhängige Marktanteilsstatistik gefunden, die den Titel belegt.

Fünf Fragen zu Duschstange, Masco und Schiltach

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie das Geschäftsmodell von Hansgrohe?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 In welchem Jahr erfand Hans Grohe die höhenverstellbare Duschstange? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Der Gründer war damals 82 Jahre alt. Die Handbrause hatte Hansgrohe schon 1928 in Serie gebracht, 1901 eröffnete er seine Werkstatt in Schiltach.
2 Welchen Anteil am Konzernumsatz 2025 hatte die Marke hansgrohe ungefähr? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Die Marke setzte 1.211,3 Millionen Euro um. Den größten Teil des Rests liefert die Luxusmarke Axor, dazu kommt der Duschrinnenhersteller ESS.
3 Wie viel Prozent der Hansgrohe-Aktien hält der US-Konzern Masco? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Masco ist seit 1985 beteiligt. Die übrigen 31,65 Prozent hält die Familie Klaus Grohe über ihre Gesellschaft Syngroh.
4 Wer bekam 2010 im Badezimmer-Kartell der EU keine Geldbuße? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Masco hatte das Kartell als erster Beteiligter gemeldet und erhielt als Kronzeuge die volle Befreiung. Ideal Standard zahlte 326,1 Millionen Euro, Grohe 54,8 Millionen Euro.
5 Welche EBITDA-Marge erreichte Hansgrohe im Jahr 2025? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. 2024 waren es 18,5 Prozent. Die 29,4 Prozent erreichte der Schweizer Wettbewerber Geberit, 9,6 Prozent ist die Umsatzrendite von Hansgrohe nach Steuern.

Wer steckt hinter Hansgrohe und wie fing alles an?

Hans Grohe gründete das Unternehmen 1901 als kleinen Handwerksbetrieb in Schiltach im Schwarzwald. Seine Söhne prägten es über Jahrzehnte, Klaus Grohe machte daraus ab 1975 einen internationalen Markenhersteller. Die Familie verkaufte die Mehrheit in mehreren Schritten an den US-Konzern Masco.

Von Luckenwalde ins Kinzigtal

Die drei ältesten Kinder von Hans Grohe kamen in Luckenwalde bei Berlin zur Welt. 1901 eröffnete Hans Grohe in Schiltach eine kleine Werkstatt und spezialisierte sich auf Metallwaren für den Sanitärbereich. Nach der Darstellung des Unternehmens erkannte er früh, dass immer mehr Wohnungen ein eigenes Bad bekommen würden.

1928 ging bei Hansgrohe die Handbrause in Serie, eine bewegliche Alternative zur fest montierten Kopfbrause.

Mit 82 Jahren erfand der Gründer 1953 die höhenverstellbare Duschstange, an der sich die Handbrause in jeder Höhe einhängen lässt. Hansgrohe bezeichnet sie heute als Standard in europäischen Bädern. Das Unternehmen beruft sich bis heute auf solche Erfindungen, wenn es seine Brausen als Premiumprodukte verkauft.

Drei Söhne, zwei Firmen

Die Familiengeschichte erklärt eine Verwechslung, die bis heute anhält. Friedrich Grohe, der zweite Sohn, arbeitete von 1928 bis 1934 im väterlichen Betrieb und entwickelte dort ein neues Gießverfahren für Ventilgehäuse. Im Sommer 1934 schied er aus, 1936 übernahm er in Hemer in Westfalen die Eisenwarenfabrik Berkenhoff & Paschedag, die ab 1948 seinen Namen trug. Aus ihr wurde der Armaturenhersteller Grohe. Grohe und Hansgrohe sind seitdem getrennte Unternehmen und direkte Wettbewerber. Friedrich Grohe verkaufte 1968 die Mehrheit seiner Firma an den US-Konzern ITT, seit 2014 gehört Grohe zum japanischen Baustoffkonzern Lixil.

In Schiltach führte der älteste Sohn, Hans Grohe junior, ab 1953 die Geschäfte, er starb 1960. Der jüngste Sohn Klaus, 1937 in Aachen geboren, stieg 1968 ein und übernahm 1975 die Leitung. Als Friedrichs Firma im selben Jahr 1968 an ITT ging, musste Klaus Grohe nach der Darstellung von Hansgrohe einen eigenen Außendienst aufbauen.

1977 machte Klaus Grohe aus dem Firmennamen die Marke hansgrohe, 1993 gründete er die Designmarke Axor.

Geschichte
Von der Werkstatt in Schiltach zur Masco-Tochter
Stationen von Hansgrohe seit der Gründung 1901.
  • 1901Hans Grohe eröffnet in Schiltach eine kleine Werkstatt für Metallwaren.
  • 1928Die Handbrause geht in Serie.
  • 1936Sohn Friedrich übernimmt eine Fabrik in Hemer, daraus entsteht der Wettbewerber Grohe.
  • 1953Der Gründer erfindet mit 82 Jahren die höhenverstellbare Duschstange.
  • 1968Hansgrohe bringt Selecta, die erste Handbrause mit verstellbaren Strahlarten. Klaus Grohe steigt ein.
  • 1975Klaus Grohe übernimmt die Leitung, 1977 entsteht die Marke hansgrohe.
  • 1984Die Erben Friedrich Grohes verkaufen ihr Drittel an Masco, Hansgrohe datiert den Einstieg auf 1985.
  • 1993Klaus Grohe gründet die Designmarke Axor, ab 1994 entwirft Philippe Starck für sie.
  • 2009Masco-Gesellschaften halten zusammen 68,35 Prozent, die Familie über Syngroh den Rest.
  • 2023Keramik und Badmöbel kommen ins Sortiment, das Werk in Serbien entsteht.
  • 2026Hansgrohe wird 125 Jahre alt. Klaus Grohe stirbt im Januar, seit Mai leitet Masco-Chef Jon Nudi den Aufsichtsrat.

Der Einstieg aus Michigan

1984 verkauften die Erben Friedrich Grohes ihr Drittel an Hansgrohe an die Masco Corporation, Hansgrohe selbst datiert den Einstieg auf 1985. Masco stellt Armaturen der Marke Delta her und baute seinen Anteil Schritt für Schritt aus. Der Konzernabschluss von Hansgrohe nennt Übertragungen von Aktien an Masco in den Jahren 2002, 2003 und 2007.

Ende 2009 hielten Masco-Gesellschaften zusammen 68,35 Prozent, und dabei ist es bis heute geblieben.

Die restlichen 31,65 Prozent hält die Familie Klaus Grohe über die Beteiligungsgesellschaft Syngroh in Schiltach. Klaus Grohe führte das Unternehmen bis 2008 und danach bis 2015 den Aufsichtsrat. Er starb am 3. Januar 2026 im Alter von 88 Jahren, sein ältester Sohn Richard Grohe vertritt die Familie im Aufsichtsrat.

Wie wurde aus der Werkstatt ein Konzern mit acht Werken?

Duschkopf-Prototyp auf kleiner Werkbank neben weißem Fabrikmodell mit orangefarbenen Wimpeln
Aus einer Werkstatt in Schiltach wurde ein Konzern mit acht Werken und Kunden in mehr als 145 Ländern.

Hansgrohe wuchs mit eigenen Marken, externen Designern und dem Export. Heute verkauft die Gruppe in mehr als 145 Ländern, fertigt in acht eigenen Werken und kam 2025 auf 1,375 Milliarden Euro Umsatz mit 5.673 Beschäftigten, rund 60 Prozent davon in Deutschland.

Brausen als Designobjekt

Die Selecta-Handbrause von 1968 ließ sich als erste auf verschiedene Strahlarten umstellen. Hansgrohe beziffert die Zahl der verkauften Exemplare auf mehr als 30 Millionen. 1981 zeigte das Unternehmen auf der Sanitärmesse ISH in Frankfurt erstmals komplette Brausenfamilien, also Kopf-, Seiten- und Handbrausen in einer gemeinsamen Formensprache.

Mit Axor kam 1993 die zweite Marke. Seit 1994 entwirft der französische Designer Philippe Starck Kollektionen für sie, dazu kommen Antonio Citterio, Patricia Urquiola und das Londoner Studio Barber Osgerby. Axor zielt auf Luxushotels, Yachten und teure Privatbäder, hansgrohe auf das breite Premiumsegment darunter. Seit 1974 haben die Marken des Unternehmens mehr als 800 Designpreise gewonnen.

Unsere Lesart: Mit Axor verlangt Hansgrohe Luxuspreise, ohne die Hauptmarke für den Fachhandel zu verteuern.

