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Nach einem Parkrempler bringen Sie den Wagen mit verkratzter Fahrertür in die Werkstatt, drei Tage später finden Sie die Stelle nicht mehr. Dazwischen lag viel Handarbeit. Der Job-Futuromat des IAB stuft 83 Prozent der Kerntätigkeiten von Fahrzeuglackierern als ersetzbar ein, im KI-Resilienz-Check erhält der Beruf die Note 3,2.

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Inhalt 9 Abschnitte
  1. Was macht ein Fahrzeuglackierer und wie läuft die Ausbildung ab?
  2. Welche Note bekommt der Fahrzeuglackierer im KI-Resilienz-Check?
  3. Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?
  4. Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?
  5. Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?
  6. Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?
  7. Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?
  8. Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zum Fahrzeuglackierer
  9. FAQ: Fahrzeuglackierer: Die Serie lackiert der Roboter, den Kratzer der Mensch

2.211 junge Menschen haben 2025 laut BIBB einen Ausbildungsvertrag als Fahrzeuglackierer abgeschlossen, mehr als in jedem der vier Jahre davor. Gleichzeitig führt die Bundesagentur für Arbeit die Fahrzeuglackierung in ihrer Engpassanalyse 2025 als Beruf unter Beobachtung. In den Lackierstraßen der Autowerke spritzt längst ein Roboter.

Wie viel von dieser Arbeit Software und Automaten übernehmen können, prüft dieser Beitrag mit demselben Sechs-Kriterien-Raster wie der Basisartikel zur KI-Resilienz von Ausbildungsberufen. Die Note folgt der Schulnotenskala von 1 bis 6, eine 1 steht für sehr KI-sicher, eine 6 für leicht ersetzbar.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Beruf erreicht die Gesamtnote 3,2 und liegt damit hinter dem Maler und Lackierer mit 2,9 und dem Kfz-Mechatroniker mit 2,8, aber deutlich vor dem Fahrzeuginterieur-Mechaniker mit 3,8.
  • Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet im Handwerk mit der Gesellenprüfung, in der Industrie mit der Abschlussprüfung vor der IHK.
  • Die Einstiegsvergütung reicht im ersten Jahr von der gesetzlichen Untergrenze von 724 Euro bis zu 1.373 Euro nach dem Tarif der Metall- und Elektroindustrie, der Tarifschnitt des BIBB für den Beruf liegt bei 1.028 Euro.
  • Der Job-Futuromat des IAB weist ein Substituierbarkeitspotenzial von 83 Prozent aus: Lackieren, Untergrundbehandeln und Fahrzeugbeschriftung gelten als ersetzbar, das Spachteln nicht.
  • Eine gemeldete Stelle bleibt laut Bundesagentur für Arbeit im Mittel 132 Tage unbesetzt.

Erst raten, dann lesen: Wie KI-fest tippen Sie den Fahrzeuglackierer?

Fünf Fragen zu Lack, Spachtel und Lohn, Vorwissen brauchen Sie keines.

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Fünf Fragen zu Lack, Spachtel und Lohn
Schätzen Sie zuerst und lesen Sie danach im Artikel nach. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele junge Menschen haben 2025 laut BIBB eine Ausbildung zum Fahrzeuglackierer begonnen? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Das BIBB zählte 2.211 neue Verträge, mehr als in jedem der vier Jahre davor. Wie sich Beschäftigung und Nachwuchs entwickeln, steht in Kapitel 6.
2 Lackierroboter übernehmen bald jede Reparatur in der Werkstatt. Was sagt der Job-Futuromat des IAB zum Spachteln? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: A. Lackieren und Untergrundbehandeln gelten als ersetzbar, das Spachteln nicht. Was Roboter in der Serie schon übernehmen, steht in Kapitel 4.
3 Welche dieser Aufgaben lässt sich am schwersten an eine Maschine abgeben? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Wie viel Masse nötig ist und wann die Fläche stimmt, entscheidet der Fahrzeuglackierer mit Auge und Fingerspitzen. Warum Spachteln und Diagnose beim Menschen bleiben, steht in Kapitel 5.
4 Wie viel zahlt der bundesweite Tarif im Maler- und Lackiererhandwerk im ersten Ausbildungsjahr? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Der Tarif zahlt 900 Euro, die Metall- und Elektroindustrie bis zu 1.373 Euro. Alle Lehrjahre und die Untergrenze ohne Tarif stehen in Kapitel 1.
5 Welche KI-Resilienz-Note vergibt Dr. Web an den Fahrzeuglackierer? Aufklappen ↓
Lösung aufdecken ↓
Richtig: B. Der Beruf erreicht die Note 3,2, gestützt auf Spachteln, Diagnose und Meisterpflicht, belastet von Lackierrobotern in der Serie und vielen standardisierten Schritten. Das Siegel steht in Kapitel 2, Tacho und Rechnung finden Sie in Kapitel 3.

