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Sie gehen für eine Packung Batterien zu Action und stehen mit Batterien, Duftkerzen, einem Bilderrahmen und Gartenhandschuhen an der Kasse. Geplant waren nur die Batterien. Rund zwei Drittel der Artikel, die der niederländische Discounter verkauft, kosten weniger als 2 Euro, und im ersten Halbjahr 2026 kamen jede Woche 22,7 Millionen Kundinnen und Kunden in seine Filialen.

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Inhalt 12 Abschnitte
  1. Wer steckt hinter Action und wie fing alles an?
  2. Wie wurde aus der Idee ein Imperium?
  3. Wie verdient Action tatsächlich sein Geld?
  4. Wie groß ist die Marktmacht von Action?
  5. Wer ist bei Action eigentlich das Produkt?
  6. Was kostet ein Action-Artikel wirklich, und wer trägt die Kosten?
  7. Wer profitiert und wer zahlt drauf?
  8. Wie politisch ist Action?
  9. Was könnte Action zu Fall bringen?
  10. Was bedeutet Action für deutsche Unternehmer und Verbraucher?
  11. Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Discount und Beteiligungskapital
  12. FAQ: Wie setzt der Discounter Action 16 Milliarden Euro um?

Action hat am 19. Oktober 2026 im nordfranzösischen Onnaing sein sechstes Verteilzentrum in Frankreich eröffnet, eine Halle mit 80.000 Quadratmetern für bis zu 290 Filialen in Nordfrankreich und Belgien.

Es ist das zwanzigste Lager der Kette in Europa, gebaut im größten Markt, in dem Action 2025 rund 5,6 Milliarden Euro umsetzte und zugleich flächenbereinigt am schwächsten wuchs.

Hinter dem Ausbau steht ein Geschäftsmodell, das aus Restposten in Enkhuizen einen Konzern mit 16 Milliarden Euro Umsatz gemacht hat. Die Kette macht inzwischen fast drei Viertel des Portfolios der britischen Beteiligungsgesellschaft 3i aus.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Action setzte 2025 rund 16,0 Milliarden Euro um, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Das operative EBITDA stieg auf 2,37 Milliarden Euro, das sind 14,8 Cent je Euro Umsatz.
  • Die Kette verdient fast nur am Warenverkauf in rund 3.400 Filialen. Etwa 6.000 Artikel, zwei Drittel davon im Wechsel, eine Bruttomarge von 40,8 Prozent und eine Filiale, die ihre Investition in weniger als einem Jahr einspielt, bilden den Kern.
  • Die britische 3i hält 65,4 Prozent. Seit 2011 hat sie Ausschüttungen von umgerechnet rund 6,7 Milliarden Euro erhalten, einen Teil davon aus neuen Schulden der Kette.
  • Deutschland ist mit 649 Filialen und 15.502 Beschäftigten gemessen an den Filialen der zweitgrößte Markt. Ende 2027 oder Anfang 2028 soll die erste Filiale in den USA öffnen.

Fünf Fragen zwischen Kerzenregal und Bilanz

Der Dr.-Web-Quizmaster
Wissenstest
Wie gut kennen Sie den Discounter aus Westfriesland?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 In welcher Stadt eröffnete 1993 der erste Action-Laden? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Gerard Deen und Rob Wagemaker eröffneten den ersten Laden im Juli 1993 an der Dijk 12 in Enkhuizen. In Zwaagdijk-Oost sitzt heute die Zentrale.
2 Wie hoch war die Bruttomarge von Action im Jahr 2025? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Die Bruttomarge lag 2025 bei 40,8 Prozent. Das durchschnittliche Filialergebnis beträgt 24,7 Prozent, die operative EBITDA-Marge 14,8 Prozent.
3 Wie viele neue Artikel nimmt Action jede Woche ins Sortiment? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Jede Woche kommen rund 150 neue Artikel in die Regale. Ein Drittel des Sortiments von etwa 6.000 Artikeln steht fest, zwei Drittel wechseln.
4 Welcher Anteil der verkauften Artikel kostet weniger als 2 Euro? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: A. Rund zwei Drittel der verkauften Stücke kosten weniger als 2 Euro. Die Feuchttücher der Eigenmarke Teddy Care kosten zum Beispiel 0,99 Euro.
5 Wie groß war der Anteil der Beteiligungsgesellschaft 3i an Action Ende März 2026? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. 3i hielt Ende März 2026 65,4 Prozent, ein Jahr zuvor waren es 57,9 Prozent. Den Rest halten Mitinvestoren aus den Fonds von 3i und weitere Anteilseigner.

Wer steckt hinter Action und wie fing alles an?

Gerard Deen und Rob Wagemaker gründeten Action im Juli 1993 als Laden für Restposten in der westfriesischen Hafenstadt Enkhuizen. 2011 verkauften sie die Mehrheit an die britische Beteiligungsgesellschaft 3i, die Ende März 2026 65,4 Prozent der Anteile hielt.

Ein Antiquitätenhändler kauft Warenposten

Gerard Deen handelte Anfang der 1990er Jahre mit Antiquitäten. Zusammen mit Rob Wagemaker kaufte er große Warenposten auf und verkaufte sie weiter, wie der Regionalsender NH Nieuws zum 30. Geburtstag der Kette nachzeichnete.

Im Juli 1993 öffnete an der Dijk 12, gegenüber dem Hafenturm Drommedaris, der erste Laden, die Gründer wohnten im Stockwerk darüber.

Ins Regal kam, was die beiden gerade günstig bekommen hatten. Wenn ein Artikel ausverkauft war, kam er meist nicht wieder, einmal stand plötzlich Geschirr in Mengen im Laden.

Gezina van der Blonk war damals 20 Jahre alt und die erste Kassiererin. Gerard Deen habe von mehr als 1.000 Filialen gesprochen, erzählte sie NH Nieuws im Dezember 2023, und natürlich habe sie ihm nicht geglaubt. Heute führt Action mehr als dreimal so viele.

Aus dem Zufall wird ein System

Im Jahresbericht Action Update 2025 nennt der Discounter Restpostenhändler ausdrücklich als Lieferanten, neben Großhändlern, Importeuren, Markenherstellern und Fabriken, bei denen er direkt einkauft.

Aus dem Zufallsangebot der Anfangsjahre ist allerdings eine feste Regel geworden: Ein Drittel des Sortiments steht dauerhaft im Regal, zwei Drittel wechseln, jede Woche kommen rund 150 neue Artikel hinzu.

1995 zog der Laden in ein größeres Gebäude an der Westerstraat. Die Zentrale sitzt heute in Zwaagdijk-Oost, wenige Kilometer von Enkhuizen entfernt.

Belgien, Deutschland, dann 3i

2005 eröffnete Action in Belgien die erste Filiale außerhalb der Niederlande, 2009 folgte Deutschland. 2011 verkauften die Gründer die Mehrheit an 3i und an Fonds, die 3i verwaltet. Die Kette hatte damals mehr als 250 Filialen in den Benelux-Staaten und Deutschland und über 7.000 Beschäftigte.

NH Nieuws nennt einen Kaufpreis von 500 Millionen Euro, die Gründer seien über Nacht zu Multimillionären geworden. Die Gründer geben bis heute kaum Interviews.

3i selbst investierte 2011 umgerechnet rund 122 Millionen Euro, gemeinsam mit dem Beteiligungsfonds EFV und weiteren Mitinvestoren. So steht es in der Präsentation, mit der 3i und das Action-Management im März 2026 Investoren über die Kette unterrichteten.

Der Umsatz lag im Jahr des Einstiegs bei 718 Millionen Euro.

Aus der Filiale an die Konzernspitze

Seit Januar 2022 führt Hajir Hajji den Konzern. Sie begann 1997 bei Action, arbeitete sich über die Leitung einer Region, den Vertrieb und den Filialbetrieb nach oben und leitete ab 2018 den weltweiten Einkauf.

Ihr Vorgänger Sander van der Laan hatte die Kette von 2015 an geführt und wechselte später zur Parfümeriekette Douglas.

Ursprüngliche Idee und heutiges Geschäftsmodell liegen enger beieinander als bei den meisten Händlern dieser Größe. Action verkauft noch immer, was gerade günstig zu haben ist, nur entscheidet darüber heute ein zentraler Einkauf in Zwaagdijk-Oost für Filialen in 16 Ländern.