Acht Werke, neu sortiert

Vier der acht Werke stehen in Deutschland: Schiltach und Offenburg sind die größten, dazu kommen eine Außenstelle in Willstätt und der Hersteller von Duschrinnen ESS in Bad Bentheim, den Hansgrohe 2021 mehrheitlich und 2024 vollständig übernommen hat. Im Ausland fertigt die Gruppe in Wasselonne im Elsass, im serbischen Valjevo, im Großraum Atlanta und in Songjiang, einem Bezirk von Shanghai.

Hansgrohe teilt die Arbeit gerade neu auf. Künftig fertigt Valjevo nur Armaturen der Marke hansgrohe, Offenburg und Wasselonne bleiben für die Brausen zuständig, in Schiltach entstehen die Produkte von Axor. Das Unternehmen nennt das „local for local“: Gefertigt werden soll möglichst in der Region, in der auch verkauft wird.

Das serbische Werk war 2024 der größte Posten bei den Investitionen, 2025 investierte die Gruppe insgesamt 53,8 Millionen Euro.

Umsatz und Ergebnis
Leicht rückläufig auf hohem Niveau
Umsatz und Betriebsergebnis der Hansgrohe Group in Millionen Euro, 2023 bis 2025.
Umsatz
  • 20231.405,9
  • 20241.387,0
  • 20251.374,9
Betriebsergebnis (EBIT)
  • 2023201,7
  • 2024199,9
  • 2025185,9
5.673
Beschäftigte Ende 2025, rund 60 % in Deutschland
über 145
Länder, in die Hansgrohe verkauft
8
eigene Werke, 4 davon in Deutschland

Zwei Rekordjahre, dann der Knick

Nach zwei Rekordjahren 2021 und 2022 brachen Umsatz und Ergebnis 2023 nach Darstellung des Vorstands deutlich ein. Seitdem schrumpft der Umsatz langsam: von 1.405,9 Millionen Euro 2023 auf 1.387,0 Millionen Euro 2024 und 1.374,9 Millionen Euro 2025. Das Betriebsergebnis sank im selben Zeitraum von 201,7 auf 185,9 Millionen Euro, der Auftragseingang stieg 2025 dagegen um 1,1 Prozent auf 1.334,9 Millionen Euro.

Für 2026 erwartet der Vorstand ein leichtes Wachstum und ein deutlich höheres Betriebsergebnis, vor allem durch Effizienzprogramme.

Währungsbereinigt wuchs der Umsatz 2025 um 0,9 Prozent. Die Differenz geht auf Wechselkurse zurück, deren Effekt der Lagebericht als hoch bezeichnet.

Ist Hansgrohe ein Hidden Champion?

Die Reihe porträtiert Firmen, die nach der Definition des Unternehmensberaters Hermann Simon zu den drei Größten ihrer Nische weltweit zählen oder ihren Kontinent anführen, weniger als 5 Milliarden Euro umsetzen und in der Öffentlichkeit wenig bekannt sind, so beschreibt es die Übersicht über die deutschen Hidden Champions. Bei der Umsatzgrenze liegt Hansgrohe mit 1,375 Milliarden Euro weit darunter, bei der Marktstellung wird es dünner.

Hansgrohe nennt sich selbst „einen der Weltmarktführer“. Masco-Chef Jon Nudi sagte am 28. Oktober, die Gruppe sei in vielen großen Märkten Europas Marktführer. Hansgrohe-Vertriebsvorstand Christophe Gourlan formulierte es im Geschäftsbericht 2024 vorsichtiger: Das Ziel sei, in Europa die Nummer eins zu werden.

Wir haben keine unabhängige Statistik der Marktanteile für Brausen und Armaturen gefunden, Grohe bezeichnet sich seinerseits als weltweit führenden Anbieter von Sanitärarmaturen.

Die zweite Einschränkung betrifft das Wort Mittelstand. Hansgrohe sitzt in Schiltach, beschäftigt 3.419 Menschen in Deutschland und betreibt hier vier seiner acht Werke. Kontrolliert wird das Unternehmen aber von einem an der New Yorker Börse notierten Konzern, der Hansgrohe voll in seinen Abschluss einbezieht und dessen Vorstandschef seit Mai den Aufsichtsrat leitet.

Unsere Einordnung: Hansgrohe ist ein deutscher Hidden Champion mit amerikanischem Mehrheitseigner, ähnlich wie der Heizungsbauer Viessmann, dessen Heizungsgeschäft seit 2024 dem US-Konzern Carrier gehört. Bei Hansgrohe hält die Gründerfamilie immerhin noch fast ein Drittel.

Wie verdient Hansgrohe tatsächlich sein Geld?

Waage mit Duschkopf und Wasserhahn, Schild mit Text „KAMPFGEWICHT“ in der Mitte
Fast neun von zehn Euro verdient Hansgrohe mit seiner Hauptmarke, die Luxusmarke Axor bringt knapp ein Zehntel.

Hansgrohe verdient fast sein ganzes Geld mit Brausen, Armaturen und Duschsystemen der Marke hansgrohe, ein Zehntel kommt von der Luxusmarke Axor. 2025 blieben von 1,375 Milliarden Euro Umsatz ein Betriebsergebnis von 185,9 Millionen Euro und nach Steuern 132,1 Millionen Euro.

Eine Marke, fast neun Zehntel

Die Marke hansgrohe setzte 2025 genau 1.211,3 Millionen Euro um, 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr und rund 88 Prozent des Konzernumsatzes. Geschrumpft sind laut Lagebericht die angestammten Kategorien Armaturen und Brausen, gewachsen sind die Bereiche rund um die Dusche und das Waschbecken.

Axor legte um 9,3 Prozent zu, vor allem dank der Brausen. Für 2024 weist der Konzernanhang 125,4 Millionen Euro für die Luxusmarke aus, für 2025 ergibt das nach unserer Rechnung rund 137 Millionen Euro oder ein knappes Zehntel. Der Rest von gut 26 Millionen Euro entfällt vor allem auf den Duschrinnenhersteller ESS, der 2024 auf 21,1 Millionen Euro Umsatz kam.

Hansgrohe verdient gut ein Viertel seines Geldes im Inland. Der Umsatz in Deutschland stieg 2025 auf 346,5 Millionen Euro, nach dem Lagebericht ein Plus von 5,9 Prozent, die Pressemitteilung zur Bilanz nennt 7 Prozent. Im übrigen Europa wuchs das Geschäft um 4 Prozent, außerhalb Europas schrumpfte es, vor allem in China.

Die Auslandsquote sank damit von 76,5 auf 74,8 Prozent.

Für 2024 schlüsselt der Konzernanhang die Länder auf. Nach Deutschland mit 326,6 Millionen Euro folgten China mit 232,7 Millionen, Frankreich mit 106,3 Millionen und die USA mit 78,4 Millionen Euro. China stand damit für fast ein Sechstel des Umsatzes, und genau dort schwächelt die Nachfrage seit 2024.

Erlösmodell
Womit Hansgrohe sein Geld verdient
Umsatz nach Marken 2025 und nach den größten Ländern 2024, in Millionen Euro.
Nach Marken 2025
  • hansgrohe1.211,3
  • Axor (Redaktionsrechnung)rund 137
  • ESS und Sonstigesrund 27
Nach Ländern 2024
  • Deutschland326,6
  • China232,7
  • Frankreich106,3
  • USA78,4
  • Großbritannien56,3
  • übrige Länder586,7
17,7 %
EBITDA-Marge 2025, nach 18,5 % im Jahr 2024
74,8 %
Auslandsanteil am Umsatz 2025
132,1 Mio. €
Jahresüberschuss 2025 nach Minderheitsanteilen

Was nur im Kleingedruckten steht

Ein Erlöstreiber taucht im Lagebericht nur am Rand auf: Sonderoberflächen. Farbige und matte Oberflächen auf Armaturen entstehen bei Hansgrohe unter anderem durch PVD-Beschichtung, ein Verfahren, bei dem im Vakuum eine dünne Schicht aufgedampft wird. 2024 übertraf die Nachfrage die Kapazität der deutschen Anlagen so deutlich, dass Hansgrohe zusätzliche Schichten einführte und drei neue Beschichtungsanlagen bestellte.

Die neuen Anlagen laufen seit 2025, der Auftragsrückstand bei Sonderoberflächen besteht trotzdem fort.

Der zweite Treiber ist das Projektgeschäft mit Hotels, Wohnanlagen und Kreuzfahrtschiffen. 2024 lief es nach Darstellung des Vorstands deutlich besser als der klassische Handel. Zu den Olympischen Spielen in Paris stattete Hansgrohe rund 6.000 Wohnungen im olympischen Dorf aus, Axor rüstete im Zuge der Renovierungswelle in der Hotellerie 47 Hotels aus.

Der dritte ist das Tempo der Neuheiten. Produkte, die jünger als drei Jahre sind, machen laut Hansgrohe rund 30 Prozent des Umsatzes aus. Aus unserer Sicht geben neue Kollektionen Großhändlern einen Anlass, ihre Ausstellungen umzubauen, und dem Endkunden einen Grund, nicht zum günstigeren Vorgängermodell zu greifen.

