Der weltgrößte Elektronik-Auftragsfertiger hat im Oktober 1.305 Mrd. Taiwan-Dollar umgesetzt, umgerechnet 35,4 Mrd. Euro und so viel wie nie in einem Monat. Die Sparte mit den KI-Servern lag dagegen leicht unter dem September, auch weil einige Kunden die teuren Bauteile inzwischen selbst stellen.
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Foxconn hat am 5. November seinen Umsatz für Oktober gemeldet: 45,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 12,7 Prozent mehr als im September.[1] Der Konzern, der in Taipeh als Hon Hai Precision Industry an der Börse notiert, liegt damit den zweiten Monat in Folge über einer Billion Taiwan-Dollar. Die Zahlen sind nicht testiert. Den Gewinn für das dritte Quartal legt Foxconn am 12. November vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Foxconn setzte im Oktober 35,4 Mrd. Euro um, 45,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.
- Von Januar bis Oktober kamen 243 Mrd. Euro zusammen, ein Plus von 40,4 Prozent.
- Die Sparte Cloud und Netzwerke mit den KI-Servern schrumpfte gegenüber September leicht.
- Für das vierte Quartal erwartet Foxconn weiteres Wachstum im KI-Geschäft.
Woher kommt das Plus im Oktober?

Gegenüber dem Vorjahr legten laut Foxconn alle vier Sparten kräftig zu, am stärksten Cloud und Netzwerke. Dort baut der Konzern die Server-Racks für Rechenzentren, unter anderem mit Nvidias KI-Chips. Im ersten Quartal brachte diese Sparte schon fast die Hälfte des Konzernumsatzes.[2]
Gegenüber September wuchs dagegen vor allem das Geschäft mit Smartphones und anderen Endgeräten. Foxconn nennt dafür höhere Abrufmengen der Kunden und höhere Stückpreise. Analysten führen das laut der Nachrichtenagentur CNA auf die Nachfrage nach Apples iPhone 18 Pro zurück.[3] Auch Computer und Bauteile legten deutlich zu.
Warum lag die KI-Sparte unter dem September?
Die Nachfrage nach KI sei weiter stark, schreibt Foxconn. Den leichten Rückgang gegenüber dem Vormonat erklärt der Konzern mit knappem Material, dem Anlauf neuer Modelle und einer Umstellung bei den Kunden auf Beistellung.[1] Dabei kauft der Kunde Chips und andere teure Bauteile selbst und liefert sie an den Fertiger. Ihr Wert erscheint dann nicht mehr in Foxconns Umsatz, auch wenn genauso viele Server das Werk verlassen.
Auf die Umstellung hatte Foxconn schon im Mai hingewiesen: Vor allem bei Servern mit eigenen Chips der großen Cloud-Anbieter stellen die Kunden die wichtigsten Bauteile selbst.[4] Für die Marge ist das eher gut. Teure Bauteile blähen den Umsatz auf, ohne mehr Gewinn zu bringen, und Foxconn selbst hält die Beistellung für günstiger für die Bruttomarge.[5] Ein sinkender Serverumsatz muss deshalb kein schwächeres Geschäft bedeuten.
Bei Foxconn sinkt der Serverumsatz, sobald die Kunden ihre Chips selbst kaufen. Ob das Geschäft wächst, zeigt erst der Gewinn.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für Hardware-Käufer?
Foxconn nennt knappes Material ausdrücklich als Bremse. Das passt zum Speichermarkt: DDR5-Arbeitsspeicher kostet im deutschen Handel inzwischen das 5,6-Fache, wie unsere Auswertung zum Preisanstieg bei Speicherchips zeigt. Apple rechnet deshalb bei Mac und iPad mit Engpässen und hat eine geringere Marge angekündigt. Höhere Stückpreise meldet Foxconn bei Smartphones ebenso wie bei Computern.
Unternehmen im DACH-Raum, die 2027 Server oder Notebooks erneuern wollen, sollten Liefertermine und Preise früh vertraglich festhalten und in Angeboten auf Preisgleitklauseln für Speicher achten. Wie sich der Konzern selbst aufstellt, beschreibt unser Porträt des iPhone-Fertigers Foxconn.
Offen ist, wie viel Gewinn Foxconn aus dem Rekordumsatz zieht. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern weiteres Wachstum im KI-Geschäft und eine Entwicklung im Rahmen der Markterwartungen, verweist aber auf die unsichere Weltlage.[1] Den Novemberumsatz meldet Foxconn am 5. Dezember.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Hon Hai Precision IndustryUnaudited Consolidated Monthly Revenue Report for October 2026 (05.11.2026, englisch, PDF)
- DigitimesFoxconn says AI server mix and consignment model will drive annual shipments to more than double (15.05.2026, englisch, hinter Bezahlschranke)
- CNA (Zentrale Nachrichtenagentur Taiwans)鴻海10月營收達1.3兆再創新高 第4季AI營運續增 (05.11.2026, chinesisch)
- ReutersFoxconn reports forecast-beating 19% jump in Q1 profit on AI demand (14.05.2026, englisch, bei Yahoo Finance)
- DigitimesFoxconn navigates complex AI server trading models to maximize profitability (22.08.2024, englisch, hinter Bezahlschranke)
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