Meta hat laut The Information zusammen mit dem Shanghaier Start-up Fourier einen humanoiden Roboter gebaut, eine zweite Version sei bereits in Arbeit. Neue Robotermodelle aus dem Ausland lässt die US-Behörde FCC seit Juli nur noch mit Genehmigung des Kriegsministeriums zu. Für einen in China gefertigten Roboter bräuchte Meta in den USA also eine Ausnahme.
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Rund 48 Kilogramm wiegt der Prototyp, den Meta laut The Information in drei Monaten zusammen mit Fourier gebaut hat. Der Roboter heißt intern „Max“, an einer zweiten Version arbeite der Konzern bereits, schreibt das US-Medium unter Berufung auf mit dem Projekt vertraute Personen.[1] Reuters konnte den Bericht nach eigenen Angaben zunächst nicht bestätigen. Laut The Information will Meta diese Geräte derzeit nicht an Verbraucher verkaufen, einen Zeitplan für ein Produkt nennt der Konzern nicht. Weder Meta noch Fourier haben das Projekt bisher selbst angekündigt. Stand: Samstag, 31. Oktober 2026, 18:00 Uhr.
Das Wichtigste in Kürze
- Meta hat laut The Information mit Fourier aus Shanghai einen humanoiden Prototyp namens „Max“ gebaut, eine zweite Version ist in Arbeit.
- Ein Verkauf an Verbraucher ist laut dem Bericht derzeit nicht geplant, einen Zeitplan für ein Produkt nennt Meta nicht.
- Seit dem 28. Juli 2026 bekommen neue Modelle im Ausland gefertigter mobiler Roboter in den USA keine FCC-Zulassung mehr, außer das US-Kriegsministerium erteilt eine Ausnahme.
- Die EU kennt keine solche Herkunftsregel, ab dem 20. Januar 2027 gilt hier die neue Maschinenverordnung.
Warum holt sich Meta einen Partner aus China?

Meta baut seine Robotik-Sparte seit Anfang 2025 auf. Im Februar 2025 berichteten Bloomberg und The Information über ein internes Schreiben von Technikchef Andrew Bosworth: Der frühere Cruise-Chef Marc Whitten sollte in der Sparte Reality Labs humanoide Roboter für den Haushalt entwickeln, gesteuert von Metas KI-Modellen. Im Mai 2026 übernahm Meta das Start-up Assured Robot Intelligence, das Grundlagenmodelle für Humanoide entwickelte. Dessen Gründer Lerrel Pinto und Xiaolong Wang arbeiten seither in Metas Superintelligence Labs.
Auch an der Steuerung forscht Meta seit Längerem. Mit dem KI-Modell V-JEPA 2 zeigte der Konzern im Juni 2025, wie ein Roboter aus Videos die Bewegung von Gegenständen lernt und sie danach greift. Einen eigenen Roboter hat Meta bis heute nicht vorgestellt.
Erfahrung mit Humanoiden bringt Fourier mit. Das Unternehmen aus Shanghai entstand 2015, baute zunächst Reha-Roboter und Exoskelette, zeigte 2023 seinen ersten Humanoiden GR-1 und stellte im Januar 2026 auf der CES den Prototyp GR-3 für Pflege und Betreuung vor.[3] Ein Partner mit fertigen Gelenkantrieben, Akkus und Steuerungen kann den Weg zum ersten Prototyp verkürzen. Welche Teile von „Max“ aus Fouriers Baukasten stammen, geht aus den bisherigen Berichten nicht hervor.
Wie weit die Lieferkette für Humanoide schon in China liegt, zeigt auch Schaeffler: Der Zulieferer lässt in Taicang Humanoide die Gelenkmodule für andere Humanoide montieren. Figure AI geht den umgekehrten Weg und fertigt seinen Haushaltsroboter in eigener Serie.
Was bedeutet die US-Sperre für Roboter aus dem Ausland?