Hansgrohe betreibt kein Datengeschäft im Sinne von Plattformen. Digitale Werkzeuge wie das Planungsprogramm Inspirator, das 2024 drei Preise gewann, dienen dem Verkauf von Brausen und Armaturen.

Wo die Marge entsteht

Die EBITDA-Marge der Gruppe sank 2025 von 18,5 auf 17,7 Prozent, die Marge auf Ebene des Betriebsergebnisses von 14,4 auf 13,5 Prozent. Der Vorstand begründet das mit sinkenden Umsätzen bei steigenden Kosten, vor allem durch die Inflation. Die Materialaufwandsquote ging dagegen zurück, weil die Aufwendungen für Rohstoffe sanken. Gründe waren Sparprogramme in Einkauf und Fertigung und Währungseffekte.

Die Hansgrohe SE in Schiltach, die wichtigste Produktionsgesellschaft, setzte 2025 1.049,1 Millionen Euro um und kam auf ein Betriebsergebnis von 86,9 Millionen Euro, eine Marge von 8,3 Prozent. Die Gruppe als Ganzes erreichte 13,5 Prozent.

Rechnerisch entsteht also ein erheblicher Teil der Marge außerhalb der SE, in Vertriebs- und Auslandsgesellschaften. Für 2024 erklärt der Lagebericht den höheren Jahresüberschuss der SE vor allem mit dem Finanzergebnis.

In ihren Einzelabschlüssen für 2024 meldeten die beiden chinesischen Gesellschaften Jahresergebnisse von 18,5 und 28,6 Millionen Euro, die französische Fabrik in Wasselonne 6,6 Millionen Euro und die US-Tochter 6,0 Millionen Euro. Das neue Werk in Serbien schrieb im Anlaufjahr einen Verlust von 8,5 Millionen Euro. Die deutsche Vertriebsgesellschaft legt ihren Abschluss nicht offen, das Handelsgesetzbuch erlaubt der Konzerntochter diese Befreiung.

Was die Gruppe mitfinanziert

Die Gruppe bezahlt den Anlauf in Serbien aus dem laufenden Geschäft. Ähnlich läuft die Ausweitung des Sortiments: Seit dem Frühjahr 2023 verkauft Hansgrohe auch Waschbecken, Toiletten, Spiegel und Badmöbel. Wie viel Umsatz diese Produkte bringen, weist das Unternehmen nicht gesondert aus, sie stecken in der Marke hansgrohe. Der Vorstand berichtet von ersten Erfolgen in Hotel- und Wohnprojekten, in denen neben Armaturen auch Keramik verbaut wird.

Unsere Lesart: Keramik und Möbel sollen den Umsatz je Bad erhöhen und Hansgrohe vom Lieferanten einzelner Teile zum Anbieter des ganzen Bades machen.

Größe im Messing

Armaturen bestehen zu einem großen Teil aus Messing, also Kupfer und Zink, und entstehen in Gießereien, Galvaniken und Montagelinien, deren Fixkosten sich erst bei hoher Auslastung verteilen. Effizienzmaßnahmen verbesserten das Betriebsergebnis 2024 um 40,4 Millionen Euro, ein Hebel ist das konzernweite Programm „Improve for Investment“, das vor allem Herstell- und Logistikkosten senken soll, ein anderer ein Einkaufsprogramm mit mehr als 350 Ausschreibungen.

Beim Programm „Improve for Investment“ stammten mehr als 70 Prozent des direkten Beitrags aus niedrigeren Herstellkosten.

Die Duschsteuerung Axor ShowerSelect ID baut auf dem Unterputz-Grundkörper iBox universal 2 der Marke hansgrohe auf, beide Marken nutzen also dieselbe Technik in der Wand. Hansgrohe hält mehr als 15.000 gültige Schutzrechte.

Was sich seit 2021 verschoben hat

China wurde vom Wachstumsmarkt zur Belastung, Deutschland wieder zum Zugpferd. Mit ESS kamen Duschrinnen und Abläufe hinzu, mit Keramik und Möbeln das ganze Bad. Die Fertigung wandert in Richtung Serbien, und die Gruppe spart: Ein Schwerpunkt für 2026 sind laut Vorstand Programme, die Produktion und Verwaltung effizienter machen sollen. Die Strategie heißt „Next Level“.

Auf den PunktWoran Hansgrohe verdient
  • Brausen und Armaturen: Die Hauptmarke liefert fast den ganzen Umsatz, Axor den Aufschlag im Luxussegment.
  • Sonderoberflächen: Beschichtete Armaturen sind so gefragt, dass die Anlagen nicht hinterherkommen.
  • Töchter: Ein großer Teil der Marge entsteht außerhalb der Muttergesellschaft in Schiltach.

Wie groß ist die Marktmacht von Hansgrohe?

Wandmodell mit sichtbarem Rohrverteiler, orangefarbenem Regler und kleinem Hinweisschild
Die Technik hinter der Fliese bindet Kunden und Installateure oft stärker als jeder Marktanteil.

Hansgrohe zählt in Europa zu den großen Marken für Brausen und Armaturen, beherrscht den Markt aber nicht. Grohe, Geberit und viele kleinere Hersteller verkaufen über denselben Großhandel. Die Macht von Hansgrohe liegt eher in der Technik hinter der Fliese und in der Bindung der Installateure.

Konkurrenz aus Hemer und vom Zürichsee

Ein direkter Rivale trägt fast denselben Namen. Grohe aus Hemer gehört seit 2014 zum japanischen Lixil-Konzern und bezeichnet sich als weltweit führenden Anbieter von Sanitärarmaturen. Wir haben für 2025 keine Umsatzzahl für Grohe allein gefunden, ein direkter Vergleich ist deshalb nicht möglich. Der Schweizer Konzern Geberit aus Rapperswil-Jona setzte 2025 netto 3.163 Millionen Franken um, umgerechnet rund 3,45 Milliarden Euro, und erreichte eine EBITDA-Marge von 29,4 Prozent. Hansgrohe kam im selben Jahr auf 17,7 Prozent. Geberit verdient sein Geld vor allem mit Spülkästen, Installationssystemen und Rohrleitungen hinter der Wand, Hansgrohe mit dem, was vor der Wand sichtbar ist.

Deutschland ist für beide der wichtigste Einzelmarkt, bei Geberit mit 29 Prozent des Umsatzes.

Im selben Markt verkaufen deutsche Mittelständler wie Dornbracht, Hansa und Kludi, dazu Ideal Standard und Villeroy & Boch mit Keramik und Armaturen.

Das Kartell, das Masco anzeigte

2010 verhängte die EU-Kommission gegen 17 Hersteller von Badausstattung Geldbußen von zusammen rund 622 Millionen Euro. Die Unternehmen hatten von 1992 bis 2004 in Deutschland, Österreich, Italien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden Preiserhöhungen, Mindestpreise und Rabatte abgesprochen. Allein in Deutschland zählte die Kommission mehr als 100 Treffen, organisiert über nationale Branchenverbände.

Masco, zu dessen wichtigsten Töchtern damals Hansgrohe und der Duschkabinenhersteller Hüppe zählten, blieb straffrei.

Der US-Konzern hatte als erster Beteiligter Informationen über das Kartell an die Kommission geliefert und erhielt nach der Kronzeugenregelung die volle Befreiung von der Geldbuße. Ideal Standard musste 326,1 Millionen Euro zahlen, Villeroy & Boch 71,5 Millionen, Grohe 54,8 Millionen, Hansa 14,8 Millionen, Dornbracht 12,5 Millionen und Kludi 5,5 Millionen Euro.

Grohe und Ideal Standard bekamen für ihre Mitarbeit einen Nachlass von 30 Prozent.

Unsere Lehre aus dem Fall betrifft die Struktur des Marktes. Hersteller, die über dieselben Großhändler verkaufen und sich in denselben Verbänden treffen, haben kurze Wege zueinander. Ein laufendes Kartellverfahren gegen Hansgrohe ist uns nicht bekannt.

Wettbewerb
Das Badezimmer-Kartell von 2010
Geldbußen der EU-Kommission für Preisabsprachen von 1992 bis 2004, in Millionen Euro, ausgewählte Hersteller.
  • Ideal Standard326,1
  • Villeroy & Boch71,5
  • Grohe54,8
  • Hansa14,8
  • Dornbracht12,5
  • Kludi5,5
  • Masco mit Hansgrohe0, Kronzeuge
622 Mio. €
Geldbußen gegen 17 Hersteller insgesamt
29,4 %
EBITDA-Marge von Geberit 2025
17,7 %
EBITDA-Marge von Hansgrohe 2025

Die Technik in der Wand

Hansgrohe hat den stärksten Hebel dort, wo der Kunde ihn nicht sieht. Thermostate für Duschen und Wannen sitzen heute oft unter Putz, nur Griffe und Blende ragen aus der Fliese. Die Basis ist bei Hansgrohe der Unterputz-Grundkörper iBox universal 2, auf den die Fertigsets beider Marken passen, von der günstigen Ecostat-Reihe bis zur Duschsteuerung von Axor.

