Der Umsatz von Aumovio sank im dritten Quartal um 12 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro, die Marge stieg trotzdem auf 3,5 Prozent. Der Auftragseingang verdoppelte sich auf 6,4 Milliarden Euro. Für das Jahresziel braucht der Zulieferer im vierten Quartal nach Rechnung der Redaktion eine Marge von mindestens 4,7 Prozent.
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Der Autozulieferer Aumovio aus Frankfurt hat am 5. November seine Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt und die Prognose für 2026 bestätigt.[1] Das bereinigte EBIT lag bei 137 Millionen Euro nach 153 Millionen im Vorjahresquartal. Konzernchef Philipp von Hirschheydt führt bis auf Weiteres auch das Finanzressort.
Das Wichtigste in Kürze
- Der bereinigte Umsatz fiel im dritten Quartal um 12,0 Prozent, das bereinigte EBIT um 10,5 Prozent auf 137 Millionen Euro.
- Der Auftragseingang stieg auf 6,4 Milliarden Euro, in den ersten neun Monaten liegt er mit 14,6 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.
- Die Prognose bleibt: 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro Umsatz, 3,0 bis 4,0 Prozent Marge, 500 bis 700 Millionen Euro Free Cashflow.
- Nach neun Monaten stehen 2,3 Prozent Marge und 111 Millionen Euro normalisierter Free Cashflow zu Buche.
Wie steigt die Marge, wenn der Umsatz um 12 Prozent sinkt?

Die Kosten treiben die Marge. Im Bereich Architecture and Network Solutions wuchs das EBIT in den ersten neun Monaten um 21,2 Prozent auf 211 Millionen Euro, vor allem wegen laufender Restrukturierung und strenger Kostenkontrolle.[1] Bei User Experience halfen niedrigere Materialpreise und Effizienz in der Produktion. Die Sparprogramme kosten allerdings Geld: 295 Millionen Euro flossen in den ersten neun Monaten in Restrukturierung und Abfindungen.[1]
Der normalisierte Free Cashflow, den Aumovio als Ziel nennt, rechnet Abflüsse von zusammen 408 Millionen Euro heraus, darunter diese 295 Millionen. Der bereinigte Free Cashflow liegt nach neun Monaten bei minus 297 Millionen Euro.[1] Die 3,5 Prozent Marge entsprechen zudem dem Wert, den Aumovio im zweiten Quartal ohne den BMW-Vergleich ausgewiesen hätte.[2] Gegenüber dem zweiten Quartal ohne diesen Effekt hat sich die Marge also nicht weiter verbessert.
Was muss im vierten Quartal gelingen?
Der Umsatz lag nach neun Monaten bei 12,6 Milliarden Euro. Für die bestätigten 17,0 bis 17,5 Milliarden Euro bleiben 4,4 bis 4,9 Milliarden Euro für das Schlussquartal. Soll die Jahresmarge die untere Grenze von 3,0 Prozent erreichen, muss das vierte Quartal rund 4,7 Prozent liefern, im dritten waren es 3,5 Prozent. Beim Free Cashflow fehlen 389 bis 589 Millionen Euro, im dritten Quartal kamen 2 Millionen Euro zusammen.[1] Das ist die Rechnung der Redaktion, Aumovio nennt keine Quartalsziele.
Die Verdopplung beim Auftragseingang hatte Aumovio erwartet. In den ersten neun Monaten bleibt er mit 14,6 Milliarden Euro nach 14,7 Milliarden Euro praktisch unverändert.[1] Nach Rechnung der Redaktion sank der Auftragseingang im ersten Halbjahr von 11,5 auf 8,2 Milliarden Euro, das dritte Quartal holt den Rückstand auf.
Aumovio verdient mehr an jedem Euro Umsatz, weil es spart, aber der Umsatz selbst schrumpft weiter.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Einkäufer und Partner von Zulieferern?
Das Marktumfeld bleibt schwierig: Die weltweite Pkw-Produktion sank im dritten Quartal um 1,6 Prozent auf rund 22,7 Millionen Fahrzeuge, in Europa blieb sie stabil.[1] Zu den Belastungen zählt Aumovio ausdrücklich höhere Kosten für Speicherbauteile, wie sie auch die Chipflation beim Arbeitsspeicher beschreibt. Für Rahmenverträge heißt das: Preisgleitklauseln für diese Bauteile gehören auf die Prüfliste. Das ist eine Einschätzung der Redaktion.
Strategisch richtet sich Aumovio neu aus. Seit Jahresbeginn hat der Konzern 11 Verkäufe abgeschlossen oder vereinbart, darunter die Standorte Mechelen und Rheinböllen. Das Geschäft mit chinesischen Herstellern wächst: Für Chery fertigt Aumovio in Europa Airbag-Steuergeräte. Auch Schaeffler und Bosch bauen ihre Standorte in Deutschland um.
Quellen
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Mehr Newshunger?
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