Geschichte
Vom Restpostenladen zu 3.423 Filialen
Stationen von Action seit 1993.
  • 1993Gerard Deen und Rob Wagemaker eröffnen im Juli an der Dijk 12 in Enkhuizen den ersten Laden.
  • 1995Umzug in ein größeres Gebäude an der Westerstraat.
  • 2005Erste Filiale außerhalb der Niederlande, in Belgien.
  • 2009Markteintritt in Deutschland.
  • 20113i übernimmt die Mehrheit, Action hat mehr als 250 Filialen und 718 Millionen Euro Umsatz.
  • 2012Erste Filiale in Frankreich, heute der größte Markt.
  • 2022Hajir Hajji wird Konzernchefin, Action startet in Spanien.
  • 2025Die 3.000. Filiale öffnet in Italien, dazu die ersten Läden in der Schweiz und in Rumänien.
  • 2026Kroatien im März, Slowenien im September. Ende Juni zählt Action 3.423 Filialen.
  • 2027/28Ende 2027 oder Anfang 2028 soll die erste Filiale in den USA öffnen.

Wie wurde aus der Idee ein Imperium?

Reihe weißer Garagen vor weißem Grund; orange Zahl 1993 über dem ersten Tor
Von einem Laden in Enkhuizen 1993 zu 3.302 Filialen in 14 Ländern Ende 2025.

Action wuchs, indem die Kette ein einziges Ladenformat Land für Land kopierte. Seit dem Einstieg von 3i 2011 stieg der Umsatz von 718 Millionen auf 16,0 Milliarden Euro, die Zahl der Filialen bis Ende 2025 auf 3.302. Seitdem kamen Kroatien und Slowenien hinzu, 2027 soll Bulgarien folgen.

Ein Laden, überall gleich

Das Rezept steht in der Präsentation vom März 2026 in drei Zeilen: eine Marke, ein Ladenbild, ein Betriebsmodell. Mehr als 90 Prozent des Sortiments sind in allen Ländern gleich, Verpackungen und Werbung ebenso. Die Filialen liegen dort, wo die Mieten günstig sind, meist außerhalb der Einkaufsstraßen, und die Ausgaben für Werbung hält Action bewusst niedrig.

Ein neues Land ist für Action deshalb vor allem eine Frage der Logistik und der Mietverträge, weniger des Konzepts.

Land für Land

Nach Belgien 2005 und Deutschland 2009 folgten 2012 Frankreich, 2015 Österreich und Luxemburg sowie 2017 Polen. Zwischen 2020 und 2024 kamen im Jahrestakt Tschechien, Italien, Spanien, die Slowakei und Portugal hinzu.

2025 eröffnete Action erstmals in zwei neuen Ländern im selben Jahr, in der Schweiz und in Rumänien. Im März 2026 kam Kroatien hinzu, im September 2026 Slowenien mit einer Filiale in Velenje.

Den Wendepunkt sehen wir im Schritt nach Frankreich. 2012 eröffnete dort die erste Filiale, Ende 2025 waren es 914, mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz und rund 21.000 Beschäftigten.

Mit Frankreich wurde aus einer Kette für die Benelux-Staaten und Deutschland ein europäischer Konzern, gut ein Drittel des Umsatzes kommt heute von dort.

Italien und Spanien zeigen, wie schnell sich das Modell inzwischen in neue Länder übertragen lässt: Seit 2021 und 2022 eröffnete Action in beiden Ländern zusammen mehr als 320 Filialen.

Sechs Jahre in Zahlen

2019 setzte Action 5,1 Milliarden Euro um, 2025 waren es 16,0 Milliarden Euro, gut das Dreifache. Das operative EBITDA wuchs im selben Zeitraum von 541 Millionen auf 2,37 Milliarden Euro, die Marge von 10,6 auf 14,8 Prozent. Den Höchstwert erreichte sie 2024 mit 15,1 Prozent. Ohne die einmalige Prämie von 26 Millionen Euro, die Action 2025 zur 3.000. Filiale an die Beschäftigten zahlte, hätte die Marge 2025 bei 15,0 Prozent gelegen.

Abgesehen von 2020 stieg die Zahl der Neueröffnungen Jahr für Jahr, von 227 im Jahr 2019 auf 384 im Jahr 2025. Für 2026 plant Action mindestens 400, mehr als eine Filiale an jedem Tag des Jahres.

Bis Ende Juni waren 121 hinzugekommen, Action eröffnet die meisten Filialen im letzten Quartal.

Wachstum
Umsatz seit dem Einstieg von 3i
Umsatz von Action in Milliarden Euro und operative EBITDA-Marge.
Umsatz, Milliarden Euro
  • 20110,72 Mrd. €
  • 20152,03 Mrd. €
  • 20195,11 Mrd. €
  • 20216,83 Mrd. €
  • 202311,32 Mrd. €
  • 202413,78 Mrd. €
  • 202516,00 Mrd. €
10,6 %
EBITDA-Marge 2019
15,1 %
EBITDA-Marge 2024
14,8 %
EBITDA-Marge 2025

Wachstum ohne Zukäufe

Action wächst mit eigenen Neueröffnungen, und die Präsentation für Investoren nennt die Expansion ausdrücklich selbstfinanziert. Action ging nie an die Börse, 3i hat seinen Anteil zuletzt deutlich aufgestockt, im Geschäftsjahr bis März 2026 von 57,9 auf 65,4 Prozent. Heute arbeiten für Action 84.246 Menschen, 2025 kamen im Schnitt jede Woche 21,6 Millionen Kundinnen und Kunden. Zum Vergleich: Die Kette hatte 2011 etwas mehr als 7.000 Beschäftigte, heute sind es mehr als zehnmal so viele.

Wie verdient Action tatsächlich sein Geld?

Eine Münzsäule mit dem Etikett „14,8 Cent“ auf einem Sockel neben einer Lupe, weißer Hintergrund
Von jedem Euro Umsatz blieben Action 2025 im Schnitt 14,8 Cent operatives EBITDA.

Action verdient am Verkauf von Ware in den eigenen Filialen, Nebengeschäfte gibt es kaum. 2025 lag die Bruttomarge bei 40,8 Prozent, als operatives EBITDA blieben 2,37 Milliarden Euro. Der Gewinn wächst mit der Zahl der Einkäufe und der Filialen.

Eine Erlösquelle, 14 Warengruppen

Action führt rund 6.000 Artikel in 14 Warengruppen, von Reinigungsmitteln und Körperpflege über Schreibwaren, Spielzeug und Tierbedarf bis zu Gartenbedarf, Kleidung und Lebensmitteln wie Süßigkeiten und Kaffee. Je Warengruppe sind es zwischen etwa 100 und 800 Artikeln.

Rund zwei Drittel der verkauften Stücke kosten weniger als 2 Euro, zum Beispiel die Feuchttücher der Eigenmarke Teddy Care für 0,99 Euro.

Action weist weder einen Marktplatz für fremde Händler noch Werbeerlöse von Herstellern oder Finanzdienstleistungen aus. Einen Onlineshop gibt es nur in den Niederlanden und Belgien, er ergänzt das Angebot der Filialen, einen Umsatzanteil nennt Action dafür nicht.

Kennzahl 2025WertWas sie zeigt
Umsatz16,0 Mrd. €, +16,1 %fast ausschließlich Warenverkauf in Filialen
Flächenbereinigtes Wachstum+4,9 %rund 94 % davon aus mehr Einkäufen
Bruttomarge40,8 %Abstand zwischen Einkaufspreis und Verkaufspreis
Filialergebnis (Deckungsbeitrag der Filiale)24,7 % vom FilialumsatzErgebnis einer Filiale nach Miete und Personal
Operatives EBITDA2,37 Mrd. €, 14,8 %nach Lagern, Transport und Zentrale
Investitionen379 Mio. €, 2,4 % vom Umsatzvor allem neue Filialen und Lager
Operativer Mittelzufluss1,97 Mrd. €, 83 % des EBITDAwie viel davon als Geld ankommt

Mehr Einkäufe statt größerer Warenkörbe

2025 brachten die 384 neuen Filialen den größeren Teil des Umsatzwachstums, die bestehenden Filialen legten um 4,9 Prozent zu, nach 10,3 Prozent im Jahr davor. Rund 94 Prozent dieses flächenbereinigten Wachstums kamen aus mehr Einkäufen, der Rest aus höheren Beträgen je Einkauf.

Frankreich bremste: Dort wuchs Action auf bestehender Fläche nur um 1,3 Prozent, in den übrigen Ländern um 7,2 Prozent, wie 3i im Geschäftsbericht vom Mai 2026 aufschlüsselt.

Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 14 Prozent auf 8,35 Milliarden Euro, flächenbereinigt um 3,6 Prozent. Das operative EBITDA lag bei 1,11 Milliarden Euro, die Halbjahresmarge von 13,3 Prozent liegt saisonal unter dem Jahreswert, weil Action im zweiten Halbjahr mehr verkauft.

