Greg Brockman zahlt die zweite Hälfte seiner Zusage an das KI-Super-PAC Leading the Future nicht mehr. Der Gruppe, die im US-Wahlkampf gegen strenge KI-Gesetze antritt, fehlen dadurch rund 22 Millionen Euro. Intern nannte der OpenAI-Präsident das Komitee laut New York Times eine Ablenkung für das Unternehmen.

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Am 29. September unterschrieb Brockman im Weißen Haus noch Trumps freiwilliges KI-Sicherheitsabkommen, einen Tag später machte die New York Times seine Absage öffentlich.[1] Gefallen war die Entscheidung schon im Juni. In einer Slack-Nachricht an die Belegschaft schrieb Brockman über Leading the Future (LTF): „Ich möchte auch sagen, dass ich mich schrecklich dabei fühle, wie sehr LTF immer wieder auf das Unternehmen zurückfällt und für die Leute hier zur Ablenkung geworden ist.“

Das Wichtigste in Kürze

  • Greg und Anna Brockman überwiesen Leading the Future 2025 rund 22 Mio. Euro; die für 2026 angekündigte zweite Zahlung entfällt.
  • Laut New York Times sagte Brockman die Zahlung schon im Juni intern ab.
  • Die a16z-Gründer Marc Andreessen und Ben Horowitz zahlten ihre zweite Tranche im Februar 2026.

Wie viel Geld fließt nicht mehr?

Leere Acrylbox mit Aufschrift „Spende“, zerrissene Quittung und leere Figur daneben
Greg und Anna Brockman spenden je 10,9 Millionen Euro an den Super-PAC Leading the Future, ein Teil ihrer angekündigten 43,5-Millionen-Euro-Zusage für 2025 und 2026

Laut der US-Wahlbehörde FEC überwiesen Greg und Anna Brockman am 12. September 2025 je 10,9 Mio. Euro an Leading the Future.[2] Angekündigt hatte die Gruppe eine Zusage des Ehepaars über 43,5 Mio. Euro für 2025 und 2026. Eine zweite Tranche verzeichnet die FEC nicht. Alle Großspenden ab umgerechnet 870.000 Euro summieren sich bei dem Super-PAC auf rund 109 Mio. Euro, ein Fünftel davon kam von den Brockmans.

Den Rest zahlten Marc Andreessen und Ben Horowitz, persönlich und über ihre Investmentfirma a16z. Ihre zweite Tranche ging am 11. Februar 2026 ein. Die Absage betrifft allein Leading the Future: Am selben Tag im September 2025 spendete das Ehepaar Brockman dieselbe Summe an MAGA Inc., das Trump-nahe Super-PAC.[3]

Warum wurde das Super-PAC für OpenAI zur Belastung?

Leading the Future unterstützt Kandidaten, die lockere und bundesweit einheitliche KI-Regeln wollen. Millionen steckte das Netzwerk in den Wahlkampf gegen Alex Bores, den Autor des New Yorker KI-Sicherheitsgesetzes RAISE Act. OpenAI wirbt inzwischen selbst dafür, den RAISE Act und Kaliforniens SB 53 zur Vorlage für ein Bundesgesetz zu machen. OpenAIs Präsident finanzierte also eine Gruppe, die in Teilen gegen die Linie der eigenen Politikabteilung arbeitete.

Den Druck machte vor allem die Belegschaft. Laut dem Fachdienst Transformer verlangten Beschäftigte im Mai von Chris Lehane, OpenAIs Chef für globale Angelegenheiten, Klarheit über das Verhältnis zum Super-PAC. Lehane war beim Aufbau der Gruppe als Berater beteiligt. Am 1. Juni stellte OpenAI in einem Blogbeitrag klar: „Keine externe politische Gruppe spricht für OpenAI oder vertritt die Ansichten unseres Unternehmens.“[4] Zehn Tage später folgte Brockmans Slack-Nachricht.

Vor den Zwischenwahlen am 3. November steht OpenAI zudem wegen Sicherheitsfragen unter Beobachtung: Das Unternehmen hielt GPT-6.1 Astra nach Sicherheitstests zurück, Sam Altman knüpft den Börsengang an Sicherheitsnachweise. Ein OpenAI-Präsident, der Wahlkampf gegen KI-Regulierer finanziert, passt schlecht zu dieser Sicherheitsbotschaft.

