WordPress.com lässt ChatGPT und Claude im November auch auf kostenlose Sites zugreifen, bisher war die Anbindung an einen Bezahltarif geknüpft. Wer nichts einstellt, gibt dem Agenten Lese- und Schreibrechte. Die Ankündigung nennt kein Enddatum, nur „through November“.
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Automattic hat am 3. November angekündigt, dass sich ChatGPT, Claude und andere KI-Agenten jetzt mit kostenlosen Sites auf WordPress.com verbinden lassen. Bezahlte Tarife behalten den Zugang laut Blog das ganze Jahr, für kostenlose Sites gilt er zunächst bis Ende November.[1] Die Hilfeseite sagt dagegen ohne jede Frist, der Zugang sei „available on every WordPress.com site, including free sites“.[2] Welche Fassung gilt, klärt keine der beiden Seiten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anbindung läuft über das Model Context Protocol (MCP) mit einem Claude-Connector, einem ChatGPT-Plugin oder jedem anderen MCP-Client.
- Lesen und Schreiben sind nach dem Einschalten beide aktiv, Ändern und Löschen eingeschlossen.
- Die Benutzerrolle begrenzt die Werkzeuge, Redakteure können keine Plugins und Einstellungen ändern.
- Selbst gehostete Sites lassen sich über Jetpack anbinden, ein Jetpack-Tarif ist dafür nicht nötig.
Wie bekommt ein KI-Agent Zugriff auf die Site?

Der Betreiber schaltet den Zugang unter „AI and MCP“ in den Einstellungen mit „Enable MCP access“ ein. Soll er nur für einzelne Sites gelten, bleibt der Schalter aus und die Sites kommen über „Add to specific sites“ dazu. Die Anmeldung des KI-Clients läuft über OAuth 2.1 im Browser.[2] Wie weit der Agent geht, legt der Betreiber je Site fest: Er fragt vor jeder Änderung nach oder handelt selbstständig.[1]
Die Werkzeuge teilen sich in Lesen und Schreiben, und beide sind nach dem Einschalten aktiv. Zum Schreiben zählen Ändern und Löschen von Inhalten.[2] Einstellungen auf Site-Ebene gelten für alle Nutzer der Site, die Rolle des einzelnen Nutzers engt sie zusätzlich ein. Wie MCP im Kern funktioniert und wohin WordPress selbst bei der Anbindung von KI-Agenten will, steht in unserem Beitrag zur Version 7.3.
Die Schalter in den Einstellungen
Was die Benutzerrolle erlaubt
Was passiert, wenn der Agent etwas löscht?
Endgültiges Löschen fragt der Agent laut Hilfe immer nach, und Änderungen landen im Aktivitätsprotokoll der Site. Gelöschte Beiträge und Seiten liegen 30 Tage im Papierkorb. Medien, Kategorien und Schlagwörter sind sofort dauerhaft weg, Business- und Commerce-Tarife können zusätzlich aus einem Backup zurückholen.[2] Für kostenlose Sites nennt die Hilfe diese Backup-Möglichkeit nicht, ein falscher Befehl kann dort also bleibende Lücken reißen.
Mit einem offenen Zugang auf Schreibrechte hat das Thema schon Folgen gehabt: Beim Plugin Royal MCP öffnete ein Vorschau-Link in der Grundeinstellung die ganze Programmierschnittstelle mit Administratorrechten. Zum Datenschutz sagt die Hilfe, dass der MCP-Server keine Daten mit dem Modell teilt, außer der Betreiber entscheidet sich dafür, und dass Daten aus den Werkzeugen nicht zum Training dienen.[2] Ob die Anbindung in Deutschland gilt, erwähnt keine der beiden Seiten.
Ein Agent mit Schreibrechten ist ein zusätzlicher Mitarbeiter. Wer ihn einlädt, sollte vorher festlegen, was er anfassen darf.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was sollten Betreiber jetzt prüfen?
Wer WordPress.com nutzt, sollte den Schalter bewusst setzen, statt ihn einfach einzuschalten. Wer personenbezogene Daten in Kommentaren, Formularen oder Bestellungen hat, schließt vor der Anbindung die Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO mit dem KI-Anbieter ab, denn ein Agent liest diese Inhalte mit. Praktisch heißt das:
- Gruppen trennen: Soll der Agent nur auswerten, die Write-Gruppe in den Site-Einstellungen abschalten.
- Nachfragen erzwingen: Den Modus wählen, in dem der Agent vor jeder Änderung bestätigen lässt.
- Rolle klein halten: Den Agenten mit einem Konto verbinden, das nur Redakteursrechte hat, nicht mit dem Administratorkonto.
- Protokoll lesen: Nach den ersten Aufträgen im Aktivitätsprotokoll prüfen, was der Agent geändert hat.
- Dezember planen: Laut Blog bleibt der Zugang danach bezahlten Tarifen vorbehalten, und die Hilfeseite widerspricht dem.
Selbst gehostete Sites, die über Jetpack angebunden sind, brauchen dafür keinen Jetpack-Tarif. Wo solche Sites laufen, entscheidet sich beim Anbieter, den Vergleich der WordPress-Hoster liefert die Kriterien. Wie ein Zugriff von außen zum Einfallstor werden kann, zeigt auch der Beitrag Darf die KI bald Ihre WordPress-Site bearbeiten?
FAQ: WordPress.com öffnet die KI-Anbindung im November für kostenlose Sites
Gilt die Anbindung für ChatGPT und Claude auf kostenlosen WordPress.com-Sites?
Ja. Laut Ankündigung vom 3. November ist die Anbindung im November auch für kostenlose Sites verfügbar. Die Hilfeseite nennt keine Befristung und schreibt, der Zugang gelte für jede Site.
Was darf der KI-Agent auf meiner Site?
Nach dem Einschalten sind Lesen und Schreiben aktiv, Ändern und Löschen eingeschlossen. Einzelne Gruppen und Werkzeuge lassen sich abschalten, und die Benutzerrolle begrenzt den Zugriff zusätzlich.
Kann ich gelöschte Inhalte zurückholen?
Beiträge und Seiten liegen 30 Tage im Papierkorb. Medien, Kategorien und Schlagwörter sind dauerhaft gelöscht, bei Business- und Commerce-Tarifen hilft ein Backup.
Gilt die Anbindung auch für selbst gehostetes WordPress?
Ja, über Jetpack, und ein Jetpack-Tarif ist dafür laut Hilfeseite nicht nötig. Ob die Funktion in Deutschland ohne Einschränkung läuft, nennt WordPress.com nicht.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- WordPress.com BlogConnect ChatGPT or Claude to Your WordPress.com Sites, Free Through November, Alexa Peduzzi
- WordPress.com HilfeEnable MCP tool access for AI agents, abgerufen am 5. November 2026
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