Die stillen Vorteile

Ein Vorteil, der in keiner Umsatzzeile steht, ist der Einkauf von Restposten: Markenhersteller und Großhändler werden Überbestände los, Action bekommt Ware unter dem üblichen Preis und muss sie nicht dauerhaft im Sortiment führen.

Der zweite stille Vorteil ist das Geld der Lieferanten. Action arbeitet mit negativem Working Capital, also negativem Nettoumlaufvermögen. Vereinfacht gesagt ist die Ware im Schnitt verkauft, bevor die Rechnung des Lieferanten bezahlt ist.

Jede neue Filiale bringt damit zusätzlich kurzfristig verfügbares Geld in die Kasse, das Action nicht bei Banken leihen muss.

Daten spielen als Erlösquelle keine erkennbare Rolle. Die Action-App zeigt Angebote, Merklisten und Kassenbons. Action erwähnt im Jahresbericht kein Kundenprogramm mit Punkten.

Erlösmodell
Was von 100 Euro Umsatz bleibt
Verteilung des Nettoumsatzes 2025 im Konzernschnitt, in Euro. Aufteilung zwischen Filiale und Zentrale: Rechnung der Redaktion.
  • Einkauf der Ware59,20 €
  • Filiale: Miete, Personal, Energie16,10 €
  • Lager, Transport, Zentrale, Werbung9,90 €
  • Operatives EBITDA14,80 €
40,8 %
Bruttomarge
4,8 Mio. €
Umsatz je Filiale
unter 1 Jahr
bis eine neue Filiale ihre Investition einspielt

Wo die Marge entsteht

Von 100 Euro Umsatz ohne Mehrwertsteuer gehen gut 59 Euro für den Einkauf der Ware weg. Miete, Personal und Energie der Filiale kosten weitere rund 16 Euro, das Filialergebnis liegt dann bei 24,70 Euro. Lager, Lastwagen, Zentrale und Werbung verbrauchen noch einmal knapp 10 Euro, übrig bleiben 14,80 Euro EBITDA. Die Aufteilung zwischen Filiale und Zentrale ist eine Rechnung der Redaktion aus den Kennzahlen, die Action beim Kapitalmarkttag zeigte, das Filialergebnis misst Action an Filialen, die vor 2024 öffneten.

Action beschreibt keine Warengruppe, die mit Verlust läuft, damit eine andere verdient. Die Präsentation zeigt eine Bruttomarge, die über alle 14 Gruppen ähnlich hoch ist.

Action finanziert eher zwischen Ländern quer: Das Geld aus den etablierten Märkten bezahlt Lager und Eröffnungen in neuen Ländern wie Rumänien oder Kroatien, und Einsparungen im Einkauf fließen zum Teil in niedrigere Preise, um mehr Kundschaft anzuziehen.

Größe als Rabatt

Eine durchschnittliche Filiale setzte 2025 rund 4,8 Millionen Euro um. Für eine neue Filiale veranschlagt Action einschließlich der Kosten vor der Eröffnung rund 0,6 Millionen Euro, der jährliche Beitrag liegt bei rund 0,9 Millionen Euro. Nach weniger als einem Jahr hat sich die Investition im Schnitt amortisiert.

Je Quadratmeter Verkaufsfläche stieg der Umsatz von etwa 4.109 Euro im Jahr 2019 auf etwa 6.105 Euro im Jahr 2025, das EBITDA je Quadratmeter von etwa 435 auf etwa 903 Euro.

Die Größe senkt die Kosten je Artikel, ohne dass ein Netzwerkeffekt wie bei einer Plattform im Spiel wäre.

Was sich seit 2021 verschoben hat

2021 lag der Umsatz bei 6,8 Milliarden Euro und die EBITDA-Marge bei 12,1 Prozent. Seitdem hat Action den Umsatz mehr als verdoppelt und die Marge um fast drei Prozentpunkte erhöht.

Action kauft inzwischen mehr direkt in Fabriken ein und will diesen Anteil ausbauen, um die Einkaufspreise zu senken.

Im Oktober 2025 nahm Action 1,6 Milliarden Euro neue Bankkredite auf und zahlte mit diesem Geld und eigenen Mitteln 1,74 Milliarden Euro an die Eigentümer aus. Die Kette verdient ihr Geld weiter im Regal, ein größerer Teil davon fließt seitdem in Zinsen.

Unsere Einordnung: Hinter dem Erfolg stecken zwei Mechanismen, der billige Einkauf großer Mengen und eine Filiale, die sich in weniger als einem Jahr bezahlt macht. Solange beides gilt, finanziert jede neue Filiale die nächste.

Auf den PunktVerdient wird an der Menge

Action hat kein Nebengeschäft, von dem die Marge abhängt. Der Gewinn hängt an der Zahl der Einkäufe in einem immer dichteren Filialnetz, dessen Ausbau Action teilweise mit dem Geld der Lieferanten bezahlt.

Wie groß ist die Marktmacht von Action?

Zwei Preisschilder (orange 100, weiß 160 mit Hinweisstempel) hängen an einer Stange vor weißem Grund
Action misst beim jeweils günstigsten Wettbewerber je nach Land 58 bis 95 Prozent höhere Preise.

Mit 16,0 Milliarden Euro Umsatz setzt Action mehr um als Pepco, TEDi, KiK und Woolworth zusammen. Verträge oder Kundenkonten binden niemanden. Die Macht liegt im Preisabstand: Action misst beim jeweils günstigsten Wettbewerber je nach Land 58 bis 95 Prozent höhere Preise.

Die Größenordnung im Non-Food-Discount

Die Pepco-Gruppe aus Polen, mit Pepco und Dealz der nächste große Wettbewerber in Mittel- und Osteuropa, setzte im Geschäftsjahr bis September 2025 rund 4,5 Milliarden Euro um, in 4.359 Filialen. TEDi aus Dortmund meldete für das Geschäftsjahr 2024/25 erstmals mehr als 3 Milliarden Euro Bruttoumsatz.

KiK kam 2024 auf 2,4 Milliarden Euro, Woolworth Deutschland im Geschäftsjahr bis April 2025 auf 1,03 Milliarden Euro.

Die Zahlen sind nicht deckungsgleich, TEDi nennt einen Bruttowert, die übrigen Nettoumsätze. Der Abstand bleibt trotzdem groß: Action setzt mehr als dreimal so viel um wie Pepco, bei weniger Filialen.

Marktmacht
Action und die anderen Non-Food-Discounter
Umsatz in Milliarden Euro, jeweils jüngstes veröffentlichtes Geschäftsjahr. Die Geschäftsjahre sind nicht deckungsgleich.
  • Action (2025)16,0 Mrd. €
  • Pepco-Gruppe (bis September 2025)4,5 Mrd. €
  • TEDi (2024/25, brutto)über 3,0 Mrd. €
  • KiK (2024)2,4 Mrd. €
  • Woolworth Deutschland (bis April 2025)1,03 Mrd. €
3.302
Action-Filialen Ende 2025
4.359
Pepco-Filialen im September 2025
158 bis 195
Preisindex des günstigsten Wettbewerbers, Action = 100

Wie Action den Preisabstand misst

Action vergleicht in jedem Land rund 2.000 Artikel mit vergleichbaren Produkten der Konkurrenz, Aktionsware ausgenommen. Als Maßstab dient jeweils der günstigste Wettbewerber, Läden wie Onlinehändler. Wenn man den Action-Preis gleich 100 setzt, lagen die Wettbewerber im vierten Quartal 2024 und 2025 je nach Land zwischen 158 und 195, so zeigte es die Präsentation vom März 2026.

Niemand hat den Vergleich unabhängig geprüft, er stammt von Action selbst, und auch die Vergleichsprodukte wählt die Kette. Die Kundschaft wächst trotzdem: Im ersten Halbjahr 2026 kamen im Schnitt 22,7 Millionen Menschen pro Woche, 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bindung ohne Vertrag

Ein Abonnement, eine Kundenkarte oder ein Konto, das den Wechsel erschweren würde, gibt es bei Action nicht. Die Bindung entsteht durch das wechselnde Sortiment: Rund 150 neue Artikel pro Woche sind ein Grund, öfter vorbeizuschauen, weil der Artikel von heute in drei Wochen weg sein kann. Action wird damit vor allem Händlern gefährlich, die ebenfalls von Spontankäufen leben. Aldi und Lidl verkaufen neben Lebensmitteln jede Woche wechselnde Aktionsware vom Akkuschrauber bis zur Bettwäsche. Wie Aldi mit einem schmalen Sortiment arbeitet, haben wir in einer Analyse des Aldi-Geschäftsmodells beschrieben.

