Drei Wörter genügen Greg Brockman, um OpenAI für 2027 börsenreif zu erklären: „I think so“. Der Präsident des KI-Konzerns sagte außerdem, dass inzwischen Firmenkunden den größeren Teil des Umsatzes bringen. Rivale Anthropic soll noch vor Jahresende an die Börse gehen.
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Greg Brockman, Präsident und Mitgründer von OpenAI, hat am 4. November auf einer Technologiekonferenz des Wall Street Journal in Napa (Kalifornien) gesagt, dass die Mehrheit der OpenAI-Umsätze aus dem Geschäft mit Unternehmen stammt.[1] Auf die Frage, ob OpenAI 2027 börsenreif sei, antwortete er: „Ich denke schon“ („I think so“).[1] Einen Termin nennt der Bericht nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Brockman hält OpenAI auf einer WSJ-Konferenz für 2027 börsenreif.
- Firmenkunden bringen laut Brockman inzwischen die Mehrheit des Umsatzes.
- Einen Börsentermin nennt der Bericht nicht, der Prospektentwurf liegt laut früheren Berichten vertraulich bei der SEC.
- Für Firmenkunden im DACH-Raum lohnt ein Blick auf Preisklauseln und Kündigungsfristen.
Was hat Brockman über die Börse gesagt?

Die Aussage fiel auf der Bühne, nicht in einer Mitteilung. Reuters nennt weder einen Prozentsatz für den Firmenanteil noch einen Zeitpunkt für den Börsengang.[1] Zuletzt hatte Sam Altman Ende September keinen bestimmten Zeitplan genannt und den Schritt an „ein paar Sicherheitsnachweise“ geknüpft. Finanzchefin Sarah Friar hatte im August 2027 als Börsenjahr bezeichnet. Der Prospektentwurf liegt laut früherer Berichterstattung seit Juni vertraulich bei der US-Börsenaufsicht SEC.
Brockman liegt damit näher an Friar als an Altman. Eine Bestätigung der Pläne ist seine Antwort nicht: „Ich denke schon“ beantwortet eine Frage und ist keine Ankündigung. OpenAI selbst hat sich zu der Aussage bisher nicht geäußert, Reuters erwähnt keine Stellungnahme.
Warum redet OpenAI jetzt über die Börse?
Der Umsatzmix ist börsentauglich: Verträge mit Firmenkunden laufen über Monate und Jahre und gelten als besser planbar als Abos einzelner Nutzer. Dahinter steht ein Wettlauf. Anthropic hat im dritten Quartal laut überarbeitetem Börsenprospekt 16,96 Milliarden Dollar (14,75 Milliarden Euro) umgesetzt, im zweiten Quartal lag Anthropic laut Wall Street Journal mit 10,09 Milliarden Euro vor OpenAI mit 5,83 Milliarden Euro. OpenAIs operativer Verlust betrug damals 10,7 Milliarden Euro.
Zugleich muss OpenAI Geld einsammeln. Die Bewertung der laufenden Runde hat das Unternehmen laut Financial Times von 1,4 auf 1,25 Billionen Dollar gesenkt (1,09 Billionen Euro), das Volumen von 30 auf 20 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro). Sobald die Anthropic-Aktie gehandelt wird, gibt die Börse einen täglichen Vergleichspreis vor. Brockmans Satz signalisiert Anlegern, dass OpenAI dort mithalten will.
Mit einem Börsengang bekommen Firmenkunden einen Lieferanten, der Quartal für Quartal Marge liefern muss.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Firmenkunden im DACH-Raum?
Unternehmen, die heute ChatGPT oder Codex einsetzen, kaufen bei einem Anbieter, der 2027 Quartalszahlen veröffentlichen müsste. Das ändert Preise nicht über Nacht, erhöht aber den Margendruck. Erst im Oktober hat OpenAI mit GPT-6.1 Terra den Eingabepreis gegenüber dem Vorgänger halbiert, ein Hinweis auf den Wettbewerb im Firmengeschäft. Den Zugang gibt es längst über Partner: Oracle und Google Cloud verkaufen OpenAI-Modelle mit.
Praktisch lohnt der Blick in den Vertrag. Prüfen Sie, ob Preisanpassungen angekündigt werden müssen, welche Kündigungsfristen gelten und ob der Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO den Datenstandort regelt. Mehrere Anbieter anzubinden erleichtert spätere Verhandlungen.
Quelle
1 Quelle anzeigenQuellen ausblenden
- Reuters (Greg Bensinger)OpenAI, ready to IPO in 2027, now counts majority of sales from enterprises, Brockman says (04.11.2026, englisch, Wiedergabe bei Investing.com)
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