Steckt der Grundkörper einmal in der gefliesten Wand, kommen für einen späteren Wechsel des sichtbaren Teils vor allem Fertigsets für genau dieses System in Frage. Der Endkunde kann seine Armatur also ohne neue Fliesen auswechseln, solange er beim Hersteller bleibt. Für Installateure, die über Jahre mit einem System arbeiten, kommen Schulungen, eingespielte Bestellnummern und die Gewissheit hinzu, dass Ersatzteile lange lieferbar bleiben.

Unsere Einschätzung: Diese Bindung zählt für Hansgrohe mehr als ein paar Prozentpunkte Marktanteil.

Die Grenzen der Macht

Gegenüber dem Großhandel ist Hansgrohe kein übermächtiger Lieferant. Großhändler führen mehrere Marken nebeneinander, entscheiden über die Fläche in ihren Ausstellungen und erhalten Kundenboni, also nachträgliche Rabatte. Für solche Boni, Urlaubsansprüche und Gewährleistungen hatte Hansgrohe Ende 2025 sonstige Rückstellungen von 128,0 Millionen Euro gebildet. Wie hoch der Anteil der Kundenboni daran ist, schlüsselt der Lagebericht nicht auf.

Je nach Markt, Produkt und Kundentyp verkauft Hansgrohe auch über Sanitär- und Küchenhändler, Fachpartner oder Baumärkte. In Deutschland bleibt der Weg über Großhandel und Installateure die Regel.

Wer ist bei Hansgrohe eigentlich das Produkt?

Duschschlauch auf Sockel mit Werkzeug, Kupfer und orangefarbenem Schild
Installateure, Eigentümer und Rohstoffe: Hansgrohe hängt an mehr Partnern, als der Name auf der Brause verrät.

Bei Hansgrohe ist niemand die Ware, aber fast jeder hängt an jemandem. Der Hersteller braucht Großhändler und Installateure, die seine Produkte empfehlen und einbauen. Hansgrohe selbst hängt an Masco, an Kupfer und Zink und an Zulieferern aus China.

Der Installateur entscheidet mit

In Deutschland verkauft Hansgrohe seine Produkte über den dreistufigen Vertriebsweg: vom Hersteller an den Großhandel, von dort an den Installateur, der sie beim Kunden einbaut. Nach einer Darstellung des Großhandelsverbands DG Haustechnik aus dem Jahr 2015 liefen damals rund 75 Prozent aller Sanitärprodukte in Deutschland über diesen Weg. In einem Bad stecken nach derselben Quelle bis zu 1.000 Einzelteile, die zueinander passen müssen.

Der Endkunde sucht in der Ausstellung des Großhändlers oder im Katalog aus, kauft aber in der Regel über den Handwerker.

Ein guter Teil der Kaufentscheidung liegt so beim Installateur, der die Produkte einbaut und für die Montage geradesteht. Der Großhandel hilft nach der DG-Haustechnik-Darstellung bei Garantieansprüchen und hält Ersatzteile lange vorrätig. Hansgrohe schult Fachpartner aus Handel und Handwerk in Workshops und betreibt in Schiltach mit der Aquademie ein eigenes Besucher- und Schulungszentrum.

Der Lagebericht 2024 nennt den Fachkräftemangel neben den Zinsen als einen Grund für die gestiegenen Baukosten, die die ganze Sanitärbranche treffen. Als eigenes Risiko führt Hansgrohe den Mangel an Fachkräften an den deutschen Standorten auf.

Die Tochter eines Konzerns aus Michigan

Weil Masco an der New Yorker Börse notiert ist, richtet Hansgrohe sein internes Kontrollsystem am Sarbanes-Oxley Act aus, dem US-Bilanzgesetz, das börsennotierten Konzernen strenge interne Kontrollen vorschreibt. Für Hansgrohe gilt der Ethikkodex von Masco, Lieferanten verpflichtet Hansgrohe auf den Verhaltenskodex des Konzerns für Lieferanten, und bei der IT-Sicherheit gibt es Schnittstellen zu Masco, bei den Systemen wie bei Prüfungen. Über seine Programme für Vielfalt berichtet Hansgrohe dem Mutterkonzern vierteljährlich.

Masco wiederum braucht Hansgrohe. Nach unserer Rechnung stammt rund ein Fünftel des Masco-Umsatzes von 2025 aus Schiltach, wenn man den Hansgrohe-Umsatz zum aktuellen Kurs in Dollar umrechnet.

Im dritten Quartal 2026 hat Masco den britischen Armaturenhersteller Bristan verkauft, der Konzern trennt sich also durchaus von Töchtern. Über Hansgrohe sagte Masco-Chef Jon Nudi am 28. Oktober, er sei vom Kerngeschäft mit Hansgrohe und Axor und von der Stärke der Marke überzeugt.

Kupfer, Zink und Seltene Erden

Messing, der Werkstoff der meisten Armaturen, ist eine Legierung aus Kupfer und Zink, und beide Metalle schwanken an der Londoner Metallbörse stark im Preis.

Hansgrohe sichert die Metallpreise mit langfristigen Verträgen und Preissicherungsgeschäften ab, im Mai 2024 konnte das Unternehmen so einen Preisgipfel beim Kupfer weitgehend umgehen.

Bauteile mit Seltenen Erden aus China waren 2025 nach dem Lagebericht wegen verschärfter Exportbeschränkungen schwer zu bekommen, Hansgrohe suchte daraufhin weitere Lieferanten und prüfte Ersatzstoffe. Hinzu kamen längere Transportwege, weil Containerschiffe das Rote Meer meiden, und höhere Frachtkosten.

Auf den PunktWer von wem abhängt
  • Installateure: Entscheiden mit, welche Marke ins Bad kommt, und brauchen verlässliche Ersatzteile.
  • Masco: Der Eigentümer setzt die Regeln für Kontrolle, Ethik und Lieferanten.
  • Rohstoffe: Kupfer, Zink und Seltene Erden kommen von Märkten, die Hansgrohe nicht steuert.

Was kostet eine Brause von Hansgrohe wirklich, und wer zahlt dafür?

Ein Duschkopf mit gefaltetem Papierflyer auf einem grauen Quader vor weißem Hintergrund
Material und Personal kosten Hansgrohe fast zwei Drittel des Umsatzes, am Endpreis verdienen Handel und Handwerk mit.

Neben Hansgrohe bestimmen Großhandel und Installateur den Endpreis mit, und beide verdienen daran. Von 100 Euro, die 2024 bei Hansgrohe ankamen, gingen gut 39 Euro für Material, 26 Euro für Personal und knapp 19 Euro für sonstige Kosten weg, gut 14 Euro blieben als Betriebsergebnis.

Drei Stufen bis zur Dusche

Im Baumarkt steht der Preis einer Handbrause am Regal. Bei einer neuen Dusche über den Installateur steht im Angebot meist ein Gesamtpreis für Material und Montage, und darin stecken drei Unternehmen: der Hersteller, der Großhändler und der Handwerksbetrieb. Hansgrohe veröffentlicht keine Rabattsätze, und auch Großhandel und Handwerk nennen ihre Spannen nicht.

Für den Leser heißt das: Der Preis einer Brause im Bad hängt stärker vom Betrieb ab, der sie einbaut, als vom Hersteller.

Ein Teil der Spanne fließt nachträglich zurück. Hansgrohe zahlt seinen Abnehmern Kundenboni und bildet dafür Rückstellungen, die in den sonstigen Rückstellungen von zuletzt 128,0 Millionen Euro stecken. Solche Boni belohnen Menge und Treue, die genauen Staffeln sind nicht öffentlich.

Wofür Hansgrohe sein Geld ausgibt

Was beim Hersteller ankommt, lässt sich aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2024 aufschlüsseln, die Hansgrohe im Unternehmensregister veröffentlicht hat. Die folgende Tabelle zeigt die großen Posten, umgerechnet auf 100 Euro Konzernumsatz.

Posten 2024Millionen Euroje 100 Euro Umsatz
Umsatz1.387,0100,0
Materialaufwand (Rohstoffe, Bauteile, Handelsware, Fremdleistungen)545,339,3
Personalaufwand361,726,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen (u. a. Marketing, Kursverluste, sonstige Steuern)258,818,7
Abschreibungen56,74,1
Sonstige Erträge, Bestandserhöhung, aktivierte Eigenleistungen+35,4+2,5
Betriebsergebnis (EBIT)199,914,4
Finanzergebnis+9,3+0,7
Steuern vom Einkommen und Ertrag60,54,4
Jahresüberschuss148,710,7

Quelle: Hansgrohe-Konzernabschluss 2024 (HGB), Rechnung je 100 Euro durch die Redaktion, Rundungsdifferenzen möglich. Für 2025 lag uns die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung noch nicht vor.