Was macht ein Fahrzeuglackierer und wie läuft die Ausbildung ab?

Ausbildungsvergütung nach Lehrjahr
Monatliche Brutto-Spanne, Fahrzeuglackierer (drei Ausbildungsjahre)
1. Jahr
Spanne
724–1.373 €
2. Jahr
Spanne
854–1.408 €
3. Jahr
Spanne
977–1.489 €

Ein Fahrzeuglackierer bereitet Karosserien und Bauteile vor, spachtelt und schleift Untergründe, mischt Lacke an, spritzt Füller, Basis- und Klarlack und beseitigt Lackschäden. Dazu gehören Beschriftungen, Design- und Effektlackierungen sowie der Aus- und Einbau von Anbauteilen und Scheiben. Gearbeitet wird vor allem in Fachwerkstätten für Fahrzeuglackierung und in Unternehmen des Fahrzeugbaus, außerdem in den Werkslackierereien des Maschinen- und Anlagenbaus.

Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer vom 3. Juli 2003. Sie löste den Maler und Lackierer mit Schwerpunkt Fahrzeuglackierer von 1975 ab. Anerkannt ist der Beruf doppelt, nach der Handwerksordnung für das Gewerbe Maler und Lackierer und nach dem Berufsbildungsgesetz für die Industrie.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Acht Wochen davon verbringen die Auszubildenden in überbetrieblichen Werkstätten, sofern der eigene Betrieb die Inhalte nicht abdeckt. Auf dem Plan stehen das Prüfen und Vorbereiten von Untergründen, das Beschichten und Gestalten von Oberflächen, Schadensdiagnosen, das Ermitteln von Farbnuancen und der Umgang mit Spot- und Smart-Repair-Systemen.

Vor dem Ende des zweiten Jahres steht eine Zwischenprüfung. Teil A der Gesellenprüfung verlangt eine Arbeitsaufgabe von höchstens 14 Stunden an einem Fahrzeug oder Bauteil, samt Dokumentation und Fachgespräch. Teil B prüft schriftlich Beschichtungstechnik und Gestaltung, Instandsetzung und Instandhaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Für das Handwerk weist die Datenbank Ausbildungsvergütungen des BIBB einen tariflichen Durchschnitt von 1.028, 1.095 und 1.191 Euro aus. Der bundesweite Tarif im Maler- und Lackiererhandwerk liegt laut Bundesagentur darunter, bei 900, 985 und 1.150 Euro. Deutlich mehr zahlt die Metall- und Elektroindustrie, nach dem WSI-Tarifarchiv je nach Bundesland bis zu 1.373 Euro im ersten Jahr. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Mindestvergütung von 724, 854 und 977 Euro.

Ausbildungsjahr Gesetzliche Mindestvergütung (Beginn 2026) Tarif Maler- und Lackiererhandwerk BIBB-Tarifschnitt Fahrzeuglackierer (Handwerk) Tarif Metall- und Elektroindustrie (je nach Bundesland)
1. Jahr 724 € 900 € 1.028 € 1.243 bis 1.373 €
2. Jahr 854 € 985 € 1.095 € 1.298 bis 1.408 €
3. Jahr 977 € 1.150 € 1.191 € 1.379 bis 1.489 €

Der BIBB-Schnitt stammt aus der Datenbank Ausbildungsvergütungen (Stand 1. Oktober 2025), die Tarifwerte aus dem Berufsportal der Bundesagentur (Handwerk Stand August 2026, Industrie Stand April 2026).

Einen bestimmten Schulabschluss schreibt die Verordnung nicht vor. Von den 1.980 Anfängern im Handwerk des Jahres 2024 hatten laut Bundesagentur 51 Prozent einen Hauptschulabschluss und 33 Prozent einen mittleren Abschluss. Der Beruf bleibt eine Männerdomäne, der Frauenanteil unter den neuen Verträgen lag 2025 bei 20,8 Prozent.

Welche Note bekommt der Fahrzeuglackierer im KI-Resilienz-Check?

