Der Halbleiterindex SOX hat am Donnerstag bis zum Nachmittag rund 10 Prozent verloren, AMD und Micron fielen zeitweise um mehr als 17 Prozent. Den Anfang machte Qualcomm mit einem Einbruch im Smartphone-Geschäft, dazu kamen Pläne frisch gewählter US-Politiker, den Bau von KI-Rechenzentren zu bremsen. In Frankfurt gab Infineon ebenfalls rund 10 Prozent nach.
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Der Technologieindex Nasdaq Composite hat am Donnerstag zeitweise 5,7 Prozent verloren und liegt damit mehr als 10 Prozent unter seinem Rekord vom Oktober.[3] Ab dieser Schwelle sprechen Börsianer von einer Korrektur. Der breite Index S&P 500 fiel um gut 3 Prozent (Stand: Donnerstag, 5. November 2026, 17:10 Uhr; der Handel in New York läuft bis 22 Uhr).[4]
Das Wichtigste in Kürze
- Qualcomm, Arm und CoreWeave verlieren je rund 13 Prozent, Nvidia knapp 8 Prozent.
- Qualcomm hat im Schlussquartal 26 Prozent weniger mit Smartphone-Chips umgesetzt und erhöht wegen teurer Vorprodukte die Preise.
- Zahlreiche Wahlsieger haben laut NBC News angekündigt, den Bau von KI-Rechenzentren zu bremsen oder zu stoppen.
- Der DAX verliert nur ein halbes Prozent, weil Chipwerte darin wenig Gewicht haben.
Was hat den Ausverkauf ausgelöst?

Qualcomm hat am Mittwochabend seine Jahreszahlen vorgelegt. Mit Smartphone-Chips setzte der Konzern im Schlussquartal umgerechnet 4,5 Mrd. Euro um, 26 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zugleich steigen laut Qualcomm die Kosten für Waferfertigung, Chipgehäuse und Speicher, der Konzern hebt deshalb seine Preise an.[1] Die Aktie verlor am Donnerstag rund 13 Prozent.
Den zweiten Anlass lieferten die US-Wahlen vom Dienstag. Zahlreiche Demokraten, die dabei Gouverneursämter, Senats- oder Abgeordnetensitze gewonnen haben, wollen laut NBC News den Bau von KI-Rechenzentren verlangsamen oder stoppen. Anleger achten demnach besonders auf Texas, Ohio, Michigan und Georgia, vier große Standorte für Rechenzentren.[2]
Warum fallen Chipwerte besonders stark?
Wird ein Rechenzentrum später gebaut, kaufen seine Betreiber auch Grafikprozessoren, Speicher und Netzwerkchips später. Das erklärt, warum Nvidia, AMD, Broadcom und Micron deutlich stärker fielen als Microsoft oder Amazon, die solche Anlagen betreiben.[2] Am stärksten fielen die Vermieter von KI-Rechenleistung: CoreWeave verlor laut CNBC zeitweise 14 Prozent, Nebius 17 Prozent.[3] Solche Firmen finanzieren neue Hallen mit Krediten und neuen Aktien. Fällt der Kurs, wird frisches Kapital teurer, und Anleger sichern sich schon seit Wochen gegen einen Einbruch ab.
Ein Rechenzentrum, das nicht gebaut wird, kauft keine Chips. Diese Rechnung hat die Börse heute in wenigen Stunden aufgemacht.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Einzelwerte im Überblick
Was heißt das für Unternehmen in Deutschland?
In Frankfurt blieb der Schaden auf wenige Werte begrenzt. Infineon liefert Leistungshalbleiter für die Stromversorgung von Rechenzentren und ist der einzige Chiphersteller im DAX, der Leitindex gab deshalb nur ein halbes Prozent nach.[4] Auch Zulieferer wie der Waferhersteller Siltronic hängen am Ausbau. Für Einkäufer heißt der Kurssturz nicht, dass Hardware billiger wird. Qualcomm erwartet die volle Wirkung seiner Preiserhöhungen erst ab dem Frühjahr 2027,[1] und Arbeitsspeicher kostet wegen der stark gestiegenen Speicherpreise schon ein Vielfaches des Vorjahres.
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- Planen Sie im IT-Budget für 2027 einen Aufschlag bei Smartphones und Notebooks ein, weil Hersteller teurere Chips an ihre Kunden weitergeben dürften.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Qualcomm IncorporatedQualcomm Announces Fourth Quarter and Fiscal 2026 Results (Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC)
- NBC NewsTech stocks plunge on worries about AI and Democrats’ midterm landslide
- CNBCNasdaq plummets into correction territory, Dow slides more than 1,000 points as traders dump tech stocks: Live updates
- Yahoo FinanceStock market today: Nasdaq plunges 5% as chip stocks sell off (5. November 2026) und Kursdaten für Nasdaq Composite, S&P 500, DAX, Infineon und ASML (5. November 2026, 17:10 Uhr)
Mehr Newshunger?
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