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Arm hat im Quartal bis Ende September 1,44 Milliarden Dollar umgesetzt, umgerechnet 1,25 Milliarden Euro und 27 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Lizenzeinnahmen stiegen um 50 Prozent, die Abgaben je verkauftem Chip wuchsen nur um 8 Prozent. Für das Quartal bis Ende Dezember erwartet der Konzern 1,54 Milliarden Dollar Umsatz.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Warum verdient Arm mehr an Lizenzen als an Chips?
  2. Was hat Arm mit dem eigenen Chip vor?
  3. Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?
  4. Mehr Newshunger?

Arm hat am 4. November die Zahlen für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2027 (endet im März 2027) vorgelegt.[1] Analysten hatten laut Reuters mit 1,20 Milliarden Euro Umsatz gerechnet (Kurs 0,87 Euro je Dollar, Stand 4. November 2026) und mit 627 Millionen Euro Abgaben je verkauftem Chip.[2] Die Aktie gab nachbörslich um rund 1 Prozent nach.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lizenzeinnahmen stiegen auf 673 Millionen Euro (plus 50 Prozent), die Abgaben je verkauftem Chip auf 583 Millionen Euro (plus 8 Prozent).
  • Mit dem ersten eigenen Prozessor für Rechenzentren erwartet Arm bis zu 1,74 Milliarden Euro Umsatz in den Geschäftsjahren 2027 und 2028.
  • Die Gebühren für Server-Chips verdoppelten sich, bei Smartphone-Chips stagnierten sie.
  • Für das Quartal bis Ende Dezember erwartet Arm 1,34 Milliarden Euro Umsatz, die Stückgebühren sollen nur um wenige Prozent wachsen.

Warum verdient Arm mehr an Lizenzen als an Chips?

Ein Mikrochip mit einem orangefarbenen Aufkleber, auf dem „Vorkasse“ steht
Arm verdient durch Lizenzgebühren und Stückgebühren an Prozessorarchitekturen. Im Quartal brachten Lizenzen 673 Millionen Euro, Stückgebühren 583 Millionen Euro ein

Arm entwirft Prozessorarchitekturen und verdient daran zweimal: Kunden wie Qualcomm oder Amazon zahlen vorab eine Lizenzgebühr und später eine Stückgebühr für jeden verkauften Chip. Im Quartal brachten Lizenzen 673 Millionen Euro ein, Stückgebühren 583 Millionen Euro.[1] Finanzchef Jason Child sagte, die Lizenzen lägen rund 87 Millionen Euro über Arms Erwartung, weil Kunden Abschlüsse früher unterschrieben als geplant.[3]

Gut ein Viertel der Lizenzeinnahmen, 182 Millionen Euro, stammt vom Mehrheitseigner SoftBank.[3] Nach Childs Erfahrung folgen aus Lizenzabschlüssen zwölf bis 24 Monate später Aufträge. Die Lizenzen von heute sind also der Frühindikator für die Chips von übermorgen.[3]

Im Rechenzentrum verdoppelten sich die Stückgebühren, bei Smartphone-Chips stagnierten sie laut Child, weil höhere Speicherpreise vor allem Mittelklasse- und Einsteigergeräte bremsen.[3] Qualcomm setzte im selben Zeitraum 26 Prozent weniger mit Smartphone-Chips um. Die Chipflation hat auch Intel getroffen.

Was hat Arm mit dem eigenen Chip vor?

Im März hat Arm angekündigt, selbst Chips zu verkaufen. Der Prozessor namens AGI CPU ist für Rechenzentren gedacht, bei der Vorstellung hatte Arm bereits Bestellungen über 1 Milliarde Dollar.[2] Jetzt rechnet Arm mit bis zu 1,74 Milliarden Euro (2 Milliarden Dollar) in den Geschäftsjahren 2027 und 2028.[1] Firmenchef Rene Haas nennt dieses Ziel „sehr gut erreichbar“.[2] Größter Kunde ist laut Haas Meta, erste Auslieferungen sind für das Quartal bis Ende März 2027 geplant.[3]

Damit ändert sich Arms Rolle: Bisher verkaufte der Konzern Entwürfe, nun konkurriert er mit eigenen Kunden. Wie heikel das ist, zeigt der Streit mit Qualcomm, in dem Geschworene in Delaware im Oktober einen Vertragsbruch Arms feststellten. Gegen den Serverprozessor EPYC 9755 von AMD, dessen Quartalszahlen am Vortag erschienen, nennt Arm einen Test von Signal65 mit doppelter Leistung je Serverschrank. Das ist eine Herstellerangabe.

Arm verdient am KI-Boom schon beim Lizenzabschluss, an Smartphones erst beim Verkauf.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Arm im Quartal bis Ende September 2026
Umsatz, Lizenzen, Stückgebühren und das Ziel für den eigenen Chip
1,25 Mrd. €
Umsatz, 27 Prozent mehr als vor einem Jahr
673 Mio. €
Lizenzeinnahmen, plus 50 Prozent
583 Mio. €
Abgaben je verkauftem Chip, plus 8 Prozent
bis 1,74 Mrd. €
erwarteter Umsatz mit dem eigenen Server-Chip bis 2028
Arm-Anteil in Servern der größten Cloud-Anbieter
2024
15 Prozent
2025
über 50 Prozent
Ende 2026
über 60 Prozent erwartet

Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?

Der Arm-Anteil an den Servern der größten Cloud-Anbieter lag 2025 laut Haas bei über 50 Prozent, bei Amazon als Graviton-Prozessor.[1] Unternehmen mit gemieteter Rechenleistung können virtuelle Server mit Arm-Chips im Preis mit den bisherigen Angeboten vergleichen. Voraussetzung ist, dass es die eigene Software für die Arm-Architektur gibt. Mehr zum Geschäftsmodell steht im Porträt Arm: Wie verdient man an fast jedem Chip?

Bei Geräten gilt das Gegenteil: Weil Speicher knapp bleibt, sollten Mittelständler Rahmenverträge für Smartphones und Notebooks früh verlängern und Preise festschreiben. Arm-PCs machen laut Arm bereits rund 20 Prozent der weltweit ausgelieferten PCs aus.[1] Für den Gerätetausch 2027 sollten Sie deshalb prüfen, ob die Büro-Software auf Arm-Notebooks läuft.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Arm NewsroomArm delivers a record second quarter, reaching $1.44 billion in total revenue04.11.2026
  2. ReutersArm beats second-quarter revenue estimates on AI and data-center demand (4. November 2026, Analystenschätzungen von LSEG, abgerufen über Investing.com)
  3. Arm Investor RelationsTelefonkonferenz zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 202704.11.2026

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