Online zielen Plattformen wie Temu auf dieselbe Kundschaft, mit Ware direkt aus China. Die Frage, wer die niedrigen Preise von Temu am Ende bezahlt, haben wir in einem eigenen Beitrag über Temu untersucht.

Wo Action noch Platz sieht

In den Niederlanden kommen auf eine Million Einwohner rund 23 Filialen, in Deutschland rund 8, so zeigt es der Jahresbericht Action Update 2025. Die Kette schätzt den Platz für weitere Filialen in Europa auf rund 4.650 zusätzlich zu den 3.302 von Ende 2025, gut 200 mehr als in der Schätzung ein Jahr zuvor.

Weder die Kette noch ihr Eigentümer meldet ein Kartellverfahren. Die Politik beobachtet die Preismacht trotzdem, vor allem der Senat in Frankreich.

Unsere Einschätzung: Die Marktmacht von Action ist keine Macht über die Kundschaft, die jederzeit zu TEDi, Aldi oder Temu wechseln kann. Es ist eine Macht über Lieferanten und Vermieter, weil kaum ein anderer Abnehmer im Non-Food-Discount fast 400 neue Läden im Jahr eröffnet und die Mengen für 3.400 Filialen bestellt.

Wer ist bei Action eigentlich das Produkt?

Hausmodell in Einkaufswagen mit Preisschild 'Beteiligung' auf Podest
Für 3i ist die Kette selbst das Produkt: Der Anteil war Ende Juni 2026 rund 28 Milliarden Euro wert.

Die Kundschaft zahlt an der Kasse und liefert kaum Daten, sie ist Käufer und nicht Ware. Die Last der niedrigen Preise liegt bei Lieferanten und Beschäftigten. Und für den Eigentümer 3i ist Action selbst das Produkt: eine Beteiligung, die 3i Ende Juni 2026 mit umgerechnet rund 28 Milliarden Euro bewertete.

Kundschaft ohne Kundenkonto

Bei Plattformen wie Meta oder Google bezahlen Nutzer mit Aufmerksamkeit und Daten, bei Action zahlt die Kundschaft mit Geld, meist in kleinen Beträgen.

Ohne Kundenkonto oder Punktekarte erfährt die Kette wenig über den einzelnen Käufer, sie sieht vor allem, was an welchem Tag in welcher Filiale über das Band geht.

Eine Befragung des Marktforschers GfK vom Juni 2025, die Action beim Kapitalmarkttag zeigte, fand Kundinnen und Kunden in allen Alters-, Bildungs- und Einkommensgruppen.

Lieferanten zwischen Fabrik und Restposten

2025 arbeitete Action mit 597 Lieferanten zusammen, darunter 187, bei denen die Kette direkt in der Fabrik einkauft, und 392 Großhändlern und Importeuren. Hinter ihnen stehen 3.966 Fabriken, die Action 2025 überprüfte. Die Hälfte der Lieferanten sitzt in Asien, sagte der Präsident von Action France, Wouter de Becker, im März 2026 vor dem französischen Senat.

Die Abhängigkeit ist gegenseitig: Action braucht Fabriken, die große Mengen schnell liefern, und die Fabriken brauchen einen Abnehmer, der Aufträge für mehr als 3.400 Filialen vergibt.

Im September 2025 fanden Prüfer in einer Fabrik in Pakistan, die Bettlaken für die Eigenmarken Hotel Royal und Hoodadoo nähte, Löhne 25 Prozent unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Pakistan hatte den Mindestlohn für ungelernte Arbeit zwei Monate zuvor auf 40.000 Rupien angehoben, die Fabrik zahlte weiter 30.000.

Action stoppte die Lieferungen, bis die fehlenden Löhne nachgezahlt waren.

2025 führte Action 2.739 Sozialaudits und unangekündigte Kontrollen durch und erfasste so mehr als 96 Prozent der Fabriken in Risikoländern.

Beschäftigte unter Zeitdruck

Im Dezember 2024 zeigte die Reportagereihe Complément d’enquête auf France 2 Filialen, in denen ein Programm die Zeit für das Einräumen der Ware berechnet, ohne Unterbrechungen durch Kundschaft zu berücksichtigen, so schilderten es die Autorinnen Nathalie Gros und Blanche Lacroix dem Sender Sud Radio.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP über die Sendung beklagten sich manche Beschäftigte allerdings nicht über ihre Arbeit.

Wouter de Becker hielt vor dem Senat dagegen, die Beschäftigten seien für die Strategie unverzichtbar, die Fluktuation sei kein Problem allein von Action. In einer internen Umfrage hätten sich 82 Prozent der Befragten mit dem Unternehmen verbunden gefühlt.

In Deutschland zeichneten das F.A.Z.-Institut und der Marktforscher ServiceValue Action im August 2026 zum vierten Mal in Folge als „wertvollsten Arbeitgeber“ aus, auf Grundlage einer Befragung und einer Auswertung von Onlinekommentaren zum Arbeitgeber. Die Kette veröffentlicht keine Zahlen zu Löhnen, Krankenstand oder Fluktuation in den deutschen Filialen.

Die Kette als Produkt

Für 3i ist Action keine Ladenkette, sondern der größte Posten im Portfolio. Ende März 2026 bewertete 3i seinen Anteil von 65,4 Prozent mit umgerechnet rund 27,3 Milliarden Euro, fast drei Viertel des gesamten Portfolios von 3i.

Die Bewertung beruht auf dem 18,5-Fachen des hochgerechneten EBITDA von 2,65 Milliarden Euro, nach einem Abschlag für die fehlende Handelbarkeit und abzüglich der Schulden.

Als Action im Mai 2026 nur 2,4 Prozent flächenbereinigtes Wachstum seit Jahresbeginn meldete, fiel die 3i-Aktie deutlich, wie das Branchenportal QuotedData berichtete.

In welcher Rolle erleben Sie Action? Als Kundin oder Kunde zahlen Sie wenig und bekommen Abwechslung. Als Lieferant bekommen Sie Mengen und geben dafür Preisspielraum ab. Als Aktionär von 3i setzen Sie vor allem auf diese eine Kette.

Rollen
Wer bei Action zahlt und wer verdient
Die Beteiligten am Geschäftsmodell, Stand Oktober 2026.
zahlt
Kundschaft
22,7 Millionen Menschen pro Woche, zwei Drittel der verkauften Artikel kosten weniger als 2 Euro.
liefert zu knappen Preisen
Fertiger
597 Lieferanten und 3.966 Fabriken, die Hälfte der Lieferanten in Asien.
verkauft Überbestände
Restpostenhändler und Markenhersteller
Ware unter dem üblichen Preis, ohne Platz im festen Sortiment.
arbeitet
Beschäftigte
84.246 Menschen, davon 15.502 in Deutschland.
vermietet
Vermieter am Stadtrand
Mindestens 400 neue Filialen im Jahr 2026.
kassiert
3i und Mitinvestoren
65,4 Prozent bei 3i, Dividende im Mai 2026 über 450 Millionen Euro an alle Eigentümer.

Was kostet ein Action-Artikel wirklich, und wer trägt die Kosten?

Teller mit einem Kreisdiagramm, orangefarbenes Stück mit „25 Cent“-Fähnchen
Von einem Artikel für 2 Euro bleiben Action im Schnitt rund 25 Cent vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Von einem Artikel für 2 Euro gehen in Deutschland 32 Cent Mehrwertsteuer an den Staat. Mit den Konzernzahlen von 2025 gerechnet, kostet die Ware Action rund 99 Cent, Filiale und Zentrale verbrauchen 44 Cent, rund 25 Cent bleiben als EBITDA. Vor allem Fertiger und Beschäftigte spüren den Preisdruck.

Ein Artikel für 2 Euro, durchgerechnet

Action veröffentlicht keine Marge für einzelne Produkte. Bruttomarge, Filialergebnis und EBITDA-Marge des Konzerns erlauben aber eine Durchschnittsrechnung. Wir rechnen mit einem Artikel für 2 Euro, denn rund zwei Drittel der verkauften Stücke kosten weniger. In Deutschland gilt für die meisten dieser Waren der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

BestandteilCent je ArtikelAnteil am Nettopreis
Ladenpreis in Deutschland200Ausgangswert
Mehrwertsteuer (19 %)32vorab abgezogen
Nettopreis168100 %
Einkauf der Ware9959,2 %
Filiale: Miete, Personal, Energie2716,1 %
Lager, Transport, Zentrale, Werbung179,9 %
EBITDA im Konzernschnitt2514,8 %

Die Rechnung stammt von der Redaktion. Sie überträgt Konzernquoten auf einen einzelnen Artikel und zeigt eine Größenordnung, keine Kalkulation von Action. Einzelne Artikel weichen davon ab, auch wenn Action die Bruttomarge über alle 14 Warengruppen als ähnlich hoch darstellt. Aus den 25 Cent EBITDA bezahlt Action noch Abschreibungen auf Filialen und Lager, Zinsen auf rund 7,5 Milliarden Euro Nettoschulden und Steuern. Ein Ergebnis nach Steuern veröffentlicht die Kette in ihren Mitteilungen nicht.

