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Bechtle liefert iPads für 333 Schulen im Saarland. Der Rahmenvertrag umfasst bis zu rund 80 Millionen Euro und läuft höchstens vier Jahre. Dazu gehört eine eigene Software, über die Schulträger Geräte bestellen, reparieren lassen und zurückgeben.

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Den Zuschlag meldete das Neckarsulmer IT-Unternehmen am Freitag.[1] Ausgeschrieben hat der Landkreis Saarlouis, stellvertretend für die Schulträger des Landes. Bestellen dürfen 52 Schulträger und das Bildungsministerium in Saarbrücken, für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Lehrkräfte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rahmenvertrag hat ein Volumen von bis zu rund 80 Millionen Euro.
  • Er läuft zwölf Monate und lässt sich dreimal um ein Jahr verlängern.
  • Bezugsberechtigt sind 52 Schulträger mit 333 Schulen sowie das Bildungsministerium.
  • Die Bechtle-Plattform EduHubSaar verwaltet Bestellung, Reparatur und Rückgabe.

Was liefert Bechtle neben den Geräten?

Ein Tablet-PC mit einem Stapel bunter Pantone-Farbmusterhefte und einem Etikett „LEIHGERÄT“
iPads werden über die Landesweite Systematische Medienausleihe Saar an Schüler und Lehrkräfte verliehen. Articona-Zubehör, Finanzierung und Versicherung stammen von Bechtle-Tochterunternehmen

Die iPads laufen über die Landesweite Systematische Medienausleihe Saar und werden an Schüler und Lehrkräfte verliehen. Zubehör kommt von Bechtles Eigenmarke Articona. Die Tochter Bechtle Financial Services übernimmt Finanzierung und Versicherung, am Ende auch die Vermarktung gebrauchter Geräte.[1] Vor dem Weiterverkauf werden die Daten zertifiziert gelöscht.

Bestellungen, Auslieferung, Reparaturen und Rücknahmen laufen über EduHubSaar, eine Eigenentwicklung für zehntausende Endgeräte. Für Reparaturen arbeitet Bechtle mit einem saarländischen Partner mit Apple-Zertifikat zusammen, die Geräte richtet ein soziales Dienstleistungsunternehmen ein, das Menschen mit Behinderung beschäftigt. Christian Walter, Geschäftsführer des Bechtle IT-Systemhauses Saarbrücken, nennt den Auftrag „beispielhaft für die Stärke unseres vernetzten Geschäftsmodells“.

Bechtle will bis 2030 mit weniger Hardware und mehr Service eine höhere Marge erreichen. Der Saarland-Vertrag bündelt genau solche Leistungen rund um das Gerät: Finanzierung, Service und Wiederverkauf über bis zu vier Jahre.

Warum steht im Vertrag „bis zu“ 80 Millionen?

Die Summe beschreibt eine Obergrenze für Abrufe. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2021 muss jede europaweite Ausschreibung für einen Rahmenvertrag eine Höchstmenge oder einen Höchstwert nennen. Ist der Wert ausgeschöpft, verliert der Vertrag seine Wirkung, weitere Abrufe verbietet das Vergaberecht dann.[2]

Wie viel Bechtle tatsächlich umsetzt, hängt deshalb von den Abrufen der 52 Schulträger ab. Eine Mindestabnahme nennt die Mitteilung nicht. Nach Rechnung von Dr. Web stehen je Schule bis zu rund 240.000 Euro bereit, verteilt auf bis zu vier Jahre. Der Sammeleinkauf bündelt Mengen, die ein einzelner Schulträger nicht erreicht.

Das iPad ist im Schulvertrag das kleinste Problem. Teuer wird, was nach vier Jahren mit zehntausenden gebrauchten Geräten passiert.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Bechtle-Rahmenvertrag für Saarlands Schulen
iPads für die Landesweite Systematische Medienausleihe Saar
80 Mio. €
Höchstwert des Rahmenvertrags, keine feste Bestellmenge
333
Schulen von 52 Schulträgern sind bezugsberechtigt
4 Jahre
Höchstlaufzeit: zwölf Monate plus dreimal ein Jahr Verlängerung
240.000 €
rechnerischer Rahmen je Schule über die gesamte Laufzeit
Bestellen
EduHubSaar

Die Bechtle-Plattform bildet Bestellung, Auslieferung und Geräteverwaltung digital ab.

Betreiben
Reparatur im Land

Ein saarländischer Partner mit Apple-Zertifikat repariert, ein soziales Dienstleistungsunternehmen richtet die Geräte ein.

Zurücknehmen
Löschen und verkaufen

Bechtle Financial Services nimmt Geräte zurück und verkauft sie nach zertifizierter Datenlöschung weiter.

Was heißt das für andere Bundesländer?

Niedersachsen geht einen ähnlichen Weg und stellt bis 2031 rund 800 Millionen Euro für Schulgeräte bereit. Dort beschafft der Landesdienstleister IT.Niedersachsen zentral, zuerst erhalten Lehrkräfte und Schüler des siebten Jahrgangs ein Tablet.[3] Um öffentliche IT-Aufträge konkurriert auch Cancom, zuletzt als Partner der Delos Cloud für Behörden.

Der Bund beteiligt sich an solchen Anschaffungen. Der DigitalPakt 2.0 stellt fünf Milliarden Euro über fünf Jahre bereit, Bund und Länder zahlen je die Hälfte. Mobile Endgeräte sind ausdrücklich förderfähig, die Einzelheiten regeln die Länder.[4]

Kommunen und Schulträger, die selbst ausschreiben, setzen den Höchstwert am besten großzügig, aber begründet an, sonst endet der Vertrag vorzeitig. Rücknahme, Datenlöschung und Software für die Geräteverwaltung gehören gleich mit in die Leistungsbeschreibung.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. BechtleBechtle gewinnt mit Apple iPads Rahmenvertrag für digitale Bildung im Saarland (Pressemitteilung vom 16.10.2026)
  2. Gerichtshof der Europäischen UnionUrteil vom 17.06.2021, Rechtssache C-23/20 (Simonsen & Weel)
  3. Niedersächsisches KultusministeriumTablets für den Unterricht in niedersächsischen Schulen angekommen (Presseinformation)
  4. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und JugendDigitalpakt 2.0 startet am 1. September (Pressemitteilung vom 19.08.2026)

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