Artikel teilen

Renault und der Energiekonzern EDF bringen bidirektionales Laden bis zum Sommer 2027 in die französischen Autohäuser von Renault, Dacia und Alpine. Den Ertrag der Rückspeisung beziffern die Partner in Kilometern: bis zu 10.000 im Jahr. Nachgerechnet sind das höchstens rund 380 Euro, während BMW und E.ON in Deutschland allein als Stundenbonus bis zu 720 Euro zahlen.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Bidirektionales Laden soll in Frankreich zum Standardangebot im Autohaus werden: Renault Group und EDF haben am 8. Oktober eine Partnerschaft für Elektroauto, Wallbox und gesteuertes Laden unterzeichnet.[1] Halter speisen dabei Strom aus dem Fahrakku ins Netz zurück und senken so ihre Stromrechnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Renault und EDF verkaufen bis zum Sommer 2027 in Frankreich E-Auto, Wallbox und Ladesteuerung im Paket.
  • Gespart wird Fahrstrom für bis zu 10.000 Kilometer im Jahr, das entspricht höchstens rund 380 Euro.
  • Seit dem 1. Oktober gelten in Deutschland neue Abrechnungsregeln der Bundesnetzagentur für das Rückspeisen aus dem E-Auto.

Was bieten Renault und EDF an?

E-Ladekabel an Sparschwein mit „STROM ZURÜCK“-Schild
IZI by EDF installiert Wallboxen in Einfamilienhäusern, während Dreev das Lademanagement übernimmt. Dreev steuert über 100.000 Ladevorgänge in Frankreich und Europa

Die EDF-Tochter IZI by EDF baut die Wallbox in Einfamilienhäusern ein, das Lademanagement übernimmt Dreev, eine Tochter von EDF Business Services.[1] EDF beziffert die Zahl der Kunden, deren Laden Dreev in Frankreich und weiteren europäischen Ländern steuert, auf mehr als 100.000. Preise und Vergütungssätze nannten Renault und EDF noch nicht.

Neben Einbau und Ladesteuerung sieht die Vereinbarung Dienste vor, mit denen der Akku auch Geräte im Haus mit Strom versorgt. Jérôme Faton, bei Renault Group Vizepräsident für Kundenerlebnis und Energie, sieht in der Partnerschaft eine „konkrete Antwort auf zwei große Herausforderungen für die Franzosen: die Kaufkraft und die Energiewende“. Anfang Oktober hatte Renault-Chef François Provost Investitionen von mehr als 10 Milliarden Euro in Frankreich in Aussicht gestellt.

Was sind 10.000 Kilometer in Euro wert?

Der Ertrag entsteht durch Preisunterschiede: Das System lädt den Akku bei billigem Strom und speist zurück, sobald Strom knapp und teuer ist. Renault nennt Fahrzeug, Verbrauch und Standzeit am Kabel als Einflussgrößen.[1]

Ein Rechenbeispiel: Bei 16 Kilowattstunden je 100 Kilometer entsprächen 10.000 Kilometer rund 1.600 Kilowattstunden. Nach dem Tarifvorschlag der Regulierungsbehörde CRE für August zahlt ein französischer Durchschnittshaushalt 1.072 Euro im Jahr für 4.500 Kilowattstunden, knapp 24 Cent je Kilowattstunde samt Grundpreis.[3] Rechnerisch wären die 10.000 Kilometer damit höchstens rund 380 Euro im Jahr wert.

Schon 2023 hatte die Tochter Mobilize mit dem Partner The Mobility House ein V2G-Angebot für den Renault 5 angekündigt, das 2024 in Frankreich und Deutschland starten sollte.[2] Weil der Renault 5 ein bidirektionales Bordladegerät hat, genügt eine Wallbox für Wechselstrom statt einer teuren Gleichstromsäule. Mit EDF steht jetzt ein Versorger mit rund 41 Millionen Kunden hinter dem Angebot.

Renault verpackt die Rückspeisung in Kilometer, in Euro erreicht der Ertrag gut die Hälfte von BMWs Stundenbonus.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen
Was die Rückspeisung aus dem E-Auto einbringt
Renault und EDF in Frankreich gegen BMW und E.ON in Deutschland, Stand 13. Oktober 2026
10.000 km
Fahrstrom im Jahr setzen Renault und EDF als Höchstwert der Ersparnis an
380 €
entsprechen diese 10.000 km höchstens, gerechnet mit 1.600 kWh zum französischen Durchschnittspreis
720 €
zahlen BMW und E.ON in Deutschland höchstens im Jahr als Stundenbonus für einen iX3, dazu 40 ct je zurückgespeister kWh
100.000+
Kunden in Frankreich und weiteren Ländern Europas steuert die EDF-Tochter Dreev schon beim Laden

Wie weit ist bidirektionales Laden in Deutschland?

Hierzulande verkaufen BMW und E.ON seit Februar 2026 ein V2G-Paket für den iX3: 24 Cent je Stunde am Netz, gedeckelt auf 720 Euro im Jahr, dazu 40 Cent je zurückgespeister Kilowattstunde. Volkswagen will mit der Ladetochter Elli im vierten Quartal ein eigenes Angebot starten und nennt unter Verweis auf Marktschätzungen 700 bis 900 Euro Ersparnis im Jahr.

Seit dem 1. Oktober regelt die MiSpeL-Festlegung der Bundesnetzagentur die Abrechnung: Haushalte ohne Solaranlage kommen mit einem einzigen Zähler aus. Zurückspeisen dürfen Halter vorerst nur mit Zustimmung des Netz- und des Messstellenbetreibers.

Für Eigenheimbesitzer und Fuhrparkleiter zählt beim Autokauf, ob das Modell rückspeisen kann und welche Wallbox dafür nötig ist. Fragen Sie gerne früh beim Netzbetreiber nach und stellen Sie die Vergütung dem zusätzlichen Akkuverschleiß gegenüber, den häufigere Ladezyklen verursachen können.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Renault Group und EDFRenault Group et le groupe EDF, partenaires pour rendre la voiture électrique plus accessible et plus économique pour les Français (Pressemitteilung, 8. Oktober 2026, französisch)
  2. Renault GroupMobilize V2G: where the future electric Renault 5 becomes a source of energy13.06.2023
  3. Commission de régulation de l’énergie (CRE)La CRE propose une évolution du niveau moyen des tarifs réglementés de vente de l’électricité de + 2,5 % TTC au 1er août 2026 (16. Juli 2026, französisch)

Mehr Newshunger?

4,1 15 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?