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Südkoreas Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Oktober von 53,9 auf 51,3 Punkte, Taiwans von 56,7 auf 54,9. Beide Länder leben vom Geschäft mit KI-Chips und wachsen weiter, nur langsamer. Chinas amtliche Umfrage zeigt, wie schmal die Basis dieses Wachstums ist.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Warum sinkt der Index, wenn die Exporte Rekordwerte erreichen?
  2. Wie schmal ist die Basis in China?
  3. Was heißt das für Einkäufer und Zulieferer in Deutschland?
  4. Mehr Newshunger?

S&P Global hat am Montag die Einkaufsmanagerindizes für Asiens Industrie im Oktober veröffentlicht. In den Chip-Ländern Südkorea, Taiwan und Japan wuchs die Industrie weiter, aber langsamer als im September. Chinas Statistikamt hatte schon am Samstag einen Rückgang gemeldet. Stand: Montag, 10 Uhr.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Südkorea fällt auf 51,3 Punkte, den niedrigsten Wert seit acht Monaten, Japan auf 53,3 und Taiwan auf 54,9.
  • Chinas amtlicher Index sinkt auf 49,3 Punkte und liegt damit wieder unter der Wachstumsschwelle.
  • Chinas Hersteller von Computern, Kommunikations- und Elektronikgeräten melden dagegen Werte von 53 und mehr.
  • In Japan steigen die Einkaufspreise erstmals seit fünf Monaten wieder schneller.

Warum sinkt der Index, wenn die Exporte Rekordwerte erreichen?

Modellhaus mit Platinendach, rauchendem Schornstein und Oktober-Schild
Taiwans Einkaufsmanagerindex fällt von 56,7 auf 54,9 Punkte, signalisiert aber weiter Fabrikwachstum. Südkorea und Japan verzeichnen Achts- und Siebenmonate-Tiefs

Ein Einkaufsmanagerindex fragt Firmen, ob Produktion, Aufträge und Beschäftigung gegenüber dem Vormonat gestiegen oder gesunken sind. Werte über 50 bedeuten Wachstum. Fällt Taiwans Index von 56,7 auf 54,9 Punkte, wachsen die Fabriken also weiter, nur melden weniger Firmen ein Plus. Südkorea liegt laut Reuters so niedrig wie seit acht Monaten nicht mehr, Japan so niedrig wie seit sieben Monaten nicht mehr.

Am Sonntag hatte Südkorea noch Chipexporte von 56,4 Mrd. Dollar im Oktober gemeldet. Ein Teil des Widerspruchs erklärt sich durch den Preis: Die Handelsstatistik zählt Dollar, der Index fragt nach Mengen. Weil Speicherchips teurer werden, wächst der Exportwert schneller als die Zahl der Bauteile, die die Fabriken verlassen.

In Japan stiegen die Einkaufspreise laut S&P Global erstmals seit fünf Monaten wieder schneller, vor allem wegen höherer Kosten für Öl, Rohstoffe und Bauteile. Toru Nishihama, Chefvolkswirt für Schwellenländer am Dai-ichi Life Research Institute, sagte Reuters, die starke Nachfrage nach Chips und KI habe Schwächen in Asien und der Weltwirtschaft überdeckt.

Wie schmal ist die Basis in China?

Chinas Statistikamt meldete am Samstag einen Index von 49,3 Punkten, nach 50,1 im September.[1] Die Behörde benennt das Gefälle selbst: Bei Computern, Kommunikations- und Elektronikgeräten sowie bei Bahn-, Schiffs- und Luftfahrttechnik lagen Produktion und neue Aufträge bei 53 Punkten oder darüber. Textilien, Glas und Zement sowie Nichteisenmetalle lagen darunter.[2] Die Hightech-Industrie kam auf 51,3 Punkte, die Konsumgüterbranche auf 48,8.[2]

Auch nach Betriebsgröße gehen die Werte auseinander. Große Unternehmen lagen bei 50,2 Punkten, kleine bei 47,5.[1] Die private Umfrage von RatingDog und S&P Global kam mit 52,0 Punkten auf ein besseres Ergebnis. RatingDog befragt rund 650 Hersteller, die stärker vom Export leben, das Statistikamt 3.200 Betriebe.[1] Bei den Exporteuren lässt der Schwung trotzdem nach. Die neuen Auslandsaufträge fielen in der amtlichen Umfrage auf 48,7 Punkte.[1] In der Umfrage von RatingDog sanken die Exportpreise erstmals seit fast einem Jahr.

Asiens Fabriken wachsen mit den KI-Chips, Chinas Konsumgüterbranche schrumpft schon. Bestellen die Rechenzentren weniger, fehlt der Region der Motor.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Asiens Industrie im Oktober 2026
Einkaufsmanagerindizes der Industrie, Werte über 50 Punkten bedeuten Wachstum gegenüber dem Vormonat
−2,6 Punkte
Rückgang in Südkorea auf 51,3 Punkte, der niedrigste Wert seit acht Monaten
ab 53
Produktion und neue Aufträge bei Chinas Herstellern von Computern, Kommunikations- und Elektronikgeräten
47,5
Index der kleinen Industriebetriebe in China, große Unternehmen kommen auf 50,2

Index im Oktober, in Klammern der September

Taiwan
54,9 (56,7)
Japan
53,3 (54,1)
China, Umfrage RatingDog
52,0 (52,1)
Südkorea
51,3 (53,9)
China, Statistikamt
49,3 (50,1)

Skala von 45 bis 58 Punkten, der schwarze Strich markiert die Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Was heißt das für Einkäufer und Zulieferer in Deutschland?

Die Elektronikfertigung rückt näher an ihre Kunden in Asien. Der taiwanische Leiterplattenhersteller Unimicron schließt sein Werk in Geldern, SUSS MicroTec baut seine Belichtungsanlagen künftig in Taiwan. Der Internationale Währungsfonds erwartet für Asien laut Reuters 4,8 % Wachstum in diesem Jahr und nennt eine Korrektur des KI-Booms als eines der Risiken. Für Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz folgt daraus:

  • IT-Einkäufer rechnen bei Speicher weiter mit Engpässen. SK Hynix hat mehr als die Hälfte seiner Kapazität für 2027 und 2028 schon vergeben.
  • Einkäufer chinesischer Industriewaren nutzen die sinkenden Exportpreise für Nachverhandlungen.
  • Maschinenbauer mit Kunden in Asien prüfen, wie viel ihres Auftragsbestands an Chipfabriken und Rechenzentren hängt. Kühlt der KI-Boom ab, trifft es diese Aufträge zuerst.

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Nationales Statistikamt der Volksrepublik China2026年10月中国采购经理指数运行情况 (Einkaufsmanagerindizes Oktober 2026)31.10.2026
  2. Nationales Statistikamt der Volksrepublik China, Huo Lihui10月份采购经理指数有所回落 (Erläuterung der Chefstatistikerin zu den Einkaufsmanagerindizes)31.10.2026

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