Der Preis bleibt, der Kostendruck verlagert sich

Ein Artikel für 2 Euro lässt wenig Spielraum. Wenn Frachtraten oder Löhne steigen und Action deshalb die Preise erhöht, schrumpft der Abstand zur Konkurrenz, mit dem die Kette wirbt.

Action gibt den Druck deshalb in zwei Richtungen weiter: an die Lieferanten, mit denen die Kette über Mengen verhandelt, und an die eigenen Abläufe in Lager, Filialen und Dienstplänen.

Für Deutschland bedeutet das: Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro, zum 1. Januar 2027 steigt er auf 14,60 Euro. Für die Filialkosten von 27 Cent je Artikel ist das spürbar, für den Ladenpreis zunächst nicht. Ob Action Kostensenkungen schneller weitergibt als Kostensteigerungen, lässt sich mit den veröffentlichten Zahlen nicht prüfen. Konzernchefin Hajir Hajji sagte im Juli 2026, die Kette habe Einsparungen über niedrigere Preise weitergegeben, Belege für einzelne Artikel nannte sie nicht.

Die Rechnung für Lieferanten

Ein Fertiger, der für Action produziert, verkauft große Mengen zu Preisen, die Action mit seiner Einkaufsmacht setzt. Der Fall der pakistanischen Bettlakenfabrik zeigt, wo eine knappe Kalkulation enden kann: bei Löhnen unter dem gesetzlichen Minimum. Action hat den Verstoß selbst gefunden und abgestellt, die Frage nach dem Preisdruck dahinter beantwortet der Jahresbericht aber nicht.

Die Kosten der Ausschüttung

Ein Teil der Marge geht seit Herbst 2025 an Banken. Die Kapitalrückzahlung an die Eigentümer vom Oktober 2025 über 1,74 Milliarden Euro finanzierte die Kette überwiegend mit 1,6 Milliarden Euro neuen Krediten. Zugleich verhandelte Action für bestehende Kredite über 3,1 Milliarden Euro niedrigere Zinsaufschläge, 3i beziffert die Ersparnis auf 14 Millionen Euro im Jahr.

Ende März 2026 lagen die Nettoschulden beim 2,8-Fachen des hochgerechneten EBITDA, Ende Juni beim 2,7-Fachen.

Die Kundschaft spürt davon an der Kasse nichts. Die Zinsen für das Geld, das an die Eigentümer ging, kommen aus denselben 25 Cent, die im Schnitt von jedem Artikel übrig bleiben.

Auf den PunktEin Vierteleuro Spielraum

Im Konzernschnitt bleibt Action von einem 2-Euro-Artikel ein Vierteleuro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Jede höhere Fracht, jeder höhere Lohn und jeder Zins auf die neuen Kredite muss aus diesem Betrag kommen.

Wer profitiert und wer zahlt drauf?

Eine Gießkanne schüttet Goldmünzen in einen Topf mit der Aufschrift „Mehrheit“
Seit 2011 erhielt 3i Ausschüttungen von umgerechnet rund 6,7 Milliarden Euro aus Action.

Am meisten profitiert 3i: Seit 2011 erhielt die Beteiligungsgesellschaft von Action Ausschüttungen von umgerechnet rund 6,7 Milliarden Euro, der Anteil ist gut 27 Milliarden Euro wert. Gewinner sind auch Gründer und Kundschaft. Unter Druck stehen kleinere Non-Food-Händler und Fertiger.

Die Kasse von 3i

3i hat 2011 umgerechnet rund 122 Millionen Euro in Action investiert. Bis zum Kapitalmarkttag im März 2026 flossen nach der Übersicht von 3i rund 5,8 Milliarden Pfund an Ausschüttungen zurück, zum Kurs von Ende März 2026 rund 6,7 Milliarden Euro.

Für das eingesetzte Kapital nennt 3i in der Präsentation rund das 181-Fache des eingesetzten Kapitals.

Allein im Geschäftsjahr bis März 2026 erhielt 3i rund 1,4 Milliarden Euro aus Action. Der größte Teil stammte aus der Sonderausschüttung vom Oktober 2025, die Action überwiegend mit neuen Krediten bezahlte, dazu kam eine Dividende im Dezember 2025 von umgerechnet rund 281 Millionen Euro. Im Mai 2026 folgte die nächste Dividende über 450 Millionen Euro an alle Eigentümer, 3i stehen davon gut 290 Millionen Euro zu.

3i hat einen großen Teil des Geldes gleich wieder in Action gesteckt. Von Altinvestoren kaufte 3i im Oktober 2025 für umgerechnet rund 866 Millionen Euro weitere 2,2 Prozent, vom Staatsfonds GIC aus Singapur im Tausch gegen 51 Millionen neue 3i-Aktien rund 5,1 Prozent.

Eigentümer
Was 3i an Action verdient
Beträge in Milliarden Euro, Pfundbeträge zum EZB-Kurs umgerechnet.
  • Einsatz 20110,12 Mrd. €
  • Ausschüttungen an 3i bis März 2026rund 6,7 Mrd. €
  • Wert des 3i-Anteils Ende Juni 2026rund 28,1 Mrd. €
65,4 %
Anteil von 3i
rund 75 %
Anteil von Action am Portfolio von 3i
18,5-fach
Bewertung auf das hochgerechnete EBITDA

Gründer, Management, Beschäftigte

Die Gründer Gerard Deen und Rob Wagemaker erhielten 2011 nach dem Bericht von NH Nieuws 500 Millionen Euro. Was Management und Beschäftigte am Kapital halten, veröffentlichen weder Action noch 3i im Einzelnen. Die Beschäftigten profitieren vor allem durch neue Arbeitsplätze. 2025 schuf Action 4.565 neue Stellen und beförderte 3.705 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zur 3.000. Filiale zahlte die Kette einmalig 26 Millionen Euro an Prämien.

In Deutschland arbeiteten Ende 2025 15.502 Menschen für Action, 894 mehr als ein Jahr zuvor.

Vermieter und Standorte

Gewinner sind Eigentümer von Fachmarktzentren und Gewerbeflächen am Stadtrand, die mit Action einen Mieter bekommen, der jedes Jahr Hunderte neue Flächen sucht. Für Gemeinden bringt jede Filiale Arbeitsplätze im Verkauf, rechnerisch rund 24 je Laden, denn Ende 2025 arbeiteten 79.988 Menschen in den 3.302 Filialen.

Unter Druck

KiK schließt 2026 europaweit rund 300 Filialen, 135 davon in Deutschland. „Wir haben zu dicht expandiert“, zitierte das Branchenportal FashionUnited Finanzchef Christian Kümmel. Einen direkten Zusammenhang mit Action stellte KiK nicht her, beide werben aber um dieselbe preisbewusste Kundschaft.

Nicht jeder Wettbewerber verliert. Die Pepco-Gruppe wuchs im Geschäftsjahr 2024/25 um 8,7 Prozent, Woolworth eröffnete im Geschäftsjahr bis April 2025 genau 174 neue Filialen.

Fertiger in Asien liefern große Mengen, verhandeln aber gegenüber einem Abnehmer dieser Größe aus der schwächeren Position. Die Arbeiterinnen und Arbeiter in Pakistan bekamen ihr Geld erst nach dem Lieferstopp.

GruppeGewinnt oder verliertBeleg
3i und Mitinvestorengewinnenrund 6,7 Mrd. € Ausschüttungen an 3i seit 2011, Anteil Ende Juni 2026 rund 28 Mrd. € wert
Gründerhaben gewonnenrund 500 Mio. € Kaufpreis 2011
Kundschaftgewinntgünstigster Wettbewerber je nach Land 58 bis 95 % teurer (Messung von Action)
Beschäftigtegemischt4.565 neue Stellen 2025, Kritik an Arbeitsdruck in Frankreich
Vermieter am Stadtrandgewinnenmindestens 400 neue Filialen 2026
Kleinere Non-Food-Händlerunter DruckKiK schließt rund 300 Filialen
Fertiger in AsienabhängigHälfte der Lieferanten in Asien, Mindestlohnverstoß in Pakistan 2025

Unsere Einordnung: Nach der eigenen Preismessung hält Action sein Preisversprechen, und die Kundschaft profitiert davon. 3i aber zieht den größten Teil des Gewinns aus der Kette, und seit Oktober 2025 zum Teil mit Geld, das Action sich dafür leiht. Solche Ausschüttungen sind bei Beteiligungsgesellschaften üblich, sie machen die Kette aber abhängiger von Zinsen und Konjunktur.