KI-Resilienz3,2von 1 bis 6
Werkstatt stark, Serie schwach

Punkte holt der Beruf mit Spachteln, Schadensdiagnose, Farbabstimmung und der Meisterpflicht im Handwerk, Punkte verliert er an Lackierroboter in der Serie, Farbmessgeräte und einen hohen Anteil standardisierter Arbeitsschritte.

Der Fahrzeuglackierer erhält im KI-Resilienz-Check die Note 3,2 und liegt damit im Mittelfeld der Serie. Für ihn sprechen die Reparatur am einzelnen Fahrzeug, das Spachteln und die Meisterpflicht im Handwerk, gegen ihn die Serienlackierung durch Roboter und ein hoher Anteil standardisierter Arbeitsschritte.

Der Maler und Lackierer kam in dieser Serie auf 2,9. Er arbeitet auf Baustellen und in bewohnten Räumen, wo jede Wand anders ist und der Kunde danebensteht. Der Kfz-Mechatroniker erreichte 2,8, der Fahrzeuginterieur-Mechaniker 3,8. Den Ausschlag gibt der Ort: In der Werkstatt ist jeder Schaden ein Einzelfall, in der Lackierstraße zählt die Stückzahl.

Wo Handwerk, Büro und Gesundheit insgesamt stehen, zeigt unsere Übersicht der KI-resistenten Berufe.

Gegen eine schlechtere Note spricht die Delle. Bevor Lack auf ein beschädigtes Blech kommt, muss die Stelle gespachtelt, geschliffen und wieder in Form gebracht werden, bis Licht und Kante stimmen. Der Futuromat führt das Spachteln als Kerntätigkeit, die nicht ersetzbar ist. Den Übergang zur unbeschädigten Fläche prüft das geübte Auge.

Eine bessere Note verhindert die Spritzpistole selbst. Lackieren, Fahrzeuglackierung und Untergrundbehandeln gelten im Futuromat als ersetzbar, ebenso Schleifen, Airless-Spritzen und Beschriftung.

Wir halten 3,2 für fair. Der Beruf hat einen festen Kern in der Reparatur, während die Lackierung neuer Teile weitgehend an Anlagen gewandert ist.

Wie setzt sich die Note aus dem Sechs-Kriterien-Raster zusammen?

Wie die Note 3,2 zustande kommt
123 456
3,2
Gesamtnote auf der Schulnotenskala 1 bis 6
Physische PräsenzGewicht ×2
2
Empathie & VertrauenGewicht ×2
4
Urteilskraft & HaftungGewicht ×2
3
Regulatorische HürdeGewicht ×2
3
RoutineanteilGewicht ×1
4
DigitalisierungsgradGewicht ×1
4
(2×2) + (4×2) + (3×2) + (3×2) + (4×1) + (4×1) = 32  →  32 ÷ 10 = 3,2

Die Note 3,2 ergibt sich aus einer Zwei für physische Präsenz, einer Vier für Empathie, je einer Drei für Urteilskraft und regulatorische Hürde und je einer Vier für Routineanteil und Digitalisierungsgrad.

Physische Präsenz (Note 2)

Schleifen, Spachteln, Abkleben, Spritzen in der Kabine, Polieren: Die Arbeit findet am Blech statt, mit Atemschutz und Schutzanzug. Die Verordnung verlangt dazu, Anbauteile, Innenverkleidungen und Scheiben aus- und wieder einzubauen. Vor dem Lack steht Handarbeit an jedem einzelnen Teil.

In den Werkslackierereien führt allerdings der Roboter die Pistole, der Mensch überwacht die Anlage. Dr. Web vergibt für die physische Präsenz die Note 2.

Empathie und Vertrauen (Note 4)

Die Verordnung schreibt Kundenorientierung ausdrücklich vor: Wünsche aufnehmen, über die technische und wirtschaftliche Durchführbarkeit einer Reparatur beraten, die fertige Arbeit übergeben. Der Futuromat führt die Kundenberatung als nicht ersetzbar.

Ein großer Teil der Arbeit läuft trotzdem in Kabine und Werkstatt, ohne Gegenüber. Dr. Web vergibt die Note 4.

Urteilskraft und Haftung (Note 3)

Bevor gespritzt wird, steht eine Diagnose: Wie tief geht der Kratzer, reicht eine Reparatur der Stelle, muss das ganze Teil neu lackiert werden? Die Verordnung verlangt, Schadensdiagnosen zu erstellen und zu dokumentieren und Farbnuancen zu ermitteln. Ein Fehler fällt sofort auf, weil eine Tür im falschen Farbton neben der richtigen Haube steht.