Die Tabelle zeigt ein Industrieunternehmen, keinen Markenartikler, der nur entwirft und zukauft. Material und Personal verschlingen zusammen fast zwei Drittel des Umsatzes, weil Hansgrohe Messing gießt, galvanisiert, beschichtet und montiert. Im Schnitt beschäftigte die Gruppe 2024 rund 5.470 Menschen, auf jeden kamen rechnerisch gut 66.000 Euro Personalaufwand.

Nach Steuern behielt Hansgrohe 2024 von jedem Euro Umsatz knapp 11 Cent, 2025 rund 9,6 Cent. Geberit kam 2025 auf eine Nettoumsatzrendite von 18,9 Prozent.

Am Ende zahlt der Bauherr

Der Mutterkonzern gibt höhere Kosten über die Preise weiter, wenn es nicht anders geht. Masco-Chef Nudi nannte den Preis am 28. Oktober den letzten Hebel, den der Konzern ziehe. Im Segment Plumbing Products, der Sanitärsparte von Masco, zu der Hansgrohe gehört, bezifferte Finanzchef Westenberg den Beitrag höherer Preise zum Umsatzwachstum im dritten Quartal 2026 auf 5 Prozentpunkte. Er nannte keine Zahl für Hansgrohe allein.

Kupfer, der Hauptbestandteil von Messing, kostete 2026 zeitweise mehr als 11.000 Euro je Tonne, wie unsere Stoffgeschichte über Kupfer beschreibt. Hansgrohe dämpft solche Ausschläge mit langfristigen Verträgen, ausschalten lässt sich der Rohstoffpreis damit nicht.

Die Kosten tragen am Ende Bauherren und Wohnungseigentümer über den Preis. Öffentliche Kassen belastet Hansgrohe wenig: Die Gruppe zahlte 2024 Ertragsteuern von 60,5 Millionen Euro, die im Lobbyregister angegebenen Zuschüsse für 2025 summieren sich auf weniger als 3 Millionen Euro, der größte Teil davon aus Serbien.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Ein Wasserhahn, aus dem Münzen in eine Schale fließen
Für 2025 plant Hansgrohe eine Dividende von 136,8 Millionen Euro, gut zwei Drittel davon stehen Masco zu.

Am meisten profitieren die Eigentümer: Für 2025 plant Hansgrohe eine Dividende von 136,8 Millionen Euro, mehr als der Jahresüberschuss der Gruppe, rechnerisch 93,5 Millionen davon für Masco. Werke und Abteilungen, in denen gespart wird, zahlen den Preis.

Die Gewinner

Für 2024 schlug der Vorstand vor, den gesamten Bilanzgewinn der Hansgrohe SE von 165,0 Millionen Euro als Bardividende auszuzahlen, nichts sollte auf neue Rechnung vorgetragen werden. Für 2025 plant der Konzern eine Dividende von 136,8 Millionen Euro, das ist mehr als der Jahresüberschuss der Gruppe von 132,1 Millionen Euro. Nach den Beteiligungsquoten entfallen davon rechnerisch 93,5 Millionen Euro auf Masco und 43,3 Millionen Euro auf die Familie Grohe.

Hansgrohe kann sich das leisten, weil die Bilanz kaum Schulden kennt. Die Gruppe hatte Ende 2025 keine Bankkredite, die liquiden Mittel lagen bei 188,3 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg auf 50,5 Prozent. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern betrug 32,5 Prozent.

Auch der Vorstand hat gut verdient. 2024 erhielten die Vorstandsmitglieder der Hansgrohe SE zusammen 6,99 Millionen Euro, nach 4,48 Millionen Euro im Jahr davor, ein Plus von 56 Prozent in einem Jahr mit sinkendem Umsatz. Im selben Jahr wechselte der Finanzvorstand. Zudem gewährte Hansgrohe 2024 genau 10.440 virtuelle Aktienoptionen mit einem abgezinsten Wert von 730.000 Euro.

Die Stadt Schiltach gewinnt mit. In der Aufstellung seiner gezahlten Ertragsteuern nach Ländern führt Masco für 2025 eine Gemeindesteuer in Schiltach auf, in Deutschland also die Gewerbesteuer, und beziffert sie auf umgerechnet rund 13,4 Millionen Euro. Für die Kleinstadt im Kinzigtal mit wenigen Tausend Einwohnern ist das viel Geld.

Die Beschäftigten bleiben. Die Fluktuation der SE lag 2025 bei 1,9 Prozent, an der Befragung der Belegschaft nahmen 73 Prozent teil.

Die Verlierer

Die Verschiebung der Produktion nach Serbien hat einen Preis anderswo. Für das Werk in Songjiang bei Shanghai erwartete der Vorstand schon im Lagebericht 2024 für das zweite Halbjahr 2025 einen deutlichen Rückgang der Mengen, sobald Valjevo hochfährt. Das chinesische Werk hatte 2024 Mengen übernommen, die Serbien wegen der verspäteten Galvanik noch nicht fertigen konnte.

In Deutschland spart Hansgrohe leise. Schon 2023 passte Hansgrohe die Personalkostenstruktur an, so steht es im Lagebericht 2024, 2025 schrumpfte die Forschung und Entwicklung der SE von 192 auf 185 Beschäftigte, über Abfindungsangebote, auslaufende befristete Verträge und natürliche Fluktuation. Zugleich arbeiteten weltweit zwischen 208 und 315 Zeitarbeitskräfte für die Gruppe, Hansgrohe nennt sie die nötige Flexibilität.

Für 2026 kündigt der Vorstand Effizienzprogramme in Produktion und Verwaltung an, die das Betriebsergebnis stark steigern sollen. Wen sie treffen, sagt das Unternehmen nicht.

GruppeWas sie bekommtWas sie riskiert
Masco (68,35 %)rechnerisch 93,5 Mio. € der geplanten Dividende für 2025; Hansgrohe macht rund ein Fünftel des Masco-Umsatzes aussinkende Umsätze in Europa und China
Familie Grohe über Syngroh (31,65 %)rechnerisch 43,3 Mio. €, ein Sitz im Aufsichtsratkeine Mehrheit, Strategie bestimmt Masco mit
Vorstand6,99 Mio. € Bezüge 2024, virtuelle AktienoptionenZielverfehlung bei Umsatz und EBIT
Stadt Schiltachrund 13,4 Mio. € Gewerbesteuer 2025 laut MascoAbhängigkeit von einem Steuerzahler
Belegschaft in Deutschland3.419 Arbeitsplätze, niedrige FluktuationEffizienzprogramme 2026, Verlagerung nach Serbien
Werk SongjiangErfahrung bei Erprobung und Freigabe neuer Produkteweniger Mengen, seit Valjevo hochfährt
Großhandel und InstallateureHandelsspanne auf Hansgrohe-ProdukteAbhängigkeit von Konditionen und Boni

Unser Urteil: Hansgrohe ist für seine Eigentümer eine verlässliche Geldquelle, auch in schwachen Jahren. Gespart wird trotzdem, bei Kosten und Stellen, nicht bei der Dividende.

Hansgrohe feiert 125 Jahre Schwarzwald, doch von jedem Euro Dividende gehen 68 Cent an Masco.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Wie politisch ist Hansgrohe?

Duschkopf, Brief und „Warmwasser“-Schild auf einem weißen Sockel
Die Lobbyarbeit von Hansgrohe dreht sich um Warmwasser in Gebäuden, im Aufsichtsrat führt seit Mai der Masco-Chef.

Hansgrohe betreibt Lobbyarbeit in kleinem Rahmen: Für 2025 meldet das Lobbyregister Ausgaben von 170.001 bis 180.000 Euro, vor allem für Warmwasser und Energieeffizienz in Gebäuden. Politisch gewichtiger sind die Kontrolle aus den USA, Zölle, das China-Geschäft und Fördergeld für das Werk in Serbien.

Lobbyarbeit für die sparsame Dusche

Im Lobbyregister des Bundestags steht Hansgrohe unter der Nummer R005487. Für 2025 meldet das Unternehmen 0,67 Vollzeitstellen für Interessenvertretung und keine Spenden. Genannt sind vier Vorhaben: die Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, die Nationale Wasserstrategie und zwei Anliegen, nach denen Warmwasser im Gebäudemodernisierungsgesetz und im Energieeffizienzgesetz als Sparpotenzial anerkannt werden soll. Auf EU-Ebene verfolgt die Abteilung für politische Interessenvertretung dasselbe Ziel. Hansgrohe begleitet die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie in den Mitgliedstaaten und will erreichen, dass sparsame Armaturen und Brausen in Energieausweisen und in der Energieberatung zählen. Die Warmwasserbereitung macht nach Rechnung von Hansgrohe rund 15 Prozent des Energieverbrauchs in Wohngebäuden aus.

