764 Mio. Dollar (665 Mio. Euro) netto soll Jack Dorseys Zahlungskonzern Block zahlen, damit das US-Justizministerium eine Geldwäsche-Anklage drei Jahre lang zurückstellt. Die Summe steht schon als Rückstellung in der Bilanz, ein Gericht muss den Vergleich aber noch billigen. In Europa wird die neue Aufsichtsbehörde AMLA ab 2028 ähnliche Fälle prüfen.
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Block hat im Quartalsbericht vom 3. November mitgeteilt, dass sich der Konzern im Oktober mit dem US-Justizministerium (DOJ) im Grundsatz auf einen Vergleich geeinigt hat.[1] Jack Dorsey, im Bericht als „Block Head“ und Chairperson geführt, hat das Dokument unterzeichnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Block und das DOJ haben sich im Oktober im Grundsatz auf ein dreijähriges Aufschubverfahren geeinigt.
- Netto zahlt Block rund 764 Mio. Dollar (665 Mio. Euro), brutto beträgt der Betrag rund 964 Mio. Dollar (839 Mio. Euro).
- Die endgültige Vereinbarung und die Zustimmung des Gerichts fehlen noch.
- Block hat den Betrag zum 30. September bereits zurückgestellt.
Was haben Block und das Justizministerium vereinbart?

Das DOJ stellt eine Anklage zurück, nach der Block kein wirksames Geldwäsche-Programm nach dem Bank Secrecy Act unterhalten hat.[1] Im Aufschubverfahren (Deferred Prosecution Agreement, DPA) beantragt das DOJ nach drei Jahren, die Anklage endgültig fallen zu lassen, sofern Block alle Auflagen erfüllt. Verstößt der Konzern dagegen, droht die Verfolgung auf Grundlage der zurückgestellten Anklage.
Die Nettozahlung fällt um rund 200 Mio. Dollar (174 Mio. Euro) niedriger aus als der Bruttobetrag, weil das DOJ frühere Vergleiche anrechnet. Block schließt höhere Verluste ausdrücklich nicht aus.[1] Rechtlich ist das kein Urteil: Die Einigung steht unter dem Vorbehalt der endgültigen Vereinbarung und der gerichtlichen Zustimmung. Die SEC hat ihre eigene Untersuchung im März 2026 ohne Empfehlung einer Maßnahme beendet.
Welche Rolle spielt Dorsey für Blocks Bankgeschäft?
Block betreibt über Square Financial Services eine Industriebank in Utah und damit ein Geschäft unter Bankenaufsicht. Gegenüber der US-Einlagensicherung FDIC hat Dorsey zugesagt, Block zur Erfüllung der Auflagen zu veranlassen. Der Bericht führt ihn in diesem Zusammenhang als beherrschenden Aktionär.[1] Die Aktien der Klasse B mit zehn Stimmen je Aktie verschaffen ihren Haltern, darunter Führungskräfte und Direktoren, zusammen 52 Prozent der Stimmrechte.[1]
Das Muster ist nicht neu: Im Januar 2025 zahlte Block 80 Mio. Dollar (70 Mio. Euro) an Aufsichtsbehörden von 48 US-Bundesstaaten wegen Mängeln im Geldwäsche-Programm. Hinzu kamen 175 Mio. Dollar (152 Mio. Euro) an die Verbraucherschutzbehörde CFPB wegen unzureichender Betrugsabwehr bei Cash App.[2]
Ein Fintech, das Geld wie eine Bank bewegt, wird auch wie eine Bank geprüft. Diesen Maßstab legt bald auch Europa an.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Fall für Zahlungsdienste im DACH-Raum?
Die AMLA, die neue EU-Geldwäschebehörde mit Sitz in Frankfurt, soll ab 2028 bis zu 40 grenzüberschreitend tätige Finanzinstitute direkt beaufsichtigen.[3] Anbieter von Zahlungen, Wallets oder Krypto in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollten ihr Transaktionsmonitoring deshalb so dokumentieren, dass es einer Prüfung standhält. Wie Banken auf den Druck reagieren, zeigt das geplante gemeinsame Geldwäsche-Unternehmen von Sparkassen, Deutscher Bank und Commerzbank.
Wie Block zwischen Kassengeschäft und Bank steht, beschreibt unsere Analyse des Geschäftsmodells. Dorseys andere Projekte zeigen wir in der Meldung zu Bitchat in Frankreichs App-Charts.
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Block, Inc.Form 10-Q für das Quartal zum 30.09.2026, Note 16 „Commitments and Contingencies“ und Risikofaktoren (unterzeichnet 03.11.2026, englisch)
- Banking DiveBericht über die Strafen von CFPB und Bundesstaaten gegen Block (Januar 2025, englisch)
- Amtsblatt der Europäischen UnionVerordnung (EU) 2024/1620 zur Errichtung der Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche (AMLA)
Mehr Newshunger?
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