Nur 2.021 statt 2.576 Megawatt hat Nordex im dritten Quartal installiert. Der Umsatz stieg trotzdem um 28,2 Prozent, der Auftragsbestand auf 19,3 Milliarden Euro. Als Gründe nennt der Hersteller Verzögerungen bei Kunden, verspätete Transportgenehmigungen und verschobene Rotorblätter in der Türkei.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenInhalt 4 Abschnitte
Der Hamburger Turbinenhersteller Nordex hat am 5. November seine vollständigen Zahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht.[1] Die Margenprognose und den Auftragseingang hatte der Konzern schon im Oktober gemeldet. Neu sind die Installationen, die Produktion und der Auftragsbestand.
Das Wichtigste in Kürze
- Nordex installierte 331 Turbinen mit 2.021 Megawatt, im Vorjahresquartal waren es 420 Turbinen mit 2.576 Megawatt.
- Der Auftragsbestand wuchs binnen eines Jahres von 14,9 auf 19,3 Milliarden Euro.
- Der Überschuss stieg von 51,7 auf 147,1 Millionen Euro, die Service-Marge liegt bei 20,6 Prozent.
- Die Jahresprognose für die EBITDA-Marge steht bei 11,5 bis 12,5 Prozent.
Warum baut Nordex weniger, obwohl der Gewinn steigt?

Die installierte Leistung sank um rund 21,5 Prozent. Nordex installierte Turbinen in 15 Ländern, im Vorjahr waren es 16. Auf Europa entfielen 79 Prozent der Leistung, auf Nordamerika 21 Prozent.[1] Die Ursachen liegen laut Nordex bei Kunden, die Termine verschoben haben, bei verspäteten Transportgenehmigungen und bei Rotorblättern in der Türkei, die später fertig wurden.[1]
Die Turbinenproduktion sank um 7 Prozent auf 2.363 Megawatt, was laut Nordex zur Projektplanung passt.[1] Die Hürden liegen damit auf der Baustelle und bei den Genehmigungen, nicht im Auftragsbuch. Der Umsatz wuchs im selben Quartal um 28,2 Prozent auf 2,19 Milliarden Euro.[1] Wie beides zusammenpasst, erklärt die Mitteilung nicht. Denkbar ist, dass Nordex Projekte nach Baufortschritt bucht und nicht erst bei der Inbetriebnahme. Diese Annahme stammt von der Redaktion, die Mitteilung belegt sie nicht.
Wie empfindlich Windprojekte auf Verschiebungen reagieren, zeigte im Oktober PNE, das die Ergebnisprognose um gut ein Drittel senkte, weil Parkverkäufe ins Jahr 2027 rutschen.
Was steckt im Auftragsbestand von 19,3 Milliarden Euro?
Der Auftragsbestand zum 30. September teilt sich in 12,2 Milliarden Euro für Projekte und 7,1 Milliarden Euro für Service. Ein Jahr zuvor waren es 9,3 und 5,6 Milliarden Euro.[1] Der Auftragseingang im Service wuchs im Quartal um 80,5 Prozent auf 517,6 Millionen Euro.[1]
Beim Preis bleibt Nordex nahe am Vorjahr: Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 0,90 Millionen Euro je Megawatt, nach 0,93 Millionen Euro.[1] Die Service-Marge auf das EBIT erreichte 20,6 Prozent und übertrifft damit das Ziel von 20 Prozent. Die EBIT-Marge im Projektgeschäft stieg um 2,0 Punkte auf 13,1 Prozent.[1] Wartungsverträge laufen über Jahre weiter, auch wenn sich ein Aufbau verschiebt.
Nordex verdient am Bestand, nicht am Bautempo: Der Service wächst, während die Kräne warten.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Betreiber und Entscheider im DACH-Raum?
In Deutschland bleiben die Ausschreibungen überzeichnet. Zur Ausschreibungsrunde vom 1. August gingen 461 Gebote über 5.250 Megawatt ein, ausgeschrieben waren 2.520 Megawatt.[2] Der durchschnittliche Zuschlagswert sank auf 4,79 Cent je Kilowattstunde, nach 5,06 Cent in der Vorrunde.[2] Gebotstermin der nächsten Runde war der 1. November.[2]
Ein Zuschlag bringt noch keine Turbine ans Netz. Betreiber, die 2027 einspeisen wollen, sollten Liefertermin, Transportgenehmigung und die Folgen eines Verzugs im Vertrag klären und die Genehmigung für Schwertransporte früh beantragen. Standorte mit wenig Wind erschließt Nordex mit der N193/7.X, weitere Hintergründe liefert der Beitrag zur Windkraft.
Quellen
2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
Mehr Newshunger?
- Nordex-Auftragseingang steigt um 29,5 Prozent: Die Türkei bestellt mehr als Deutschland
- Nordex hebt die Margenprognose für 2026 auf 11,5 bis 12,5 Prozent an
- Repowering in Hessen: Fünf alte Windräder, mehr als zehnfache Leistung
- Continental baut einen eigenen Windpark für sein Reifenwerk in Korbach
- 365 Meter: Das höchste Windrad der Welt steht in Schipkau
- Offshore-Wind: Studie sieht zwei Drittel der Jobs in Gefahr, Steelwind rechnet mit Kurzarbeit
