Der Finanzinvestor Clayton, Dubilier & Rice (CD&R) prüft laut Financial Times eine Übernahme des Zahlungsabwicklers Global Payments. Beteiligt ist der größte Aktionär GTCR, der seine Anteile an Worldpay erst im Januar an Global Payments verkauft hat. Den Unternehmenswert samt Schulden beziffert die Zeitung auf 40 Mrd. Dollar, rund 34,8 Mrd. Euro.
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„Das erscheint heute so realistisch wie nie“, sagte Konzernchef Cameron Bready im Februar, als ein Analyst nach einem Rückzug von der Börse fragte.[3] Am Freitag stieg die Aktie um 13 Prozent auf 96,84 Dollar (84,25 Euro).[6] Ein Angebot liegt nicht vor, die Gespräche können laut FT auch scheitern. CD&R lehnte einen Kommentar ab, GTCR und Global Payments antworteten der Zeitung nicht.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- GTCR hält seit dem Verkauf von Worldpay rechnerisch gut 16 Prozent der Global-Payments-Aktien.
- Die 40 Mrd. Dollar setzen sich aus Börsenwert und Nettoschulden zusammen, einen Preis je Aktie nennt die FT nicht.
- Für eine deutsche Tochter, an der Global Payments 51 Prozent hält, gilt bei einem Kontrollwechsel eine Sonderklausel.
Was hat GTCR als früherer Worldpay-Eigentümer davon?

Am 9. Januar 2026 übernahm Global Payments Worldpay und gab im Gegenzug sein Geschäft mit Diensten für kartenausgebende Banken an FIS ab. GTCR erhielt rund 6 Mrd. Dollar in bar und 42,8 Millionen Aktien, bewertet zum Schlusskurs von 78,69 Dollar (68,46 Euro).[2] Danach fiel der Kurs, im Juni bis auf 61,16 Dollar (53,21 Euro).[6] Anleger kritisierten laut FT den Worldpay-Kauf, vor dem Freitag lag die Aktie nahe am tiefsten Stand seit zehn Jahren.[1]
Der gefallene Kurs verbilligt einen Kauf. Einem Börsenwert von rund 23 Mrd. Dollar (20 Mrd. Euro) stehen laut FT Nettoschulden von über 17 Mrd. Dollar (14,8 Mrd. Euro) gegenüber. Bis Ende 2028 will Global Payments aus der Worldpay-Integration jährlich 600 Mio. Dollar (522 Mio. Euro) einsparen.[2] Nach einem Rückzug von der Börse flössen diese Einsparungen an CD&R und GTCR statt an die übrigen Aktionäre.
Wie groß wäre die Übernahme im Vergleich?
Mit 40 Mrd. Dollar gehörte der Kauf laut FT zu den größten fremdfinanzierten Übernahmen überhaupt. Als Rekord gilt Electronic Arts: Ein Konsortium um Silver Lake und den saudischen Staatsfonds PIF vereinbarte im September 2025 den Kauf des Spielekonzerns für rund 55 Mrd. Dollar (47,9 Mrd. Euro).[7] In Europa einigte sich zuletzt EQT mit Qiagen auf eine Übernahme für 10,8 Mrd. Euro.
Bei solchen Käufen landen die Kredite in der Bilanz des übernommenen Unternehmens, das sie aus seinem Cashflow bedient. Global Payments wies schon Ende Juni langfristige Schulden von 21,5 Mrd. Dollar (18,7 Mrd. Euro) aus.[2]
Zehn Monate nach dem Verkauf von Worldpay verhandelt GTCR über eine Übernahme des Käufers, dessen Aktie zuletzt nahe am Zehnjahrestief lag.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Plan für Händler in Deutschland?
Global Payments und Worldpay rechnen auch in Europa Kartenzahlungen für Händler ab. Die britische Wettbewerbsbehörde CMA gab den Worldpay-Kauf im Oktober 2025 ohne vertiefte Prüfung frei.[4] In Deutschland hält Global Payments 51 Prozent an einer Tochter. Laut Quartalsbericht kann der Minderheitsgesellschafter bei einem bestimmten Kontrollwechsel verlangen, dass Global Payments seine Anteile zum Marktwert kauft.[2] Ob eine Übernahme durch CD&R diesen Fall auslöst, ist offen.
Bei Käufern von außerhalb der EU kann zudem das Wirtschaftsministerium prüfen. Die Außenwirtschaftsverordnung nennt als Prüfkriterium etwa, ob das deutsche Unternehmen eine kritische Anlage nach dem KRITIS-Dachgesetz betreibt.[5] Für Kunden von Global Payments oder Worldpay ändert sich bis zu einem Abschluss nichts. Händler sollten trotzdem Laufzeiten und Kündigungsrechte prüfen und einen zweiten Zahlungsdienstleister als Rückfallebene einplanen.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Financial TimesCD&R pursues buyout of $40bn card processor Global Payments (30. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
- Global PaymentsQuartalsbericht (Form 10-Q) für das zweite Quartal 2026 (SEC)
- Payments DiveGlobal Payments builds salesforce (18. Februar 2026, mit Aussagen von Cameron Bready)
- Competition and Markets AuthorityGlobal Payments / WorldPay merger inquiry (Fallseite, Freigabe am 20. Oktober 2025)
- Bundesministerium der Justiz§ 55a Außenwirtschaftsverordnung (Gesetze im Internet)
- Yahoo FinanceKursverlauf der Global-Payments-Aktie (GPN) (Schlusskurse bis)
- BloombergEA Agrees to $55 Billion Sale in Largest Leveraged Buyout on Record (29. September 2025, hinter Bezahlschranke)
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