Lebensgefahr hängt an dieser Entscheidung selten, die Gewährleistung trägt der Betrieb. Dr. Web vergibt die Note 3.

Regulatorische Hürde (Note 3)

Das Gewerbe Maler und Lackierer steht in Anlage A der Handwerksordnung. Ein Lackierbetrieb im Handwerk braucht die Eintragung in die Handwerksrolle, in der Regel mit Meisterbrief. Dazu kommt die EU-Beschränkung für Diisocyanate: Seit dem 24. August 2023 dürfen Beschäftigte Produkte mit mehr als 0,1 Gewichtsprozent davon nur nach einer dokumentierten Schulung verwenden, für das Sprühen in einer Spritzkabine mit erweitertem Umfang, alle fünf Jahre neu.

Die einzelnen Handgriffe sind damit aber niemandem vorbehalten, in der Industrie gilt keine Meisterpflicht. Bei der Regulierung steht die Note 3.

Routineanteil (Note 4)

Der Job-Futuromat des IAB weist für den Beruf ein Substituierbarkeitspotenzial von 83 Prozent aus, 2016 waren es noch 67 Prozent. Als ersetzbar gelten unter den Kerntätigkeiten Lackieren, Fahrzeuglackierung, Untergrundbehandeln und Fahrzeugbeschriftung. Als nicht ersetzbar gilt das Spachteln, dazu Kundenberatung, Arbeitsvorbereitung, Wartung und Reparatur sowie die Aufbereitung von Old- und Youngtimern.

Kein Schaden gleicht dem anderen, jede Reparatur verlangt einen eigenen Weg. Beim Routineanteil steht die Note 4.

Digitalisierungsgrad (Note 4)

Elektronische Farbmessgeräte lesen den Farbton am Fahrzeug aus und gleichen ihn mit den Datenbanken der Lackhersteller ab. Lackierstraßen liefern Maschinendaten, Lackierroboter werden vorausschauend gewartet. Die Verordnung von 2003 verlangt, Datensysteme und branchenübliche Software zu nutzen.

Gespachtelt und geschliffen wird weiter von Hand. Beim Digitalisierungsgrad steht die Note 4.

Die gewichtete Gesamtrechnung

Physische Präsenz, Empathie, Urteilskraft und regulatorische Hürde zählen doppelt, Routineanteil und Digitalisierungsgrad einfach. Mit den sechs Einzelnoten ergibt die Rechnung (2×2) + (4×2) + (3×2) + (3×2) + (4×1) + (4×1) = 32 Punkte. Geteilt durch die Gewichtssumme 10 folgt ohne Rundung die Note 3,2.

Welche Teilaufgaben verschwinden zuerst?

Roboterarm über blauem Kotflügel auf einem Ständer vor weißem Hintergrund
In der Serie führt der Roboter die Pistole, der Mensch überwacht die Anlage

Zuerst verschwinden das Lackieren von Serienteilen, die Farbtonbestimmung per Auge, das Vorschleifen und die Kontrolle der Schichtdicke. Für alle vier Aufgaben gibt es die Technik schon.

Am weitesten ist die Serie.

In den Lackierstraßen von Autowerken und Werkslackierereien führen Roboter die Pistole, der Fahrzeuglackierer überwacht die Anlage, liest Maschinendaten aus und greift bei Störungen ein. Die Bundesagentur nennt beides als Arbeit, die der Beruf heute schon mit sich bringt. Bisher lohnte sich der Roboter nur bei großen Stückzahlen, weil das Programmieren jeder neuen Form aufwendig ist.

Die Bundesagentur beschreibt eine Lackierzelle, die ein Teil per 3-D-Scan selbst erfasst und vermisst, es lackiert und am Ende die Schichtdicke prüft. Damit lassen sich auch kleine Chargen und Einzelstücke automatisch lackieren, also Aufträge, die bisher bei Menschen landeten.

Beim Farbton hilft schon heute ein Messgerät. Das Gerät scannt die Oberfläche, eine App findet den Ton in den Datenbanken der Farbenhersteller und liefert die Mischformel.

