Bechtle bezieht auf dem IT-Campus in Neu-Ulm ein siebenstöckiges Bürohaus. Zum Start arbeiten dort 175 Beschäftigte aus drei Tochtergesellschaften, Platz bietet der Bau für bis zu 300. Die übrigen 125 Arbeitsplätze muss der IT-Dienstleister erst noch besetzen, während seine Belegschaft ohne Zukäufe schrumpft.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer neue Bechtle-Standort in Neu-Ulm liegt in Laufweite der Hochschule Neu-Ulm und nahe der Ratiopharm-Arena.[1] Angekündigt hatte der Konzern aus Neckarsulm das Projekt im Februar 2023.[2] Der Einzug war zuletzt für das erste Quartal 2026 geplant.[3]
Das Wichtigste in Kürze
- Bechtle bündelt in Neu-Ulm das IT-Systemhaus Ulm, die Bechtle PLM aus Langenau und die Bechtle Additive Manufacturing.
- 175 Beschäftigte ziehen ein, das Gebäude bietet Platz für bis zu 300.
- Eine Investitionssumme nennt Bechtle nicht, Fördergeld ist nicht bekannt.
- Konzernweit beschäftigte Bechtle Ende Juni 16.418 Menschen, ohne Zukäufe sank die Zahl um 1,4 Prozent.
Was eröffnet Bechtle in Neu-Ulm?

Drei Firmen, ein Haus. Laut b4b Schwaben ziehen das IT-Systemhaus Ulm, der PLM-Spezialist Bechtle PLM aus Langenau und die 3D-Druck-Tochter Bechtle Additive Manufacturing in das Gebäude mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche.[1] Beim Kauf des Neu-Ulmer Systemhauses s.i.g. im September 2024 kündigte Bechtle an, auch dessen 50 Beschäftigte auf den Campus zu holen.[3]
Umzug vor Aufbau. Nach Standortentscheidung 2023 und Spatenstich im Juni 2024 steht das Projekt jetzt auf der letzten Stufe: Der Bau ist fertig, die Belegschaft zieht ein, rund ein halbes Jahr später als geplant.[5] Die 175 Beschäftigten stehen allerdings schon heute auf der Gehaltsliste von Bechtle. Neue Stellen entstehen erst, sobald Bechtle die 125 freien Plätze besetzt. Eine Frist dafür nennt das Unternehmen nicht.
Warum bündelt Bechtle an der Donau?
Hochschule nebenan. Teile des Gebäudes will Bechtle für Studierende der Hochschule Neu-Ulm öffnen.[2] Im Servicegeschäft hängt der Umsatz an Fachkräften, deshalb wiegt die Nähe zu einer Hochschule bei der Standortwahl schwer. Neu-Ulm gehört zudem zu einer Kette von Bechtle-Standorten entlang der ICE-Strecke von Unterschleißheim über Stuttgart bis Ettlingen.[2]
Wachstum per Zukauf. Zum 30. Juni zählte Bechtle 16.418 Beschäftigte. Das Plus von 810 Beschäftigten stammt laut Konzern ausschließlich aus Übernahmen, organisch sank die Zahl um 1,4 Prozent.[4] Erst im September übernahm Bechtle die 3D-Druck-Sparte von Kaut-Bullinger. Bis 2030 soll die Vorsteuermarge auf fünf Prozent steigen. Unter einem Dach spart Bechtle Miete und Verwaltung für mehrere Standorte, der Umzug nach Neu-Ulm passt zu diesem Margenziel.
Platz für 300 Menschen bedeutet noch keine 300 neuen Jobs, solange 175 davon nur umziehen. Ob Neu-Ulm gewinnt, zeigt sich an den 125 freien Schreibtischen.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Umzug für die Region Ulm?
Kurze Wege. Langenau verliert mit Bechtle PLM einen Bechtle-Standort, liegt aber nur rund 15 Kilometer nordöstlich von Ulm. Für die Beschäftigten ändert sich vor allem der Arbeitsweg. Andere IT-Dienstleister sparen dagegen Personal ein: In Karlsruhe streicht IONOS rund 450 Vollzeitstellen, um Geld für KI und Cloud frei zu machen.
Ein Ansprechpartner. Mittelständische Fertiger aus der Region, die IT-Betreuung, Konstruktionssoftware oder 3D-Druck bei Bechtle beziehen, finden die Teams künftig an einer Adresse. IT-Fachkräfte aus Ulm und Neu-Ulm sollten die offenen Plätze im Blick behalten: Mit Nvidias KI-Fabrik-Spezialisierung baut Bechtle das Geschäft mit KI-Infrastruktur aus und braucht dafür Spezialisten.
Quellen
[1] b4b Schwaben: „Bechtle bezieht neuen Standort in Neu-Ulm“ (24.09.2026)
[2] Bechtle: „Bechtle plant IT-Zukunfts-Hub in Neu-Ulm“ (03.02.2023)
[3] Bechtle: „Bechtle akquiriert IT-Systemhaus s.i.g. in Neu-Ulm“ (03.09.2024)
[4] Bechtle via EQS News: „Bechtle beschleunigt Wachstum im Q2 und erhöht Prognose für 2026“ (12.08.2026)
[5] Bendl: „Bechtle Immobilien GmbH feiert Spatenstich für IT-Zukunftshub“ (Juni 2024)
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