Eine ChatGPT-Antwort mit Websuche zählt bei OpenAI als eine Suche, auch wenn niemand eine Suchmaschine geöffnet hat. Nach dieser Zählweise erreicht ChatGPT ein Fünftel von Googles Suchvolumen. Wöchentlich nutzen 1,2 Milliarden Menschen den Dienst. Für Betreiber von Websites zählt weniger der Vergleich als die Frage, wie viele dieser Antworten auf ihre Seite verlinken.
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Adam Fry, Produktchef für ChatGPT im Verbrauchergeschäft von OpenAI, hat das Suchvolumen des Dienstes im Gespräch mit Alex Kantrowitz von Big Technology auf etwa ein Fünftel von Googles beziffert.[1] Das Transkript erschien am 3. November.[2] Welche Google-Zahl er zugrunde legt, hat Fry nicht gesagt, belegt ist die Angabe bisher nur durch seine Aussage.
Das Wichtigste in Kürze
- OpenAI zählt jede Frage, bei der ChatGPT das Web durchsucht, als Suche, und kommt so auf rund ein Fünftel von Googles Volumen.
- Die wöchentlich aktiven Nutzer stiegen laut Fry in zwei Monaten von einer auf 1,2 Milliarden.
- Ahrefs rechnete im Februar mit einer anderen Methode auf rund 12 Prozent.
- Beim Website-Traffic kamen laut Ahrefs 0,21 Prozent von ChatGPT und 39,98 Prozent von Google.
Was zählt OpenAI als Suche?

Frys Definition ist weit: „Jedes Mal, wenn Sie eine Frage stellen und im Web suchen, ist das eine Suche.“[1] ChatGPT diente anfangs vor allem als Schreib- und Programmierhilfe. Inzwischen recherchiert der Dienst bei Fragen zu Personen, Orten, Finanzen und Gesundheit im Web, weil dort aktuelle Angaben gefragt sind.[1] Die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer sei in den letzten zwei Monaten von einer auf 1,2 Milliarden gestiegen, sagte Fry.[1]
Rechnerisch ergibt ein Fünftel eine Billion Suchen im Jahr, wenn man die fünf Billionen Suchen zugrunde legt, die Google 2025 für sich nannte.[3] Fry hat weder Basis noch Zeitraum noch Region seines Vergleichs genannt.[2] Offen bleibt auch, ob mehrere Websuchen innerhalb einer einzigen Antwort einzeln zählen. Aus den Berichten über das Gespräch geht das nicht hervor.
Wie belastbar ist der Vergleich?
Ahrefs-Autor Patrick Stox kam im Februar auf rund 12 Prozent von Googles Volumen. Grundlage waren etwa 2,5 Milliarden ChatGPT-Prompts am Tag (Stand Juli 2025) und seine Einschätzung, dass 65 Prozent davon Fragen sind, die man früher bei Google gestellt hätte.[3] Die Ausgangswerte stammen aus verschiedenen Monaten. Die Einordnung der Prompts nennt der Autor selbst subjektiv.[3]
Nach Ahrefs Web Analytics kamen auf 76.000 untersuchten Websites 39,98 Prozent des Traffics von Google und 0,21 Prozent von ChatGPT, ein Zeitraum ist nicht angegeben.[3] Das sind Daten eines Anbieters aus der eigenen Stichprobe, kein Marktdurchschnitt. Sie passen aber zum Muster, das Google Zero beschreibt: Eine Antwort, die den Inhalt gleich liefert, schickt keinen Besucher mehr weiter.
Was jede Zahl misst
Die Zeile „Rechnerisch“ verbindet Frys Anteil mit Googles Angabe von 2025, sie ist keine Messung. Ahrefs mischt Daten aus Januar und Juli 2025, die Einordnung der Prompts ist laut Autor subjektiv.
Ein Fünftel der Suchen ist noch lange kein Fünftel der Besucher.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Betreiber jetzt prüfen?
- Verweise zählen: In der Webanalyse nach Besuchen mit chatgpt.com als Referrer filtern und deren Anteil an allen Besuchen ausrechnen. Erst diese Zahl zeigt, was die Suchen für die eigene Website bedeuten.
- Suchcrawler zulassen: OpenAI trennt den Suchcrawler OAI-SearchBot vom Trainingscrawler GPTBot. Gesperrte Websites berücksichtigt ChatGPT in den Suchantworten nicht, Änderungen an der robots.txt greifen laut OpenAI nach rund 24 Stunden.[4]
- Training getrennt entscheiden: GPTBot steuert nur das Training. Eine gemeinsame Regel von Google, Bing und OpenAI dafür ist geplant.
- Sichtbarkeit beobachten: Wie sich Erwähnungen in ChatGPT messen lassen, beschreibt der Beitrag zum blinden Fleck im Reporting.
Ob Frys Zahl für Deutschland gilt, hat OpenAI nicht gesagt. Googles KI-Funktionen weist die Search Console weiterhin nicht einzeln aus, Klicks bleiben dort unsichtbar. ChatGPT-Besuche erkennt die Webanalyse dagegen am Referrer chatgpt.com. Die Grundlagen fasst der GEO-Ratgeber zusammen, den Unterbau liefern die SEO-Grundlagen.
FAQ: ChatGPT erreicht laut OpenAI ein Fünftel von Googles Suchvolumen
Wie viel Suchvolumen hat ChatGPT im Vergleich zu Google?
Laut OpenAI-Produktchef Adam Fry erhält ChatGPT etwa ein Fünftel so viele suchartige Anfragen wie Google. Ahrefs schätzte im Februar auf Basis eigener Annahmen rund 12 Prozent. Beide Angaben stammen von Anbietern.
Was zählt OpenAI als Suche?
Fry zufolge zählt jede Frage, bei der ChatGPT im Web sucht. Das umfasst Fragen zu Personen, Orten, Finanzen und Gesundheit. Ob mehrere Websuchen innerhalb einer Antwort einzeln zählen, ist nicht bekannt.
Schickt ChatGPT viele Besucher auf Websites?
Laut Ahrefs kamen auf 76.000 untersuchten Websites 0,21 Prozent des Traffics von ChatGPT und 39,98 Prozent von Google. Der Zeitraum ist nicht angegeben, es handelt sich um Anbieterdaten und keinen Marktdurchschnitt.
Wie erscheint meine Website in ChatGPT-Suchantworten?
Der Suchcrawler OAI-SearchBot darf in der robots.txt nicht gesperrt sein. Gesperrte Websites berücksichtigt ChatGPT laut OpenAI in den Suchantworten nicht, Änderungen greifen nach rund 24 Stunden. Der Trainingscrawler GPTBot ist davon getrennt.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Search Engine RoundtableOpenAI Says ChatGPT Is At 20% Of Google Search Volume, 4. November 2026, mit Zitaten aus dem Interview von Alex Kantrowitz (Big Technology) mit Adam Fry
- Search Engine JournalGoogle’s Search Volume Is About 5x ChatGPT’s, OpenAI Says
- AhrefsChatGPT Has 12% of Google’s Search Volume but Google Sends 190x More Traffic to Websites
- OpenAIOverview of OpenAI Crawlers, Dokumentation, abgerufen am 4. November 2026
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