Die Volkswagen-Tochter Elli gibt ihr Hardware-Geschäft auf. Die Produktion der Schnellladestationen in Hannover endet, die eigene Wallbox läuft aus, und über Stellenstreichungen bei knapp 400 Beschäftigten verhandelt das Unternehmen bereits mit dem Betriebsrat.[1]
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Elli-Chef Giovanni Palazzo hat die Neuaufstellung am Dienstag, 3. November, vorgestellt. Eine Zahl für den Abbau nennt er nicht, laut Bericht könnten Funktionen rund um Hardware und Infrastruktur sowie Teile der zentralen Verwaltung betroffen sein. Es ist eine Ankündigung, ein Beschluss mit dem Betriebsrat liegt nicht vor.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Elli stellt Wallboxen und Schnellladestationen ein, vorhandene Lagerbestände werden noch verkauft.
- Die Fertigung der Flexpole-Ladestationen in Hannover entfällt, das Unternehmen hat knapp 400 Beschäftigte.
- Wie viele Stellen wegfallen, ist offen, Palazzo hofft auf eine Einigung mit dem Betriebsrat in den kommenden Wochen.
- Ladenetz, Flottenladen, Tankkarten und Naturstrom bleiben, ausgebaut werden digitale Dienste und Energiemanagement.
- Mehrere Unternehmen haben Interesse an Beteiligungen gezeigt, unterschriftsreif ist laut Palazzo nichts.
Was gibt Elli auf, und was bleibt?

Elli zieht sich aus dem Verkauf von Heimladestationen und aus Ladeinfrastruktur für Unternehmen zurück. Die Produktion der Flexpole-Schnellladestationen in Hannover wird eingestellt, die großen Batteriespeicher des Konzerns übernimmt künftig eine andere Konzerngesellschaft.[1][2]
Weiterführen will Elli das Ladenetz mit mehr als einer Million Ladepunkten in Europa, das Flottenladen, die Tankkarten und das Naturstrom-Angebot. Neu aufgestellt wird das Geschäft in zwei Bereichen, Mobility und Energy. Für Bestandskunden ändere sich laut Palazzo nichts: „Es gibt keinerlei Auswirkungen auf die Nutzung oder die Anwendungsfälle der bereits verkauften Geräte.“[2] Software-Updates, Service und Ersatzteile bleiben nach Unternehmensangaben gesichert.[1]
Wie viele Stellen fallen bei Elli weg?
Das ist die offene Frage. Elli beschäftigt nach eigenen Angaben knapp 400 Menschen, Palazzo sagte nicht, wie viele davon ihre Stelle verlieren. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern beschreibt er als konstruktiv und hofft auf eine Einigung „in den kommenden Wochen“. Ob betriebsbedingte Kündigungen nötig werden, ist unklar.[1][2]
Welche Standorte betroffen sind, nennen die Berichte nicht, außer der Fertigung in Hannover. Die Umsetzung soll schrittweise bis Ende 2027 laufen.[2]
Warum gibt Elli die Hardware auf?
Eine Begründung mit Zahlen liefert Elli nicht. Auffällig ist, woher die Technik künftig kommt: Die bidirektionale Gleichstrom-Wallbox für das Rückspeisen von Strom ins Netz bezieht Elli vom chinesischen Hersteller EV-Tech, gemeinsam mit The Mobility House soll der Start im November erfolgen. Der Bonus für Kunden liegt bei bis zu 720 Euro im Jahr.[2] Elli kauft die Geräte also zu, statt sie selbst zu bauen.
Das passt in ein Bild, das sich in der Ladebranche zeigt. E.ON hat jüngst seine Tochter Evailable abgewickelt, für die KI-Wartung von Ladesäulen fand sich kein Käufer. Autohersteller bündeln Wallbox und Auto selbst, Mercedes verkauft in Deutschland ein Paket für das bidirektionale Laden, und die Bundesnetzagentur hat mit der MiSpeL-Festlegung das Regelwerk dafür gesetzt. Wo die Rendite liegt, entscheidet sich offenbar eher bei Software und Strommarkt als am Gerät.
Was bedeutet das für Volkswagen und den Standort?
Elli gehört zu Volkswagen, wo ohnehin gespart wird: Der Konzern will bis 2030 weitere 12.000 Stellen abbauen, zusätzlich zu mehr als 35.000 aus der Einigung vom Dezember 2024. Elli ist mit knapp 400 Beschäftigten klein, doch der Rückzug zeigt, dass der Konzern sein Geschäft rund ums Laden enger zuschneidet. In Hannover entfällt die Fertigung der Schnelllader, Zahlen zu den dortigen Arbeitsplätzen liegen nicht vor.
Elli hofft auf frisches Kapital: Mehrere Unternehmen haben laut Palazzo Interesse an Beteiligungen oder engerer Zusammenarbeit gezeigt, nichts sei unterschriftsreif. Für dieses Jahr erwartet er einen hohen dreistelligen Millionenumsatz. Offen bleibt, ob Investoren den Beschäftigten helfen oder die Neuaufstellung nur beschleunigen.[2]
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- WirtschaftsWoche (dpa)VW-Ladetochter: Elli stellt Geschäft neu auf
- electrive.netVW-Tochter Elli gibt Hardware-Geschäft auf und öffnet sich für Investoren
Mehr Newshunger?
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