Artikel teilen

Pekings oberste Wirtschaftsplaner haben SoftBank laut Financial Times mitgeteilt, dass sie den Kauf der ABB-Robotiksparte nicht zulassen. Der Preis lag bei 5,4 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro). Für Masayoshi Son ist das ein Rückschlag für seine Wette auf Physical AI, bestätigt haben SoftBank und ABB die Entscheidung bisher nicht.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen
Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist über die Blockade bekannt?
  2. Warum hängt der Verkauf an Peking?
  3. Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?

Chinas Planungsbehörde NDRC lässt den Kauf der Robotiksparte des Schweizer Konzerns ABB durch SoftBank nicht zu, berichtete die Financial Times (FT) am 5. November unter Berufung auf mehrere Eingeweihte.[1] SoftBank habe die Entscheidung kürzlich erfahren und prüfe, was schiefgelaufen ist und ob ein neuer Antrag möglich wäre.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut FT lässt Chinas NDRC den Kauf der ABB-Robotiksparte durch SoftBank nicht zu.
  • Eine offizielle Bestätigung von SoftBank, ABB oder der Behörde liegt bisher nicht vor.
  • Die Sparte mit rund 7.000 Beschäftigten bleibt vorerst bei ABB.
  • Bei vernetzten Robotern sollten Betreiber klären, wo ihre Betriebsdaten landen.

Was ist über die Blockade bekannt?

Roboterarm hält Kiste mit blauem Stempelaufdruck „Nicht genehmigt“ auf weißem Grund
Bericht über mögliche Sicherheitsbedenken bei Robotern basiert auf unbenannten Quellen. Befürchtung: Roboterdaten könnten ins Ausland gelangen und KI-Modelle trainieren

Der Bericht stützt sich auf ungenannte Eingeweihte, eine öffentliche Mitteilung der Behörde liegt nicht vor. Auch die Gründe sind nicht belegt. Medienberichten zufolge soll die Sorge eine Rolle spielen, Daten aus Robotern könnten ins Ausland gelangen und dort KI-Modelle trainieren, etwa die von OpenAI, an dem SoftBank beteiligt ist. Bestätigt ist das nicht.

SoftBank hatte den Vertrag am 8. Oktober 2025 unterzeichnet. Das Unternehmen erwirbt alle Anteile an einer neuen Holding, in die ABB die Robotik auslagert. Der Abschluss war für Mitte bis Ende 2026 geplant und an Genehmigungen in der EU, in China und in den USA gebunden.[3] Die EU-Kommission hatte im März ohne Auflagen zugestimmt, China und die USA standen Ende Oktober noch aus.

Der ABB-Robotik-Verkauf auf einen Blick
Kaufpreis, Größe der Sparte und Stand der Genehmigungen
4,7 Mrd. €
Kaufpreis: 5,375 Mrd. Dollar, umgerechnet zum Kurs von 0,87
2,0 Mrd. €
Umsatz der Sparte 2024: 2,3 Mrd. Dollar, rund 7 Prozent des ABB-Konzerns
7.000
Beschäftigte, die nach der Blockade vorerst bei ABB bleiben
Stand der Genehmigungen
08.10.2025
SoftBank und ABB unterzeichnen den Kaufvertrag
März 2026
Die EU-Kommission genehmigt den Kauf ohne Auflagen
Ende Oktober
Zustimmung aus China und den USA steht noch aus
05.11.2026
Laut FT lässt Chinas Planungsbehörde den Kauf nicht zu

Warum hängt der Verkauf an Peking?

China ist der größte Einzelmarkt der ABB-Roboter, die Sparte setzte 2024 rund 2,3 Mrd. Dollar (2,0 Mrd. Euro) um, rund 7 Prozent des Konzerns.[2] Ein Einspruch dort ist damit kein Formalfall: Ohne Chinas Genehmigung lässt sich der Verkauf laut Vertrag nicht vollziehen.[3]

Einen Präzedenzfall liefert Intel. Der Konzern wollte 2023 den israelischen Chiphersteller Tower Semiconductor für 5,4 Mrd. Dollar (4,7 Mrd. Euro) kaufen. Chinas Zustimmung blieb bis zum Fristende aus, der Kauf platzte, und Intel zahlte 353 Mio. Dollar (307 Mio. Euro) Abbruchgebühr.[5]

Roboterdaten sind Geopolitik. Käufer sollten Pekings Zustimmung einplanen, bevor sie unterschreiben.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Zitat teilen

Was bedeutet das für Unternehmen im DACH-Raum?

Für Betriebe mit ABB-Robotern ändert sich zunächst nichts: Die Sparte bleibt beim Schweizer Konzern, Verträge, Ersatzteile und Service laufen weiter. Offen ist, was ABB nun mit ihr vorhat. Den geplanten Börsengang der Sparte hatte ABB mit dem Verkauf abgesagt, ob er wieder aufgenommen wird, ist offen.[3] SoftBank hatte zudem ihren Anteil an Boston Dynamics verkauft.

Praktisch lohnt der Blick auf die Betriebsdaten. Der EU Data Act gibt Nutzern vernetzter Produkte seit dem 12. September 2025 Zugriff auf die Daten, die ihre Maschinen erzeugen.[4] Wer Roboter einsetzt, sollte von seinem Lieferanten schriftlich wissen, wo diese Daten liegen und wer sie für KI-Training nutzen darf. Einen Überblick über den Markt liefert unser Ratgeber Robotik 2026, zu Sons weiteren Plänen die Meldung zum Malaysia-Plan.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Financial Times: „China blocks SoftBank’s $5.4bn takeover of ABB’s robotics division“ (05.11.2026, englisch, hinter Bezahlschranke; ohne abrufbaren Direktlink, Angaben nach der Wiedergabe unter [2])
  2. BloombergChina Blocks SoftBank Acquisition of ABB Robot Unit, FT Says (05.11.2026, englisch)
  3. SoftBank GroupAcquisition of ABB Ltd’s Robotics Business, Mitteilung an die Börse Singapur (08.10.2025, englisch)
  4. Amtsblatt der Europäischen UnionVerordnung (EU) 2023/2854 (Data Act)
  5. FortuneBericht über das Ende der Übernahme von Tower Semiconductor durch Intel (16.08.2023, englisch)

Mehr Newshunger?

4,5 16 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Dr. Web Newsletter

Jede Woche ein bisschen klüger.

Der Dr. Web Newsletter: die besten Artikel, Anbieter-Tipps und neue Tools, kompakt zusammengefasst, jeden Donnerstag. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.