Unsere Einordnung: Die Lobbyarbeit dient dem eigenen Geschäft, und sie tut das offen. Wenn der Staat Wasserspartechnik in Gebäuden belohnt, verkauft Hansgrohe mehr davon. Das Anliegen ist legitim und transparent gemeldet, mit 0,67 Vollzeitstellen aber kein Machtfaktor in Berlin.

Fördergeld aus Belgrad und Berlin

Deutlich mehr Geld floss in die andere Richtung. Für 2025 nennt das Lobbyregister sieben Zuschüsse über 10.000 Euro, den größten von der Republik Serbien mit 2.360.001 bis 2.370.000 Euro für das Werk in Valjevo und neue Arbeitsplätze. Hinzu kommen Beträge von 170.001 bis 180.000 Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle für die Sanierung eines Hallendachs in Offenburg sowie kleinere Summen von der Entwicklungsbank DEG, vom Bundesforschungsministerium und von der L-Bank Baden-Württemberg für die Nutzung von Abwärme.

Gemessen an 53,8 Millionen Euro Investitionen 2025 sind die Zuschüsse klein, und der größte Teil kommt nicht aus Deutschland.

Die Macht im Aufsichtsrat

Die wichtigste politische Frage stellt sich im eigenen Aufsichtsrat. Seit der Hauptversammlung am 11. Mai 2026 leitet ihn Jon Nudi, der Vorstandschef von Masco. Sein Vorgänger Klaus F. Jaenecke, geschäftsführender Gesellschafter der Jaenecke & Cie., durfte wegen der Altersgrenze der Satzung nicht mehr antreten.

Für den Masco-Manager Jai Shah rückte Kenneth G. Cole nach, der Chefjurist des Konzerns. Die Familie Grohe ist mit Richard Grohe vertreten, zwei Sitze gehören den Arbeitnehmern.

Weil Hansgrohe von Masco abhängig ist, muss der Vorstand jedes Jahr einen Abhängigkeitsbericht erstellen. Darin erklärt er, Hansgrohe habe bei allen Geschäften mit dem Mutterkonzern eine angemessene Gegenleistung erhalten und nichts in dessen Interesse unterlassen.

Bei den Steuern fällt nichts auf. 2024 zahlte die Gruppe Ertragsteuern von 60,5 Millionen Euro bei einem Ergebnis vor Steuern von 209,1 Millionen Euro, eine Quote von knapp 29 Prozent. Die Tochtergesellschaften sitzen in den Ländern, in denen Hansgrohe verkauft oder fertigt.

Eigentümer und Politik
Wer bei Hansgrohe entscheidet und mitredet
Eigentümer, Kontrolle und politische Kontakte, Stand Herbst 2026.
Mehrheit
Masco Corporation
68,35 % über die Masco Germany Holding, beteiligt seit 1985, Konzern in Michigan.
Minderheit
Familie Klaus Grohe
31,65 % über Syngroh, vertreten durch Richard Grohe im Aufsichtsrat.
Kontrolle
Aufsichtsrat
Seit 11. Mai 2026 unter Vorsitz von Masco-Chef Jon Nudi, dazu zwei Arbeitnehmervertreter.
Lobby
Berlin und Brüssel
170.001 bis 180.000 € Ausgaben 2025, 0,67 Vollzeitstellen, Thema Warmwasser in Gebäuden.
Förderung
Serbien und Bund
2,36 bis 2,37 Mio. € von Serbien für Valjevo, kleinere Summen von BAFA, DEG, BMBF und L-Bank.
Pflicht
Abhängigkeitsbericht
Der Vorstand bestätigt jährlich angemessene Gegenleistungen bei Geschäften mit Masco.

Zölle, China und das Trinkwasser

Im Lagebericht 2025 nennt Hansgrohe Zölle ausdrücklich als zusätzliches wesentliches Risiko, weil sie die Kostenstruktur erheblich beeinflussen und die Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten mindern können.

Die Antwort des Unternehmens ist die Fertigung in der Absatzregion: Für den US-Markt produziert Hansgrohe im Großraum Atlanta, für China in Shanghai. Masco bezifferte die Zusatzkosten durch Zölle auf Waren aus China für das dritte Quartal 2025, als der Satz zeitweise bei 145 Prozent lag, auf umgerechnet rund 13 Millionen Euro im ganzen Konzern.

China bleibt ein politischer Markt. Seit 2023 entwickelt Hansgrohe Prototypen auch in einem eigenen Zentrum in Shanghai, um Produkte für den asiatischen Raum anzupassen. Der Lagebericht 2024 nennt die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China ausdrücklich als Risiko, und 2025 kamen Engpässe bei Bauteilen mit Seltenen Erden hinzu, weil Peking den Export beschränkte.

Die EU-Trinkwasserrichtlinie und die deutsche Trinkwasserverordnung stellen neue Anforderungen an Bauteile, die mit Trinkwasser in Berührung kommen. Hansgrohe hat 2025 den ersten großen Teil einer Umstellung von Bauteilen aus Messing umgesetzt, in die ein großer Teil der Entwicklungsarbeit floss.

Was könnte Hansgrohe zu Fall bringen?

Duschstange mit hängendem Brausekopf und weißem Kissen mit Etikett „Sicherheitskissen“ daneben
China, Zölle, Cyberangriffe und eine Entscheidung in Michigan: die größten Risiken für Hansgrohe.

Eine Gefahr, die Hansgrohe allein zu Fall bringt, ist nicht in Sicht: Das Unternehmen hat keine Bankschulden und verdient Geld. Gefährlich werden könnten eine lange Baukrise in Deutschland und China, Zölle, ein Cyberangriff auf die Fertigung und eine Entscheidung in Michigan.

Was der Vorstand selbst fürchtet

Ganz oben in der eigenen Risikoliste steht seit 2024 die IT-Sicherheit. Im schlimmsten Fall, so der Lagebericht, könnte ein Cyberangriff die Produktionsanlagen vollständig stilllegen und sensible Daten offenlegen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen das wirtschaftliche und politische Umfeld und das Risiko, am Markt vorbei zu entwickeln. Eine Gefahr für den Fortbestand sieht der Vorstand nicht.

Wir halten die Einschätzung für plausibel. Mit einer Eigenkapitalquote von 50,5 Prozent und ohne Bankkredite kann Hansgrohe mehrere schwache Jahre überstehen.

Bau und China

In Deutschland wurden 2025 nach Zahlen des Statistischen Bundesamts nur rund 206.000 Wohnungen fertig, 18 Prozent oder 45.400 weniger als im Vorjahr. Die Baugenehmigungen stiegen dagegen um 10,6 Prozent auf 238.100, ein Hinweis auf mehr Neubau in den kommenden Jahren. Hansgrohe steigerte seinen Inlandsumsatz trotz der Flaute. Wie viel davon aus Sanierungen stammt, schlüsselt das Unternehmen nicht auf.

China ist das größere Fragezeichen. Der Lagebericht 2024 beschreibt die Krise am chinesischen Immobilienmarkt mit den Insolvenzen großer Projektentwickler wie Evergrande, und Masco-Chef Nudi sagte am 28. Oktober, der Markt sei besonders für internationale Marken schwierig und werde eine Belastung bleiben. 2024 kam noch knapp ein Sechstel des Hansgrohe-Umsatzes aus China.

Druck von unten und von oben

Auch im unteren Preissegment ist Hansgrohe inzwischen unterwegs. 2024 brachte das Unternehmen die Armaturenreihe Stamis und Duschrinnen der Reihe RainDrain im unteren Preissegment, 2025 die Brausenreihe Activera mit einem Duschsystem für dasselbe Segment. Unsere Lesart: Mit Design allein lässt sich der Massenmarkt nicht halten.

Von oben droht eine Entscheidung, auf die Hansgrohe keinen Einfluss hat. Masco hat mit dem Verkauf von Bristan gezeigt, dass der Konzern sein Portfolio umbaut. Nudi nennt Hansgrohe zwar ausdrücklich einen Kern des internationalen Geschäfts. Wenn Masco seine Strategie ändert, entscheidet aber ein Eigentümer mit 68,35 Prozent über die Zukunft von Schiltach, und die Familie Grohe hätte mit ihrem knappen Drittel nur begrenzte Mittel, gegenzuhalten.

