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Apple bietet sieben Anleihen mit Laufzeiten bis 2036 an und will damit laut Bloomberg rund 7 Mrd. Dollar einsammeln, umgerechnet etwa 6,1 Mrd. Euro. Der Konzern hält 119 Mrd. Euro an Barmitteln und Wertpapieren, doch in den nächsten zwölf Monaten werden alte Anleihen über 8,6 Mrd. Euro fällig.

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Inhalt 5 Abschnitte
  1. Wofür braucht Apple das Geld?
  2. Was kostet Apple das Geld?
  3. Warum leihen sich gerade so viele Tech-Konzerne Geld?
  4. Was heißt das für Anleger und Unternehmen in Europa?
  5. Mehr Newshunger?

Apple hat am Donnerstag bei der US-Börsenaufsicht SEC einen vorläufigen Prospekt für sieben neue Anleihen eingereicht.[1] Die endgültige Summe hängt laut Bloomberg von der Nachfrage ab.[2] Zuletzt hatte sich Apple im Mai 2025 Geld am Anleihemarkt geliehen. Zinsen und Volumen je Laufzeit stehen noch nicht fest, eine Stellungnahme von Apple gab es zunächst nicht (Stand: Donnerstag, 5. November 2026, 17:30 Uhr).

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die sieben Anleihen, zwei davon variabel verzinst, werden zwischen 2028 und 2036 fällig.
  • Für die längste Laufzeit lag der Renditeaufschlag gegenüber US-Staatsanleihen in der ersten Preisindikation laut Bloomberg bei 0,8 Prozentpunkten.
  • Das Geld darf laut Prospekt auch in Aktienrückkäufe und Dividenden fließen.
  • Privatanleger in der EU können die Papiere bei der Ausgabe nicht zeichnen.

Wofür braucht Apple das Geld?

Tresor mit Geldbündeln, offener Tür und Notiz „Kredit beantragt“
Apples Cashflow von 126,2 Mrd. Euro floss 2023 hauptsächlich in Aktienrückkäufe (75,2 Mrd.), Dividenden (13,7 Mrd.) und Anleihentilgung (10,8 Mrd.)

Aus dem laufenden Geschäft flossen Apple im Geschäftsjahr bis Ende September 126,2 Mrd. Euro zu.[3] Den größten Teil, 75,2 Mrd. Euro, gab der Konzern für den Rückkauf eigener Aktien aus, dazu kamen 13,7 Mrd. Euro Dividende. In Sachanlagen wie Maschinen, Gebäude und Rechenzentren steckte Apple nur 7,9 Mrd. Euro. Fällige Anleihen über 10,8 Mrd. Euro zahlte der Konzern zurück, ohne neue auszugeben.

Die Reserve liegt zum größeren Teil in langen Laufzeiten: 69,8 Mrd. Euro stecken in Wertpapieren, die erst in mehr als einem Jahr fällig werden. An Barmitteln und kurzfristigen Wertpapieren hielt Apple 49,3 Mrd. Euro.[3] Dem stehen Anleihen über 68,0 Mrd. Euro gegenüber, 8,6 Mrd. Euro davon werden bis Ende September 2027 fällig.[1] Die neue Anleihe deckt gut zwei Drittel dieser Fälligkeiten. Festgelegt ist der Zweck nicht, der Prospekt nennt Aktienrückkäufe und Dividenden an erster Stelle.

Was kostet Apple das Geld?

Für die Anleihe mit Laufzeit bis 2036 boten die Banken in der ersten Preisindikation laut Bloomberg einen Aufschlag von 0,8 Prozentpunkten auf die Rendite von US-Staatsanleihen an.[2] Konsortialführer sind Goldman Sachs, BofA Securities, Deutsche Bank Securities und J.P. Morgan, die Zinssätze stehen im vorläufigen Prospekt noch nicht.[1] Im Mai 2025 hatte Apple laut Bloomberg 3,9 Mrd. Euro aufgenommen, die Anleihe war mehr als doppelt überzeichnet.

Apple steckt fast zehnmal so viel Geld in eigene Aktien wie in Sachanlagen. Die neue Anleihe ändert daran nichts.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Apples Kasse und Schulden
Stand 26. September 2026, dazu die neue Anleihe laut Bloomberg
6,1 Mrd. €
will Apple laut Bloomberg mit sieben neuen Anleihen aufnehmen
119,1 Mrd. €
Barmittel und Wertpapiere, davon 69,8 Mrd. € mit mehr als einem Jahr Laufzeit
69,7 Mrd. €
Anleihen und Geldmarktpapiere, ein Jahr zuvor waren es 85,8 Mrd. €
8,6 Mrd. €
an Anleihen werden bis Ende September 2027 fällig
Wohin 126,2 Mrd. € aus dem laufenden Geschäft flossen
Rückkauf eigener Aktien75,2 Mrd. €
Dividenden13,7 Mrd. €
Tilgung fälliger Anleihen10,8 Mrd. €
Investitionen in Sachanlagen7,9 Mrd. €

Warum leihen sich gerade so viele Tech-Konzerne Geld?

Microsoft holte sich vergangene Woche laut Bloomberg rund 21,8 Mrd. Euro, zum ersten Mal seit 2017. Oracle besorgte sich die bis 2030 eingeplanten 17,4 Mrd. Euro auf einmal, und bei Meta senkte S&P den Ausblick, weil die KI-Ausgaben den Cashflow übersteigen.

Diese Konzerne bezahlen mit dem Geld vor allem Rechenzentren für KI. Apple dagegen hat im Geschäftsjahr 2026 weniger in Sachanlagen investiert als im Jahr davor, 7,9 statt 11,1 Mrd. Euro.[3] Zudem hat Apple Schulden abgebaut: Anleihen und Geldmarktpapiere (Commercial Paper) sanken von 85,8 auf 69,7 Mrd. Euro.

Was heißt das für Anleger und Unternehmen in Europa?

Privatanleger in der EU kommen bei der Ausgabe nicht zum Zug. Laut Prospekt richtet sich das Angebot im Europäischen Wirtschaftsraum nur an professionelle Investoren, ein Basisinformationsblatt nach der PRIIPs-Verordnung gibt es nicht. Die Mindeststückelung liegt bei 2.000 Dollar, rund 1.740 Euro.[1]

Für Finanzchefs im Mittelstand lohnt der Blick auf die Fälligkeiten. Vergleichen Sie die Termine Ihrer Kredite mit den Laufzeiten Ihrer Rücklagen. Passen beide nicht zusammen, kann eine Anschlussfinanzierung günstiger sein als der vorzeitige Verkauf von Geldanlagen.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Apple Inc.vorläufiger Prospektnachtrag (Form 424B2) für Floating Rate Notes und Notes mit Fälligkeit 2028 bis 2036, SEC05.11.2026
  2. BloombergApple Kicks Off First US Corporate Bond Offering Since May 2025 (5. November 2026, hinter Bezahlschranke)
  3. Apple Inc.Geschäftsbericht (Form 10-K) für das Geschäftsjahr bis 26. September 2026, SEC (3. November 2026); Umrechnung 0,87 Euro je US-Dollar

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