Artikel teilen

Agility Robotics geht am 5. November unter dem Kürzel AGLT an die Nasdaq, mit einer Bewertung von 2,5 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro). Der Hersteller des Roboters Digit setzte 2025 gerade 1,8 Millionen Dollar um, die Bewertung entspricht dem rund 1.400-Fachen. Zu den Geldgebern zählen Nvidia, Amazon und der Autozulieferer Schaeffler.

Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen
Inhalt 4 Abschnitte
  1. Woher kommt das Geld für Agility?
  2. Wie belastbar ist die Bewertung?
  3. Was bedeutet das für den Mittelstand im DACH-Raum?
  4. Mehr Newshunger?

Die Aktionäre der Börsenhülle Churchill Capital Corp XI haben der Fusion mit Agility Robotics am 2. November mit mehr als 84 Prozent der abgegebenen Stimmen zugestimmt.[1] Die Hülle ist ein SPAC, eine Zweckgesellschaft, die erst Geld sammelt und dann eine Firma sucht. Der Abschluss war für den 4. November geplant, der Handel startet am 5. November.[1]

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Agility geht per Fusion mit dem SPAC Churchill XI an die Nasdaq.
  • Brutto fließen rund 405 Millionen Euro zu, aus dem Treuhandkonto blieben nur 143 von ursprünglich 360 Millionen Euro.
  • 2025 setzte Agility 1,6 Millionen Euro um, im ersten Halbjahr 2026 stand ein Nettoverlust von 315 Millionen Euro.
  • Ein Kunde hat laut Prospekt Digit-5-Roboter für 261 Millionen Euro zugesagt, abhängig von Meilensteinen.

Woher kommt das Geld für Agility?

Ein weißer Roboter und eine Tischglocke mit Schild „Börsenstart“ auf hellem Grund
Churchill XI Treuhandkonto: 414 Millionen Dollar eingezahlt, 164 Millionen übrig. Aktionäre zogen 250 Millionen Dollar ab

Im Treuhandkonto von Churchill XI lagen 414 Millionen Dollar (360 Millionen Euro).[2] Übrig blieben rund 164 Millionen Dollar (143 Millionen Euro).[1] Rechnerisch haben Churchill-Aktionäre damit rund 250 Millionen Dollar (218 Millionen Euro) gegen Rückgabe ihrer Aktien abgezogen, was bei SPACs üblich ist.

Den Rest steuern eine Privatplatzierung über 201 Millionen Dollar (175 Millionen Euro) zu 10 Dollar je Aktie unter Führung von Foxconn und 100 Millionen Dollar (87 Millionen Euro) Eigenkapital bei, die nach der Ankündigung des Deals eingingen.[1] Laut Prospekt investieren auch Nvidia, Amazon, SoftBank und Schaeffler.[2]

Wie belastbar ist die Bewertung?

Der Umsatz lag 2025 bei 1,8 Millionen Dollar (1,6 Millionen Euro),[2] im ersten Halbjahr 2026 bei 175.000 Dollar (152.000 Euro). Der Nettoverlust betrug in diesen sechs Monaten 361,9 Millionen Dollar (315 Millionen Euro).[2] Die Barmittel beliefen sich Ende Juni auf 14,7 Millionen Dollar (12,8 Millionen Euro). Die Prüfer von Grant Thornton zweifeln im Abschluss 2025 erheblich an der Fortführung des Unternehmens, sofern der Börsengang nicht eingerechnet wird.[2]

Auf der Habenseite stehen 65.000 Betriebsstunden an neun Kundenstandorten und eine Zusage über 300 Millionen Dollar (261 Millionen Euro) für Digit 5, geknüpft an vertragliche Meilensteine.[2] Der breite Marktstart von Digit 5 ist für Ende 2027 geplant.[3]

Agility Robotics in Zahlen
Umrechnung mit Kurs 0,87
1.400-fach
Bewertung zu Umsatz 2025
315 Mio. €
Nettoverlust im 1. Halbjahr 2026
12,8 Mio. €
Barmittel am 30. Juni 2026
261 Mio. €
zugesagte Digit-5-Bestellung

Woher die 405 Millionen Euro kommen

Privatplatzierung Foxconn-geführt
175
Treuhandkonto nach Rückgaben
143
Eigenkapital vorab erhalten
87

Agility holt 405 Millionen Euro an die Börse und erlöste 2025 gerade 1,6 Millionen. Anleger bezahlen hier 2027, nicht das Geschäft von heute.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Zitat teilen

Was bedeutet das für den Mittelstand im DACH-Raum?

Schaeffler ist Investor und Kunde zugleich.[3] In Frauenaurach lernen Digit-Roboter schon, Behälter zu greifen, ab 2027 sollen sie in Herzogenaurach und Schweinfurt arbeiten, wie die Roboter-Schule von Schaeffler zeigt.

Der Prospekt liefert eine Preisrechnung: 8.500 Dollar (7.400 Euro) im Monat je Roboter, einmal 25.000 Dollar (21.750 Euro) für die Einrichtung, bei Herstellkosten von rund 150.000 Dollar (130.500 Euro) zum Marktstart.[2] Das ergibt rund 88.700 Euro im Jahr. Agility nennt die Werte illustrativ.

Einkäufer stoßen außerdem auf die EU-Maschinenverordnung, die ab dem 20. Januar 2027 gilt, während eine Sicherheitsnorm für zweibeinige Roboter noch fehlt. Pilotprojekte lohnen deshalb frühestens mit Digit 5. Verträge brauchen eine Ausstiegsklausel für den Fall, dass Agility das Geld ausgeht. Den Marktüberblick liefert Robotik 2026.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Agility RoboticsChurchill Capital Corp XI Shareholders Approve Business Combination with Agility Robotics (Pressemitteilung)02.11.2026
  2. Agility Robotics und Churchill Capital Corp XIForm S-4/A, Proxy Statement/Prospectus (SEC)30.09.2026
  3. Churchill Capital Corp XIForm 425, Mitteilung zu Kunden und Digit 5 (SEC)26.10.2026

Mehr Newshunger?

4,5 12 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

Dr. Web Newsletter

Jede Woche ein bisschen klüger.

Der Dr. Web Newsletter: die besten Artikel, Anbieter-Tipps und neue Tools, kompakt zusammengefasst, jeden Donnerstag. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.