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Der Schweizer Bundesrat hat am 4. November eine Vernehmlassung zu den CO2-Zielwerten für Neufahrzeuge ab 2030 eröffnet. Importeure von Lieferwagen sollen dann 108,7 statt 90,6 Gramm CO2 je Kilometer erreichen müssen, schwere Lkw 45 statt 30 Prozent weniger CO2 ausstoßen.[1] Stellungnahmen sind bis zum 18. Februar 2027 möglich.[1]

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ändert sich für die Importeure?
  2. Warum ist die Lockerung kein Freibrief?
  3. Was bedeutet das für Flotten und Käufer im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Für Lieferwagen gilt ab 2030 ein Zielwert von 108,7 statt 90,6 Gramm CO2 je Kilometer, bis 2029 bleibt es bei 153,9 Gramm.
  • Schwere Nutzfahrzeuge müssen ihren CO2-Ausstoß wie in der EU um 45 statt 30 Prozent senken.
  • Von 2030 bis 2032 zählt für Pkw und Lieferwagen der Durchschnitt, Sanktionen werden erst nach 2032 fällig.
  • Das neue EU-Label ordnet alle reinen Elektroautos in Kategorie A ein.

Was ändert sich für die Importeure?

Zwei silberne Schieberegler mit Preisschildern (108,7 und 45%) sind durch einen grünen Faden verbunden
Schweiz senkt CO2-Zielwert für leichte Nutzfahrzeuge ab 2030 auf 108,7 Gramm, schwere Fahrzeuge müssen um 45 Prozent reduzieren

Bei leichten Nutzfahrzeugen lockert die Schweiz den Zielwert ab 2030 auf 108,7 Gramm, bis 2029 gilt weiter 153,9 Gramm. Bei schweren Nutzfahrzeugen gilt künftig die Verschärfung um 45 Prozent, wie sie auch die EU vorsieht.[1] Für Personenwagen nennt die Mitteilung keine neue Zielhöhe.[1]

Importeure müssen die Vorgaben für Pkw und Lieferwagen zwischen 2030 und 2032 nicht in jedem Jahr einhalten. Überschreitungen lassen sich im Dreijahreszeitraum ausgleichen, mögliche Sanktionen kommen erst nach 2032.[1] Grundlage sind Vorschläge der EU-Kommission aus dem Automobilpaket, die sich in Brüssel noch ändern können.[1]

Warum ist die Lockerung kein Freibrief?

Der Bundesrat erwartet kaum Folgen für den CO2-Ausstoß, weil sich Lockerungen und Verschärfungen weitgehend aufheben.[1] Die neuen Lieferwagen stießen 2025 im Schnitt 174,9 Gramm aus, 21 Gramm über dem damaligen Ziel.[2] Bis zu 108,7 Gramm müsste der Schnitt um 38 Prozent sinken, bis zu den bisher geplanten 90,6 Gramm um 48 Prozent. Das ist eine Redaktionsrechnung.

Wie teuer ein verfehltes Ziel wird, zeigt das Jahr 2025: Für Personenwagen fielen Sanktionen von 97,7 Millionen Franken an, rund 106 Millionen Euro, nach 2,26 Millionen Franken im Vorjahr. Bei Lieferwagen waren es 25,9 Millionen Franken, rund 28 Millionen Euro.[2] Das Geld fließt in den Nationalstraßen- und Agglomerationsverkehrsfonds.[3]

Bei Lkw fällt die Verschärfung leichter, als sie klingt. In der Schweiz war 2025 jedes fünfte neue schwere Nutzfahrzeug rein elektrisch (20,8 Prozent). Nur einer von 13 Großimporteuren verfehlte sein Ziel, die Sanktionssumme lag bei rund 303.000 Franken, etwa 330.000 Euro.[3] In der EU sind erst 2,4 Prozent der neuen schweren Lkw emissionsfrei, weshalb sieben Hersteller drei Jahre Aufschub verlangen.

Was ändert sich bei den Schweizer CO2-Zielen ab 2030?
Vorschlag des Bundesrats vom 4. November 2026 und Vollzugszahlen 2025, Franken umgerechnet mit 1,09 € je Franken
108,7 g
Neuer Zielwert 2030 für Lieferwagen in Gramm CO2 je Kilometer, bisher 90,6 g
−45 %
CO2-Minderung für schwere Nutzfahrzeuge ab 2030, bisher −30 %
174,9 g
Durchschnitt neuer Lieferwagen 2025, 21 g über dem damaligen Ziel von 153,9 g
20,8 %
Anteil rein elektrischer Fahrzeuge an den neuen schweren Nutzfahrzeugen 2025
rund 106 Mio. €
Sanktionen für Importeure neuer Personenwagen 2025 (97,7 Mio. Franken), im Vorjahr rund 2,5 Mio. €

Bern schreibt ab, was Brüssel noch verhandelt. Das spart Zeit und ändert für das Klima kaum etwas.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das für Flotten und Käufer im DACH-Raum?

Die Schweiz folgt der EU, weil Importeure denselben Fahrzeugmarkt beliefern. Abweichende Grenzwerte würden Modelle verteuern oder aus dem Angebot drängen. Das ist die Einordnung der Redaktion. In Brüssel ist die Richtung allerdings offen: Der Umweltausschuss des Europaparlaments will das Transporterziel 2030 auf 35 statt 50 Prozent senken, im Dezember entscheidet das Plenum.

Für Käufer bringt das EU-Label eine Neuerung. Das Label löst die Schweizer Energieetikette von 2003 ab und stuft alle reinen Elektroautos in Kategorie A ein, heute landet der größte Teil in B.[1] Damit verliert das Label an Trennschärfe, denn ein sparsamer und ein durstiger Stromer tragen dann denselben Buchstaben. Das ist die Einordnung der Redaktion.

Betreiber von Transporterflotten in der Schweiz rechnen bis 2029 weiter mit 153,9 Gramm. Importeure und Verbände sollten ihre Stellungnahme bis 18. Februar 2027 vorbereiten. Wie sich der Markt in Deutschland entwickelt, zeigen die KBA-Zahlen vom Oktober mit 37 Prozent Elektroanteil.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Bundesamt für Energie (BFE)CO2-Emissionen von Fahrzeugen: Bundesrat eröffnet Vernehmlassung zur Anpassung der Zielwerte und zum EU-Label04.11.2026
  2. Bundesamt für Energie (BFE)Importeure neuer Fahrzeuge senken CO2-Emissionen deutlich23.06.2026
  3. Bundesamt für Energie (BFE)CO2-Emissionsvorschriften für schwere Nutzfahrzeuge: Importeure erreichen Ziele grösstenteils03.09.2026

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