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HP bekommt mit Emma Walmsley eine Chefin, die bisher Impfstoffe statt Notebooks verantwortet hat. Die frühere GSK-Chefin übernimmt den Konzern am 4. Januar 2027 von Bruce Broussard, der ihn seit Februar kommissarisch leitet. Walmsley führt künftig ein Geschäft, in dem der Umsatz mit PCs um 18 Prozent wuchs, obwohl HP 16 Prozent weniger Geräte verkaufte.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was übernimmt die neue Chefin?
  2. Warum holt HP eine Pharmamanagerin?
  3. Was heißt das für die Hardware-Beschaffung?
  4. Mehr Newshunger?

HP hat am 4. November die frühere GSK-Chefin Emma Walmsley zur CEO ernannt. Der Verwaltungsrat entschied einstimmig, sie tritt am 4. Januar 2027 an.[1] Bruce Broussard leitet den Konzern bis dahin weiter, seit Februar kommissarisch, nachdem Enrique Lores zu PayPal gewechselt war.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Walmsley leitete GSK von April 2017 bis Dezember 2025, davor arbeitete sie 17 Jahre bei L’Oréal. Erfahrung mit Computerhardware bringt sie laut Reuters nicht mit.
  • Broussard wird am 4. Januar Vorsitzender des Verwaltungsrats und löst Chip Bergh ab, der den Posten seit 2017 innehat.
  • Im Geschäftsquartal von Mai bis Juli stieg der Umsatz auf 13,6 Mrd. Euro, während die Zahl der verkauften PCs um 16 Prozent sank.
  • Für das Geschäftsjahr 2027 nennt HP keine Prognose.

Was übernimmt die neue Chefin?

Weißer Laptop mit orangefarbener Speicherkarte und „Neue Chefin“-Etikett auf hellem Grund
HP erzielte im Quartal Mai bis Juli 13,6 Mrd. Euro Umsatz, 12,5 Prozent mehr als Vorjahr. PC-Geschäft wuchs um 18 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro, Druckersparte sank um 2 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro

HP setzte im Geschäftsquartal von Mai bis Juli 13,6 Mrd. Euro um, 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (15,68 Mrd. Dollar, Kurs 0,87).[2] Das PC-Geschäft wuchs um 18 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro, die Druckersparte schrumpfte um 2 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro.[2] Der Absatz an PCs lag laut Reuters zugleich 16 Prozent niedriger.[3] Grob gerechnet lag der Umsatz je verkauftem Gerät damit gut 40 Prozent über dem Vorjahr.

Die Ursache ist die Speicherknappheit: KI-Rechenzentren beanspruchen einen großen Teil der verfügbaren Chips, auch Dell, Apple und Lenovo spüren das.[3] HP verkaufte vor allem teurere Geräte, darunter PCs mit KI-Funktionen. Die steigenden Chippreise (Chipflation) haben Arbeitsspeicher fünfmal so teuer gemacht, und Apple rechnet deshalb mit geringerer Marge.

Ein Teil des Ergebnisses stammt zudem nicht aus dem laufenden Geschäft. Zollrückerstattungen brachten rund 10 Cent je Aktie, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,72 Euro (0,83 Dollar).[2] Für 2027 rechnet HP laut Reuters mit einem Rückgang der PC-Stückzahlen im Markt im mittleren einstelligen Prozentbereich und verzichtet auf eine Prognose.[3]

Warum holt HP eine Pharmamanagerin?

Verwaltungsratschef Chip Bergh sagte, Walmsley habe sich „durch die Stärke ihrer Führungserfahrung in mehreren Branchen“ abgehoben.[1] Bei GSK richtete sie den Konzern auf Spezialmedikamente und Impfstoffe aus, nachdem die Sparte für rezeptfreie Gesundheitsprodukte abgespalten worden war.[1] Ob HP ähnlich umgebaut werden soll, lässt die Mitteilung offen. Ein Quereinstieg ist kein Einzelfall: Auch bei Redcare Pharmacy kommt der neue CEO nicht aus der Apothekenbranche.

Seit sieben Jahren sitzt Walmsley im Verwaltungsrat von Microsoft, dessen Windows auf einem Großteil der HP-Rechner läuft.[1] Ob sie das Mandat behält, ist offen.

Die Speicherknappheit trifft alle PC-Hersteller. Am besten steht der Hersteller da, dem es gelingt, höhere Preise gegenüber den Kunden durchzusetzen.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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HP vor dem Chefwechsel in Zahlen
Geschäftsquartal von Mai bis Juli 2026 und der Zeitplan der Nachfolge
13,6 Mrd. €
Konzernumsatz im Quartal, 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (Kurs 0,87)
+18 % Umsatz
im PC-Geschäft (10,2 Mrd. €), bei 16 Prozent weniger verkauften Geräten
rund 10 Cent
Gewinn je Aktie stammen aus Zollrückerstattungen, bei einem bereinigten Ergebnis von 0,72 €
2,6 bis 2,8 Mrd. €
erwarteter freier Cashflow im Geschäftsjahr 2026, eine Prognose für 2027 gibt HP nicht ab
Der Weg zur neuen Spitze
Februar 2026
Enrique Lores wechselt zu PayPal, Bruce Broussard übernimmt kommissarisch
31. Juli 2026
Quartalsende mit Rekordumsatz, aber 16 Prozent weniger verkauften PCs
4. November 2026
Der Verwaltungsrat ernennt Emma Walmsley einstimmig
4. Januar 2027
Amtsantritt, Broussard wird Vorsitzender des Verwaltungsrats

Was heißt das für die Hardware-Beschaffung?

Die Leitung wechselt, die Knappheit bleibt. Unternehmen mit Bedarf an Notebooks oder Arbeitsplatzrechnern für 2027 sichern diesen besser früh ab und holen Angebote schriftlich mit Gültigkeitsdauer ein. Ein Rahmenvertrag mit festem Preis begrenzt das Risiko. Eine Alternative sind aufbereitete Notebooks und PCs, deren Preise weniger stark vom Speichermarkt abhängen.

Wie HP und Dell ihr Geld verdienen, erklären die Porträts zu HP und Dell.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. HPHP Inc. Appoints Emma Walmsley as Chief Executive Officer (Mitteilung vom 4. November 2026)
  2. HPErgebnisbericht zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Form 8-K, Quartal bis)31.07.2026
  3. ReutersHP taps ex-GSK boss Emma Walmsley as CEO amid sales crunch (4. November 2026, Fassung von TimesLIVE)

Mehr Newshunger?

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