Risiken
Was Hansgrohe gefährlich werden könnte
Die wichtigsten Risiken nach Einschätzung der Redaktion, Stand 04.11.2026.
hoch
China
Schwacher Immobilienmarkt, 2024 knapp ein Sechstel des Umsatzes, laut Masco eine bleibende Belastung.
hoch
Cyberangriff
Von Hansgrohe selbst als größtes Risiko eingestuft, im schlimmsten Fall Stillstand der Fertigung.
mittel
Bau in Deutschland
2025 rund 206.000 fertige Wohnungen, minus 18 %, die Genehmigungen steigen wieder.
mittel
Zölle
Im Lagebericht 2025 als zusätzliches wesentliches Risiko genannt.
gering
Bilanz
Keine Bankkredite, Eigenkapitalquote 50,5 %, liquide Mittel 188,3 Mio. €.
offen
Masco-Strategie
Masco hat 2026 Bristan verkauft, nennt Hansgrohe aber Kerngeschäft.

Drei Szenarien bis 2031

Optimistisch: Der Wohnungsbau in Deutschland zieht an, China stabilisiert sich, das Werk in Serbien senkt die Kosten wie geplant. Dann könnte Hansgrohe die Marge vor Abschreibungen wieder über 18,5 Prozent heben und den Umsatz nach Jahren der Stagnation steigern.

Realistisch: Deutschland wächst langsam, China bleibt schwach, Effizienzprogramme stützen das Ergebnis, Umsatz und Beschäftigung in Deutschland stagnieren.

Pessimistisch: Ein langer Handelskonflikt drückt Exporte und Nachfrage, ein Cyberangriff legt die Fertigung für Wochen lahm, oder Masco baut sein internationales Geschäft um. In diesem Fall stünden in Schiltach, Offenburg und Willstätt Arbeitsplätze zur Disposition. Die Szenarien sind unsere Einschätzung, keine Prognose des Unternehmens.

Was bedeutet Hansgrohe für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Handbrause füllt Wasser in einen Becher mit einem orangefarbenen Etikett „8 Liter“
Was Hansgrohe für Badkunden, Installateure, Großhändler und den Standort im Schwarzwald bedeutet.

Für Verbraucher ist Hansgrohe eine Preisfrage im Angebot des Installateurs und eine Möglichkeit, Wasser und Energie zu sparen. Für Installateure, Großhändler und die Standorte im Schwarzwald ist das Unternehmen ein wichtiger Geschäftspartner, dessen Kurs inzwischen in Michigan mitbestimmt wird.

Für Verbraucher

Die Sparversionen der Brausen begrenzen den Durchfluss. Bei der Technik EcoSmart fließen höchstens 8 Liter pro Minute aus der Brause und 5 Liter aus der Armatur, bei EcoSmart+ 6 und 4 Liter. Gegenüber den eigenen herkömmlichen Produkten beziffert Hansgrohe die Ersparnis auf bis zu 60 Prozent. 2024 entfielen 54,6 Prozent des Absatzes in diesen Produktgruppen auf Modelle, die Hansgrohe als sparsam einstuft. Bis 2030 sollen alle wasserführenden Produkte Spartechnik haben.

Ein Rechenbeispiel: Wenn zwei Menschen täglich je acht Minuten duschten und eine Brause mit 8 Litern pro Minute eine alte mit angenommenen 12 Litern ersetzte, sänke der Verbrauch rechnerisch um rund 23 Kubikmeter Wasser im Jahr. Weil beim Duschen vor allem Warmwasser fließt, sänke auch die Energierechnung. Die tatsächliche Ersparnis hängt von der alten Brause und den eigenen Gewohnheiten ab.

Weltweit ist Wasser längst eine knappe und umkämpfte Ressource, wie unsere Stoffgeschichte über Wasser zeigt.

Bitten Sie Ihren Installateur gerne, Material und Montage getrennt auszuweisen und die Artikelnummern zu nennen, dann lassen sich Preise vergleichen und später Ersatzteile bestellen. Bei Unterputz-Thermostaten sollten Sie wissen, welcher Grundkörper in der Wand steckt, denn er bestimmt, welche Griffe und Blenden Sie später ohne neue Fliesen tauschen können.

Für Handwerk und Handel

Hansgrohe setzt in Deutschland weiter auf den Weg über den Großhandel. Für Installateure und Großhändler ist das Unternehmen damit ein Lieferant, an dessen Konditionen ein Teil der eigenen Marge hängt. Die Umstellung von Messingbauteilen auf die neuen Trinkwasservorgaben betrifft auch das Handwerk: Bauteile und Lagerware ändern sich, und die Beratung im Betrieb muss die neuen Vorgaben kennen. Für Installateure, die viel mit Hansgrohe arbeiten, lohnen sich die Schulungen des Herstellers, bevor die ersten Kunden danach fragen.

Für den Standort

Rund 3.400 Beschäftigte in Deutschland, vier von acht Werken und die Gewerbesteuer in Schiltach machen Hansgrohe zu einem großen Arbeitgeber im mittleren Schwarzwald. Mit der neuen Arbeitsteilung bekommt Valjevo die Armaturen der Marke hansgrohe, Schiltach behält Axor, Offenburg die Brausen.

Wie viele Arbeitsplätze sich dadurch zwischen Deutschland und Serbien verschieben, hat Hansgrohe nicht veröffentlicht. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland blieb 2025 mit 3.419 nahezu unverändert.

Anleger können sich an Hansgrohe nicht direkt beteiligen. Die Aktien der Hansgrohe SE sind vinkulierte Namensaktien und liegen vollständig bei Masco und Syngroh, börsennotiert ist nur die Mutter Masco. Eine Anlageempfehlung geben wir nicht.

Die nächsten zwölf Monate

Der Vorstand erwartet für 2026 leichtes Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang und ein deutlich höheres Betriebsergebnis. Die Masco-Zahlen zeigen für das dritte Quartal dagegen sinkende Verkäufe bei Hansgrohe. Unsere Einschätzung in drei Szenarien:

  • Optimistisch: Das Deutschlandgeschäft wächst weiter, die Effizienzprogramme greifen, das Betriebsergebnis 2026 liegt über den 185,9 Millionen Euro von 2025.
  • Realistisch: Der Umsatz bleibt um 1,4 Milliarden Euro, China und Teile Europas schwächeln, das Ergebnis steigt nur durch Einsparungen.
  • Pessimistisch: Zölle und die schwache Nachfrage in China und Europa drücken den Umsatz unter das Niveau von 2025, Hansgrohe kündigt weitere Sparschritte an.
Auf den PunktKurz gesagt
  • Badkunden: Material und Montage getrennt ausweisen lassen und Artikelnummern aufheben.
  • Installateure: Die neuen Trinkwasservorgaben lernen, bevor die ersten Kunden danach fragen.
  • Region: Die neue Arbeitsteilung mit Serbien entscheidet mit über die Jobs in Schiltach und Offenburg.

Glossar: 15 wichtige Fachbegriffe zu Hansgrohe

Ein offenes weißes Buch auf einem weißen Würfel, ein oranger Schlauch als Lesezeichen
Von Abhängigkeitsbericht bis Währungsbereinigt: die wichtigsten Fachbegriffe zu Hansgrohe.

Abhängigkeitsbericht

Der Abhängigkeitsbericht ist ein Pflichtbericht des Vorstands einer Gesellschaft, die von einem anderen Unternehmen beherrscht wird. Er listet die Geschäfte mit dem herrschenden Unternehmen auf und erklärt, ob die Gesellschaft dafür eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Hansgrohe erstellt ihn, weil Masco die Mehrheit hält.

Auftragseingang

Der Auftragseingang ist der Wert aller Bestellungen, die ein Unternehmen in einem Zeitraum erhält. Er läuft dem Umsatz voraus, weil Aufträge erst nach der Lieferung zu Umsatz werden. Hansgrohe steuert nach Auftragseingang, Umsatz und Betriebsergebnis und meldete für 2025 Bestellungen über 1.334,9 Millionen Euro.

Dreistufiger Vertriebsweg

Beim dreistufigen Vertriebsweg verkauft der Hersteller an den Großhandel, der Großhandel an den Handwerksbetrieb, und der Handwerker baut die Ware beim Kunden ein. In der Sanitär- und Heizungsbranche ist das in Deutschland der übliche Weg. Hansgrohe nutzt ihn im Inland, in anderen Ländern auch Baumärkte und Fachhändler.

EBITDA

Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Es zeigt, was das laufende Geschäft erwirtschaftet, bevor Investitionen in Maschinen und Gebäude über die Abschreibungen das Ergebnis mindern. Die EBITDA-Marge setzt diesen Wert ins Verhältnis zum Umsatz und erlaubt Vergleiche zwischen Unternehmen.

Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite setzt den Gewinn nach Steuern ins Verhältnis zum Eigenkapital. Die Kennzahl zeigt, wie viel die Eigentümer mit dem Geld verdienen, das sie im Unternehmen stehen lassen. Hohe Ausschüttungen halten das Eigenkapital klein und treiben die Kennzahl nach oben, Hansgrohe kam 2025 auf 32,5 Prozent.

Europäische Gesellschaft (SE)

Die Europäische Gesellschaft, abgekürzt SE für Societas Europaea, ist eine Aktiengesellschaft nach europäischem Recht. Eine SE kann ihren Sitz innerhalb der EU verlegen und Gesellschaften aus mehreren Ländern verschmelzen. Hansgrohe firmiert als Hansgrohe SE mit Sitz in Schiltach und ist im Handelsregister in Stuttgart eingetragen.

Kronzeugenregelung

Die Kronzeugenregelung der EU-Kommission belohnt Unternehmen, die ein Kartell anzeigen, an dem sie selbst beteiligt waren. Dem Unternehmen, das als erstes Beweise liefert, kann die Geldbuße ganz erlassen werden, spätere Helfer erhalten Nachlässe. Masco nutzte die Regel im Verfahren gegen die Hersteller von Badausstattung und zahlte 2010 nichts.

Kundenboni

Kundenboni sind Rabatte, die ein Hersteller seinen Abnehmern nachträglich gewährt, meist abhängig von der abgenommenen Menge oder vom Umsatz im Jahr. Bis zur Auszahlung bildet der Hersteller dafür Rückstellungen. Bei Hansgrohe stecken sie in den sonstigen Rückstellungen, deren Aufteilung das Unternehmen nicht veröffentlicht.

Lobbyregister

Das Lobbyregister des Deutschen Bundestags verzeichnet seit 2022 Unternehmen und Verbände, die gegenüber Bundestag und Bundesregierung Interessen vertreten. Eingetragen werden unter anderem Ausgaben, Personal, Themen und Zuwendungen der öffentlichen Hand. Hansgrohe steht dort unter der Nummer R005487 und hat seinen Eintrag zuletzt am 30. Oktober 2026 aktualisiert.

Messing

Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink, die sich gut gießen, bearbeiten und verchromen lässt. Aus ihm bestehen die Körper der meisten Armaturen. Weil Kupfer und Zink an der Börse gehandelt werden, schwanken die Materialkosten von Herstellern wie Hansgrohe mit den Metallpreisen.

Minderheitsanteile

Minderheitsanteile, im Konzernabschluss auch nicht beherrschende Anteile genannt, sind die Teile einer Tochtergesellschaft, die nicht dem Mutterkonzern gehören. Sie stehen im Konzern-Eigenkapital gesondert, und der auf sie entfallende Gewinn wird abgezogen. Aus Sicht von Masco ist der Anteil der Familie Grohe an Hansgrohe ein solcher Minderheitsanteil.

PVD-Beschichtung

Die PVD-Beschichtung, nach dem englischen Physical Vapour Deposition, ist ein Verfahren, bei dem ein Werkstoff im Vakuum verdampft und als dünne, harte Schicht auf einem Bauteil abgeschieden wird. Bei Armaturen entstehen so farbige und kratzfeste Oberflächen. Hansgrohe hat dafür 2025 drei neue Anlagen in Betrieb genommen.

Unterputz-Grundkörper

Ein Unterputz-Grundkörper ist der Teil eines Dusch- oder Wannenthermostats, der in der Wand verschwindet. Er enthält die Anschlüsse für Kalt- und Warmwasser, sichtbar bleiben nur Griffe und Blende. Bei Hansgrohe heißt dieses System iBox universal 2, auf ihm sitzen die Fertigsets beider Marken.

Vinkulierte Namensaktie

Eine vinkulierte Namensaktie ist eine Aktie, die auf den Namen des Inhabers lautet und nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden darf. So behalten die Eigentümer die Kontrolle darüber, wer neu einsteigt. Das Grundkapital der Hansgrohe SE ist in 12,16 Millionen solcher Aktien aufgeteilt.

Währungsbereinigt

Währungsbereinigt heißt eine Kennzahl, aus der die Wirkung schwankender Wechselkurse herausgerechnet ist. Ein Unternehmen mit viel Auslandsumsatz kann so zeigen, wie sich das Geschäft ohne Kurseffekte entwickelt hat. Bei Hansgrohe sank der Umsatz 2025 um 0,9 Prozent, währungsbereinigt stieg er um 0,9 Prozent.

FAQ: Wie verdient Hansgrohe 132 Millionen Euro im Bad?

Duschkopf mit Schlauch und FAQ-Anhänger auf weißem Sockel
Häufige Fragen zu Hansgrohe: Eigentümer, Grohe, Umsatz, Werke, Beschäftigte und die Marke Axor.

Wem gehört Hansgrohe?

Mehrheitseigner der Hansgrohe SE ist mit 68,35 Prozent der US-Konzern Masco, der seit 1985 beteiligt ist. Die restlichen 31,65 Prozent hält die Familie des 2026 verstorbenen Klaus Grohe über ihre Beteiligungsgesellschaft Syngroh in Schiltach.

Gehören Hansgrohe und Grohe zusammen?

Nein. Beide gehen auf die Familie Grohe zurück, sind aber seit den 1930er Jahren getrennte Unternehmen. Friedrich Grohe, ein Sohn des Hansgrohe-Gründers, baute ab 1936 in Hemer die heutige Grohe auf. Grohe gehört seit 2014 zum japanischen Lixil-Konzern, Hansgrohe mehrheitlich zu Masco.

Wie viel Umsatz macht Hansgrohe?

Die Hansgrohe Group setzte 2025 rund 1,375 Milliarden Euro um, nach 1,387 Milliarden Euro 2024 und 1,406 Milliarden Euro 2023. Das Betriebsergebnis lag 2025 bei 185,9 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Minderheitsanteilen bei 132,1 Millionen Euro.

Wo produziert Hansgrohe?

Hansgrohe hat acht eigene Werke. Vier stehen in Deutschland, in Schiltach, Offenburg, Willstätt und beim Duschrinnenhersteller ESS in Bad Bentheim. Hinzu kommen Werke in Wasselonne in Frankreich, in Valjevo in Serbien, im Großraum Atlanta in den USA und in Shanghai.

Wie viele Mitarbeiter hat Hansgrohe?

Ende 2025 beschäftigte die Hansgrohe Group weltweit 5.673 Menschen, 28 mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland arbeiteten 3.419 Beschäftigte für das Unternehmen, an den Standorten im Ausland 2.254.

Was ist Axor?

Axor ist die Designmarke der Hansgrohe Group, gegründet 1993. Sie richtet sich an Luxushotels, Yachten und hochwertige Privatbäder und arbeitet mit Designern wie Philippe Starck und Antonio Citterio. 2025 wuchs Axor um 9,3 Prozent, die Produkte entstehen in Schiltach.

Quellen

18 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 04.11.2026
  1. Hansgrohe SEPresseinformation: Hansgrohe Group zieht zufriedenstellende Bilanz für 2025April 2026
  2. Hansgrohe GroupNachhaltigkeitsbericht 2025 mit zusammengefasstem Lagebericht 2025
  3. Hansgrohe SEKonzernabschluss und zusammengefasster Lagebericht 2024, Auszug aus dem Unternehmensregister
  4. Hansgrohe GroupGeschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2024
  5. Masco CorporationMasco Corporation Reports Third Quarter 2026 Results, Form 8-K Exhibit 9928.10.2026
  6. The Motley FoolMasco (MAS) Q3 2026 Earnings Call Transcript28.10.2026
  7. Masco CorporationForm 10-K für das Geschäftsjahr 2025
  8. Masco CorporationExhibit 21, Liste der Tochtergesellschaften zum Form 10-K 2025
  9. Hansgrohe SEPresseinformation: Hansgrohe feiert 125 Jahre UnternehmensgeschichteFebruar 2026
  10. Hansgrohe GroupHow a family writes company history (Jubiläumsseite Vater und Söhne)
  11. Hansgrohe GroupPressemitteilung zum Tod von Klaus Grohe05.01.2026
  12. Deutscher BundestagLobbyregister, Eintrag R005487 Hansgrohe SE
  13. Europäische KommissionIP/10/790: Commission fines 17 bathroom equipment manufacturers €622 million in price fixing cartel23.06.2010
  14. Geberit AGKurzbericht 2025
  15. GROHEGROHE Americas Fact Sheet
  16. DG HaustechnikDer SHK-Großhandel in Deutschland (Stand November 2015), Landtag Schleswig-Holstein, Umdruck 18/6949
  17. baulinks.deWohnungsbau 2025: Zahl der Fertigstellungen sank um 18 % (22.05.2026, Zahlen des Statistischen Bundesamts)
  18. Europäische ZentralbankEuro-Referenzkurse vom 03.11.2026
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