Action verkauft zwei Drittel seiner Artikel für weniger als 2 Euro und hat 3i seit 2011 rund 6,7 Milliarden Euro ausgeschüttet.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wie politisch ist Action?

Weißes Rednerpult mit Mikrofon und orangefarbenem Anhänger „Anhörung“
Im März 2026 musste der Frankreich-Chef von Action vor einem Untersuchungsausschuss des Senats aussagen.

Im Lobbyregister des Bundestags und im Register der französischen Behörde HATVP fand sich am 2. November 2026 kein Eintrag von Action. Politisch gefragt war Action trotzdem, im März 2026 musste der Frankreich-Chef vor dem Senat aussagen.

Vor dem Senat in Paris

Am 4. März 2026 befragte der Untersuchungsausschuss des französischen Senats zu den Margen der großen Handelsketten Wouter de Becker, den Präsidenten von Action France.

Die Berichterstatterin Antoinette Guhl von den Grünen sagte, Action komme in jeder Anhörung zur Sprache, weil die Kette mit ihren niedrigen Preisen die Gepflogenheiten der Branche durcheinanderbringe. So berichtete es der Parlamentssender Public Sénat.

De Becker führte die niedrigen Preise auf effiziente Abläufe und den zentralen Einkauf großer Mengen zurück. Vorwürfe, Zulieferer setzten Kinder oder Zwangsarbeiter ein, etwa Angehörige der uigurischen Minderheit in China, wies er zurück, das schlössen die Vorgaben an die Lieferanten aus. Fragen zu Fluktuation, Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen brachten ihn nach dem Bericht von Public Sénat in die Defensive.

Action wolle nicht ins Lebensmittelgeschäft einsteigen, sagte de Becker. Für die Verhandlungen mit Lieferanten gälten dieselben französischen Regeln wie für die Konkurrenz.

Steuern und Struktur

Action ist eine niederländische Gesellschaft mit Sitz in Zwaagdijk-Oost, die Mehrheit hält die in London börsennotierte 3i. Im Action Update 2025 schreibt die Kette, sie nutze keine Steueroasen, um Steuern zu vermeiden, und treffe Investitionsentscheidungen nicht nach Steuervorteilen. Gezahlte Steuern nach Ländern nennt der Bericht nicht.

Action finanziert sich über Bankkredite, die in Euro und Dollar bei internationalen Investoren platziert wurden. Die Ratingagenturen S&P und Moody’s stufen Action mit BB+ und Ba1 ein, eine Stufe unter der Grenze zur guten Bonität.

Regeln, die Action nützen oder schaden

Seit dem 1. Juli 2026 erhebt die EU auf Kleinsendungen unter 150 Euro aus Drittstaaten einen pauschalen Zoll von 3 Euro. Die Regel zielt auf Plattformen wie Temu und Shein und verteuert genau die Bestellungen, mit denen diese Anbieter um dieselbe Kundschaft werben wie Action.

Action importiert in großen Containern und ist davon nicht betroffen.

Die EU-Verordnung über Produktsicherheit verlangt seit Dezember 2024 strengere Regeln für Rückrufe und technische Unterlagen. Ab dem 14. Dezember 2027 verbietet die EU außerdem Produkte aus Zwangsarbeit, und das Verbot gilt für jede Stufe der Lieferkette, auch für Vorstufen, die Action bisher nur zu Teilen kennt.

Bis 2030 will die Kette die Lieferkette ihrer Eigenmarken vollständig offenlegen, Ende 2025 kannte sie 97 Prozent der Fabriken, die Waren fertigstellen.

Das Bild nach außen

Seit 2025 errichtet Action mit der Johan Cruyff Foundation Sportplätze für Kinder, der erste in Deutschland öffnete am 14. Oktober 2026 in Hamburg-Wilhelmsburg. Hinzu kommen Spenden an SOS-Kinderdörfer und ein Fairtrade-Programm für existenzsichernde Einkommen von Kakaobauern.

Im Oktober 2026 wählten Verbraucher Action in Deutschland bei der Umfrage Retailer of the Year erstmals zum Händler des Jahres über alle Branchen.

Unsere Einordnung: Action macht Politik über den Preis. Eine Kette, die Verbraucher in Deutschland gerade zum Händler des Jahres gewählt haben, braucht wenig Lobbyarbeit, solange ihre Kundschaft wächst. Angreifbar wird sie bei den Themen, die im Senat zur Sprache kamen: Arbeitsbedingungen und Lieferketten.

Was könnte Action zu Fall bringen?

Turm aus weißen Spielzeughäusern auf einem orangen Stein mit der Aufschrift „Schulden“
Fast 7,5 Milliarden Euro Nettoschulden machen Action anfällig, sobald das Wachstum stockt.

Action ist dort verwundbar, wo das Modell am stärksten wirkt: beim Wachstum über immer mehr Filialen und Einkäufe. Wenn die Kundschaft wie 2025 in Frankreich zurückhaltender kauft, Löhne und Frachtkosten steigen oder der Sprung in die USA misslingt, trifft das eine Kette mit fast 7,5 Milliarden Euro Nettoschulden.

Frankreich als Warnsignal

Im größten Markt wuchs Action 2025 auf bestehender Fläche nur um 1,3 Prozent, im vierten Quartal schrumpfte der Umsatz der älteren Filialen dort um 2,7 Prozent. 3i nennt als Gründe die vorsichtige Kundschaft, mehr Wettbewerb und mehr Rabattaktionen im französischen Handel.

Anfang 2026 schwächelte auch Deutschland. Seit sich die Lage im Nahen Osten Ende März zuspitzte, kamen weniger Kunden in die deutschen Filialen, bis Anfang Mai lag das flächenbereinigte Wachstum hier wie in Frankreich bei null. Im zweiten Quartal erholten sich die Zahlen in beiden Ländern, konzernweit endete das Halbjahr mit 3,6 Prozent.

Schulden und ein Eigentümer mit Klumpenrisiko

Ende März 2026 hatte Action 7,46 Milliarden Euro Nettoschulden, das 2,8-Fache des hochgerechneten EBITDA. Solange das EBITDA wächst, sinkt die Quote von selbst, Ende Juni lag sie bei 2,7. Wenn das Wachstum einbricht, bleiben Zinsen und Tilgung gleich hoch.

Action macht fast drei Viertel des Portfolios von 3i aus. Im März 2026 beschloss die Führung von 3i, die Aktionäre um eine höhere Obergrenze für einzelne Beteiligungen zu bitten, weil der Anteil an Action an die bisherige Grenze stieß. Ein schwaches Quartal bei Action trifft damit nicht nur die Kette, sondern unmittelbar den Kurs von 3i.

Der Sprung in die USA

Ende 2027 oder Anfang 2028 will Action die erste Filiale im Südosten der USA eröffnen, zunächst etwa 20 in North Carolina, South Carolina und Georgia, bis Ende 2030 rund 100, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters nach dem Kapitalmarkttag. Bis 2030 will Action dafür 350 bis 400 Millionen Euro investieren.

Das Sortiment soll eigens für die USA zusammengestellt werden, die Organisation eigenständig sein.

Dort trifft Action auf Dollar General, Five Below und Walmart, die im Billigsegment seit Jahrzehnten Erfahrung haben. Wie Walmart mit Billigpreisen Milliarden verdient, haben wir in einem eigenen Beitrag untersucht. Europäische Händler haben sich in den USA schon verhoben, Tesco gab seine Kette Fresh & Easy 2013 nach hohen Verlusten auf. Action kann die bis zu 400 Millionen Euro verkraften, aber Investoren würden der Kette einen gescheiterten Markteintritt lange vorhalten.

Lieferkette und Sättigung

Störungen auf den Seewegen aus Asien, höhere Frachtraten oder Zölle schlagen auf den Einkaufspreis durch, den Action wegen des Preisversprechens nur begrenzt weitergeben kann.

In den Niederlanden steht schon heute auf 43.000 Einwohner eine Filiale. Je dichter das Netz, desto eher nehmen neue Filialen alten die Kundschaft weg.

