Qualcomm hat im Schlussquartal seines Geschäftsjahres 26 Prozent weniger mit Smartphone-Chips umgesetzt, mit Autochips dagegen 89 Prozent mehr. Die Smartphone-Sparte kam auf 4,5 Mrd. Euro, die Autosparte erreichte erstmals rund 1,7 Mrd. Euro (2,0 Mrd. Dollar). Der Ausblick kam schlecht an: Laut CNBC verlor die Aktie nachbörslich 7 Prozent.
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Qualcomm hat am 4. November die Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 vorgelegt, das am 27. September endete.[1] Der Umsatz im Schlussquartal sank um 8 Prozent auf 9,0 Mrd. Euro (10,32 Mrd. Dollar, Kurs 0,87), das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel von 2,61 auf 1,89 Euro.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Smartphone-Chips brachten 4,5 Mrd. Euro (minus 26 Prozent), Autochips 1,7 Mrd. Euro (plus 89 Prozent) und Chips für vernetzte Geräte 1,6 Mrd. Euro (plus 4 Prozent).
- Für das Quartal von Oktober bis Dezember erwartet Qualcomm 9,0 bis 9,7 Mrd. Euro Umsatz.
- Die Preiserhöhungen wegen höherer Einkaufskosten wirken laut Qualcomm erst im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027 voll auf die Marge.
- Das Ziel für das Rechenzentrumsgeschäft bleibt bei 4,35 Mrd. Euro (5 Mrd. Dollar) im Geschäftsjahr 2027.
Wovon lebt Qualcomm, wenn Smartphones schwächeln?

Im gesamten Geschäftsjahr setzte Qualcomm mit Smartphone-Chips 20,9 Mrd. Euro um, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Schlussquartal war das Minus mit 26 Prozent doppelt so groß.[1] Die Autosparte wuchs im Quartal um 89 Prozent.[1] Grob gerechnet kamen Smartphones vor einem Jahr noch auf etwa 70 Prozent des Chipumsatzes, jetzt sind es 57 Prozent.
Die Speicherknappheit gilt als Ursache, denn Handyhersteller kaufen Prozessor und Arbeitsspeicher getrennt ein. Wird der Speicher teurer, wird das Gerät teurer oder schwächer ausgestattet, und die Hersteller bestellen weniger Geräte. Bei PCs zeigt sich dasselbe Muster: Intel verlor nachbörslich 21 Prozent, und HP verkaufte 16 Prozent weniger Geräte. Binnen einer Woche trifft die Knappheit damit den dritten großen Konzern der Branche.
Was sagt die Prognose über die Marge?
Für das Quartal von Oktober bis Dezember rechnet Qualcomm mit 9,0 bis 9,7 Mrd. Euro Umsatz und einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 1,87 bis 2,04 Euro.[1] Das entspricht ungefähr dem Niveau des Schlussquartals. Laut CNBC fiel die Aktie, weil die Prognose schwach ausfiel und der Speichermangel die Smartphone-Verkäufe bremst. Bloomberg verweist auf höhere Lieferkosten, die den Gewinn schmälern.
Wegen gestiegener Einkaufskosten hat Qualcomm die Preise angehoben. Die volle Wirkung auf die Bruttomarge der Chipsparte erwartet der Konzern erst im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2027, also etwa ab April 2027.[1] Bis dahin bleibt die Marge laut Bloomberg unter Druck.
Den Gegenpol sollen Autos und Rechenzentren bilden. Außerhalb des Smartphone-Geschäfts erwartet Qualcomm im Geschäftsjahr 2027 mehr als 60 Prozent Wachstum, und CEO Cristiano Amon spricht von einem Wendepunkt.[1] Verlängert hat Qualcomm außerdem die Lizenzverträge mit Apple sowie mit Huawei und Transsion. Die Lizenzsparte setzte 1,1 Mrd. Euro um, 7 Prozent weniger.[1]
Qualcomm hängt am Smartphone und macht sich gerade davon unabhängig. Die Speicherkrise beschleunigt den Umbau.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Ihre Beschaffung?
Unternehmen, die 2027 Diensthandys oder Tablets ersetzen, sollten mit höheren Gerätepreisen rechnen, weil Chip- und Speicherhersteller ihre Kosten weitergeben. Rahmenverträge mit festem Preis und eine längere Nutzungsdauer der vorhandenen Geräte begrenzen das Risiko. Für Notebooks sind aufbereitete Geräte eine Alternative, deren Preise weniger stark vom Speichermarkt abhängen. Wie stark die Preise steigen können, zeigt die Chipflation bei Arbeitsspeicher.
Quelle
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- QualcommQualcomm Announces Fourth Quarter and Fiscal 2026 Results (Form 8-K, Exhibit 99.1)
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