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AMD hat im dritten Quartal 13,4 Milliarden Dollar umgesetzt, umgerechnet 11,6 Milliarden Euro und 45 Prozent mehr als vor einem Jahr. Für das Schlussquartal erwartet der Chipkonzern rund 17 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 16,2 Milliarden gerechnet. Für den PC-Markt rechnet AMD 2027 dagegen mit einem zweistelligen Rückgang der Stückzahlen.

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Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was treibt das Rechenzentrumsgeschäft?
  2. Warum schwächelt das Geschäft mit PCs und Konsolen?
  3. Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?
  4. Mehr Newshunger?

AMD hat am Dienstagabend nach Börsenschluss in New York die Zahlen für das Quartal bis Ende September vorgelegt.[1] Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs um 97 Prozent auf 7,43 Milliarden Euro (Kurs 0,87 Euro je Dollar, Stand 3. November 2026) und brachte fast zwei Drittel des Umsatzes. Die Aktie stieg nachbörslich um rund 8 Prozent.[2]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gewinn stieg auf 2,11 Milliarden Euro, fast doppelt so viel wie vor einem Jahr.
  • Für das vierte Quartal erwartet AMD 14,8 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von rund 66 Prozent.
  • Die Sparte mit Konsolen- und Grafikchips verlor 40 Prozent Umsatz.
  • Lisa Su rechnet damit, dass sich der Umsatz mit Serverchips 2027 verdoppelt.

Was treibt das Rechenzentrumsgeschäft?

Weißer Metallschrank, eine Schublade geöffnet mit Inhalt und Etikett vor weißem Hintergrund
AMD bietet Instinct-Grafikprozessoren und EPYC-Server-CPUs als Komplettsystem Helios an, das bei Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle im Einsatz ist

AMD verkauft dort zwei Produktfamilien: Instinct-Grafikprozessoren für KI und EPYC-Prozessoren für Server. Inzwischen liefert der Konzern beides zusammen als Komplettsystem für den Serverschrank. Auf diesem System namens Helios rechnen laut AMD bereits Anthropic, Meta, Microsoft, OpenAI und Oracle.[1] Bei Anthropic ist AMD zugleich Geldgeber und hat bis zu 4,35 Milliarden Euro Beteiligung zugesagt. Im vierten Quartal soll das KI-Geschäft erstmals mehr Umsatz bringen als die Serverprozessoren, sagte Firmenchefin Lisa Su in der Telefonkonferenz.[3]

Auch die Serverprozessoren legen zu, weil KI-Agenten Werkzeuge aufrufen, Daten abfragen und Code ausführen. Diese Arbeit läuft auf klassischen Prozessoren. Su nannte Agenten die wichtigste neue Anwendung für Prozessoren in der Cloud. Um dieselben Kunden wirbt Nvidia mit seiner Vera-CPU für KI-Agenten. Die Nachfrage sei größer als das Angebot, räumte Su ein. AMD arbeite mit Zulieferern an mehr Kapazität bei Wafern, Substraten, Chip-Packaging und Speicher.[3]

Warum schwächelt das Geschäft mit PCs und Konsolen?

Der Umsatz mit Konsolen- und Grafikchips fiel um 40 Prozent auf 673 Millionen Euro, weil Konsolenhersteller gegen Ende des Konsolenzyklus weniger Chips abnehmen. AMD hatte damit gerechnet. PC-Prozessoren legten noch um 7 Prozent zu.[1] Teurer Speicher und andere teurere Bauteile hätten die Nachfrage gedämpft, sagte Su. Für 2027 plane AMD mit einem zweistelligen Rückgang der verkauften PCs.[3]

Die Ursache liegt bei den Speicherherstellern. Sie verlagern Kapazität auf Speicher für KI-Rechenzentren, im deutschen Handel kostet DDR5-Arbeitsspeicher inzwischen das 5,6-Fache. Die Intel-Aktie verlor deshalb Ende Oktober nachbörslich 21 Prozent, Apple erwartet aus demselben Grund eine geringere Marge. AMD verkraftet den Druck, weil das Servergeschäft den Rückgang um ein Vielfaches ausgleicht.

Der KI-Boom verdoppelt AMDs Servergeschäft und macht zugleich das Notebook im Büro teurer.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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AMD im dritten Quartal 2026
Quartal bis Ende September und Ausblick auf das vierte Quartal
11,64 Mrd. €
Umsatz, 45 Prozent mehr als vor einem Jahr
7,43 Mrd. €
Umsatz im Rechenzentrum, plus 97 Prozent
64 %
Anteil des Rechenzentrums am Umsatz
−40 %
Umsatz mit Konsolen- und Grafikchips, nun 673 Mio. €
Umsatz je Quartal
Q3 2025
8,04 Mrd. € (9,25 Mrd. Dollar)
Q2 2026
10,04 Mrd. € (11,54 Mrd. Dollar)
Q3 2026
11,64 Mrd. € (13,38 Mrd. Dollar)
Q4 2026
rund 14,79 Mrd. € erwartet (17 Mrd. Dollar)

Was bedeutet das für Unternehmen in Europa?

Auch die öffentliche Forschung in Europa setzt auf AMD. Die EU-Initiative EuroHPC hat für ihren KI-Supercomputer LUMI-AI Instinct-Chips vom Typ MI430X und EPYC-Prozessoren ausgewählt.[1] Google Cloud und Microsoft bieten neue speicherstarke Cloud-Instanzen mit EPYC-Prozessoren an. Wie AMD als ewiger Zweiter Geld verdient, zeigt unser Geschäftsmodell-Porträt.

Mittelständler sollten den Rechnertausch für 2027 jetzt einplanen und Preise für Notebooks und Arbeitsplatzrechner in Rahmenverträgen festschreiben. Firmen, die Rechenleistung in der Cloud mieten, können Angebote mit AMD- und Nvidia-Chips nebeneinanderlegen. Knappe Bauteile treffen beide Anbieter, AMD stockt deshalb seine Investitionen in Taiwan auf.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AMD Investor RelationsAMD Reports Third Quarter 2026 Financial Results03.11.2026
  2. CNBCAMD stock jumps 8% on earnings as data center revenue nearly doubles (3. November 2026, Analystenschätzungen von LSEG)
  3. AMD Investor RelationsTelefonkonferenz zum dritten Quartal 202603.11.2026

Mehr Newshunger?

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