Teilaufgabe Technik Stand
Serienteile lackieren Lackierroboter in der Lackierstraße Bei großen Stückzahlen im Einsatz
Einzelstücke und kleine Chargen lackieren Lackierzelle mit 3-D-Scan Laut Bundesagentur im Kommen
Farbton bestimmen Elektronisches Farbmessgerät mit Datenbank Laut Bundesagentur Teil der Arbeit
Fahrzeugteile vorschleifen Kollaborierende Roboter Von der Bundesagentur als neue Technik genannt
Anlagen überwachen Maschinendatenerfassung, vorausschauende Wartung Laut Bundesagentur Teil der Arbeit

Der Futuromat stufte den Beruf 2016 noch mit 67 Prozent ein, seit 2019 mit 83 Prozent. Wir verstehen das als Hinweis, dass vor allem die Serienlackierung unter Druck steht, nicht als Ende der Lackierwerkstatt.

Das Lackieren in der Werkstatt halten wir für schwieriger, als es die Zahl vermuten lässt. Ein Kotflügel, der neben einer zehn Jahre alten Tür sitzt, braucht einen Ton, der in keiner Datenbank steht, weil die Tür in der Sonne verblasst ist. Die Messung liefert den Ausgangspunkt, das Angleichen am Fahrzeug erledigt weiter ein Mensch.

Wir rechnen damit, dass bis zum Ende des Jahrzehnts auch kleine Serien in vielen Betrieben automatisch lackiert werden. Für den Unfallschaden bleibt die Hand.

Welche Teilaufgaben bleiben unersetzbar menschlich?

Was die KI übernimmt, was menschlich bleibt
Das übernimmt die KI
  • −Serienteile in der Lackierstraße lackieren
  • −Farbton messen und Mischformel finden
  • −Fahrzeugteile vorschleifen
  • −Anlagen überwachen und Daten erfassen
Das bleibt beim Menschen
  • +Dellen spachteln und Flächen angleichen
  • +Schäden beurteilen und Reparaturweg wählen
  • +Farbton am Fahrzeug abstimmen
  • +Anbauteile und Scheiben aus- und einbauen

Beim Menschen bleiben das Spachteln und Angleichen beschädigter Flächen, die Schadensdiagnose, die Abstimmung des Farbtons am Fahrzeug und die Montage. Alle vier Aufgaben hängen an Augenmaß und an einem Gefühl für Material, das sich nicht in Daten fassen lässt.

Das Spachteln ist der Kern. Nach einer Delle muss die Fläche so aufgebaut und geschliffen werden, dass später auch im Streiflicht keine Welle sichtbar ist. Wie viel Material nötig ist und wann die Fläche stimmt, entscheidet der Fahrzeuglackierer mit den Fingerspitzen, die über das Blech fahren. Der Futuromat führt das Spachteln als nicht ersetzbare Kerntätigkeit.

Die Diagnose folgt dem Schaden.

Ein Steinschlag, ein Kratzer bis aufs Blech oder eine Delle mit Rost verlangen jeweils einen anderen Aufbau. Die Verordnung verlangt, Lackfehler und Schäden zu beseitigen, Lackierungen aufzubereiten und zu restaurieren und Spot- und Smart-Repair-Systeme auszuwählen. Diese Auswahl trifft der Fahrzeuglackierer bei jedem Fahrzeug neu.

Beim Farbton entscheidet am Ende das Auge. Effektlacke mit Metallic- oder Perlglanz wirken je nach Blickwinkel anders, eine Probe muss am Fahrzeug unter Tageslicht passen. Der Fahrzeuglackierer spritzt Musterbleche, vergleicht, mischt nach. Diese Abstimmung nimmt ihm kein Messgerät ab.

Anbauteile, Verkleidungen und Scheiben kommen vor dem Lackieren ab und danach wieder an. Die Verordnung verlangt, elektrische, mechanische und hydraulische Bauteile aus- und einzubauen und ihre Funktion zu prüfen.

Wie verändert sich der Arbeitsalltag konkret?

Mehr Nachwuchs, weniger Beschäftigte
Der Beruf und sein Umfeld in drei Zahlen
2.211
neue Ausbildungsverträge 2025, nach 1.896 im Jahr 2021, Rang 49 aller Ausbildungsberufe
−8,6 %
Beschäftigte in der Fahrzeuglackierung von 2016 bis 2024, von 29.577 auf 27.031
132 Tage
bleibt eine gemeldete Stelle im Mittel unbesetzt, die Bundesagentur führt den Beruf unter Beobachtung

Der Fahrzeuglackierer misst mehr, überwacht mehr Anlagen und spritzt in der Serie weniger selbst, dafür verlagert sich seine Arbeit stärker auf Reparatur, Abstimmung und Montage.

