Artikel teilen

Der Umsatz von Lanxess wächst im dritten Quartal um 9,6 Prozent auf 1,467 Milliarden Euro, vor allem wegen höherer Preise. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage in der Agrochemie sowie in der Auto- und Bauindustrie schwach. Für das Gesamtjahr peilt Lanxess das obere Ende einer auf 450 bis 500 Millionen Euro verengten Spanne an, die alte Obergrenze von 550 Millionen Euro entfällt.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen
Inhalt 4 Abschnitte
  1. Woher kommt das Ergebnisplus?
  2. Wie belastbar ist die Erholung?
  3. Was heißt das für Einkäufer in Industrie und Mittelstand?
  4. Mehr Newshunger?

Lanxess hat am 5. November seine Zahlen für das dritte Quartal 2026 vorgelegt.[1] Der Kölner Spezialchemiekonzern steigerte das EBITDA vor Sondereinflüssen um 11,2 Prozent auf 139 Millionen Euro und präzisierte seine Jahresprognose.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umsatz stieg um 9,6 Prozent auf 1.467 Millionen Euro, vor allem durch höhere Verkaufspreise.
  • Das EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs auf 139 Millionen Euro, die Marge liegt bei 9,5 Prozent.
  • Der Free Cashflow drehte von minus 14 auf plus 48 Millionen Euro.
  • Für 2026 erwartet Lanxess das obere Ende der Spanne von 450 bis 500 Millionen Euro EBITDA.

Woher kommt das Ergebnisplus?

Graues Metallfass vor weißem Hintergrund mit orangefarbenem Anhänger und Notiz
Lanxess steigerte Umsatz von 1.338 auf 1.467 Mio. Euro durch Preiserhöhungen, bessere Nachfrage und Kosteneinsparungen. EBITDA-Marge verbesserte sich auf 9,5 Prozent

Der Umsatz stieg von 1.338 auf 1.467 Millionen Euro. Für den Anstieg sorgten laut Lanxess insbesondere Preissteigerungen, mit denen der Konzern höhere Rohstoff- und Energiekosten an Kunden weitergibt.[1] Hinzu kamen eine bessere Nachfrage in einzelnen Geschäftsfeldern und Kosteneinsparungen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen verbesserte sich von 9,3 auf 9,5 Prozent, der Free Cashflow drehte von minus 14 auf plus 48 Millionen Euro.[1]

Im Segment Specialty Additives stieg das EBITDA von 45 auf 71 Millionen Euro, die Marge von 8,9 auf 12,5 Prozent.[1] Lanxess führt das auf die im zweiten und dritten Quartal umgesetzten Preiserhöhungen und auf Kostensenkungen zurück. Nach Rechnung der Redaktion liegt dieser Zuwachs von 26 Millionen Euro über dem gesamten Konzernplus von 14 Millionen Euro.

Die beiden anderen Segmente blieben hinter dem Vorjahr zurück. Bei Consumer Protection sank das EBITDA von 72 auf 67 Millionen Euro, im Vorjahr hatte ein Ertragseffekt aus einem Kundenvertrag mit Mindestabnahmeverpflichtung das Ergebnis gestützt. Advanced Intermediates kam auf 25 nach 26 Millionen Euro: Hohe Energiekosten, die schwache Nachfrage aus Bau und Agrar und Transportkosten durch das Niedrigwasser des Rheins belasteten das Ergebnis.[1]

Wie belastbar ist die Erholung?

Konzernchef Matthias Zachert sagt in der Mitteilung: „Von einer breiten und nachhaltigen Nachfrageerholung sind viele unserer Kernmärkte jedoch noch entfernt.“ Das betreffe besonders die Agrochemie-, Auto- und Bauindustrie.[1] Die Anstrengungen zur Kostensenkung zahlten sich dagegen aus.[1]

Die Prognose wird enger, aber nicht höher. Lanxess erwartet für 2026 ein EBITDA vor Sondereinflüssen am oberen Ende der Spanne von 450 bis 500 Millionen Euro.[1] Im Mai galt noch eine Spanne von 450 bis 550 Millionen Euro.[2] Nach Rechnung der Redaktion liegt das obere Ende der neuen Spanne bei 500 Millionen Euro und damit genau in der Mitte der alten.

Das Muster kennt die Branche: BASF hob die Prognose an, weil die Preise um 12 Prozent stiegen und die Mengen nur um 2 Prozent. Bei Wacker Chemie enthält das fast verdoppelte EBITDA einen Sondereffekt von rund 35 Millionen Euro.

Lanxess im dritten Quartal 2026
Kennzahlen und Prognose aus der Mitteilung vom 5. November 2026
1.467 Mio. €
Umsatz im dritten Quartal, 9,6 % mehr als im Vorjahr
139 Mio. €
EBITDA vor Sondereinflüssen, Vorjahr 125 Mio. €
9,5 %
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen, Vorjahr 9,3 %
+48 Mio. €
Free Cashflow im Quartal, Vorjahr −14 Mio. €
450 bis 500 Mio. €
EBITDA-Prognose 2026, oberes Ende erwartet, im Mai 450 bis 550 Mio. €

Lanxess hebt die Preise und spart Kosten, die Nachfrage der Kunden zieht dagegen noch nicht an.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen

Was heißt das für Einkäufer in Industrie und Mittelstand?

Einkäufer von Additiven, Schutzmitteln und Zwischenprodukten sehen die Preisweitergabe zuerst. Lanxess hat im zweiten und dritten Quartal Preise erhöht und gestiegene Rohstoffkosten an Kunden weitergegeben.[1] Das Niedrigwasser des Rheins verteuert die Logistik nicht nur bei Lanxess: Lufthansa fliegt Kerosin nach Frankfurt ein, weil Pipeline und Rhein weniger liefern.

Die Redaktion empfiehlt, Rahmenverträge auf Preisgleitklauseln zu prüfen und bei Lieferanten mit Rheinlogistik nach Frachtzuschlägen zu fragen. Das ist eine Einschätzung der Redaktion und keine Aussage von Lanxess.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. LANXESS AGLANXESS steigert Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal 2026 – Auch im vierten Quartal positiver Free Cashflow erwartet (Pressemitteilung vom 5. November 2026, veröffentlicht bei chemie.de)
  2. LANXESS AG: Mitteilung zum ersten Quartal 2026, wiedergegeben von CHEManager: „Lanxess bestätigt Prognose“11.05.2026

Mehr Newshunger?

4,2 22 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Dr. Web Newsletter

Jede Woche ein bisschen klüger.

Der Dr. Web Newsletter: die besten Artikel, Anbieter-Tipps und neue Tools, kompakt zusammengefasst, jeden Donnerstag. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.