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Mercedes-Benz verkauft in Deutschland jetzt ein Paket für bidirektionales Laden, zunächst für den elektrischen GLC und die neue C-Klasse. Der Bonus fürs Einstecken liegt bei rund 500 Euro im Jahr, die nötige Gleichstrom-Wallbox kostet regulär 2.990 Euro. Je Stunde am Netz zahlt Mercedes damit rechnerisch knapp halb so viel wie BMW.

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Bidirektionales Laden macht das Elektroauto zum Zwischenspeicher: Der Wagen lädt in der Garage bei billigem Strom und speist zurück, sobald das Netz Energie braucht. Bei Mercedes liefert der Partner The Mobility House Energy den Stromtarif und den Zugang zum Energiemarkt.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Zum Start funktioniert das Angebot mit dem elektrischen GLC und der neuen C-Klasse.
  • Mercedes vergütet jede Stunde am Kabel, bei zwölf Stunden täglich mit rund 500 Euro im Jahr.
  • Die Gleichstrom-Wallbox kostet 2.990 Euro, die ersten 500 Kunden zahlen 1.990 Euro.

Was steckt im Paket von Mercedes?

Modellauto an Sparschwein angeschlossen, mit Euro-Münze und orangefarbenem Anhänger
MB.Charge Home Pro Intelligent: Wallbox Chargeline Bidi mit 11 kW, Stromtarif Mercedes-Benz Intelligent Pro Eco und App zur Kontrolle von Ladevorgängen und Rückspeisungen. Vergütung pro Stunde bei Fahrzeuganbindung

Zum Gesamtpaket MB.Charge Home Pro Intelligent gehören die Wallbox ChargeLine Bidi mit 11 Kilowatt, der Stromtarif Mercedes-Benz Intelligent Pro Eco und die App Mercedes-Benz Charge Home, die Ladevorgänge, Rückspeisungen und Gutschriften anzeigt. Vergütet wird jede Stunde, in der das Auto angeschlossen ist, gleich ob der Akku lädt, Strom abgibt oder pausiert.[1] EQS, CLA, GLA, GLB und VLE sollen die Funktion später per Over-the-Air-Update erhalten.

Angekündigt hatte Mercedes das Angebot zur IAA Mobility im September 2025.[2] Seit dem 1. Oktober 2026 regelt die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur die Abrechnung, Haushalte ohne Solaranlage kommen mit einem Zähler aus. Nach einer gemeinsamen Analyse von Mercedes und The Mobility House könnten zwei Millionen rückspeisefähige Autos fast die Hälfte der heutigen Abregelung erneuerbarer Energien in Deutschland vermeiden.

Warum kostet die Wallbox bei Mercedes so viel?

Mercedes setzt auf Gleichstrom: Der Wechselrichter, der den Batteriestrom netztauglich macht, sitzt in der Wallbox und nicht im Auto. BMW lässt beim iX3 die Leistungselektronik im Fahrzeug arbeiten, deshalb genügt beim Angebot von BMW und E.ON eine Wechselstrom-Wallbox. Renault kommt beim Renault 5 ebenfalls ohne Gleichstromsäule aus, wie das Paket von Renault und EDF zeigt. Volkswagen plant mit der Tochter Elli wie Mercedes eine bidirektionale Gleichstrom-Wallbox.

BMW und E.ON zahlen als Bonus 24 Cent je angesteckter Stunde, gedeckelt auf 720 Euro im Jahr, die bei 250 Stunden im Monat erreicht sind.[3] Mercedes nennt rund 500 Euro bei zwölf Stunden am Tag, rechnerisch gut 11 Cent je Stunde.[1] Für die ersten 500 Kunden senkt Mercedes den Wallbox-Preis bis Ende März 2027 auf 1.990 Euro und legt 250 Euro Guthaben für das öffentliche Laden dazu. Mit diesem Preis soll sich die Wallbox nach Mercedes-Rechnung in etwa vier Jahren amortisieren, zum regulären Preis in rund sechs.

Mercedes zahlt je Stunde am Kabel knapp halb so viel wie BMW und verlegt den Wechselrichter in die Kundengarage.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was das Einstecken bei Mercedes und BMW einbringt
Bidirektionales Laden für Privatkunden in Deutschland, Stand 13. Oktober 2026
rund 500 €
Bonus im Jahr bei Mercedes, gerechnet mit zwölf Stunden am Kabel pro Tag
2.990 €
kostet die Gleichstrom-Wallbox regulär, die ersten 500 Kunden zahlen 1.990 €
11 ct
je angesteckter Stunde zahlt Mercedes rechnerisch, BMW und E.ON zahlen 24 ct
5,9 %
der Messlokationen hatten am 30. Juni 2026 ein intelligentes Messsystem
Gleichstrom
Mercedes-Benz

Der Wechselrichter sitzt in der Wallbox. Zum Start rückspeisefähig sind der elektrische GLC und die neue C-Klasse.

Wechselstrom
BMW und E.ON

Die Leistungselektronik arbeitet im iX3. Der Bonus erreicht 720 € im Jahr bei 250 Stunden am Kabel pro Monat.

Für wen rechnet sich das Paket?

Den Ausschlag gibt die Standzeit. Für die 500 Euro muss der Wagen im Schnitt zwölf Stunden täglich an der heimischen Wallbox hängen, etwa jede Nacht von 19 bis 7 Uhr. Voraussetzung ist zudem ein intelligentes Messsystem, das zum 30. Juni 2026 erst in 5,9 Prozent der 54,1 Millionen Messlokationen steckte.[4]

Fragen Sie vor der Bestellung gerne beim Messstellenbetreiber nach, wann das Gerät kommt, und stellen Sie den Bonus dem zusätzlichen Akkuverschleiß durch häufigere Ladezyklen gegenüber. Halter ohne eigenen Stellplatz zahlen weiter die öffentlichen Ladetarife.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Mercedes-BenzMB.CHARGE Home Pro Intelligent (Angebotsseite, abgerufen am 13.10.2026)
  2. The Mobility HouseMercedes-Benz launches bidirectional charging for home use (Pressemitteilung zur IAA Mobility)September 2025
  3. BMW GroupErstes bidirektionales Vehicle-to-Grid (V2G) Ladeangebot Deutschlands von BMW Group und E.ON (Pressemitteilung)
  4. BundesnetzagenturBundesnetzagentur veröffentlicht halbjährliche Erhebung im Messwesen (Pressemitteilung vom 21.09.2026)

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