Laut Job-Futuromat zählte die Berufsgruppe Fahrzeuglackierung 2024 rund 27.031 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf Fachkraftniveau, 2016 waren es 29.577. Das ist ein Rückgang um 8,6 Prozent, seit 2022 steigt die Zahl wieder leicht. Der mittlere Bruttolohn stieg im selben Zeitraum von 2.735 auf 3.486 Euro im Monat. Beim Nachwuchs geht die Kurve nach oben: Das BIBB zählte 2025 genau 2.211 neue Verträge, nach 1.896 im Jahr 2021. Damit steht der Beruf auf Rang 49 aller Ausbildungsberufe, knapp neun von zehn Auszubildenden lernen im Handwerk.

Die Lackierstraße im Autowerk braucht den Menschen fast nur noch an der Steuerung. In der Werkstatt entscheidet weiter ein geübtes Auge, ob der neue Kotflügel zur alten Tür passt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Die Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit sieht in der Fahrzeuglackierung noch keinen Engpass. Mit 1,83 Punkten liegt die Gruppe aber im Beobachtungsbereich zwischen 1,5 und 2,0 Punkten, der auf einen künftigen Engpass hindeuten kann. Eine gemeldete Stelle bleibt im Mittel 132 Tage unbesetzt, auf eine Stelle kommen rechnerisch drei Arbeitsuchende.

Im Handwerk zahlt der bundesweite Tarif im ersten Jahr 900 Euro, die Metall- und Elektroindustrie bis zu 1.373 Euro. Nach der Prüfung nennt die Bundesagentur als Beispiel einen Tarif aus Bayern mit 3.514 bis 3.740 Euro brutto im Monat.

Der Bedarf an reinen Anlagenbedienern in der Serienlackierung dürfte nach unserer Einschätzung weiter sinken. Fahrzeuglackierer, die Schäden beurteilen, Farbtöne treffen und Fahrzeuge fachgerecht zerlegen und wieder zusammenbauen, brauchen die Betriebe nach unserer Einschätzung auch in zehn Jahren.

Was bedeutet das für angehende Azubis und Betriebe?

Spachtel mit Spachtelmasse auf Metallplatte neben Hinweisschild auf weißem Hintergrund
Delle, Diagnose und Farbton bleiben die Arbeit, die den Beruf ausmacht

Angehende Azubis wählen mit diesem Beruf ein Handwerk mit Note 3,2, dessen Serienteil an Roboter geht und dessen Reparaturteil bleibt.

Azubis sollten auf die Kriterien setzen, die in der Bewertung zählen: Präsenz und Urteilskraft. Schadensdiagnose, Spachteln, Farbabstimmung und Smart Repair stärken beide, mit mehr Verantwortung für das Ergebnis. Der frühe Umgang mit Farbmessgerät und Datenbank macht die Technik zum Werkzeug statt zur Konkurrenz.

Ob für Sie eine Lehre oder ein Studium besser passt, klärt unser Beitrag zu Ausbildung oder Studium. Verwandte Berufe vom Maler und Lackierer bis zum Karosseriebauer finden Sie im Ausbildungsberufe-Finder.

Nach der Gesellenprüfung ist der nächste Schritt die Meisterprüfung zum Maler- und Lackierermeister, sie öffnet im Handwerk den Weg in den eigenen Betrieb. Mit Hochschulzugang ist auch ein Studium etwa im Chemieingenieurwesen möglich.

Ausbildende Betriebe sollten ihre Azubis früh an Diagnose, Farbabstimmung und Montage lassen, statt sie drei Jahre vor allem abkleben und schleifen zu lassen. Die Schulung zum Umgang mit Diisocyanaten gehört ohnehin in die Ausbildung, weil ohne sie niemand in der Kabine einen solchen Lack spritzen darf. Messgerät und Lackierzelle nehmen dem Fachmann Routine ab und schaffen Zeit für die Arbeit, die keine Maschine erledigt.

Für einen Ausbildungsbeginn 2027 steigt die Mindestvergütung laut BIBB auf 764, 902 und 1.031 Euro. Der Tarif im Maler- und Lackiererhandwerk liegt im ersten Jahr knapp 140 Euro über dieser Grenze, Betriebe der Industrie deutlich darüber. Im Wettbewerb um Bewerber zählt das Geld.

Der Roboter spritzt die Serie, das Messgerät findet den Ton. Delle, Diagnose und Feinabstimmung bleiben beim Menschen. Im KI-Resilienz-Check erhält der Fahrzeuglackierer die Note 3,2.