Drei Szenarien für die nächsten fünf Jahre

  • Weiter wie bisher: Action eröffnet jedes Jahr rund 400 Filialen in Europa, der Start in den USA gelingt planmäßig, Frankreich erholt sich, und die Marge bleibt bei rund 15 Prozent. 3i hält die Mehrheit und bezieht weiter jedes Jahr Dividenden von mehreren Hundert Millionen Euro.
  • Langsamer: Die Kundschaft in Frankreich und Deutschland bleibt zurückhaltend, das Wachstum der bestehenden Filialen liegt bei 2 bis 3 Prozent. Action wächst weiter über neue Läden, aber die Schulden sinken langsamer, und 3i senkt die Bewertung.
  • Bruch: Ein Konsumeinbruch, ein teurer Rückzug aus den USA oder ein Lieferkettenskandal drückt das EBITDA. Wegen der hohen Nettoschulden wird aus dem schnellen Ausbau ein Sparkurs, und 3i müsste einen Teil seiner größten Beteiligung abschreiben.
Auf den PunktDas Risiko heißt Stillstand

Action ist auf ständiges Wachstum angewiesen, auch um Schulden und Ausschüttungen zu bedienen. Gefährlich wird nicht ein einzelner Wettbewerber, sondern eine Phase, in der die bestehenden Filialen nicht mehr zulegen.

Was bedeutet Action für deutsche Unternehmer und Verbraucher?

Wegweiser Fachmarktzentrum mit Zettel „Bin kurz shoppen…“ und weißer Tüte vor weißem Hintergrund
649 Filialen und 15.502 Beschäftigte: Deutschland ist nach Filialen der zweitgrößte Markt von Action.

In Deutschland betrieb Action Ende 2025 649 Filialen, gemessen an den Filialen der zweitgrößte Markt hinter Frankreich. Für Verbraucher heißt das niedrige Preise bei wechselndem Angebot, für Händler mit ähnlichem Sortiment einen Gegner, der jedes Jahr Dutzende neue Läden eröffnet.

Der Aufhänger, eingeordnet

Das neue Verteilzentrum in Onnaing versorgt Nordfrankreich und Belgien, für Deutschland ist es nur ein Signal: Action baut zuerst die Lager, dann die Filialen. Seit 2025 beliefert unter anderem ein neues Lager im niederbayerischen Wallersdorf die deutschen Filialen.

2025 eröffnete die Kette in Deutschland 64 Filialen, im zweiten Halbjahr allein rund 50.

Mit rund 8 Filialen je Million Einwohner ist Deutschland nur ein Drittel so dicht versorgt wie die Niederlande. Bei niederländischer Dichte wären es in Deutschland nach Rechnung der Redaktion fast 2.000 Filialen. Ein Ziel für Deutschland nennt Action nicht.

Für Verbraucher

Was Ihnen heute gefällt, kann in drei Wochen aus dem Regal verschwunden sein, weil zwei Drittel des Sortiments wechseln.

Bei Elektroartikeln verlangt Action von seinen Lieferanten das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, die Kette prüft Spielzeug für kleine Kinder häufiger als andere Waren. Trotzdem meldete Action 2025 neun öffentliche Rückrufe aus Sicherheitsgründen.

Unser Rat: Bei Elektrogeräten, Spielzeug und Kosmetik lohnt ein Blick auf die Rückrufliste, die Action in den Filialen aushängt und auf seiner Website veröffentlicht.

Für Verbrauchsgüter wie Reinigungsmittel, Batterien oder Kaffeekapseln hilft der Vergleich des Grundpreises mit Drogerie und Supermarkt. Einige Eigenmarken von Action bekamen gute Noten von Verbraucherorganisationen in den Niederlanden und Belgien, etwa die A-Force-Batterien bei Test-Aankoop.

Für Händler, Vermieter und Hersteller

Non-Food-Händler mit ähnlichem Sortiment konkurrieren mit einem Gegner, der seine Ware in Mengen für 3.400 Filialen einkauft. Die Schließungen bei KiK zeigen, dass ein zu dichtes Filialnetz zur Last werden kann. Mittelständische Händler mit Beratung, Markenware oder Spezialsortiment stehen weniger im direkten Preisvergleich als Ketten, die ebenfalls über den Preis verkaufen. Für Vermieter von Fachmarktflächen ist Action ein begehrter Mieter: Die Kette sucht Standorte mit günstiger Miete außerhalb der Innenstädte und zieht Kundschaft an, von der Nachbarn im Fachmarktzentrum profitieren können.

Hersteller verkaufen an Action entweder Überbestände oder liefern direkt für das feste und das wechselnde Sortiment. Sie bekommen große Mengen und geben Spielraum beim Preis ab. Für Elektroware brauchen sie zudem das GS-Zeichen und vollständige technische Unterlagen.

Drei Szenarien für die kommenden zwölf Monate

Optimistisch: Die Kundschaft in Deutschland kauft wieder häufiger, Action erreicht das Ziel von 4 bis 5 Prozent flächenbereinigtem Wachstum und eröffnet in Deutschland erneut mehr als 60 Filialen. Mehr Filialen bedeuten mehr Stellen und mehr Druck auf Wettbewerber in denselben Fachmarktzentren.

Realistisch: Das Wachstum der bestehenden Filialen bleibt unter dem Ziel, wie im ersten Halbjahr mit 3,6 Prozent. Action wächst in Deutschland über neue Standorte weiter, die Preise bleiben stabil, und der Mindestlohn von 14,60 Euro ab Januar 2027 drückt auf die Marge.

Pessimistisch: Eine längere Konsumflaute nach dem Muster Frankreichs erreicht Deutschland. Action verlangsamt die Eröffnungen, 3i drängt auf Ausschüttungen, und Wettbewerber mit dünnerer Kapitaldecke geraten stärker unter Druck als Action selbst.

Das Geschäftsmodell von Action ist schlicht und schwer zu kopieren: ein einziges Ladenformat für 16 Länder, Einkauf in großen Mengen und ein Sortiment, das zu zwei Dritteln wechselt. Ob das Filialnetz in Deutschland auf niederländische Dichte wächst, entscheidet weniger die Konkurrenz als die Frage, wie lange die Kundschaft den Weg zum Stadtrand für ein paar Euro auf sich nimmt.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zu Discount und Beteiligungskapital

Aufgeschlagenes Buch mit einem orangefarbenen Anhänger und der Aufschrift „REDUZIERT“
Von Amortisationszeit bis Verteilzentrum: Fachbegriffe zu Discount und Beteiligungskapital.

Amortisationszeit

Die Amortisationszeit gibt an, wie lange eine Investition braucht, bis die Rückflüsse sie wieder eingespielt haben. Bei Action kostet eine neue Filiale einschließlich der Vorlaufkosten rund 0,6 Millionen Euro und bringt rund 0,9 Millionen Euro Beitrag im Jahr, die Investition ist damit im Schnitt nach weniger als einem Jahr zurückgeflossen.

Bewertungsmultiplikator

Ein Bewertungsmultiplikator setzt den Wert eines Unternehmens ins Verhältnis zu einer Ertragsgröße, meist zum EBITDA. 3i bewertet Action mit dem 18,5-Fachen des hochgerechneten EBITDA, bereits nach einem Abschlag dafür, dass die Anteile nicht an der Börse gehandelt werden. Wenn das EBITDA steigt, steigt bei gleichem Multiplikator auch der Wert.

Bruttomarge

Die Bruttomarge ist der Anteil des Umsatzes, der nach Abzug der Einkaufskosten der verkauften Ware übrig bleibt. Aus ihr bezahlt ein Händler Personal, Mieten, Lager und Verwaltung. Bei Action lag sie 2025 bei 40,8 Prozent und war laut der Präsentation vom März 2026 über alle 14 Warengruppen ähnlich hoch.

Direkteinkauf

Beim Direkteinkauf bestellt ein Händler Ware ohne Großhändler oder Importeur direkt in der Fabrik, meist in Asien. Das senkt den Einkaufspreis, verlagert aber Aufgaben wie Qualitätsprüfung, Transport und Zollabwicklung auf den Händler. Action kaufte 2025 bei 187 Lieferanten direkt ein und will diesen Anteil weiter ausbauen.

EBITDA

Das EBITDA ist das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Die Kennzahl zeigt, was das laufende Geschäft abwirft, bevor Finanzierung und Investitionen in Filialen das Ergebnis mindern. Action meldete für 2025 ein operatives EBITDA von 2,37 Milliarden Euro, 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Filialergebnis

Das Filialergebnis, auch Deckungsbeitrag der Filiale genannt, ist das Ergebnis einer einzelnen Filiale nach Wareneinsatz, Miete, Personal und Energie, aber vor den Kosten für Lager, Transport und Zentrale. Es zeigt, ob ein Standort sich selbst trägt. Bei Action lag es 2025 im Schnitt bei 24,7 Prozent des Filialumsatzes, gemessen an Filialen, die vor 2024 eröffnet wurden.