Brockmans Spenden an Leading the Future
Zusage, Zahlung und Absage im Überblick, Beträge umgerechnet in Euro
Gezahlt

21,8 Mio. € am 12.09.2025, je 10,9 Mio. € von Greg und Anna Brockman

Gestrichen

21,8 Mio. € als zweite Tranche, ursprünglich für 2026 angekündigt

a16z-Gründer

87 Mio. € von Andreessen, Horowitz und a16z, zweite Tranche am 11.02.2026

MAGA Inc.

21,8 Mio. € spendeten die Brockmans am selben Tag an das Trump-nahe Super-PAC

Vom Start der Gruppe bis zur Absage
  1. 22.08.2025Erste Großspenden der a16z-Gründer an Leading the Future
  2. 12.09.2025Greg und Anna Brockman zahlen die erste Tranche
  3. 11.02.2026Andreessen, Horowitz und a16z zahlen die zweite Tranche
  4. 01.06.2026OpenAI distanziert sich per Blogbeitrag vom Super-PAC
  5. Juni 2026Brockman sagt die zweite Zahlung intern per Slack ab, laut New York Times
  6. 30.09.2026Die New York Times macht die Absage öffentlich

Brockman begründet den Rückzieher mit der Unruhe im eigenen Unternehmen, von einem Sinneswandel bei der KI-Regulierung schreibt er nichts. Für Kunden zählt deshalb weniger, wen OpenAIs Präsident gerade finanziert, als das, was OpenAI im Vertrag und unter der EU-KI-Verordnung zusagt.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

An den Pflichten der Anbieter in Europa ändert die Absage nichts. Seit August 2025 gelten in der EU die Vorgaben der KI-Verordnung für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck. OpenAI hat den Verhaltenskodex der EU-Kommission dazu unterzeichnet, Meta dagegen nicht. In den USA entscheidet die Wahl im November mit, ob ein Bundesgesetz die Landesgesetze ablöst und wie streng die Vorgaben ausfallen.

Für deutsche Unternehmen, die GPT-Modelle in eigene Produkte einbauen, gehören zwei Prüfpunkte auf die Liste:

  • Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag mit OpenAI oder Microsoft Zusagen zu Sicherheitstests und Modellwechseln enthält, die unabhängig vom US-Wahlausgang gelten.
  • Halten Sie fest, welche Pflichten aus der KI-Verordnung bei Ihnen selbst als Betreiber liegen, etwa die Kennzeichnung KI-erzeugter Inhalte.

Hintergründe liefern unsere Geschäftsmodell-Analyse zu OpenAI und das Themenarchiv Tech-Titanen.

FAQ: Brockman streicht die Spende an das KI-Super-PAC Leading the Future

Was ist ein Super PAC?

Ein Super PAC ist ein US-Wahlkampfkomitee, das unbegrenzt Spenden annehmen und für oder gegen Kandidaten werben darf. Absprachen mit den Kampagnen der Kandidaten sind verboten, die Spender meldet das Komitee der Wahlbehörde FEC.

Welche Geldgeber stehen hinter Leading the Future?

Laut FEC-Daten zahlten die a16z-Gründer Marc Andreessen und Ben Horowitz samt ihrer Investmentfirma zusammen rund 87 Millionen Euro. Greg und Anna Brockman steuerten rund 22 Millionen Euro bei. Die ersten Großspenden gingen im August 2025 ein.

Hat OpenAI selbst an Leading the Future gespendet?

In den FEC-Daten ist OpenAI nicht als Spender verzeichnet, dort stehen Greg und Anna Brockman als Privatpersonen. OpenAI erklärt, weder Leading the Future noch die Schwesterorganisation Build American AI finanziert zu haben. Am 1. Juni 2026 distanzierte sich das Unternehmen per Blogbeitrag von der Gruppe.

Welche Rolle hat Greg Brockman bei OpenAI?

Greg Brockman hat OpenAI 2015 mitgegründet und ist Präsident des Unternehmens. Zuvor war er der erste Technikchef des Zahlungsdienstes Stripe. Im Mai 2026 entschied eine Jury in Kalifornien zugunsten von OpenAI, Sam Altman und Brockman in der Klage von Elon Musk.

Quellen

[1] The New York Times (Theodore Schleifer, Mike Isaac): „OpenAI’s Greg Brockman Backs Out of Second $25 Million Donation to A.I. Super PAC“ (30.09.2026)

[2] Federal Election Commission: Einnahmen von Leading the Future (C00916114), Spenden ab 1 Mio. US-Dollar

[3] Federal Election Commission: Einnahmen von MAGA Inc. (C00892471), Spender Brockman

[4] OpenAI: „Our views on AI policy and political advocacy“ (01.06.2026)

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