Glossar: 12 wichtige Fachbegriffe zum Fahrzeuglackierer

Anlage A der Handwerksordnung

Die Anlage A der Handwerksordnung listet die zulassungspflichtigen Handwerke. Für die Führung eines solchen Betriebs ist die Eintragung in die Handwerksrolle nötig, in der Regel mit Meisterprüfung. Das Gewerbe Maler und Lackierer, zu dem der Fahrzeuglackierer gehört, steht dort unter Nummer 10.

Diisocyanate

Diisocyanate sind reaktive Verbindungen, die in Lacken, Beschichtungen und Schäumen eingesetzt werden. Einige von ihnen stuft die EU als Inhalationsallergene ein. Seit dem 24. August 2023 dürfen Produkte mit mehr als 0,1 Gewichtsprozent in der EU gewerblich nur nach einer dokumentierten Schulung verwendet werden.

Effektlackierung

Eine Effektlackierung erzeugt optische Wirkungen, die über einen einfarbigen Lack hinausgehen, etwa Metallic- oder Perlglanz und Farbtöne, die je nach Blickwinkel wechseln. Die Ausbildungsverordnung führt das Herstellen von Design- und Effektlackierungen als eigenen Teil des Berufsbilds.

Engpassanalyse

Die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit bewertet jedes Jahr, in welchen Berufsgruppen Fachkräfte fehlen. Sie verrechnet Kennzahlen wie Vakanzzeit, Arbeitsuchenden-Stellen-Relation und Entgeltentwicklung zu Punkten. Ab 2,0 Punkten gilt eine Gruppe als Engpassberuf, ab 1,5 Punkten steht sie unter Beobachtung.

Farbmessgerät

Ein elektronisches Farbmessgerät erfasst den Farbton einer Oberfläche und gleicht ihn per Software mit den Datenbanken der Lackhersteller ab. Heraus kommt eine Mischformel als Ausgangspunkt. Die Bundesagentur für Arbeit zählt solche Geräte zu den Techniken, mit denen Fahrzeuglackierer heute arbeiten.

Füller

Der Füller ist eine Lackschicht zwischen Untergrund und Farbe. Er gleicht kleine Unebenheiten aus, verbessert die Haftung und schützt das Blech. Auf den geschliffenen Füller folgen beim üblichen Aufbau der farbgebende Basislack und der schützende Klarlack.

Job-Futuromat

Der Job-Futuromat ist ein Werkzeug des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Er zeigt für jeden Beruf, welche Kerntätigkeiten nach heutigem Stand der Technik ersetzbar wären, und daraus das Substituierbarkeitspotenzial in Prozent.

Lackierstraße

Eine Lackierstraße ist eine Anlage, in der Karosserien oder Bauteile nacheinander vorbehandelt, lackiert und getrocknet werden. In der Serienfertigung führen dort Roboter die Spritzpistolen. Fahrzeuglackierer richten die Anlage ein, überwachen sie und greifen bei Störungen ein.

Spachteln

Beim Spachteln wird eine Masse auf beschädigte oder unebene Stellen aufgetragen und nach dem Aushärten glatt geschliffen. So entsteht wieder eine ebene Fläche für Füller und Lack. Der Job-Futuromat führt das Spachteln beim Fahrzeuglackierer als Kerntätigkeit, die nicht ersetzbar ist.

Spot-Repair

Beim Spot-Repair wird nur die beschädigte Stelle eines Bauteils ausgebessert, statt das ganze Teil neu zu lackieren. Das spart Material und Zeit, verlangt aber einen unsichtbaren Übergang zur alten Lackierung. Die Ausbildungsverordnung nennt Spot- und Smart-Repair-Systeme ausdrücklich.

Substituierbarkeitspotenzial

Das Substituierbarkeitspotenzial gibt an, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs schon heute von Computern oder computergesteuerten Maschinen erledigt werden könnte. Für den Fahrzeuglackierer liegt er laut IAB bei 83 Prozent, Stand 2022.

Vakanzzeit

Die Vakanzzeit misst, wie lange eine bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldete Stelle bis zur Besetzung offen bleibt. Die Bundesagentur nutzt den Median als Kennzahl der Engpassanalyse. In der Fahrzeuglackierung lag er zuletzt bei 132 Tagen.

FAQ: Fahrzeuglackierer: Die Serie lackiert der Roboter, den Kratzer der Mensch

Wie lange dauert die Ausbildung zum Fahrzeuglackierer?

