E.ON zahlt E-Auto-Fahrern seit Kurzem bis zu 240 Euro im Jahr, wenn sie zwischen Mitternacht und sechs Uhr laden. Hinter der Prämie steckt keine Großzügigkeit, sondern die Ökonomie des nächtlichen Stromnetzes. Für Fuhrparks mit Depot-Ladung entsteht daraus ein handfester Kostenhebel.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer Nachtladebonus dreht die gewohnte Logik um: Statt fürs Laden zu zahlen, bekommen Kunden Geld zurück. In vielen Firmenhöfen steht die Flotte ohnehin die ganze Nacht an der Wallbox. Genau dieses tote Zeitfenster macht der Versorger jetzt zu barem Geld.
Das Wichtigste in Kürze
- Bis zu 240 Euro pro Jahr, ausgezahlt als 20 Euro monatlich, für regelmäßiges Laden zwischen 0 und 6 Uhr.
- Bedingung sind mindestens sechs Ladungen im Monat, jede über vier Stunden, per E.ON CarConnect nachgewiesen.
- Der Bonus läuft über die Ökostrom-Autostromtarife und ist bis 31. Dezember 2027 zugesichert.
- Treiber ist der günstige Nachtstrom an der Börse, nicht Kulanz.
Was zahlt E.ON fürs Nachtladen?

Bis zu 240 Euro im Jahr, ausgezahlt als 20 Euro pro Monat. Voraussetzung sind mindestens sechs Ladevorgänge monatlich, jeder länger als vier Stunden, jeweils zwischen 0 und 6 Uhr und per CarConnect belegt.
Die monatliche Prüfung übernimmt E.ON automatisch über die Telematik-Anbindung des Fahrzeugs, wie der Versorger auf seiner Tarifseite ausführt[1]. Gebucht wird der Bonus über die Ökostrom-Reihe Home & Drive. Wie sich das gegen klassische Ladetarife rechnet, hängt vor allem am Fahrprofil.
Warum verschenkt ein Versorger Geld?
Weil Nachtstrom an der Börse oft deutlich billiger ist. E.ON kauft die Energie günstig ein, ein Algorithmus verschiebt die Ladung in die preiswerten Stunden, und ein Teil der Ersparnis wandert als Bonus zum Kunden.
Nachts sinkt die Nachfrage, während Windräder weiter einspeisen. Der Großhandelspreis fällt dann spürbar, in windreichen Nächten sogar unter null. Solche negativen Preise kann ein Versorger nur nutzen, wenn der Verbrauch dorthin wandert, wo der Strom billig ist.
Zugleich entlastet die Verlagerung das Netz. Die abendliche Lastspitze, wenn Haushalte und Ladesäulen gleichzeitig ziehen, ist der teuerste Moment für die Netzbetreiber. Verlagert ein Betrieb die Ladung auf drei Uhr nachts, glättet das die Kurve.
Der Bonus ist kein Marketinggag, sondern ein Preissignal. Flexible Ladezeiten bringen Fuhrparks künftig Geld, statt Kosten zu verursachen.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was der Versorger fürs nächtliche Laden zahlt und woran die Prämie hängt.
Die Bedingungen im Überblick
- ◆ Nachweis der Ladevorgänge läuft automatisch über E.ON CarConnect, geprüft wird monatlich.
- ◆ Buchbar über die Ökostrom-Autostromtarife der Reihe Home & Drive.
- ◆ Bonus bis zum 31. Dezember 2027 zugesichert.
Was heißt das für Ihren Fuhrpark?
Depot-Ladung über Nacht wird zum Sparposten, sobald die Fahrzeuge CarConnect-fähig sind und ein Smart Meter den Verbrauch sauber abbildet. Am meisten lohnt der Bonus bei planbaren Standzeiten.
E.ON steht mit dem Modell nicht allein. Seit 2025 müssen alle Versorger dynamische Tarife anbieten, geregelt in Paragraf 41a EnWG, und Paragraf 14a EnWG senkt seit 2024 die Netzentgelte für steuerbare Wallboxen. Auch EnBW koppelt Ladepakete an seine Tarife, und dasselbe Prinzip nutzt Viessmann, das Wärmepumpen am Strommarkt vermarktet.
Vor der Unterschrift lohnt der Abgleich mit dem laufenden Tarif. Ebenso zählt die CarConnect-Kompatibilität der Flotte, die E.ON für rund 80 Prozent der Modelle angibt. Bremse bleibt der zögerliche Smart-Meter-Ausbau, ohne den sich das nächtliche Sparen kaum sauber abrechnen lässt.
Für Betriebe mit nächtlicher Depot-Ladung ist der Bonus damit einen Rechengang wert. Für Vielfahrer mit tagsüber leerem Akku bringt ein dynamischer Stundentarif am Ende oft mehr.
Quelle
[1] E.ON: „E.ON ÖkoStrom Home & Drive: E-Auto nachts laden und profitieren“ ↩
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