Bechtle hat im dritten Quartal rund 92 Millionen Euro vor Steuern verdient, 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Geschäftsvolumen wuchs mit 19 Prozent schneller als der Gewinn. Der Vorstand hebt das Gewinnziel für 2026 dennoch an.
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Der IT-Dienstleister Bechtle aus Neckarsulm hat am 5. November in einer Ad-hoc-Mitteilung die Jahresprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben: Der Gewinn vor Steuern (EBT) soll 2026 um mehr als 10 Prozent wachsen, bisher waren 5 bis 10 Prozent erwartet.[1] Zugleich meldete Bechtle den Kauf des britischen KI-Spezialisten Bespoke XYZ, zum Kaufpreis ist bislang nichts bekannt.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Prognose für das Wachstum des Gewinns vor Steuern steigt von 5 bis 10 auf mehr als 10 Prozent, Umsatz und Geschäftsvolumen bleiben unverändert.
- Im dritten Quartal wuchs das Geschäftsvolumen auf etwa 2,44 Milliarden Euro, das Vorsteuerergebnis auf circa 92 Millionen Euro.
- Die Marge vom Geschäftsvolumen soll weiter leicht unter dem Vorjahreswert von 3,8 Prozent liegen.
- Bechtle legt den vollständigen Bericht am 13. November vor und hat bisher keinen Quartalsumsatz genannt.
Warum wächst der Gewinn langsamer als das Geschäftsvolumen?

Das Geschäftsvolumen legte um rund 19 Prozent zu, das Vorsteuerergebnis um rund 14 Prozent.[1] Nach Rechnung der Redaktion bleiben im dritten Quartal rund 3,8 Prozent des Geschäftsvolumens als Gewinn vor Steuern übrig (92 von 2.440 Millionen Euro). Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand unverändert eine Marge leicht unter dem Vorjahreswert von 3,8 Prozent.[1]
Ein Grund liegt in der Messgröße. Beim Geschäftsvolumen rechnet Bechtle den vollen Verkaufspreis von Software ein, beim Umsatz nur den Bruttogewinn daraus, wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX erläutert. Bei schnell wachsendem Lizenzverkauf steigt das Volumen stärker als Umsatz und Gewinn. Das ist eine Einordnung der Redaktion; wie viel des Zuwachses auf Software entfällt, nennt Bechtle nicht.
Im zweiten Quartal hatte das Vorsteuerergebnis noch um mehr als 20 Prozent auf etwa 80 Millionen Euro zugelegt.[2] Der Gewinnzuwachs hat sich bis zum dritten Quartal also verlangsamt, während die Auftragsbücher laut Bechtle auf Rekordniveau liegen.[1] Beim Wettbewerber Cancom lief es anders: Der Konzern hat am 26. Oktober die Umsatzprognose um 100 Millionen Euro gesenkt, weil Firmenkunden Projekte rund um den Arbeitsplatz verschieben.
Was ändert sich an der Prognose für 2026?
Beim Gewinn vor Steuern rechnet Bechtle nun mit mehr als 10 Prozent Wachstum. Das Geschäftsvolumen soll weiter um mehr als 10 Prozent und der Umsatz um 5 bis 10 Prozent steigen.[1] Im Juli hatte Bechtle den Gewinnkorridor noch von 0 bis 5 auf 5 bis 10 Prozent angehoben.[2] Die positive Entwicklung setzt sich laut Bechtle im vierten Quartal fort.[1]
Zum Zukauf Bespoke XYZ liegen bisher weder Umsatz noch Preis vor. Er passt zur Strategie: Auf dem Kapitalmarkttag im September hat Bechtle Zukäufe als einen von drei Hebeln für die Margenziele bis 2030 genannt, 450 Millionen Euro stehen dafür bereit. Konzernchef Thomas Olemotz verabschiedet sich zum Jahresende, Konstantin Ebert übernimmt am 1. Januar 2027.
Das Volumen wächst um 19 Prozent, der Gewinn um 14. Systemhäuser leben von der Menge, nicht von der Marge.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für IT-Einkäufer im Mittelstand?
Systemhäuser wachsen, während Geräte teurer werden: Speicherchips sind knapp, wie die Chipflation beim Arbeitsspeicher zeigt. Für Ersatzbeschaffungen 2027 lohnt es sich daher, Preise und Lieferzeiten früh in einem Rahmenvertrag festzuschreiben.
Wie groß solche Verträge werden können, zeigt der Rahmenvertrag über iPads für 333 Schulen im Saarland mit bis zu 80 Millionen Euro. Die Empfehlung ist eine Einschätzung der Redaktion, Bechtle äußert sich in der Mitteilung nicht zu Preisen.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Bechtle AGErfolgreiches Q3, Prognose für Gesamtjahr nochmals erhöht (Ad-hoc-Mitteilung)
- Bechtle AGDeutliches Wachstum bei Geschäftsvolumen und EBT im Q2, Prognose für Gesamtjahr erhöht (Ad-hoc-Mitteilung)
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