Flächenbereinigtes Wachstum

Das flächenbereinigte Wachstum misst, wie stark der Umsatz in Filialen steigt, die schon länger als ein Jahr geöffnet sind. Neue Läden bleiben außen vor, deshalb zeigt die Kennzahl, ob die bestehenden Standorte zulegen. Bei Action lag der Wert 2025 bei 4,9 Prozent, im ersten Halbjahr 2026 bei 3,6 Prozent.

Liquiditätsabschlag

Ein Liquiditätsabschlag mindert den rechnerischen Wert einer Beteiligung, weil sich ihre Anteile nicht jederzeit an der Börse verkaufen lassen. Beteiligungsgesellschaften berücksichtigen ihn bei der Bewertung nicht börsennotierter Firmen. 3i nennt für Action einen Multiplikator von 18,5, der diesen Abschlag bereits enthält.

Negatives Working Capital

Bei negativem Working Capital, also negativem Nettoumlaufvermögen, sind die Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten höher als Vorräte und Forderungen. Vereinfacht verkauft der Händler die Ware, bevor er sie bezahlen muss. Für eine wachsende Kette wie Action heißt das, dass neue Filialen kurzfristig zusätzliches Geld in die Kasse bringen, statt es zu binden.

Private Equity

Private Equity bezeichnet Beteiligungskapital, das Investoren in nicht börsennotierte Unternehmen stecken, meist mit dem Ziel, den Wert zu steigern und die Anteile später zu verkaufen. Die in London börsennotierte 3i hält Action seit 2011, inzwischen als langfristige Beteiligung ohne festen Verkaufstermin.

Restposten

Restposten sind Überbestände, Auslaufmodelle oder Sonderposten, die Hersteller und Händler gebündelt und unter dem üblichen Preis abgeben. Spezialisierte Restpostenhändler kaufen solche Partien auf und verkaufen sie weiter. Action begann 1993 als Laden für Restposten und kauft bis heute auch bei solchen Händlern ein.

Sonderausschüttung

Bei einer Sonderausschüttung zahlt ein Unternehmen außerhalb der regulären Dividende Geld oder Eigenkapital an seine Eigentümer aus, etwa indem es Anteile im Verhältnis der Beteiligungen zurücknimmt. Häufig nimmt es dafür neue Kredite auf. Action zahlte im Oktober 2025 auf diese Weise 1,74 Milliarden Euro aus und nahm dafür 1,6 Milliarden Euro neue Kredite auf.

Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad setzt die Nettoschulden eines Unternehmens ins Verhältnis zu seinem EBITDA. Ein Wert von 2,8 bedeutet, dass das Unternehmen 2,8 Jahresergebnisse vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bräuchte, um seine Schulden zu tilgen. Action lag Ende März 2026 bei 2,8, Ende Juni bei 2,7.

Verteilzentrum

Ein Verteilzentrum ist ein Lager, in dem Ware von vielen Lieferanten ankommt und für die einzelnen Filialen zusammengestellt wird. Je dichter das Netz, desto kürzer die Wege zu den Läden. Action betreibt seit der Eröffnung in Onnaing im Oktober 2026 zwanzig solcher Zentren in Europa.

FAQ: Wie setzt der Discounter Action 16 Milliarden Euro um?

Einkaufskorb mit Kerze, Batterien und FAQ-Schild auf einem Podest
Häufige Fragen zu Action: Eigentümer, Herkunft, Filialen, Preise, Onlineshop und USA.

Wem gehört Action?

Mehrheitseigentümer von Action ist die britische Beteiligungsgesellschaft 3i, die Ende März 2026 65,4 Prozent hielt. Weitere Anteile halten Mitinvestoren aus den Fonds von 3i. Die Gründer Gerard Deen und Rob Wagemaker verkauften ihre Mehrheit 2011.

Woher kommt Action?

Action stammt aus den Niederlanden. Der erste Laden öffnete im Juli 1993 in Enkhuizen in Westfriesland, nördlich von Amsterdam. Die Zentrale sitzt heute in Zwaagdijk-Oost, wenige Kilometer davon entfernt.

Wie viele Filialen hat Action in Deutschland?

Ende 2025 betrieb Action in Deutschland 649 Filialen, 64 mehr als ein Jahr zuvor. Deutschland ist damit nach Frankreich mit 914 Filialen der zweitgrößte Markt der Kette. In Deutschland arbeiteten Ende 2025 15.502 Menschen für Action.

Warum ist Action so billig?

Action kauft sehr große Mengen ein, teils direkt in Fabriken und teils als Restposten, und betreibt überall dasselbe Ladenformat. Die Filialen liegen an Standorten mit niedrigen Mieten, für Werbung gibt die Kette wenig aus. Rund zwei Drittel der verkauften Artikel kosten weniger als 2 Euro.

Hat Action einen Onlineshop?

Einen Onlineshop betreibt Action nur in den Niederlanden und Belgien, dort ergänzt er das Angebot der Filialen. In Deutschland verkauft die Kette nur in den Läden. Die Action-App zeigt Angebote, Merklisten und Kassenbons.

Kommt Action in die USA?

Ja. Action will Ende 2027 oder Anfang 2028 die erste Filiale im Südosten der USA eröffnen, zunächst in North Carolina, South Carolina und Georgia. Bis Ende 2030 sollen es rund 100 Filialen werden, die Kette plant dafür 350 bis 400 Millionen Euro ein.

Quellen

30 Quellen anzeigenQuellen ausblendenabgerufen am 02.11.2026
  1. 3i GroupResults for the year to 31 March 202614.05.2026
  2. 3i GroupFY2027 Q1 performance update23.07.2026
  3. 3i GroupAction Capital Markets Seminar, Präsentation26.03.2026
  4. 3i GroupAction Capital Markets Seminar and portfolio update26.03.2026
  5. 3i GroupAction accelerates international growth with 3i2011
  6. ActionAction Update 202526.03.2026
  7. ActionCustomer growth drives Action net sales to €16 billion in 202529.01.2026
  8. ActionAction results 2025: strong growth and progress sustainability programme26.03.2026
  9. ActionMore customers drive Action’s first-half net sales up 14% to €8.3 billion23.07.2026
  10. ActionAction opens sixth distribution center in France19.10.2026
  11. ActionJohan Cruyff Foundation and Action open first Cruyff Court in Germany15.10.2026
  12. ActionAction achieves a triple Retailer of the Year win in Germany and a double win in Austria02.10.2026
  13. ActionAction opens first store in Slovenia in Velenje18.09.2026
  14. ActionAction named Germany’s Most Valuable Employer in 202625.08.2026
  15. ActionAction opens first store in Croatia in Sesvete11.03.2026
  16. NH NieuwsZij was de eerste caissière van miljardenbedrijf Action30.12.2023
  17. ESM Magazine / ReutersDutch discount chain Action to open first US store by early 202803.04.2026
  18. Public Sénat« Notre conviction : prix bas, exigence sociale et responsabilité environnementale », revendique le président d’Action France06.03.2026
  19. Sud RadioNathalie Gros et Blanche Lacroix, Complément d’enquête, documentaire sur l’enseigne Action
  20. BrutLe discounter Action, succès foudroyant et conditions de travail pointées du doigt
  21. QuotedData3i Group launches £750m buyback programme as shares plunge after Action sales hit by Middle East war (05.2026)
  22. Pepco GroupFY25 preliminary resultsDezember 2025
  23. FashionUnitedTedi meldet Umsatzrekord und will weiter expandieren22.05.2025
  24. FashionUnitedDiscounter Kik schließt etwa 300 Filialen und ernennt Ulrich Hanfeld zum CEO24.03.2026
  25. FashionUnitedDank Expansion: Woolworth steigert Jahresumsatz auf über eine Milliarde Euro08.06.2026
  26. Immobilien ZeitungAction wächst auf 649 Filialen in Deutschland29.01.2026
  27. Bundesregierung13,90 Euro: So hoch liegt der Mindestlohn 2026
  28. Deutscher BundestagLobbyregister, Suche nach Action02.11.2026
  29. HATVPRépertoire des représentants d’intérêts, Open-Data-Export02.11.2026
  30. Europäische ZentralbankReferenzkurse Euro zu Pfund Sterling
4,1 16 Bewertungen

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