Seit dem 28. Juli 2026 stehen im Ausland gefertigte, vernetzte Roboter auf der Sperrliste der US-Telekombehörde FCC, der sogenannten Covered List. Geräte auf dieser Liste erhalten keine neue FCC-Zulassung und dürfen ohne sie in den USA weder eingeführt noch verkauft werden. Eine Ausnahme kann nur das US-Kriegsministerium erteilen.[2] Erfasst sind mobile Roboter ab zwei Kilogramm mit Sensoren, Datenverbindung und Steuersoftware, Humanoide eingeschlossen. Fest montierte Industrieroboter, Autos und Drohnen sind ausgenommen, bereits zugelassene Modelle bleiben erlaubt.[4]
Die US-Regierung begründet die Sperre mit Datenabfluss und Fernzugriff. Vernetzte Roboter sammelten laut der von der FCC veröffentlichten Begründung Daten, mit denen sich Amerikaner überwachen ließen, und könnten aus der Ferne übernommen werden.[2] Als im Inland gefertigt gilt ein Gerät nur bei Fertigung in den USA mit mindestens 65 Prozent Bauteilwert aus US-Herstellung, ab 2029 mit 75 Prozent.[4]
Ein Humanoid aus einer Fertigung in China fiele damit unter die Sperre, sobald Meta ihn in den USA verkaufen wollte. Einen Zusammenhang mit Metas Verkaufsplänen stellen die bisherigen Berichte nicht her. Auch bei Investitionen zieht Washington die Schrauben an: Ein Entwurf des US-Finanzministeriums vom 22. Oktober würde US-Investoren den Einstieg bei chinesischen KI-Firmen verbieten. Von einer Beteiligung Metas an Fourier ist bislang keine Rede.
Vom Robotik-Team zum Prototyp
Offen: Fertigungsort der zweiten Version, Anteil von Fourier an der Hardware, Zeitplan für ein Produkt. Weder Meta noch Fourier haben das Projekt selbst angekündigt.
In China gewinnt Meta Tempo für den Prototyp, auf dem US-Markt verlangt Washington dagegen Roboter aus heimischer Fertigung.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Unternehmen in Europa?
Die EU kennt keine Herkunftsregel für Roboter. Humanoide aus China dürfen hier verkauft werden, sofern sie die europäischen Produktregeln einhalten. Ab dem 20. Januar 2027 gilt dafür die neue Maschinenverordnung. Die Verordnung verlangt unter anderem, dass sicherheitsrelevante Software gegen Manipulation geschützt ist und Eingriffe nachweisbar bleiben.[5]
Die Gründe der US-Regierung betreffen jeden vernetzten Roboter, gleich aus welchem Land: Daten und Fernzugriff. Für Einkäufer im DACH-Raum ergeben sich daraus drei Prüfpunkte:
- Datenwege klären: Lassen Sie sich vom Hersteller schriftlich geben, wohin Kamera-, Sensor- und Bewegungsdaten fließen und wer Updates aufspielt.
- US-Standorte mitdenken: Neue Robotermodelle aus dem Ausland kommen ohne FCC-Zulassung nicht auf den US-Markt. Planen Sie Pilotprojekte für Werke in den USA deshalb gerne mit bereits zugelassenen Modellen.
- Maschinenverordnung abfragen: Verlangen Sie in Ausschreibungen ab 2027 die Konformität mit der neuen Maschinenverordnung, auch für spätere Software-Updates.
Welche Roboter sich im Mittelstand heute rechnen, ordnet der Überblick zur Robotik 2026 ein, die wichtigsten Fachbegriffe erklärt das Robotik-Glossar. Was das Robotik-Projekt kostet, legt Meta nicht offen. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit Investitionen von 117 bis 126 Mrd. Euro, S&P hat Metas Ausblick wegen der hohen KI-Ausgaben am Freitag auf negativ gesenkt. Offen bleibt, wer die zweite Version von „Max“ fertigt und ob daraus je ein Produkt wird.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- The InformationMeta Built Humanoid Prototype With Chinese Startup To Ramp Up Robotics Push, Jyoti Mann, 31. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke
- FCC, Public Safety and Homeland Security BureauPublic Notice DA 26-786 zur Aufnahme im Ausland gefertigter Wechselrichter und Robotergeräte in die Covered List
- FourierUnternehmensgeschichte, abgerufen am 31. Oktober 2026
- Sidley AustinFCC Adds All Foreign-Produced Advanced Robotic Devices to the Covered List
- EUR-LexVerordnung (EU) 2023/1230 über Maschinen, Anhang III, Abschnitt 1.1.9, und Artikel 54
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