Die Ausbildung dauert drei Jahre im dualen System aus Betrieb und Berufsschule, ergänzt um acht Wochen überbetriebliche Ausbildung. Vor dem Ende des zweiten Jahres steht eine Zwischenprüfung. Im Handwerk endet die Ausbildung mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer, in der Industrie mit der Abschlussprüfung vor der IHK.

Was verdient man in der Ausbildung zum Fahrzeuglackierer?

Laut BIBB-Datenbank liegt der tarifliche Durchschnitt im Handwerk bei 1.028, 1.095 und 1.191 Euro in den drei Jahren. Der bundesweite Tarif im Maler- und Lackiererhandwerk zahlt 900, 985 und 1.150 Euro, die Metall- und Elektroindustrie je nach Bundesland bis zu 1.373, 1.408 und 1.489 Euro. Ohne Tarifbindung gilt für einen Ausbildungsbeginn 2026 die Untergrenze von 724, 854 und 977 Euro.

Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung verlangt?

Die Ausbildungsverordnung schreibt keinen bestimmten Schulabschluss vor, die Auswahl trifft der Betrieb. Von den Anfängern im Handwerk des Jahres 2024 hatten laut Bundesagentur für Arbeit 51 Prozent einen Hauptschulabschluss und 33 Prozent einen mittleren Abschluss.

Wo arbeiten Fahrzeuglackierer?

Die meisten arbeiten in Fachwerkstätten für Fahrzeuglackierung. Weitere Arbeitgeber sind Hersteller von Fahrzeugen, Karosserien, Aufbauten und Anhängern sowie die Werkslackierereien im Maschinen- und Anlagenbau, dazu Schienenfahrzeug-, Boots- und Schiffbau.

Was unterscheidet den Fahrzeuglackierer vom Maler und Lackierer?

Der Fahrzeuglackierer ist seit 2003 ein eigener Ausbildungsberuf und arbeitet an Fahrzeugen und Bauteilen, auch mit Montage, Scheibentausch und Schadensdiagnose. Der Maler und Lackierer gestaltet und schützt vor allem Wände, Decken und Fassaden. Beide gehören zum Gewerbe Maler und Lackierer der Handwerksordnung und führen zum selben Meistertitel.

Kann KI den Fahrzeuglackierer ersetzen?

In der Serienfertigung lackieren Roboter, Farbmessgeräte bestimmen den Farbton, neue Lackierzellen erfassen Einzelteile per 3-D-Scan. Spachteln, Schadensdiagnose, das Abstimmen des Farbtons am Fahrzeug und die Montage bleiben beim Menschen. Im KI-Resilienz-Check ergibt das die Note 3,2.

Quellen

16 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 04.11.2026
  1. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Datenbank Ausbildungsvergütungen
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Tarifliche Ausbildungsvergütungen in dualen Ausbildungsberufen 2025, Bundesgebiet
  3. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Rangliste der Ausbildungsberufe nach Anzahl der Neuabschlüsse 2025, Tabelle 67
  4. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge 2025, Tabelle 66
  5. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Pressemitteilung 28/2025 Mindestausbildungsvergütung 2026
  6. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)Pressemitteilung 31/2026 Mindestausbildungsvergütung 2027
  7. Bundesamt für JustizVerordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer/zur Fahrzeuglackiererin vom 3. Juli 2003
  8. Bundesamt für JustizHandwerksordnung, Anlage A: Verzeichnis der zulassungspflichtigen Handwerke
  9. Bundesamt für JustizBerufsbildungsgesetz, § 17 Vergütungsanspruch und Mindestvergütung
  10. Europäische UnionVerordnung (EU) 2020/1149 zur Änderung von Anhang XVII der REACH-Verordnung, Diisocyanate
  11. Bundesagentur für ArbeitBERUFENET: Fahrzeuglackierer/in, Ausbildung (Ausbildungsvergütung nach Tarifregister und WSI-Tarifarchiv; Ausbildungsanfänger 2024; Ausbildungsverordnung)
  12. Bundesagentur für ArbeitBERUFENET: Fahrzeuglackierer/in, Tätigkeit (Trends, Digitalisierung, Branchen, Verdienst)
  13. Bundesagentur für ArbeitFachkräfteengpassanalyse 2025
  14. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)Job-Futuromat, Fahrzeuglackierer/in
  15. Dr. WebAusbildung oder Studium KI: Schulnote für 30 Berufe
  16. Dr. WebKI-resistente Berufe 2026
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