Im dritten Quartal erzielte BMW im Autogeschäft noch eine Marge von 3,4 Prozent, für das ganze Jahr bleibt rechnerisch eine Null. Der Unterschied entsteht im vierten Quartal, denn dort bucht der Konzern die Kosten für seinen beschleunigten Umbau. Zulieferer mit BMW-Abrufen sollten Mengen und Zahlungsziele jetzt prüfen.
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BMW hat am 4. November mit der Quartalsmitteilung die Prognose für 2026 zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt.[1] Die EBIT-Marge im Segment Automobile soll jetzt zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent liegen, bisher waren es 1 bis 3 Prozent.[1] Im Juni hatte der Konzern die Spanne bereits von 4 bis 6 Prozent gekürzt.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kapitalrendite im Autogeschäft (RoCE) soll bei minus 1 bis plus 1 Prozent liegen, bisher waren es 1 bis 5 Prozent.
- Portfolio- und Strukturmaßnahmen kosten rund 2,5 Prozentpunkte Marge, ohne sie läge sie über 2 Prozent.
- Das dritte Quartal brachte 901 Mio. € EBIT im Autogeschäft, 39,7 Prozent weniger als im Vorjahr.
- Der Free Cashflow im Autogeschäft soll 2026 trotzdem über 2,5 Mrd. € liegen.
Warum bleibt 2026 kaum Marge übrig?

Das Gesamtjahr rutscht auf null, obwohl das dritte Quartal 3,4 Prozent Marge brachte. BMW beziffert die Belastung durch Portfolio- und Strukturmaßnahmen auf rund 2,5 Prozentpunkte und bucht sie überwiegend im vierten Quartal.[1] Dahinter steht der frühere Hochlauf der Neuen Klasse: Ältere Modellgenerationen laufen früher aus, Managementfunktionen werden schneller verschlankt. Vorstandschef Milan Nedeljković sagt dazu: „Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung.“[1]
Aus den Neun-Monats-Zahlen lässt sich der Preis ablesen. Bis Ende September erzielte das Autogeschäft bei 81,0 Mrd. € Umsatz ein EBIT von 2,9 Mrd. €.[1] Soll das Jahr bei null enden und bleibt der Umsatz im Schlussquartal auf dem Niveau des dritten (26,7 Mrd. €), steht im vierten Quartal ein Verlust von rund 2,3 bis 3,4 Mrd. €. Das ist eine eigene Überschlagsrechnung, eine Quartalsprognose nennt BMW nicht.
Das dritte Quartal hatte außerdem Rückenwind: Die Beilegung von Gerichtsverfahren zum Integrierten Bremssystem stützte das Ergebnis, die Höhe nennt BMW nicht.[1]
Ist das ein BMW-Problem oder eines der ganzen Branche?
Die Konkurrenz kennt das Muster. Mercedes-Benz erwartet 2026 im Pkw-Geschäft nur noch 2 bis 3 Prozent Rendite, und Volkswagen verlor im dritten Quartal 5,8 Milliarden Euro.
Zwei Ursachen drücken auch bei BMW. In China ging der Absatz im dritten Quartal um ein Viertel zurück, in Europa (plus 2,6 Prozent) und den USA (plus 2,5 Prozent) wuchs der Konzern, das reicht nicht aus.[1] Dazu kommen höhere Importzölle, die das Autogeschäft im dritten Quartal mit rund 1,25 Prozentpunkten belasteten und im Gesamtjahr ebenso viel kosten.[1] Auch Mercedes-Benz überdenkt seine China-Strategie nach 29 Prozent weniger Absatz.
Drei Prognosen in einem Jahr
Ohne die Umbaukosten läge BMW bei über 2 Prozent, mit ihnen bei null: Die Rechnung kommt im vierten Quartal.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Zulieferer jetzt klären?
Für Lieferanten zählt vor allem der frühere Auslauf älterer Generationen: Abrufmengen für diese Teile können früher sinken, als der Rahmenvertrag vorsieht. Prüfen Sie, was bei vorzeitigem Ende zu Mindestabnahme und Werkzeugkosten vereinbart ist. Wie weit der Druck bei Zulieferern schon reicht, zeigt Schaeffler mit 2.660 Stellen in Deutschland.
Dienstleister und Mittelständler besprechen Zahlungsziele und das Auftragsvolumen für das erste Halbjahr 2027 am besten jetzt mit ihren BMW-Ansprechpartnern. Als Lichtblick nennt der Konzern den Start des iX3 LWB in China im November und weitere Modelle der Neuen Klasse im Laufe des Jahres 2027.[1]
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- BMW GroupQuartalsmitteilung zum 30. September 2026 (Pressemitteilung)
- BMW GroupAnpassung der Prognose für das Geschäftsjahr 2026 (Ad-hoc-Mitteilung)
Mehr Newshunger?
- Mercedes-Benz erwartet 2026 nur noch 2 bis 3 Prozent Rendite im Pkw-Geschäft
- Volkswagen verliert im dritten Quartal 5,8 Milliarden Euro
- Mercedes-Benz verkauft in China 29 Prozent weniger Autos und überdenkt seine Strategie
- Schaeffler will 2.660 Stellen in Deutschland streichen und vier Standorte schließen
- Bosch gliedert Mobility aus, 62.500 Beschäftigte wechseln in neue Tochterfirmen
- Europa kauft 32 Prozent mehr Elektroautos, der Weltmarkt nur 5,8 Prozent
