Der Autozulieferer Magna will sein Werk in Waldshut-Tiengen im Frühjahr 2027 schließen. Betroffen sind 255 Beschäftigte, die das Unternehmen am Dienstag informiert hat. Magna begründet den Schritt damit, der Standort sei „nicht zukunftsfähig“.[1]
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Das Werk am Hochrhein fertigt elektronische Bauteile für die Automobilindustrie. Ein Sprecher des kanadisch-österreichischen Konzerns nannte dem SWR Termin und Belegschaftszahl. Ein Beschluss mit dem Betriebsrat liegt nicht vor, es handelt sich um eine Ankündigung. Stand: Mittwoch, 4. November, 9 Uhr.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Magna plant die Schließung des Werks in Waldshut-Tiengen im Frühjahr 2027, 255 Beschäftigte sind betroffen.
- Der Konzern verweist auf „sich wandelnde Rahmenbedingungen“ und die allgemeinen Geschäftsaussichten, nennt aber keine Zahlen zum Werk.
- Es ist nach Dorfprozelten in Unterfranken das zweite Magna-Werk in Deutschland, dessen Schließung 2026 bekannt wird.
- Der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner fordert, neue Geschäftsfelder für den Standort zu prüfen.
- Zu Interessenausgleich und Sozialplan ist noch nichts bekannt.
Was plant Magna in Waldshut-Tiengen?

Magna will das Werk nach eigenen Angaben bereits im Frühjahr nächsten Jahres schließen. Die Belegschaft erfuhr es am Dienstag, 3. November. Bis zum Termin bleiben rund vier bis sieben Monate.[1]
Der Standort sei „angesichts der sich wandelnden Rahmenbedingungen und der allgemeinen Geschäftsaussichten“ nicht zukunftsfähig, sagte ein Konzernsprecher.[1] Ob Fertigung verlagert wird und ob Beschäftigte an andere Standorte wechseln können, sagt Magna bisher nicht.
Ist Waldshut-Tiengen ein Einzelfall bei Magna?
Nein. Magna hat in Deutschland seit 2025 mehrfach Stellen gestrichen. Im Juli kündigte der Konzern die Schließung des Werks Dorfprozelten in Unterfranken an, 2025 fielen laut SWR mehr als 200 Stellen in Untergruppenbach bei Heilbronn weg.[1] In Dorfprozelten streiten Unternehmen und Betriebsrat noch über den Interessenausgleich, die 216 Beschäftigten verlieren ihre Arbeit Mitte 2027. Die IG Metall wirft Magna vor, Zusagen von 2023 nicht eingehalten zu haben, lesen Sie dazu unseren Bericht über das gescheiterte Verfahren in Dorfprozelten.
Magna zählt zu den größten Zulieferern der Branche und beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 170.000 Menschen. Für den Konzern sind 255 Stellen ein kleiner Teil, für die Region ein gewichtiges Stück Industrie. Die Autozulieferer geraten seit Monaten unter Druck, wie der Aktionstag der IG Metall gezeigt hat, und auch Schaeffler hat zu Wochenbeginn den Abbau von rund 2.660 Stellen in Deutschland angekündigt.
Was bedeutet das für die Region am Hochrhein?
Waldshut-Tiengen verliert nicht zum ersten Mal einen Industriebetrieb. Der Zigarrenhersteller Villiger will die Fertigung bis Ende 2027 aus dem Ort abziehen, 40 von 190 Stellen fallen dort weg. Im benachbarten Wehr stehen laut SWR 220 Arbeitsplätze im Novartis-Werk vor dem Aus, in Schopfheim gibt es einen Sozialplan für die 300 Beschäftigten des Würth-Elektronik-Werks, dessen Schließung verkündet wurde. Der SWR stellt Magna damit in eine Reihe von Schließungen am Hochrhein.[1]
Der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner (CDU) kritisiert die Pläne. Er fordert, neue Geschäftsfelder oder andere industrielle Nutzungen zu prüfen, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Eine schwierige Branchenlage dürfe nicht automatisch das Ende eines gewachsenen Industriestandorts bedeuten, teilte er mit. Zugleich nannte er die Entwicklung ein weiteres Warnsignal für den Industriestandort Deutschland.[1] Eine Stellungnahme von Betriebsrat oder IG Metall war in den zugänglichen Berichten bis zum Stand dieses Textes nicht zu finden.
Wie geht es für die Beschäftigten weiter?
Bei einer Betriebsänderung dieser Größe muss Magna mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich verhandeln, der Zeitpunkt und Umfang der Schließung regelt, und über einen Sozialplan, der Nachteile wie den Verlust des Arbeitsplatzes ausgleicht. Kommt keine Einigung zustande, kann eine Einigungsstelle angerufen werden.
Für die 255 Beschäftigten in Waldshut-Tiengen kommt es nun auf die nächsten Wochen an: ob Magna ein Angebot für Abfindungen, Wechsel in andere Werke oder eine Transfergesellschaft macht, ist bisher nicht bekannt.
Quellen
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- SWR Aktuell Baden-WürttembergAutozulieferer Magna schließt Werk am Hochrhein
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